Glücklich mit dir selbst – oder nur gut im Ignorieren?

Da bin ich voll bei dir! Aktiv sein, dem Leben einen Sinn verleihen und nicht nur darauf warten, dass das Schicksal einem etwas brauchbares entgegenwirft - find ich richtig gut.
Aber mal direkter gefragt: Was machst du denn persönlich dafür? (Wenn es etwas ist, das du nicht teilen willst - ist das voll okay.) Mich interessiert halt immer, welche Aktivitäten und Gedanken genau dahinter stecken. Und "aktiv sein" ist halt schon eine ziemlich pauschale Antwort. :X3:

Ok ein eigentlich triviales Beispiel.

Es ist ja nicht ganz unbekannt dass ich mich zu Schottischen Destillaten hingezogen fühle.

Mein Glück beginnt damit, dass ich auf verschiedenen Versteigerungsplattformen stöbere, bis ich etwas interessantes entdecke und mich schlau über den Wert die Herkunft und Ähnliches kundig mache.

Ich beobachte dann tagelang wie sich die Gebote entwickeln und setze mein Limit.

Die Spannung steigt zumeist bis zur letzen Sekunde und manchmal- leider nicht immer, erhalte ich den Zuschlag was bereits ein erster kleiner Glücksmoment ist.

Ich bezahle und warte bis ich die Versanddaten bekomme - oft tagelang und ich bin hier bereits glücklich etwas Neues zu besitzen obwohl ich es noch nicht in Händen halte.

In der Zeit des Wartens plane ich wo das neue Stück stehen wird.

Endlich kommt das Paket und alleine das Auspacken bereitet mir Freude.

Im nächsten Schritt wird alles begutachtet, die Beschreibung auf der Rückseite sowie eventuell vorhandenen Tastingnotes gelesen.

Ist die Versiegelung in Ordnung, das Etikett beschädigt oder hat die Verpackung Kratzer oder Dellen ?

Danach wird die Flasche mit Paraffinfilm versiegelt und zuguterletzt in die Sammlung gestellt und die Sammlung mit dem neu erworbenen Flasche begutachtet.

Alles für einen nicht whiskyaffinen Menschen oder Sammler vermutlich lächerliche Dinge, dennoch erfüllen sie mich von Anfang bis zum Schluss mit einem Gefühl des Glücks.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dreht sich nicht alles im Leben im weitesten Sinne um die Liebe?
Uff, ganz spontan würde ich das verneinen - weil es mir doch viel zu verallgemeinert ist und es sich dadurch alles auf eine Art philosophische Vereinheitlichung verschiebt. Und so wird meine Unterscheidungsfrage ja auch nicht wirklich beantwortet. :confused:

Wobei es halt irgendwo auch eine echt spannende Sache ist - wenn man mal genauer darüber nachdenkt, was Liebe eigentlich ist. Und stark gekürzt ist sie ja eine Art Beziehungs- und Bindungsstruktur (über Zeit). Wenn ich jetzt beispielsweise Salami-Pizza mag, könnte man das auch mit meiner "Liebe" für Salami begründen. Für mich persönlich wäre das Wort trotzdem irgendwie fehl am Platz, weil es so viel stärker ist, als das bloße "mögen" von etwas.
 
Uff, ganz spontan würde ich das verneinen - weil es mir doch viel zu verallgemeinert ist und es sich dadurch alles auf eine Art philosophische Vereinheitlichung verschiebt. Und so wird meine Unterscheidungsfrage ja auch nicht wirklich beantwortet. :confused:

Wobei es halt irgendwo auch eine echt spannende Sache ist - wenn man mal genauer darüber nachdenkt, was Liebe eigentlich ist. Und stark gekürzt ist sie ja eine Art Beziehungs- und Bindungsstruktur (über Zeit). Wenn ich jetzt beispielsweise Salami-Pizza mag, könnte man das auch mit meiner "Liebe" für Salami begründen. Für mich persönlich wäre das Wort trotzdem irgendwie fehl am Platz, weil es so viel stärker ist, als das bloße "mögen" von etwas.
Du vergisst dabei wahrscheinlich die Selbstliebe.
Wenn du dir eine Salamipizza bestellst (und nicht darauf wartest, dass dich jemand dazu einlädt) tust du dir selbst etwas Gutes und tust aktiv etwas dafür. Also genau das, was Fromm und Camus aussagen.
 
1.) Ich denke positiv. Erfreue mich an den kleinsten Kleinigkeiten. Genieße die Natur. Ich liebe, so richtig schonungslos. Ich erfreue mich am Glück und der Weiterentwicklung anderer. Ich staune. Ich hab Sex und davon nicht zu wenig. Ich esse gut. Ich achte darauf dass mein Körper bekommt was er braucht. Ich versuche liebevoll mit mir zu sprechen. Ich lache irrsinnig gern. Ich genieße Stille.

