Sex in der Ehe 👩🏻‍❤️‍💋‍👨🏻

Also ... religiöse Aspekte sind auch Konstrukte ... grundsätzlich ging es bei Ehe an sich immer um Besitz, Macht, Ansprüche, Erbschaftsfolgen, Absicherung etc. ... diese idealisierte romantische Aspekte sind eigentlich relativ Neu.

Diese Zielvorstellung "Ehe" als erstrebenswertes Ziel auch zur Änderung des Status ist extrinsisch denn intrinsisch motiviert.
Und was genau hat das damit zu tun, dass Du anderen Menschen Emotionen diesem Konstrukt gegenüber absprichst und behauptest diese bestünden nur zwischen Menschen?
Uns ging es im Übrigen auch eher um Absicherung, Erbfolge und dergleichen, für den emotionalen Aspekt brauchen wir die Ehe nicht, aber ich würde das deshalb anderen nicht absprechen.
 
Es scheint uns nicht so treffend, wenn man das Thema diskutiert anhand von Ehe versus eheähnlichen Langzeitbeziehungen, weil da ja in beidem die positiven Eheaspekte sich verwirklichen. Der Unterschied liegt doch zwischen allen eheartigen, im Sinne von: nicht als auflöslich intendierten, Partnerschaften versus solchen Dyaden, bei denen jeder weiß, dass der andere morgen auch gehen kann. Das letztere Konzept ist heute einfach extrem verbreitet und das ist in vieler Hinsicht, allein schon emotional, ein ganz anderer Zustand.
 
Und was genau hat das damit zu tun, dass Du anderen Menschen Emotionen diesem Konstrukt gegenüber absprichst und behauptest diese bestünden nur zwischen Menschen?
Uns ging es im Übrigen auch eher um Absicherung, Erbfolge und dergleichen, für den emotionalen Aspekt brauchen wir die Ehe nicht, aber ich würde das deshalb anderen nicht absprechen.
Ich habe es nicht "Abgesprochen" sondern einfach nicht behandelt .... genauso wie ich Selbstheirat, Heirat mit Sexpuppe, Heirat mit Auto etc. hier nicht behandle.

Wenn es von der Gesellschaft, dem Umfeld, der Religionsgemeinschaft als Erstrebenswertes Ziel (oder Voraussetzung für etwas) vermittelt wird, dann ist die Emotion "Sehnsuchtsvoller Wunsch" nach "Zielerreichung" zum Erreichen der Anerkennung/Konformität in einer sozial/religiösen Gemeinschaft.
 
Es scheint uns nicht so treffend, wenn man das Thema diskutiert anhand von Ehe versus eheähnlichen Langzeitbeziehungen, weil da ja in beidem die positiven Eheaspekte sich verwirklichen. Der Unterschied liegt doch zwischen allen eheartigen, im Sinne von: nicht als auflöslich intendierten,
Nicht aufllöslich ist eine Ehe nicht und auch wenn man nicht verheiratet ist, kann man genauso (finanziell, emotional etc) aneinander gebunden sein.
Partnerschaften versus solchen Dyaden, bei denen jeder weiß, dass der andere morgen auch gehen kann.
Kann ich auch, wenn ich verheiratet bin.
Das letztere Konzept ist heute einfach extrem verbreitet und das ist in vieler Hinsicht, allein schon emotional, ein ganz anderer Zustand.
Nein.
 
Bei mir selbst beeinflusst der Grad der Sicherheit in einem Umfeld, egal ob naturgegeben oder sozial konstruiert, durchaus die Ausprägung bzw. das Ausleben von Emotionen.
 
@Mitglied #565215 Du hast leider den Punkt nicht verstanden bzw. kannst den Unterschied nicht nachvollziehen. Wenn du selber natürlich kein Gefühl dafür hast, dass etwas auf Unauflöslichkeit hin orientiert sein kann, und für dich alles auflöslich ist, dann kannst du natürlich auch nicht empfinden, was der Unterschied wäre. Dazu musst du zuerst eine Erfahrung davon haben.
 
