was lest ihr gerade? - der literaturthread!

  • Ersteller Ersteller Gast
  • Erstellt am Erstellt am
Innerhalb von 2 Tagen gelesen: Das andere Kind von Charlotte Link, ganze 667 Seiten und für mich ein Rekord was die Zeitspanne betrifft.
Ich musste einfach wissen, was es mit besagtem "anderen Kind" auf sich hat.
 
Nachdem ich endlich :roll: mal mit A long way down fertig geworden bin...

Hunter S. Thompson- Hell's Angels.
Ein Buch über, wer hätte es gedacht, die Hell's Angel's. :mrgreen:
 
Habe endlich von Suter Allmen und die Libellen gelesen - typischer Suter... aber viel zu kurz! ;)
Zuvor einen Klassiker der SF - Solaris von Lem... irgendwie war mir das Buch teilweise zu philosophisch... und ich mag es nicht, wenn ein Buch nur offene Fragen hinterlässt... und so gehts mir grade...
 
Ich habe im Februar/März Die Regeln der Kunst von Pierre Bourdieu gelesen. An den Beginn des Buches stellt Bourdieu die These, dass die Struktur von Gustave Flauberts Roman „Die Erziehung des Herzens“ sich als die „Struktur des sozialen Raums, in dem der Autor des Werks selbst situiert war“ (19) erweist. Den größten Teil des Prologs macht eine Analyse der Erziehung nach (weitgehend) textimmanenten Kriterien aus, darauf folgt ein etwas kürzerer Teil, der die Beziehung Flauberts zu seinem Roman behandelt; in Bourdieuscher Terminologie ausgedrückt: wie die Position die Positionierung bestimmt.
Im darauffolgenden Kapitel wird die Entwicklung des künstlerisch-literarischen Feldes in Frankreich behandelt. Bourdieus Thesen seien hier holzschnittartig wiedergegeben: Das literarische Feld bildet sich als Teil des sozialen Raums in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen einem Pol der „reinen“ Produktion und einem der Massenproduktion heraus. Stark an der Entwicklung beteiligt ist die sich formierende Bohème und deren Distinktionsabsichten (die sich in der Lebensführung, der Kunstproduktion und –rezeption äußern) zur bürgerlich-feudalen Gesellschaft. Das Auftauchen der Bohème bedingt eine neue Regel im sich formierenden autonomen Teil des Feldes: „Wer verliert, gewinnt“ – der Künstler kann nur dann symbolisches Kapital ansammeln, wenn er ökonomisches Kapital verliert: die Idee der „reinen“ Kunst entsteht, die um so reiner ist, je weiter sie von jedem kommerziellen Gedanken entfernt ist. Im Lauf der Jahre wird dieser autonome Teil des Feldes zum zwar ökonomisch dominierten, aber ästhetisch dominierenden Faktor. Netzwerke begleiten den Prozess: Noch nicht anerkannte Sammler und Galeristen investieren, um Prestige zu erringen, Schriftsteller und Kritiker wollen sich als Intellektuelle profilieren. In Verbindung mit dem Teil der künstlerischen Massenproduktion entwickelt das Feld eine dualistische Struktur.
Im darauffolgenden zweiten Teil (den Prolog nicht mitgerechnet) des Buches abstrahiert Bourdieu seine Thesen und vertieft vieles, was – oft sehr eingehend – bereits ausgeführt wurde, zu einer allgemeinen Feldtheorie der Kunst. Er beschreibt die Subfelder der eingeschränkten Produktion und der Massenproduktion, die illusio – den Glauben an die Werte der Kunst, die Beziehungen zwischen Disposition, Position und Positionierung, welche wiederum entscheidend für die tatsächliche Gestaltung des Kunstwerks in einem Raum der Möglichkeiten sind. Dieser, als Geschichte des Kunstfeldes, gibt wahrscheinliche Zwänge und mögliche Nutzungen vor. Innovationen sind danach nur möglich, wenn sie „in Form struktureller Lücken virtuell bereits existieren.“ (372)
Im dritten Teil geht Bourdieu auf Fragen nach der zunehmenden Entwicklung des modernen Kunstwerks als eines der Selbstreferenz und –reflexion ein.
Tolles Buch, der Prolog ist ein wenig wacklig.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich habe im Februar/März Die Regeln der Kunst von Pierre Bourdieu gelesen. An den Beginn des Buches stellt Bourdieu die These, dass die Struktur von Gustave Flauberts Roman „Die Erziehung des Herzens“ sich als die „Struktur des sozialen Raums, in dem der Autor des Werks selbst situiert war“ (19) erweist. Den größten Teil des Prologs macht eine Analyse der Erziehung nach (weitgehend) textimmanenten Kriterien aus, darauf folgt ein etwas kürzerer Teil, der die Beziehung Flauberts zu seinem Roman behandelt; in Bourdieuscher Terminologie ausgedrückt: wie die Position die Positionierung bestimmt.
Im darauffolgenden Kapitel wird die Entwicklung des künstlerisch-literarischen Feldes in Frankreich behandelt. Bourdieus Thesen seien hier holzschnittartig wiedergegeben: Das literarische Feld bildet sich als Teil des sozialen Raums in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen einem Pol der „reinen“ Produktion und einem der Massenproduktion heraus. Stark an der Entwicklung beteiligt ist die sich formierende Bohème und deren Distinktionsabsichten (die sich in der Lebensführung, der Kunstproduktion und –rezeption äußern) zur bürgerlich-feudalen Gesellschaft. Das Auftauchen der Bohème bedingt eine neue Regel im sich formierenden autonomen Teil des Feldes: „Wer verliert, gewinnt“ – der Künstler kann nur dann symbolisches Kapital ansammeln, wenn er ökonomisches Kapital verliert: die Idee der „reinen“ Kunst entsteht, die um so reiner ist, je weiter sie von jedem kommerziellen Gedanken entfernt ist. Im Lauf der Jahre wird dieser autonome Teil des Feldes zum zwar ökonomisch dominierten, aber ästhetisch dominierenden Faktor. Netzwerke begleiten den Prozess: Noch nicht anerkannte Sammler und Galeristen investieren, um Prestige zu erringen, Schriftsteller und Kritiker wollen sich als Intellektuelle profilieren. In Verbindung mit dem Teil der künstlerischen Massenproduktion entwickelt das Feld eine dualistische Struktur.
Im darauffolgenden zweiten Teil (den Prolog nicht mitgerechnet) des Buches abstrahiert Bourdieu seine Thesen und vertieft vieles, was – oft sehr eingehend – bereits ausgeführt wurde, zu einer allgemeinen Feldtheorie der Kunst. Er beschreibt die Subfelder der eingeschränkten Produktion und der Massenproduktion, die illusio – den Glauben an die Werte der Kunst, die Beziehungen zwischen Disposition, Position und Positionierung, welche wiederum entscheidend für die tatsächliche Gestaltung des Kunstwerks in einem Raum der Möglichkeiten sind. Dieser, als Geschichte des Kunstfeldes, gibt wahrscheinliche Zwänge und mögliche Nutzungen vor. Innovationen sind danach nur möglich, wenn sie „in Form struktureller Lücken virtuell bereits existieren.“ (372)
Im dritten Teil geht Bourdieu auf Fragen nach der zunehmenden Entwicklung des modernen Kunstwerks als eines der Selbstreferenz und –reflexion ein.
Tolles Buch, der Prolog ist ein wenig wacklig.