2.) Was mich antreibt? Der Wunsch einfach noch viele schöne Dinge erleben und erfahren zu dürfen. Noch viele tolle, inspirierende Menschen kennenlernen zu dürfen. Dinge auszuprobieren, neues lernen....

3.) Was erwarte ich von anderen? Welche anderen? Von Fremden - gar nichts. Von meinem engsten Umfeld? Ehrlichkeit, unbedingtes Interesse und radikale Akzeptanz.

MMn lässt sich Entwicklung nicht aufhalten, wir sind alle morgen schon anders als heute, minimal, aber doch.

Der Blick in den Spiegel: Bin ich mit meinem Körper zufrieden? Nein.
Aber ich sehe da halt ein wirklich hübsches Gesicht im Spiegel mit schönen blauen Augen, die ganz schelmisch funkeln können, aktuell sind Stirn voller Sommersprossen und schöne, sinnliche Lippen.
Und wenn man die Eitelkeiten Mal kurz beiseite schiebt, dann sehe ich eine Frau die ihren Weg geht, für das wofür sie brennt einsteht, eine Frau die so wundervoll sanft und schwach sein kann, weil sie endlich den Raum dafür bekommt....das ist mir unterm Strich um einiges wichtiger, als ob ich meine dicken Lipödem Beine mag oder nicht 🤷‍♀️

Glück ist immer nur was kurzes, es sind Momente. Zufriedenheit ist schon was ganz was feines.

Da bin ich ganz bei dir! Und ohne Witz - viele sollten mal wieder lernen, Kleinigkeiten zu schätzen und positiv zu denken. Dann wäre die Welt mit Sicherheit ein klein wenig besser!

Du beschreibst viel Zufriedenheit – gibt es trotzdem Dinge, die dich innerlich unruhig machen?
Und ist der Fokus auf Zufriedenheit vielleicht auch manchmal eine Art Schutz vor Veränderungsdruck?

Und beim Blick in den Spiegel finde ich es auch gar nicht so schlimm, wenn man mit Dingen unzufrieden ist, die anderen vielleicht gar nicht auffallen würden!
 
Und was mich antreibt?
Zugegeben... Meistens meine Freundin. Meine Beziehung. Bevor ich die hatte war ich anders. Dauerhaft gekifft, arbeitslos, erfüllt von einem ungesunden Hass aufs System und mehr ein Existieren als ein Leben.

Ist nicht die innerste Motivation und es gibt wohl gesündere. Aber es ist nunmal die, die ich habe.
Jede Motivation ist doch besser, als gar keine. Wenn es deine Beziehung/Freundin ist, dann ist das doch etwas Gutes! Vor allem wenn sie dir hilft an dir zu arbeiten und persönlich zu wachsen 🤗
 
Jede Motivation ist doch besser, als gar keine. Wenn es deine Beziehung/Freundin ist, dann ist das doch etwas Gutes! Vor allem wenn sie dir hilft an dir zu arbeiten und persönlich zu wachsen 🤗
Jein.
Grundsätzlich ist das natürlich schon eine gute Quelle für Inspiration und Motivation. Man muss aber immer fragen: Was ist wenn sie nicht mehr da ist??? Sei das Trennung oder ein Schicksalsschlag oÄ....

Das ist eine Form von Abhängigkeit von meiner Beziehung oder Beziehungen allgemein die man nicht wirklich als gesund betrachten würde. Erklärt vielleicht auch warum ich seit meinem 18 Lebensjahr praktisch nur 2 Monate Single war. Und das waren keine schönen 2 Monate und ich habe sie sicher alles andere als gesund oder produktiv verbracht.

Wirkliche Motivation sollte halt von innen kommen und nicht von anderen Menschen oder deren Reaktionen abhängig sein. Wirklich zufriedene oder glückliche Menschen sind das, in meinen Augen, unabhängig und frei von anderen Menschen.
Das heißt natürlich nicht das wirkliches Glück und wirkliche Zufriedenheit nur in einsamen Höhlen in tibetischen Bergen oder auf einsamen Inseln ohne menschlichen Kontakt zu finden ist. Aber die Abhängigkeit davon ist problematisch finde ich.
Danach wird die Flasche mit Paraffinfilm versiegelt und zuguterletzt in die Sammlung gestellt und die Sammlung mit dem neu erworbenen Flasche begutachtet.

Alles für einen nicht whiskyaffinen Menschen oder Sammler vermutlich lächerliche Dinge, dennoch erfüllen sie mich von Anfang bis zum Schluss mit einem Gefühl des Glücks.
Ich bin nicht whiskyaffin aber ich kann das mit meinen Miniaturen nachvollziehen. Auch unter Warhammer Sammlern ist das als "Plastik-Crack" bekannt. Und viele (inklusive mir) haben Sammlungen und Stapel von Boxen. Wenn ich mich heute konzentriert hinsetzen würde und jeden Abend 4 Stunden malen würde... hätte ich vermutlich trotzdem genug Schachteln im Schrank um 1 Jahr Material zu haben.