Es scheint uns nicht so treffend, wenn man das Thema diskutiert anhand von Ehe versus eheähnlichen Langzeitbeziehungen, weil da ja in beidem die positiven Eheaspekte sich verwirklichen. Der Unterschied liegt doch zwischen allen eheartigen, im Sinne von: nicht als auflöslich intendierten, Partnerschaften versus solchen Dyaden, bei denen jeder weiß, dass der andere morgen auch gehen kann. Das letztere Konzept ist heute einfach extrem verbreitet und das ist in vieler Hinsicht, allein schon emotional, ein ganz anderer Zustand.
Ihr unterstellt, dass Partnerschaftskonstrukte abseits von "Ehe" nicht auf Langfrisitigkeit ausgelegt sind ...
Wenn beiderseits als positiv Erlebte partnerschaftlich-emotionale Gefühle bestehen und man sich beidseitig "Gut tut" wird eine Beziehung fortgeführt.
 
@Mitglied #565215 Du hast leider den Punkt nicht verstanden bzw. kannst den Unterschied nicht nachvollziehen. Wenn du selber natürlich kein Gefühl dafür hast, dass etwas auf Unauflöslichkeit hin orientiert sein kann, und für dich alles auflöslich ist, dann kannst du natürlich auch nicht empfinden, was der Unterschied wäre. Dazu musst du zuerst eine Erfahrung davon haben.
Die einzig unauflösliche Bindung ist die biologische Elternschaft.

Ich habe Erfahrung mit langjähriger Beziehung und Ehe, letztere befindet sich gerade in Auflösung. Aber wir sind auch nicht religiös geprägt und Ehe ist für uns eine rein rechtliche Absicherung.
 
Also ... religiöse Aspekte sind auch Konstrukte ... grundsätzlich ging es bei Ehe an sich immer um Besitz, Macht, Ansprüche, Erbschaftsfolgen, Absicherung etc. ... diese idealisierte romantische Aspekte sind eigentlich relativ Neu.
Vorab: Man weiß nichts bis sehr wenig über die Ehe der unteren Stände bis ins 19. Jahrhundert hinein. Alles Geschriebene bezieht sich auf Bürgerliche oder Adlige, und wenn es die Zustände des gemeinen Volkes beschreibt, dann aus einer Sicht "von Oben herab", also von Adligen oder Bürgerlichen.

Ehen wurden bis in die Zeit der Romantik (19. Jahrhundert) generell arrangiert, diese Tradition hielt sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein (auch für mich war eine Ehe für die 1980er Jahre geplant, allerdings nicht von meinen Eltern, sondern von einem Geschäftspartner). Das Ziel war nicht eine romantische Beziehung, sondern, wie Du schreibst, waren es materielle Interessen.

Eine Frau war ja prinzipiell nicht handlungs- oder erwerbsfähig, und zwar auch im juristischen Sinne. Sie brauchte also einen Mann, der sie erhielt. Umgekehrt waren Männer nicht fähig, einen Haushalt zu führen, sie waren also auf eine Frau angewiesen (die Einschränkungen der Männer waren natürlich insbesondere gesellschaftlich bedingt). Natürlich gab es alte Jungfern und gelegentliche Hagestolze, aber die Gesellschaft war so organisiert, dass ein unverheiratetes Leben eigentlich unmöglich war.

Die Ehe stellte also eine gute Möglichkeit dar, ein gesellschaftlich akzeptables Leben führen zu können. Beide erwarteten sich Harmonie. Sie waltete im Haus, dirigierte das Personal und sorgte für Musik (weshalb auch in allen Wohnungen meiner Kindheit ein Klavier stand), er verdiente das Geld und kam Mittags zum Essen und Abends für die Freizeit nach Hause. Natürlich hatte er eine Geliebte. Das Wort sagt sehr viel: Die Liebe zur Gattin war nicht angedacht, sie war eher als eine Kameradin geplant, mit der man lebenslang verbunden war. Ehelicher Sex diente der Fortpflanzung. Die Geliebte, im Gegensatz, war geliebt und sie war natürlich für die Erotik zuständig. Sie war, im Gegensatz zur Frau, zumeist nicht von Stand. Natürlich wusste die Frau davon, zumindest, wenn sie nicht ganz blöd war, aber das war einfach so. Er ließ sich zuweilen sogar öffentlich mit seiner Geliebten sehen, es gibt zum Beispiel viele Bilder von Franz-Joseph mit Katharina Schratt, es war kein Geheimnis.

