Naja, hier ist das Thema tatsächlich beinahe sensationell. "Sex in der Ehe" scheint es ja kaum zu geben, wenn man den Beiträgen in anderen Threads glauben schenken darf.
Im Prinzip, das wurde hier auch schon geschrieben, ist eine Ehe auch nur eine Langzeitbeziehung. Allerdings gibt es einen massiven Unterschied: Eine Ehe lässt sich nur schwer aufheben, eine Langzeitbeziehung ohne Ehe ist in unter 30 Sekunden getrennt. "Leck mich, ich zieh aus!"
Vielleicht gibt die Ehe eine trügerische Sicherheit. Sie ist ein Vertrag, der (im Gegensatz zu Beziehungen) auf lebenslänglich abgeschlossen wird. Man ist an einander gebunden, kann sich drauf verlassen, dass das so bleiben wird. Man muss sich also nicht wirklich darum bemühen. Und das könnte auch ein Grund dafür sein, dass viele Ehen sexuell langweilig sind. Sex kann ein Abenteuer sein. Aber wer will schon jeden Tag ein Abenteuer erleben? Wenn man müde ist, dann kann man das leicht auf morgen verschieben, es läuft uns ja nichts davon. Und morgen wieder. Und irgendwann einmal gibt es kein Abenteuer mehr, allenfalls die nötige Pflichtübung, die ihm hilft, keine Kavalierschmerzen zu bekommen (diese Schmerzen könnten der Grund sein, weshalb mehr Männer häufiger auf regelmäßigem Sex zu bestehen scheinen, als Frauen). Und irgendwann einmal kommt man drauf, dass einfach nie mehr was läuft. "Du bist Schuld". Klar, denn jedes Mal, wenn ich will, willst du nicht. Dass ich nicht will, wenn du willst, fällt mir ja nicht auf.
Ich glaube, dass diese Gefahr bei "Illegalen", also nicht staatlich sanktionierten und geschützten Beziehungen etwas geringer ist, denn es gibt keinen Vertrag und keine Sicherheiten. Die Gefahr, den Partner zu verlieren, ist deutlich greifbarer.
Ich bin seit deutlich über 40 Jahren verheiratet, ich mag meine Frau sehr und ein Leben ohne sie kann ich mir nicht vorstellen.