Dich würd ich sofort buchen für eine anständige Unterhaltung über Literatur. :) Momentan : Das Narrenschiff- Sebastian Brant
 
@brauhaus: Terminvereinbarungen mit meinem Manager...:)
Überflog eben ein Buch, das ich im Mai/Juni gelesen habe: Die Dissertation von Stefan Jurczyk von 1997: Symbolwelten Jurczyk beschreibt darin die Folien, die Arno Schmidts Erzählung Caliban über Setebos unterlegt sind. Teilweise bringt er altbekanntes Material, teilweise findet er aber auch neue mythische Unterströmungen des Schmidt-Textes. Gutes Futter für die Schmidt-Gemeinde.
 
Haben noch nichts von Arno Schmidt, er soll ja "nicht sehr leicht geniessbar sein". Welches Werk wäre ein nicht zu umfangreiches, gutes "Einstiegsbuch?
 
@gallano: für den einstieg empfehle ich 'seelandschaft mit pocahontas' oder 'die gelehrtenrepublik'. entweder schmidt packt dich oder du hörst nach fünf seiten mit der lektüre auf. ein drittes kann ich mir fast nicht vorstellen.:)
 
zuletzt Die schwarze Seele des Sommers von Andrea Camilleri - passend zum Italien-Urlaub. Gut, wie alles von diesem grand old man der italienischen Literatur.
 
normalerweise verschling ich alles von Ken Follett ( Die Säulen der Erde, Dreifach, Die Tore der Welt, etc.)...letzte woche viel mein Blick aber auf "Bad Fucking" von Kurt Palm...er ist ja bekannt für kuriose Stories und Stücke...so auch bei diesem Buch...jeder versteht den Buchtitel auf Englisch ^^ er meint es aber Zweideutig und meint aber eigentlich den fiktiven Ort Bad Fucking :)
ein Geniestreich für alle, die den Schwarzen Humor lieben
 
Oscar Wilde- The Picture of Dorian Gray

Dank iBooks und Project Gutenberg komm ich endlich mal dazu, es zu lesen. Vor hatte ich es schon ewig. ;)
 
Lese irgendwie grad 2 Bücher...

Bentley Little - Fieber (bis jetzt sehr gut, aber der Autor ist bekannt dafür, dass er das ganze Buch lang gute Spannung aufbauen kann und am Schluss wirds bisschen schwach, mal sehen obs bei dem anders ist...)

und

Linwood Barclay - In Todesangst (wollt nur ein paar Seiten lesen, weil ich das Buch durch Zufall bekommen kann und kanns nicht weglegen, daher eingeschoben ;))
 
Zurück
Oben