Sexuelle Erfüllung für Frauen war nicht vorgesehen. Frauen hatten kein sexuelles Begehren (zu haben). Sie waren treu (oder Schlampen, die man verstoßen musste).

Viele dieser Rollenbilder wirken noch bis heute weiter. Sie werden tradiert, mit der Muttermilch aufgesaugt.

Erst die Romantik hat die Liebe erfunden. Werthers obsessive Zuneigung zu Lotte sei als Beispiel erwähnt. Lotte entscheidet sich gegen eine Liebesheirat, sie ist Albert versprochen, den sie nicht liebt, aber achtet, wie Goethe schreibt. Ein fataler Fehler, fatal für Werther, der sich töten muss, fatal aber auch für Lotte, der es unmöglich ist, Albert treu zu bleiben, der das Glück ihres Lebens, also Werther, trotzdem versagt bleibt.

Ein anderes Beispiel für Ehemodelle sei Effi Briest von Fontane. Effi wird an einen älteren Mann verheiratet und lebt neben ihm her. Er schwängert sie zwar, vernachlässigt sie aber zu Gunsten seiner Kariere. Aus Langeweile (nicht aus sexuellem Begehren heraus) fängt Effi eine Affäre an, die dann aber auch wieder endet. Liebe kommt in der Geschichte überhaupt nicht vor, Fontane gesteht Effi einzig Liebe zu ihrem Kind zu (Mutterliebe ist ein edles Gefühl!). Auch dieser Roman endet übrigens tragisch. Effis Mann findet Jahre später Effis Liebesbriefe. Die Sache bewegt ihn nicht besonders, weil aber ein Freund davon erfährt, muss er Effi verstoßen (sie geht daran zugrunde) und sich mit Effis ehemaligem Liebhaber duellieren (er tötet ihn).

Wie gesagt, über die Paarbeziehungen der unteren Klassen weiß man nichts, denn sie waren nicht Gegenstand der Literatur. Sie waren marginalisiert, konnten kaum Lesen und Schreiben und waren für das zahlungskräftige Publikum uninteressant, und auch nach Maria-Theresias Reformen, die zu einem Boom für Groschenromanen am Buchmarkt sorgten, waren sie kein Thema, denn wie das Leben der untersten 90 % verlief, wussten sie zur Genüge, sie träumten sich in einen gesellschaftlichen Aufstieg. Das kennt man übrigens auch heute noch, Soapoperas und Telenovas spielen zumeist in der Oberschicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ihr unterstellt, dass Partnerschaftskonstrukte abseits von "Ehe" nicht auf Langfrisitigkeit ausgelegt sind ...
Ja. Das stimmt. Zumindest sind sie, im Gegensatz zur Ehe, nicht auf Unauflösbarkeit ausgerichtet.

Damit meine ich natürlich nicht, dass eine Partnerschaft abseits von staatlich/kirchlicher Autorisierung nicht langfristig geplant und gelebt werden kann. Das wäre dumm von mir. Aber es sind doch (rechtlich) sehr lose, filigrane, Beziehungen. Maus und Bär können in 5 Minuten andere Wege gehen, wenn sie das wollen, ja sogar, wenn einer das will und der andere absolut nicht. Bei meiner Frau und mir würde eine Trennung ein größerer Akt werden.
 
Das eine...

widerspricht dem anderen.
Nein. Die Ehe ist als untrennbarer Vertrag konzipiert. Bis dass der Tod euch scheide. Die Idee einer Ehe ist eine untrennbare Verbindung.

Die Scheidung ist eine Idee, die erst später geboren wurde (und die erst seit vielleicht 50 Jahren im Mainstream angekommen ist). Sie ist eine Ergänzung zur Ehe, die dem Konzept der Ehe entgegen läuft. Damit meine ich natürlich nicht, dass es sie nicht geben soll.
 
