von denen vor noch nicht allzu langer Zeit zu lesen war: mit Jobaussicht nach Europa gelockt
Der Bereich Zwang wird ja auch gerne von den Medien ausgeschlachtet. Die Medien tragen ja weniger zu Bildung bei, sondern es wird geschrieben, was Klicks erzeugt und was skandalisiert. Und so ein Artikel, groß und gut aufgemacht, ist einfach geiler als ein Bericht darüber, wie sich etwa Escortdamen mit ihrem Geschäft selbständig machen und es ihnen einfach gut geht. Da gäbe es ja nichts aufregendes zu berichten.
Solche Skandalartikel wirst du in regelmäßigem Abstand immer wieder finden. Sie bilden jedoch nicht einen so großen Teil der Realität ab, wie sie vorgeben.
Außerdem wird das Bild der Sexarbeiterin immer gerne so konstruiert, dass man auf sie herabsehen kann:
- Auf das arme Opfer kann man herabsehen - das ist eine Frau, die man nicht auf Augenhöhe ernst nehmen muss. (Hierher passt Toms Einwurf - die armen Frauen können ja nicht anders)
- Oder: die männerhintergehende, männerausnehmende Schlampe, die nur an die Kohle denkt.
Ich selbst werde gerne in die 2. Kategorie gesteckt, wenn es etwa heißt: "auf dera ihrn pseudointellektuelln Schmäh foin hoit a por eine, denen ziagts des Göd ausn Taschl". Aber auch das funktioniert nicht langfristig, weil meine Erfahrungsberichte darauf schließen lassen, dass das doch nicht so ganz stimmt, und
die Herren und ich wirklich ein gutes Erlebnis haben. Daher ziehe ich von einzelnen, die das nicht packen, dass sie mich nicht in ihre einfachen Kategorien stecken können, manchmal großen Hass auf mich. Das sind dann die, die mich mit Fakebuchungen durch ganz Wien herumschicken, weil das das einzige ist, wie sie meinen, mir anzukönnen.
Eine Weile hab ich darunter auch wirklich gelitten (siehe "Leid"). Aber mittlerweile versuche ich, das als Sport zu sehen. Meistens erkenne ich sie im Vorfeld, manchmal gewinnen aber auch sie.
