"sich fallen lassen ( können)"

Mitglied #411667

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Liebe Mituser,

Sehr oft geht's ja im Sex um das Thema " sich fallen lassen ( können)"
Dass es eben für einen selber eine schöne Erfahrung ist, und/oder auch für den Partner, bzw im Idealfall sogar für beide....
Worum geht's da genau?
Und wie, wann oder wodurch wird das möglich?

Angeregt zu diesen Überlegungen wurde ich heute im Therapie Bergstollen, wo man ca 3 km mit einem kleinen Zug voller Menschen in den Berg reinfährt, bei zunehmender Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Und da kam mir so der Gedanke von Kontrollverlust, wo man sich gegen die immer wieder leicht aufkeimende Panik, hier nicht so einfach jederzeit raus zu können, in die " Hingabe/ Kontrollverlust" fallen lassen muss und dabei den inneren Widerstand aufgibt.
Dabei liegen ja " Schmerz" und " Lust" ganz eng beisammen.

Dann kam bei mir die Assoziation zu dem geflügelten und auch oft verwendeten Begriff des " sich fallen lassens"..
Für mich braucht s da auch das Vertrauen eines Gegenübers, das ich gut kenne, bzw im Heilstollen das Wissen, dass ich da wieder rauskomme.
Welche Assoziationen oder Gefühle / Empfindungen/ Erfahrungen habt ihr zu " sich fallen lassen können"?
 
An "sich fallen lassen" denke ich oft im Bett, wenn ich nicht gleich einschlafen kann. Denn einschlafen ist ja auch eine Art fallen lassen. Ich unterstütze dies manchmal, indem ich wie ein Kleinkind oder ein Autist stereotype Bewegungen ausführe und sie abzähle. Ficken ist auch so eine Bewegungs-Stereotypie, die allerdings nicht im Einschlafen gipfelt.
 
Absolute Hingabe erfordert für mich das Empfinden von Sicherheit und keine tausend Gedanken im Kopf haben. Dann gaanz langsam kann sich der Fallschirm öffnen und mich fallenlassen.
Das Beispiel mit dem Stollen find ich sehr passend, erfordert es, zumindest für Menschen wie mich, viel Mut.
 
"sich fallen lassen können"...ist auch so eine unglücksselige Bezeichnung.
Als läge es am jeweils Betroffenen (meist wird es Frauen "geraten") nur allein? :schulterzuck:

Für mich passiger wäre eher "grenzenloses Vertrauen", sich angenommen fühlen...so dass man/Frau keine Hemmungen mehr meint, haben zu müssen.

Wenn ich weiß, ich werde geliebt/begehrt...SO wie ich BIN...
...dann könnte das helfen.
Und 100% Vertrauen.

Und dazu müssen BEIDE beitragen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Sich nicht "fallen lassen können" beruht meist auf schlechte Erfahrungen/ Bestrafungen/ Androhung von Liebesentzug, usw. in der Kindheit. Da soll es nicht wundern, dass man mit Aufforderungen, die Kontrolle über sich jemandem anderes zu überlassen, sehr vorsichtig und sparsam umgeht. Für mich grundsätzlich gesehen nicht einmal eine schlechte Eigenschaft, die vor so manch herber Enttäuschung oder weiterer Traumatisierung schützen kann.

Hat aber nichts mit "hemmungslosem" Sex zu tun, sondern mit der Öffnung des Ichs.
 
Ich kann mich bei vielen Beschäftigungen fallenlassen. In der Arbeit, hinter meinem Instrument, Haus,- Garten,- oder Projektarbeiten, besonders am/im Berg...da gibt es nur diese eine Sache in diesem Moment.
Diese Beschäftigungen sind oft unabhängig von Partnern oder generell anderen Menschen immer nützlich, wenn man den Kopf frei braucht.
Was den Sex angeht...da fiel es mir definitiv am schwersten...das Abschalten.
Seit ich meine Süße kenne, passiert das auch dort sehr regelmäßig, was in mir das Gefühl nährt, dass diese Beziehung eine sehr besondere ist.

