Sexwork und Ethik

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Ich glaub wir haben hier einerseits ein Missverständnis und andererseits ist mir ein Fauxpax passiert.
1. Tut mir leid, das war wohl daneben. Ich kann einerseits die Preise nicht abschätzen, noch wollte ich dich persönlich/gewerblich beleidigen oder abwerten

Um die Preise abschätzen zu können, bedarf es lediglich einer kleinen Recherche im Internet. Hier hättest Du dann gesehen, dass selbst in den billigsten Studios Wiens eine halbe Stunde Euro 50 kostet. Und wenn Du Dir dann noch hier die Postings im "Strassenstrich"-Forumsbereich zu Gemüte geführt hättest, dann wäre Dir aufgefallen, dass selbst dort eine Stunde mehr kostet als Euro 50.

2. Persönlicher Zwang: Zu allerest ist mir die persönliche Freiheit wichtig (struktureller Zwang zu Arbeiten, und Angst vor Armut betrifft uns alle, das meinte ich nicht soo sehr). Zwang auf individueller Ebene will ich einfach gänzlich ausschließen können, ich kenn mich in dem Metier aber nicht aus und wollte diesbzgl Tipps.

Zwang auf individueller Ebene wirst Du nie ausschließen können, denn selbst ein Luxus-Callgirl kann zu Hause einen Freund haben, der die Hand aufhält und den sie durch ihre Tätigkeit mitfinanzieren muss.

3. Struktureller Zwang: Hier ist es auch wichtig, dass es (sofern gewerblich) einen fairen Preis/Entgelt gibt, ich persönlich suche aber nicht unbedingt nach Gewerbe. Hier kann ich Profundius und dir Recht geben, das ist eigentilch nichts was man ausnutzen sollte. Bezog sich auch auf den Kleidungs-Vergleich, der mir dann etwas aus dem Kontext gerissen zurückgeworfen wurde. Das manche jene Frauen arbeiten müssen, und aus wirtschaftlichen Gründen halbfreiwillig etwas machen, was ihnen nicht gut tut, ist schlimm und sicher ein Problem des Marktes, aber auch unserer Welt an sich. Das 50€ hier kein fairer Preis sind, und die Freiwilligen Hostessen dumpt und die halb/unfreiwilligen Strukturen stärkt ist eigentlich klar.

Das hast Du ja gut erkannt, allerdings hätte Dir das auch vor Deinem Euro 50 Angebot in den Sinn kommen können.

4. Viertens spießt sich mit 3). Ich bin zwar für einen fairen Preis, meine Mittel sind dennoch scheinbar zuwenig. Abgesehen davon, dass ich es unter diesen Umständen wohl wirklich besser lassen sollte ;) meinte ich anfangs tatsächlich wenige Gewerbe (davon v.a. Frauen die darauf angewiesen sind und unter Dumping leiden), als viel mehr so etwas mit privaten Amateuren, die das zum Spaß machen + TG. Man verzeihe mir meine Naivität, ich wurde darauf hingewiesen, das dies halblegal ist und gar nicht so oft vorkommt.

Wenn Du es Dir nicht leisten kannst, lass es einfach bleiben! Ich kannte und kenne genügend männliche Studenten, die sich bezahlte Dates ebenfalls nicht leisten könnten und die eben auf anderem Wege nach Sex suchen (online Portale, Clubs, Bars, Uni, Hobbys,.....). Gerade für einen jungen Studenten ist dies kein Ding der Unmöglichkeit und wenn man es sich nicht leisten kann, dann ist der bequemere Weg (Paysex) eben noch nicht der richtige. Auf die "privaten Amateure" muss ich ja nicht weiter eingehen, das tat ich bereits. Auch ein "privater Amateur" muss Sex nicht für ein paar Euro anbieten. Wieso sollte man es denn so günstig anbieten, wenn man auch viel höhere Honorare bekommen kann? Niedrige Honorare bedeuten ja nicht mehr Spaß am Sex! Und wenn durch die Anzahl der bezahlten Dates die Lust am Sex noch nicht gestillt ist, hat man ja auch die Möglichkeit sich anderweitig passende Sexpartner zu suchen und muss dafür dann ja gar kein Geld verlangen, bevor man es für Euro 50 macht.
 
meinte ich anfangs tatsächlich wenige Gewerbe (davon v.a. Frauen die darauf angewiesen sind und unter Dumping leiden), als viel mehr so etwas mit privaten Amateuren, die das zum Spaß machen + TG. Man verzeihe mir meine Naivität, ich wurde darauf hingewiesen, das dies halblegal ist und gar nicht so oft vorkommt.

1. Es ist nicht halblegal [1]. Es ist keine rechtliche Grauzone. Es ist illegal. Punkt. Prostitution hat laut WPG in deklarierten Prostitutionslokalen stattzufinden, Wohnungsprostitution von "naturgeilen nymphomanischen privaten Hobbyhuren" oder was auch immer ist nicht halblegal, es ist illegal.

2. Auch musst du dir überlegen, dass diese "privaten Hobbyhuren" nicht registriert sind und damit nicht zur Gesundheitskontrolle gehen müssen (sie können es natürlich freiwillig, aber möchtest du dich darauf verlassen?). Da gehts dann auch um deine Gesundheit. Wer billig fickt, fickt teuer.

3. Also ich würde dir jetzt nicht empfehlen, ohne Budgetvorstellung etc da irgendwie ins Gewerbe reinrutschen. Schau dir an, wie viel Geld du monatlich für Paysex zur Verfügung hast und halte dich daran, sonst kann das ganze sehr schnell ausufern. Aber wenn du z.B. nicht rauchst, sparst du dir monatlich 140 - 150 Euro (Annahme: 1 Packung/Tag). Das könnte dann z.B. dein monatliches Budget sein.

4. Kosten. Besseres Studio/Laufhaus: 50 Euro für 15 Minuten, 70 Euro für 30 Minuten, 120 Euro für 1 h. Wenn du dich nun eher für den High-Class Escortbereich (z.B. Lisa) interessierst, dann würde ich diese Zahlen sehr großzügig nach oben korrigieren. [2]


[1] Wie kann etwas halblegal sein? Ist da so, wie wenn man halb schwanger ist? Oder sich halb das Bein gebrochen hat? Oder wenn man halb HIV positiv ist?

[2] Nur so als Vergleich: In den USA kannst du mit Escortkosten von 400 bis 600 Dollar/Stunde rechnen, wobei man oft 2 bis 3 Stunden als Mindestdauer hat. Und du schickst ihr vorher deinen Führerschein, damit sie weiß, wer da zu ihr kommt. Aber dort ist Prostitution auch illegal.
 
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