Wo ist für Frauen die Komfortzone beim Ansprechen im Alltag? Wo würdet ihr es nicht unangenehm oder aufdringlich empfinden? Bei der Haltestelle der Straßenbahn, im Supermarkt, im Schwimmbad, ....? Ich möchte gerne im wahren Leben daten und nicht über Apps. Daher meine Frage, wo seid ihr Frauen offen für die ersten paar Worte?
Ich komme vielleicht aus einer anderen Zeit.
Wenn man sich unter Menschen bewegt, nützt man das primitive Mittel des Sprechens aus vielerlei Gründen.
Da ist nichts dabei, ganz im Gegenteil oft einige erfreuliche menschliche Begegnungen querfeldein.
Natürlich kann man mich unter den ganz gewöhnlichen Voraussetzungen der hier herrschenden Gepflogenheiten ansprechen.
Wenn ich merke/merkte, dass Ambitionen eines gezielten Interesse dahinterstehen, war es nie ein Thema zu sagen, dass genau das nicht sein wird.
Dann kann man, wenn man sich menschlich sympathisch ist, auch auf einen Kaffee gehen, sich zsammsetzen und plaudern, wenn gemeinsames Interesse an einem Gespräch besteht und man interessant findet, was der andere zu sagen hat.
Wäre man solo (oder "gebunden" ambitioniert) und hätte Interesse, könnte man das durchaus auch weiter gedeihen lassen.
Ich finde das nach wie vor stinknormal.
Was ich nicht normal finde, ist mir nur einmal passiert, von jüngeren Frauen öfters gehört. "Primitive Anmache", von ihr ein höfliches "Sorry ich habe es eilig." - Dann Reaktionen wie "Gschissene Votze" oder gehoben "Sowas will eh keiner ficken."
Das ist neu. Und da wünscht man sich bald die alten Chauvies daher, die charmant sehr gut damit umgehen konnten, wenn eine Frau einfach freundlich "nein" sagt.
Ich könnte mir vorstellen, dass es auch hier so ist, wenn man Negativerfahrungen schon sehr jung erlebt, dass man dann Vorbehalte hat.
Mit einer überstrapazierten Komfortzone hat das nichts zu tun.
Frausein war unter anderen Rahmenbedingungen meiner Empfindung nach einmal weitaus einfacher und weitaus angstbefreiter. (Wie wird der reagieren? Gerade wenn man vielleicht noch zwei Freunderln noch im Hintergrund etwas abseits wahr nimmt.)
Diese Distanzarmut, Mangel an Höflichkeit, teils aggressives Verhalten, Unsicherheit vor Gruppen, hat viele, nicht nur mich, zurückgedrängt.
Unser Park, durch den ich einst um zwei in der Nacht noch nach Hause gestapft bin, ist nach Einbruch der Dunkelheit (aber auch untertags) nicht mehr so frei zu begehen.
Das möchte ich den anständigen enttäuschten Herren schon mitgeben. Frauen machen schlechte Erfahrungen und die machen mitunter tatsächlich langanhaltend Angst. Es wäre schön, wenn diese es schaffen würden, Worte zu finden, dass sie das Verhalten von Männern ablehnen und nicht ewig Entschuldigung für ihre Geschlechtsgruppe suchen. (Denn in Wahrheit sind sie in einer Gruppe, der anständigen Normalos und Männer aus einer anderen Gruppe machen freies zugehen auf Frauen unendlich schwierig. Es geht nicht ums Türaufhalten, sondern weitaus weiter. Frauen sind vorsichtig geworden und Männer schaden Männern/Frauen und belasten die unbekümmerte Freiheit des realen Kennenlernens, einfach so weil´s so schön wäre.)
o.t. Wir sind momentan bei 1,4 angezeigten Vergewaltigungen in Wien/Tag.
Eine Dunkelziffer wird es wohl geben.
Aber soweit mag ich nicht gehen, alleine dass sich annähern, sehr direktes forderndes Verhalten, Unmut wenn eine Frau aus der Situation raus will - das ändert viel. Es gab Zeiten, da konnte man sich vom Bauchgefühl her verlassen, dass eine Ablehnung von Annäherung genauso akzeptiert wurde.