Mein Beispiel war überspitzt. Ein wenig! Wir haben in diesem Thread schon einige Beispiele gelesen von zB Komplimenten die auf die Oberweite bezogen waren, die als belästigend empfunden wurden.
Du meinst dass das eine Minderheit von Frauen ist die mit sowas nicht umgehen kann, und deshalb die Mehrheit der Frauen und Männer ihr Verhalten nicht aus Rücksicht auf diese Minderheit anpassen müsste oder sollte. Soweit richtig?
Ich wollte jetzt anhand dieses überspitzten Beispiels nur zeigen dass es vielleicht gar keine so kleine Minderheit ist die sowas als Belästigung empfindet!
Wir könnten dieses Gedankenspiel auch mit kleineren Beispielen aus dem Alltag machen:
-Der Chef oder Kollege der einfach immer ein bisschen zu nahe kommt und persönliche Grenzen nicht so beachtet.
-Der Kollege der 2-3 Mal die Woche immer und immer wieder fragt ob man nicht mal gemeinsam was Trinken gehen will (obwohl frau immer und immer wieder verneint hat).
-Der Chef der immer wieder "besondere Einsatzbereitschaft" erwähnt und dabei aufs Dekolte starrt.
Da gäbe es Einiges womit viele Frauen wohl regelmäßig konfrontiert sind und wo die meisten Frauen einfach gelernt haben es wegzustecken oder zu ignorieren. Aber glaubst du wirklich dass die Meisten, diese Mehrheit die du erwähnt hast, sich darüber freuen???
Und das demnach keine Änderungen solch althergebrachten Flirtverhaltens notwendig wären? Weils ja eh nur harmlose Flirterei ist? Und die einzigen die das wirklich stört eine Minderheit sind, die teilweise auch psychische Vorgeschichten haben und sich nur deshalb daran stören?
Das "Problem" hier liegt in der subjektiven "Empfindung" ...
Ich zeichne jetzt Mal ein Bild um das zu verdeutlichen:
Das attraktive Mädchen Anfang 20 geht - sportlich leicht bekleidet, zum Laufen in den Park und joggt gemütlich vor sich hin ....
Ein sportlicher junger Mann, muskulös, ebenmäßige, glatte Gesichtszüge, Marken Outfit und teure Sportschuhe kommt ihr beim Laufen entgegen und sieht sie an, der Blick gleitet über den Körper er mustert Sie - in sekundenbruchteilen, wobei auch klarerweise auch Busen und Po betrachtet werden .... der Blick verharrt etwas länger auf ihrem Gesicht (entspricht ebenso klassische aktuellen Attraktivitätsattributen) er lächelt sie an .... sie freut sich von dem attraktiven Gegenüber wahrgenommen zu werden (das Unterbewusstsein samt aller biochemischen Prozesse hat schon - ebenfalls in Sekundenbruchteilen - die ersten Go's in der Klassifikation als potentieller respektive erstrebenswerter Sexualpartner gegeben) - sie lächelt zurück ... und empfindet das Erlebnis als Angenehm / Positiv.
100 Meter weiter sitzt auf einer Parkbank ein 60 Jähriger Bettler, das Gesicht zerfurcht, Tränensäcke bis am Boden, die Haut gezeichnet von Ausschlägen und Alkohol ... zerfetzte Kleidung aus denen die Fettmassen herausquellen ... neben sich eine Flasche Schnaps ..
Trübe Augen sehen das junge Mädchen an ... mustern es ... Blicke streifen über den Körper ... ihr Anblick versüsst ihm den Tag ... er lächelt Sie an ..
der Blick des Mädchens trifft seinen ... in sekundenbruchteilen laufen die (biochemischen) Bewertungsprozessen, angefangen von Alter und Aussehen springen alle Indikatoren auf NoGo und NoCom, der geringe soziale Status, die mangelhafte Integration in die Gesellschaft und die Hemmschwellenverminderung über Alkohlabhängigkeit rufen Ängste hinsichtlich eines körperlichen Übergriffes aufs Tableau ... der Blick ... Oh Gott dieser Blick, was starrt mich dieser hässliche alte Säufer so an ....
Sie wendet den Blick ab .... und empfindet das die Blicke und das Lächeln als Belästigend/Negativ und eher noch Bedrohlich.
Sodala .... und da kommen wir dann zur Erkenntnis, dass obdoch Zwei dasselbe tun, es einfach Unterschiedlich "Empfunden" wird ... und hier schließt sich dann übrigens auch der Kreis zu den Incels ..... aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden ..