Hm. Vielleicht reden wir ein Stück aneinander vorbei. Rechtschreibung bzw. die von dir genannten Abkürzungen haben für mich nichts mit Dialekt zu tun. Und
selbstverständlich bemühe ich mich um korrektes Deutsch, wenn sich Dialekte gravierend unterscheiden. Das erwarte ich "gefälligst" auch von z.B. Vorarlbergern, weil sonst hat sich die Konversation gleich mal erledigt.
Mich persönlich nervt, wenn ich erst mal eine Suchmaschine bemühen muss, um überhaupt Inhalte zu verstehen. Ich darf getrost davon ausgehen, dass die junge, vernetzte Generation um diese Bildungslücken der älteren Generationen weiß. Weiters gehe ich davon aus, dass diese Bildungslücken ignoriert werden, weil man gefälligst downzugraden hat...
Augenkrebs bekomme ich, wenn ich "Platzal" lesen muss und "Platzerl" gemeint ist. Das halte ich mitunter für mein persönliches Problem und zwar dann, wenn es persönliche Nachrichten oder auch Forumsbeiträge betrifft. In der Beschreibung eines Reiseanbieters hat dieses "Platzal" bestimmt nichts zu suchen. Da ist mir dann auch wurscht, welch lieber Mensch der Verfasser hinter den Zeilen ist, da hat einfach jemand seinen Beruf verfehlt und sitzt auf dem falschen Platzerl.
Rechtschreibung ist für mich ein Teil der Höflichkeit. Wenn eine höfliche Person auf eine unhöfliche trifft, sorgt das beiderseits für Irritationen, ohne dass böse Absicht dahinterstecken muss. Höflichkeit besteht aus Regeln, die in erster Linie das Zusammenleben vereinfachen und Missverständnissen zwischen nicht bekannten Personen vorbeugen. Wenn ich jemanden gut kenne, kann ich denjenigen umarmen, statt ihm die Hand zu geben. Ich seh da durchaus Parallelen zur Rechtschreibung.
Das Du-Wort am Land hat andere Qualität als in der Stadt. Wenn ich fremd bin, muss ich mich anpassen. Wenn ich mit jemandem z.B. auf beruflicher Ebene korrespondiere, muss ich mich auch den Gegebenheiten und Usancen anpassen. Ich kann natürlich auch überall durchpreschen. Meist hab ich halt nichts davon.
Ich habe in den letzten Jahren so viele Bewerbungsschreiben gelesen und so viele Bewerber der "jungen, vernetzten Generation" kennengelernt, das kann das rosige Bild der Jugend schon mal trüben...