Ich finde Dein Beispiel mit dem Heilstollen schön.
Wenn ich früher auf eine Tour gegangen bin, war oft nur der Weg, oder bestimmte Wegpunkte klar. Ich wusste, dass ich alle lebenswichtigen Dinge dabei hatte und habe mich dann in die Situation begeben. Das war manchmal recht knapp, nicht nur einmal lebensgefährlich. Ich hatte kein Wissen, dass ich heil wieder herauskomme, nur das Wissen, dass ich alles, was dazu notwendig war tun würde.
Speziell diese "Unsicherheit" in der Sicherheit meiner direkten Interaktion mit der Natur, im höchsten Vertrauen auf mich selbst hat zu den (mit großem Abstand) intensivsten Abschaltphasen in meinem Leben geführt.

Ich brauche das Vertrauen in den Partner, aber noch viel mehr das Vertrauen in mich selbst, um so richtig abschalten und mich fallenlassen zu können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie schon @Mitglied #391280 angemerkt hat, ist auch für mich dieser Begriff nicht positiv besetzt. Daher wofür er meist gedacht und verwendet wird nicht passend.
Ich kann mit „Hingabe“ in diesem Zusammenhang viel besser. Fallen lassen hat was von Schwäche, es Bedarf aber ganz großen Selbstwertes und Selbstbewusstseins um das wirklich zu können. Und wenn ich das schon tue, dann wende ich mich einem Menschen zu, mit allem was ich kann und was ich habe. Ich gebe mich hin, ohne wenn und aber - Hingabe!
Einen Partner zu finden mit dem das geht ist etwas ganz Besonderes.
 
Hmmmm...

Sich fallen lassen können trifft es für mich mehr als grenzenloses Vertrauen.

Wann hat man grenzenloses Vertrauen?
Dazu bräuchte es doch einige Jahre...große Innigkeit...Liebe...Oder?
Vertraut man je grenzenlos?

Vertrauensvorschuss gibt man doch bald mal, ansonsten würde man sich doch nicht auf das Gegenüber einlassen.

Fallen lassen können ist für mich verbunden mit großer Sympathie. ..sehr mögen...nicht zwingend lieben
Gemeinsamkeiten und sehr ähnlich tickend.
Das Gefühl zu haben das Gegenüber drückt automatisch die richtigen Knöpfchen die mich den Alltag vergessen lassen....angenehme leere im Kopf. ...keine Tapetenmuster....Einkaufszettel ect.
Einfach nur spüren....Empfindungen wahrnehmen....instinktiv aus dem heraus handeln...sich hingeben.

Und all das ist nicht zwingend mit Liebe oder jahrelangen sich kennen für mich möglich.
Die Chemie muss stimmig sein....ich muss mich absolut gewollt...begehrt fühlen und das muss ich in seinen Augen sehen und an seinen Tun spüren.
 
[QUOTE="Zaubermuschel, post: 12278228, member: 4339h] absolut gewollt...begehrt fühlen und das muss ich in seinen Augen sehen und an seinen Tun spüren.[/QUOTE]
Und das geht bei dir so flott?
 
Wann hat man grenzenloses Vertrauen?
Dazu bräuchte es doch einige Jahre...große Innigkeit...Liebe...Oder?
Das kommt darauf an worum es geht.
In der Zwischenmenschlichkeit mag das so sein.
In anderen Bereichen habe ich im Leben oft "grenzenlos vertraut", dem anderen Menschen mein Leben anvertraut weil ich wusste, der hats drauf, da kann mir nix passieren.
Innigkeit oder Liebe habe ich dafür nicht gebraucht.
 
Das kommt darauf an worum es geht.
In der Zwischenmenschlichkeit mag das so sein.
In anderen Bereichen habe ich im Leben oft "grenzenlos vertraut", dem anderen Menschen mein Leben anvertraut weil ich wusste, der hats drauf, da kann mir nix passieren.
Innigkeit oder Liebe habe ich dafür nicht gebraucht.

Meinst du dich betreffend grenzenloses oder auch dieses gefühlte Urvertrauen?
 
Meinst du dich betreffend grenzenloses
Dieses meine ich.
Und dieses auch nur in einem professionellen, sehr realen und auch bisweilen lebensgefährlichen Bereich.
Also nix mit Gefühl oder so, sondern mit dem "Wissen", dass mir nix passieren kann, wenn ich mich auf den jeweiligen Menschen verlasse.

Dieses "Urvertrauen" ist noch mal ein zweiter, spannender Aspekt. Ob ich das als Erwachsener Mensch noch habe wäre eine Überlegung wert.
Spontan würde ich sagen, nein, dafür denke ich zu viel nach.
 