Aber da ist das genau das Gleiche. Man schaut sich online um oder geht in den Laden, überlegt sich was gut aussehen könnte, überlegt sich welches Farbschema cool wäre, überlegt sich vielleicht ob man irgendwas aus 2-3 Sets "kitbashen" (kombinieren) könnte, macht sich einen Haufen Gedanken... kauft die Box, nimmt sie mit heim. Freut sich aufs Malen. Auspacken, die kleinen Plastikteile am Schieber bewundern, kleben, abfeilen, Basis designen, grundieren und dann malen.
Oder auch einfach nur einen Stapel von Boxen im Schrank zu haben und immer wieder zu überlegen was das nächste Projekt ist, was man für den nächsten Wettbewerb malt.

Und irgendwann schaut man einfach auf die unfertige Schachtelsammlung oder gar die Sammlung fertiger Miniaturen (oder gar die Sammlung von Preisen und Medaillen)... und man ist einfach stolz!
 
Zuletzt bearbeitet:
Du vergisst dabei wahrscheinlich die Selbstliebe.
Wenn du dir eine Salamipizza bestellst (und nicht darauf wartest, dass dich jemand dazu einlädt) tust du dir selbst etwas Gutes und tust aktiv etwas dafür. Also genau das, was Fromm und Camus aussagen.
Ich glaube, ich bekomme eine Ahnung, worum es geht - auch wenn mir diese philosophischen Richtungen zu unpräzise sind. Vielleicht liegt das schlicht an dem Mangel an Weitsicht was das Thema angeht!?

Selbstliebe werde ich niemals mehr vergessen oder verlernen! Ich habe einen langen Weg hinter mir, in dem ich fest davon überzeugt war, ich sei weniger Wert als eine andere Person und habe nicht nur den Respekt vor mir selbst verloren, sondern auch verlernt, mir selbst mit Fürsorge zu begegnen.
Aber die Zeiten sind vorbei! Und heute bin ich glücklich, dass ich in den Spiegel schauen kann und stolz auf die Frau bin, die mir entgegenblickt.
Ich habe gelernt, mich selbst nicht mehr zu verlassen
 
Du meinst jetzt als Ausgleich zum Berufsleben oder generell? Also einfach mal die Stille genießen und sich des nichts-tun erfreuen, bevor es dann weitergeht? Oder verbringst du deine Freizeit generell am liebsten "weniger" aktiv?

Zum einen als Ausgleich zum beruflichen Alltag, zum anderen als Alternative zu einem Lebensstil, der mich maßlos gestresst und über meine Grenzen getrieben, letztendlich auch krank gemacht hat.

Darum ist Wu Wei als innere Haltung für mich so spannend. Ich erhalte Antworten auf Fragen, die für mich bisher nicht zu beantworten waren.

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Jein.
Grundsätzlich ist das natürlich schon eine gute Quelle für Inspiration und Motivation. Man muss aber immer fragen: Was ist wenn sie nicht mehr da ist??? Sei das Trennung oder ein Schicksalsschlag oÄ....
Das stimmt schon, aber diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder früher oder später in Beziehungen.
Das ist eine Form von Abhängigkeit von meiner Beziehung oder Beziehungen allgemein die man nicht wirklich als gesund betrachten würde. Erklärt vielleicht auch warum ich seit meinem 18 Lebensjahr praktisch nur 2 Monate Single war. Und das waren keine schönen 2 Monate und ich habe sie sicher alles andere als gesund oder produktiv verbracht.
Ich kenne eure Beziehung nicht und kann nicht beurteilen wie "gesund" sie ist, aber nach toxischer Beziehung oder ungesunder emotionaler Abhängigkeit sieht es für mich nicht aus. Da sehe ich eher die Beziehung von meinem Junior 🙈
Wenn sie ungesund wäre, hättest du dich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht so entwickelt, wie du es getan hast.
Wirkliche Motivation sollte halt von innen kommen und nicht von anderen Menschen oder deren Reaktionen abhängig sein. Wirklich zufriedene oder glückliche Menschen sind das, in meinen Augen, unabhängig und frei von anderen Menschen.
Das heißt natürlich nicht das wirkliches Glück und wirkliche Zufriedenheit nur in einsamen Höhlen in tibetischen Bergen oder auf einsamen Inseln ohne menschlichen Kontakt zu finden ist. Aber die Abhängigkeit davon ist problematisch finde ich.
Da sind wir wieder bei Fromm und Camus.
 
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