Wer von Euch beanspruchte schon einmal den Dienst einer Prostituierten

@Mitglied #467802
Zwischen dem zwang als Sekretärin arbeiten zu müssen und sich zu prostituieren liegt ein weites Feld. Mich müsstest auch ins Büro jagen ( ausser für Dinge, die man an und für sich nicht im Büro tut)
Und trotzdem habe ich einen Weg gefunden als " eigener Chef" mein Ding zu machen. Sonst finde ich deine Beiträge gut!
 
Ich glaube, genauer und richtiger wäre:

Zwischen dem Zwang, als Sekretärin arbeiten zu müssen, und deinem Bild davon, sich zu prostituieren, liegt ein weites Feld. :)

Ich denke, dass mein Bild von Prostitution aus meiner spezifischen Innensicht ein anderes ist, als deines aus deiner Außensicht.

Aber wie gesagt, ich verstehe deinen und euren Schulterschluss mit Sexarbeiterinnen, die unter Umständen arbeiten, unter denen sie leiden (vielleicht wäre "Leid" besser definierbar als "Zwang") sehr gut und halte ihn für sehr wichtig, und die freuen sich auch bestimmt darüber. Er ist jedoch nicht für jede Sexarbeiterin notwendig. Bei weitem nicht. Fühl dich aber davon bitte nicht zurückgewiesen, ich mein das absolut nicht zynisch. Deine Unterstützung und dein Mitleid usw. sollte jedoch jenen zugute kommen, die sie wirklich benötigen und nicht immer so verallgemeinert werden... :)
Denn sonst verwässert man ja auch wieder das tatsächlich stattfindende Leid.
 
Aber: Es ist nicht auf alle Bereiche der Prostitution anwendbar.

Das ist mir natürlich klar.

Als ein konkretes Beispiel dachte ich im Zusammenhang mit Zwangsprostitution/Menschenhandel eher an die chinesischen Sexarbeiterinnen,
von denen vor noch nicht allzu langer Zeit zu lesen war: mit Jobaussicht nach Europa gelockt, dann dazu gezwungen die "Investitionskosten" auf andere Art rückzuführen…

Wenn eine Frau den Job aber selbstbestimmt macht und ihr es damit gut geht: wunderbar.
 
hat sie doch glatt freiwillig ins wespennest gestochen ... und dabei auch noch das ganze hervorragend bewaffnet angepackt :rofl:

Wenn eine Frau den Job aber selbstbestimmt macht und ihr es damit gut geht: wunderbar.
das war im grunde sowieso für die meisten irgendwo die quintessenz.
problematisch ist scheinbar eher da grenzen zu ziehen, wo selbstbestimmt aufhört, wo ein "allgemeiner sozialer beschäftigungszwang", und wo eben ein tatsächlich krimineller zwang, stattfinden ...

das ist eine diskussion, die man vermutlich jahre führen kann, ohne ein wirklich global anwendbares muster, rausarbeiten zu können ...
 
Hi,

Wenn eine Frau selbständige Projektmanagerin ist und sie mit ihrer Tätigkeit glücklich ist, ruft man dann auch Wunderbar? zB. ;)

theoretisch ja.

Praktisch ist es halt so, dass wir immer noch die gesellschaftlichen Konventionen haben, dass Frauen bei nur eingeschränkt freiwilligem Sex ein erheblicher immaterieller Schaden entsteht.

LG Tom
 
Wenn eine Frau selbständige Projektmanagerin ist und sie mit ihrer Tätigkeit glücklich ist, ruft man dann auch Wunderbar? zB. ;)
solange es nicht als selbstverständlich gilt, würde ich es nicht falsch finden.
ich verstehe den ansatz von "es muss sich ausgleichen, selbstverständlichkeit enthebt auch den davor gewonnen "rebellischen" status" ... aber selbstverständlich, ists eben immer noch nicht ;)
 
von denen vor noch nicht allzu langer Zeit zu lesen war: mit Jobaussicht nach Europa gelockt
Der Bereich Zwang wird ja auch gerne von den Medien ausgeschlachtet. Die Medien tragen ja weniger zu Bildung bei, sondern es wird geschrieben, was Klicks erzeugt und was skandalisiert. Und so ein Artikel, groß und gut aufgemacht, ist einfach geiler als ein Bericht darüber, wie sich etwa Escortdamen mit ihrem Geschäft selbständig machen und es ihnen einfach gut geht. Da gäbe es ja nichts aufregendes zu berichten.

Solche Skandalartikel wirst du in regelmäßigem Abstand immer wieder finden. Sie bilden jedoch nicht einen so großen Teil der Realität ab, wie sie vorgeben.