Ehe ist ein Vertrag, der auf Lebenszeit abgeschlossen ist. Sie ist also per Definition langfristig! Natürlich gibt es Scheidungen, aber die Scheidung ist nicht Sinn der Ehe.
Das ist Deine persönliche Auslegung, tatsächlich ist Scheidung ebenso geregelt.
Was ein Paar als Sinn ihrer Eheschließung sieht, geht niemanden etwas an, solange beide mündig sind und aus freien Stücken wollen.
Sie begeben sich in einen rechtssicheren Raum, ob es um Erbe, Ansprüche etc. geht.
Ob sie das auf unbestimmte Zeit tun wollen oder mit offenem Ende (das eben auch geregelt ist), ist ihre Entscheidung.

Ein unterschriebener Vertrag, der gesetzlich abgesichert, auch erweitert werden kann, der auch dessen Auflösung rechtlich geregelt hat, sowie das Ableben eines der Vertragspartner abhandelt etc., kann nur sehr schwerlich mit einem vertragslosen Zustand verglichen werden.

Wie erwähnt, wer welche Verträge/Versicherungen und warum abschließen will oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.
Wie und ob man seinen Willen bekundet mit einem Menschen das Leben verbringen zu wollen, ist unerheblich außer für das Paar selbst.

Tatsache ist, wo es nichts gibt, auch kein Zuwachs angestrebt ist, der abzusichern wäre, ist es nicht mehr als Larifari.
Wenn es emotional eine Freude oder auch keine macht, wird man sich dementsprechend verhalten.
Ebenso gibt es "Hochzeitsrituale", die rechtlich überhaupt nie schlagend werden, weil tatsächlich alleinig auf einer spirituellen Paarverbindung beruhend.

Sex in der Ehe: Kann sein, muss auch nicht, komplett egal.

Mittlerweile sind wir alle so frei uns unbelastet entscheiden zu können.
Somit ist historisch einst statt Gefundenes seiner damaligen Begründungen heute beraubt - man kann es nostalgisch machen, modern, oder gar nicht.

Jeder kann tun worin er einen Vorteil sieht oder unterlassen, wo er etwas nachteilig empfindet.
 
Ja. Das stimmt. Zumindest sind sie, im Gegensatz zur Ehe, nicht auf Unauflösbarkeit ausgerichtet.

Damit meine ich natürlich nicht, dass eine Partnerschaft abseits von staatlich/kirchlicher Autorisierung nicht langfristig geplant und gelebt werden kann. Das wäre dumm von mir. Aber es sind doch (rechtlich) sehr lose, filigrane, Beziehungen. Maus und Bär können in 5 Minuten andere Wege gehen, wenn sie das wollen, ja sogar, wenn einer das will und der andere absolut nicht. Bei meiner Frau und mir würde eine Trennung ein größerer Akt werden.
Du redest jetzt aber eher von der Ehe als einem rechtlich/sozialen "Gefängnis" - ich hatte vor längerer Zeit diesbezüglich einen Thread gehabt, wo das Thema lautete, ob das Konstrukt "Ehe" in Zukunft überhaupt noch so bestehen wird - die gesellschaftliche Situation hat sich ja sehr geändert .... u.a. Stellung der Frau, Lebenserwartung etc.
 
Nein. Die Ehe ist als untrennbarer Vertrag konzipiert. Bis dass der Tod euch scheide. Die Idee einer Ehe ist eine untrennbare Verbindung.

Die Scheidung ist eine Idee, die erst später geboren wurde (und die erst seit vielleicht 50 Jahren im Mainstream angekommen ist). Sie ist eine Ergänzung zur Ehe, die dem Konzept der Ehe entgegen läuft. Damit meine ich natürlich nicht, dass es sie nicht geben soll.
Ich denke niemand geht eine Beziehung ein, mit dem Gedanken diese irgendwann wieder zu beenden. Von daher...
 
Thema lautete, ob das Konstrukt "Ehe" in Zukunft überhaupt noch so bestehen wird
Ich denke das Gegenteil ist das Fall.
Gruppen, die ansich mangels möglicher biologischer Nachkommenschaft bisher ausgeschlossen waren, wollten auch die Möglichkeit erhalten einen derartigen Vertrag als Paar zu unterzeichnen. Tun es auch.
 
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