Nachdem es zu diesem Massagestudio bislang kaum Erfahrungsberichte gibt, habe ich mich heute in den Dienst der Allgemeinheit gestellt.
Kurzfassung:
Spart euch das Geld, wenn ihr auf der Suche nach einer prickelnden "Massage +" mit jungen und/oder attraktiven Thais seid. Kommt her, wenn euch eine äußerst kräftige Massage (eventuell mit HE) im qualitativen Mittelfeld ausreicht und ihr schon immer wissen wolltet, wie belastbar euer Körper wirklich ist.
Langfassung:
Nachdem ich über WhatsApp völlig unkompliziert einen Termin vereinbart hatte und mir auf Nachfrage bestätigt wurde, dass „sehr hübsche und junge Ladys“ anwesend seien, machte ich mich erwartungsvoll auf den Weg.
Dort angekommen stand die, immerhin diskrete, Eingangstür sperrangelweit offen. Der Grund dafür dürfte weniger ein herzliches Willkommenskonzept gewesen sein, sondern vielmehr die Tatsache, dass im Eingangsbereich fleißig gekocht wurde. Entsprechend schlug mir beim Betreten eine Duftwolke entgegen, die mich gedanklich weniger nach Bangkok als direkt zum Noodles King in der Jägerstraße beförderte.
Nichts desto trotz empfing mich die Drache äußerst freundlich und präsentierte mir sogleich die zwei anwesenden Damen. Was soll ich sagen: Von den drei Frauen war die Drache mit ihren geschätzten 50 Jahren noch die jüngste und attraktivste – aber ausgerechnet sie massiert nicht.
Auf meine Frage, ob die angekündigten jungen Damen in den zwei Stunden seit unserem WhatsApp-Chat spontan gemeinsam auf Urlaub gefahren seien, bekam ich lediglich ein verlegenes Kichern als Antwort.
Nun gut. Mein kleiner Freund meldete sich sofort für den restlichen Besuch vom Dienst ab. Da ich aber schon einmal da war, reduzierte ich die vereinbarten 60 Minuten auf 30. Eine ordentliche Rückenmassage sollte schließlich auch etwas wert sein.
Mangels eigener Entscheidungsfreude wurde mir eine Dame zugeteilt. Also ab ins Zimmer, ausziehen und anschließend in die beim Empfangsgespräch groß angekündigte Dampfdusche.
Beim Betreten des Badezimmers musste ich allerdings schmunzeln. Unter „Dampfdusche“ hatte ich mir offenbar etwas anderes vorgestellt. Vor mir stand eine Duschkabine aus der Kategorie „Online-Shop, Preis aufsteigend sortiert“, die oben liebevoll mit einer 5cm starken abgelegten Styroporplatte "abgedichtet" wurde.
Nach meinem exklusiven Spa-Erlebnis ging es zurück ins angenehm kühle und dunkle Zimmer, ohne Musik, ohne Lichter bis auf den Spalt am Fenster, wo ich auf der Massageliege Platz nahm.
Die Masseurin kam herein und begann ohne große Vorwarnung und ohne meinen Poppes zu bedecken meinen Rücken in einer Intensität zu bearbeiten, die irgendwo zwischen Thai-Massage und Reanimationskurs lag. Nach wenigen Sekunden blieb mir tatsächlich kurz die Luft weg und ich begann darüber nachzudenken, ob meine Angehörigen wissen, wo ich gerade bin.
Zum Glück erschien kurz darauf die Drache als dolmetschende Lebensretterin und fragte, ob ich die Massage leicht, mittel oder stark sowie einen Beleg für meine vorab bezahlte Massage wünsche. Ich entschied mich für leicht. Normalerweise mag ich kräftige Massagen, aber nachdem „leicht“ hier offenbar erst knapp unter „Bergungsschere der Feuerwehr“ beginnt, wollte ich mein Glück nicht überstrapazieren. Nach anfänglicher Skepsis erwies sich die Massage dann tatsächlich als einigermaßen wohltuend – wenn auch weiterhin ausgesprochen kräftig.
Etwa zwei Minuten später öffnete sich erneut die hellhörige Schiebetür. Diesmal erschien die Drache gemeinsam mit der zweiten Masseurin, die mir einen Klaps auf den Po gab, und mich diesmal für eine Vierhandmassage begeistern wollte. Ich lehnte dankend ab. Vier Hände erschienen mir angesichts dessen, was bereits zwei Hände mit meinem Bewegungsapparat veranstalteten, unnötig risikofreudig.
Während der Massage folgte dann noch das obligatorische vorsichtige Ausloten, ob eventuell „mehr“ iSe HE gewünscht sei: immer wieder Pobacken, Innenseite der Oberschenkel und ein dezentes „Ups“. Nachdem ich meine Beine etwas zusammenrückte, wurde die Mission der Masseurin allerdings professionell abgebrochen.
Ein Detail beschäftigte mich während der gesamten Massage allerdings fast mehr als meine Wirbelsäule: Die Dame musste gefühlt alle paar Sekunden aufstoßen. Gleichzeitig warf sie scharfe Pfefferminzzuckerl ein wie andere Leute Rennie während der Weihnachtsfeiertage. Ob hier Ursache oder Therapie vorlag, konnte ich bis zum Ende meines Aufenthalts nicht abschließend klären.