Außerdem wird das Bild der Sexarbeiterin immer gerne so konstruiert, dass man auf sie herabsehen kann:

  • Auf das arme Opfer kann man herabsehen - das ist eine Frau, die man nicht auf Augenhöhe ernst nehmen muss. (Hierher passt Toms Einwurf - die armen Frauen können ja nicht anders)
  • Oder: die männerhintergehende, männerausnehmende Schlampe, die nur an die Kohle denkt.

Ich selbst werde gerne in die 2. Kategorie gesteckt, wenn es etwa heißt: "auf dera ihrn pseudointellektuelln Schmäh foin hoit a por eine, denen ziagts des Göd ausn Taschl". Aber auch das funktioniert nicht langfristig, weil meine Erfahrungsberichte darauf schließen lassen, dass das doch nicht so ganz stimmt, und die Herren und ich wirklich ein gutes Erlebnis haben. Daher ziehe ich von einzelnen, die das nicht packen, dass sie mich nicht in ihre einfachen Kategorien stecken können, manchmal großen Hass auf mich. Das sind dann die, die mich mit Fakebuchungen durch ganz Wien herumschicken, weil das das einzige ist, wie sie meinen, mir anzukönnen.

Eine Weile hab ich darunter auch wirklich gelitten (siehe "Leid"). Aber mittlerweile versuche ich, das als Sport zu sehen. Meistens erkenne ich sie im Vorfeld, manchmal gewinnen aber auch sie. :)
 
wo selbstbestimmt aufhört, wo ein "allgemeiner sozialer beschäftigungszwang", und wo eben ein tatsächlich krimineller zwang, stattfinden ...
Genau dazu wollten wir vor ziemlich genau einem Jahr bei einer großen Präsentation unserer Forschungsprojekte zu Migration inkl Vertreter der Politik etc. eine Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung machen. Wir wussten in der Vorbereitung: Wir können es nicht definieren. Daher wollten wir diesen Ball dem Publikum zuschieben.
Hat nicht funktioniert. Fast niemand traute sich dazu was zu sagen. Und die wenigen, die sich äußerten, wurden miteinander streitert, sodass die Moderation mehrmals mutig einschreiten musste.
 
Hi,

das ist eine diskussion, die man vermutlich jahre führen kann, ohne ein wirklich global anwendbares muster, rausarbeiten zu können ...

nein. Tatsächlich ist es eine einfache, sehr subjektive Sache: Es kommt auf die Frau an.

Abhängig von Erziehung und Umfeld ist das subjektive Empfinden beim Sex mit Fremden, mit denen man an sich keinen haben will, sehr breit gefächert.

Von der hypothetischen Nonne, die lieber sterben würde, über die "keusche Hausfrau" die nur Sex mit einem Mann will, den sie liebt und heiratet, bis hin zu den Teenagern, die ihren Freund mal drübersteigen lassen, damit er Ruhe gibt, und eben Frauen, die lieber anschaffen als einen Bürojob zu haben.

LG Tom
 
Hi,



nein. Tatsächlich ist es eine einfache, sehr subjektive Sache: Es kommt auf die Frau an.

Abhängig von Erziehung und Umfeld ist das subjektive Empfinden beim Sex mit Fremden, mit denen man an sich keinen haben will, sehr breit gefächert.

Von der hypothetischen Nonne, die lieber sterben würde, über die "keusche Hausfrau" die nur Sex mit einem Mann will, den sie liebt und heiratet, bis hin zu den Teenagern, die ihren Freund mal drübersteigen lassen, damit er Ruhe gibt, und eben Frauen, die lieber anschaffen als einen Bürojob zu haben.

LG Tom
Da gibt es aber noch einen Frauentyp: Diejenige, die Sex für sich selbst hat, mit jemandem, mit dem sie es möchte. Deine drei Beispiele sind glücklicherweise eher Ausnahmen.
 
Ich glaube, Tom ist in seinem Posting nur von jener Teilgruppe aller Frauen ausgegangen, die nicht gerne Sex haben. Ich hätte jetzt nicht herausgelesen, dass er meint, die andere Teilgruppe, die gern Sex hat, existiere nicht. Nur von denen hat er nicht gesprochen. Aber vielleicht es des eh kloar. Ach was weiß ich..? o_O
:)
 
In der Schule lerntest du noch Mittelhochdeutsch? o_O

Wie man einfach nachlesen kann, kommt der TE aus der Schweiz. Er spricht also eine Spielart der Deutschen Sprache, die oft "alemannisch" genannt wird, und welche nicht alle Transformationen und Lautverschiebungen (der neuhochdeutschen Hochsprache) durchgemacht hat. Seine Sprache kann daher dem Mittelhochdeutschen tatsächlich ähneln.


Das ist aber kein Grund zur Besorgnis. :up:
 
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