Auch ich (bald 67) wuchs in einer Zeit auf, in der offenes reden über Sexualität noch tabu war. Aufgeklärt wurde ich durch die Lektüre von Heftchen, welche ich am Schriftenstand in der r.k. Kirche erstand. Diese Hefte waren natürlich auf r.k. Linie, Sex vor der Ehe wurde als sündig erklärt und erst recht die "Selbstbefleckung", wie die Selbstbefriedigung im kath. Jargon genannt wurde. Und für den Fall der häufigen "Selbstbefleckung" wurde Rückenmarkszersetzung vorhergesagt.
Ein etwas älterer, etwas eingeschränkter Bursche aus der Umgebung zeigte mir, wie schön wixen war und wie gut es tat.
Ich wichse bis heute mit Lust, soferne nicht Gelegenheit für Sex mit Partnerin ist - und mein Rückenmark ist bis heute in bester Verfassung.
Letztlich löste ich mich rasch von all diesen überkommenen kath. Moralvorstellungen, ich beschloss, selber zu denken - und genau dies ist ja der kirchlichen Obrigkeit suspekt: Wer autonom Sex hat (also nicht auf irgendeine Erlaubnis der Kirche Wert legt), der/die denkt auch autonom.