Relativ oder nicht, objektiv oder nicht: Ich denke, es wird Jeder verstehen, daß bei einer Krankheit, wo man sogar ein verfrühtes Lebensende befürchten muß, es schwer fällt, glücklich zu sein. Je ernsthafter der Befall ist, umso größer wird die Verzweiflung und das Unglücksgefühl sein.
Es ist natürlich aber auch so, daß Menschen, die generell zufriedener eingestellt sind, das Gute im Leben stärker wahrnehmen und auch den Schattenseiten weniger mit Abscheu begegnen, mit so etwas besser umgehen können als solche, die zu den notorischen Suderanten gehören. Wie auch mit anderen stärkeren Rückschlägen in unterschiedlichsten Formen. Tatsache ist auch, daß einem ein Schicksalsschlag, wie es eine schwere Erkrankung klassischerweise ist, das Bewußtsein dafür öffnen kann, was im Leben wirklich wichtig ist, und was nicht so sehr. Ich denke, das können sehr viele von uns dringend brauchen.
Es sollte aber auch ohne schwere Unglücksfälle wie eine Erkrankung möglich sein. Ist halt eine Charaktersache.
Das mit dem Nicht-Festhalten an Verschiedenem, was einem wichtig ist, ist auch so eine Sache. Zu gleichgültig ist sicher nicht gut. Man sollte abschätzen können, wann es Sinn macht, einen Zustand zu akzeptieren, und wann nicht. Ganz ohne Ehrgeiz und Zielvorstellungen geht sehr schnell im Leben enorm viel den Bach hinunter. Lernprozesse und Erfahrungen sind oft schmerzhaft. Aber auch darin steckt etwas Gutes. Die dabei gewonnene Orientierung kann bei Lösungssuchen sehr hilfreich sein. Ich würde das als wichtige Stütze bei der Suche nach Glück betrachten.