Dieses meine ich.
Und dieses auch nur in einem professionellen, sehr realen und auch bisweilen lebensgefährlichen Bereich.
Also nix mit Gefühl oder so, sondern mit dem "Wissen", dass mir nix passieren kann, wenn ich mich auf den jeweiligen Menschen verlasse.

Dieses "Urvertrauen" ist noch mal ein zweiter, spannender Aspekt. Ob ich das als Erwachsener Mensch noch habe wäre eine Überlegung wert.
Spontan würde ich sagen, nein, dafür denke ich zu viel nach.

Schließt sich hier der Kreis?
Muss man um Urvertrauen fühlen zu können sich so weit fallen lassen können, um es zu empfinden?

Braucht es dazu zwingend Liebe?
Oder kann man dieses Gefühl auch in einer platonischen Freundschaft empfinden?
Was meinst du.....IHR?
 
Endlich mal wieder ein gutes Thema. :up:

Komplett fallen lassen kann ich mich überhaupt nicht. Es bleibt immer ein gewisses Restmaß an Kontrollbedürfnis hinsichtlich der Situation in mir bestehen.
Ob dieser Reflex in meinem Fall nun auf Veranlagung oder (unbewusst) gemachte Erfahrungen zurückzuführen ist kann ich nicht sagen.
Einem Menschen - nicht mal mir selbst - zu 100 Prozent vertrauen könnte ich nicht, egal wie lange oder wie gut ich ihn zu kennen glaube.
 
Muss man um Urvertrauen fühlen zu können sich so weit fallen lassen können, um es zu empfinden?
Mit der Thematik kenn ich mich jetzt nicht wirklich aus. Aber ich spekuliere mal:
Urvertrauen ist für mich das was schon (ganz kleine) Kinder empfinden. Ohne groß drüber nachzudenken bringen die, so sagt man, ihren engen Bezugspersonen Vertrauen entgegen. Vertrauen für eh alles, weil sie selbst ja noch sehr wenig selbst entscheiden können.
Lassen diese Kinder sich dann aber wirklich fallen?
Ich weiß es nicht, aber ich reime mir zusammen, dass dieses "fallen lassen" etwas ist, das man bewusst tut, und ich denke das können sehr kleine Kinder noch gar nicht.
Meine Vermutung ist also, dieses "Urvertrauen" ist etwas, das ist einfach da. Ohne an eine Bedingung geknüpft zu sein.
Insofern folgere ich: Liebe, also das irgendwie beschreibbare Gefühl, braucht es dazu nicht.

Aber: Ich bin ein sehr, eher extrem rationaler Mensch, deshalb schließe ich nicht aus, dass ich von dem Thema genau keine Ahnung habe ;)

Einem Menschen - nicht mal mir selbst - zu 100 Prozent vertrauen könnte ich nicht, egal wie lange oder wie gut ich ihn zu kennen glaube.
Das finde ich sehr interessant.
Du würdest also zum Beispiel nicht Fallschirmspringen oder eine vergleichbare Tätigkeit ausüben?
 
Sooo schöne Antworten....
Ich lese da von Vertrauen, Selbstvertrauen, Hingabe, Innigkeit, Liebe, von Sympathie und den Kopf frei kriegen, von im Flow sein auch bei Tätigkeiten, die unser voller Interesse haben, aber auch von einem gewissen Risiko, das nicht ganz auszuschließen ist....
Hingabe an das Geschehen und totale Präsenz im Augenblick taucht da bei mir jetzt auf....
 
Das mit dem Urvertrauen von Kindern hängt denk ich schon damit zusammen, wieviel Liebe oder positive Gefühle sie erleben.
Es ist aber auch gefährdet durch schlechte Erfahrungen oder Bestrafungen.
Dieses Urvertrauen ist auch anfangs lebensnotwendig,....
Ich denke halt auch, dass irgendwann mal auch dieses Urvertrauen verletzt und geschädigt, denn die Welt ist eben so, wie sie ist.
 
Das mit dem Urvertrauen von Kindern hängt denk ich schon damit zusammen, wieviel Liebe oder positive Gefühle sie erleben.
Es ist aber auch gefährdet durch schlechte Erfahrungen oder Bestrafungen.
Dieses Urvertrauen ist auch anfangs lebensnotwendig,....
Ich denke halt auch, dass irgendwann mal auch dieses Urvertrauen verletzt und geschädigt, denn die Welt ist eben so, wie sie ist.

Die Kunst ist es, trotz all dieser Nackenschläge immer noch vertrauen zu wollen...UND...auch zu können.
 
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