Emanzipation vs. freiwillige Unterwerfung

Welche submissiven Frauen erleben ebenso wie ich auch diese Spannung, die Ambivalenz zwischen der selbständigen, emanzipierten Frau im Alltag und der inneren Macht, die ihr Wunsch nach sexueller Unterwerfung in einer D/s-Beziehung in ihr auslöst?
Ich bin eine emanzipierte, selbstständige Frau, die mitunter recht bösartig sein kann. Beim richtigen Mann als Partner erlaube ich es mir klein, schwach, streichelweich zu sein, ja manchmal geradezu hilfsbedürftig. Ich liebe es, seine Macht über mich zu spüren, seine Wünsche zu erfüllen, seinem Willen zu gehorchen. Wenn ich 10 Minuten später einkaufen gehe und mir jemand blöd kommt, bin ich wieder die Emanze, die sich nichts gefallen lässt.
Für mich ist das kein Gegensatz, weil es mit dem Menschen zusammenhängt, dem ich mich unterwerfe. Ich habe ja nicht prinzipiell den Wunsch, mich Jedermann zu unterwerfen, also verstehe ich die "Ambivalenz" auch nicht so ganz.
 
Die emanzipierte Frau im Berufsleben, die für Gleichberechtigung und Frauenrechte eintritt, jede Form von männlicher Grenzüberschreitung scharf anprangern würde etc.,
während sie als Sub mehr oder weniger das Gegenteil davon lebt.

Wie soll das nicht ambivalent sein?
Weil man eben eine starke, emanzipierte, durchsetzungsfähige Frau ist und nicht prinzipiell ein kleines Huschel, was sich alles gefallen lässt.
Auch im BDSM lässt man sich ja nicht alles gefallen und spricht vorher über Grenzen.
Den Menschen dem man sich unterwirft, sucht man sich freiwillig aus und dieser will idR nur dein bestes. Im Leben ist Unterdrückung etwas völlig anderes als eine sexuelle Neigung im BDSM.
 
Warum wird Hingabe automatisch mit einer bewussten Entscheidung gleichgesetzt und als Ausdruck innerer Stärke gewertet?

Was ist, wenn es eine Neigung ist, die man einfach hat?

Was ist mit Trauma, Angst oder Überforderung als (unbewussten) Beweggründen?
Weil alles andere als "bewusst dafür entscheiden" nicht besonders gesund klingt 😬

Natürlich hat jeder seine eigenen Gründe, BDSM auszuleben, wenn ich aber das Gefühl habe, mich selbst damit therapieren zu wollen, ist es Zeit für den Psychologen (meiner Meinung nach).

Stell dir vor aus der Top-Sicht: möchtest du bei jemandem, der seine Traumata mit BDSM kurieren möchte, die Verantwortung haben, ohne professionelles Rüstzeug? Das ist ein Pulverfass.

Natürlich ist nicht jeder psychisch gesund, der BDSM betreibt, man muss aber einen gesunden Mittelweg finden.


Ich werfe mich nicht jedem daher gelaufenen "Dom" hin und überlasse ihm die Führung. Da gehört schon etwas mehr dazu.

Man gibt dem anderen sich selbst, wenn du da keine Stärke darin siehst, wundert mich das sehr. Entweder sprechen wir von Oberflächlichkeiten oder aber von einer Art pathologischem Verhalten.
 
Hmm, ich verstehe nicht warum ich innerlich zerrissen sein sollte, wenn ich als starke selbstbestimmte Person nach außen im Alltag, in einer von mir bewusst gewählten Beziehung mich selbst (mit vollen ver-trauen) hier total fallen lassen kann und einfach nur sein darf.

Einzige Schlussfolgerung auf die Schnelle, wäre das mir an dieser Konstellation etwas nicht so ganz gefällt.
 
Liegt eine Ambivalenz zwischen starker Persönlichkeit und gewählter sexueller Hingabe wirklich vor. Lebt man nicht einfach einen Teil seiner Persönlichkeit aus? Steckt nicht in jedem das Starke und das Schwache, nur unterschiedlich ausgeprägt?
 
Liegt eine Ambivalenz zwischen starker Persönlichkeit und gewählter sexueller Hingabe wirklich vor. Lebt man nicht einfach einen Teil seiner Persönlichkeit aus? Steckt nicht in jedem das Starke und das Schwache, nur unterschiedlich ausgeprägt?

Ich habe mittlerweile gelernt, meine spontane Erregbarkeit, die ich nicht beherrschen kann, als eine Bereicherung meines Lebens und nicht mehr als eine Schwäche zu akzeptieren. Und sie wenn es passt auch lustvoll auslebe.

Ebenso brauche ich, wie schon an anderer Stelle geschrieben, wegen meiner devoten Neigung meine regelmäßigen Schläge auf den Po, die mich in einen Modus absoluter Gehorsamkeit, Hingabe und Lust versetzten. Dann empfinde ich Stärke und Schwäche gleichzeitig.
 
Ich hole nun doch ein wenig mehr aus. Es hat mich schon ein bisserl überrascht, welche Debatte ich mit meiner Frage ausgelöst habe. Ich mag zwar nicht zu arg um Begriffe diskutieren; aber na ja, als Anwältin treibt mich hin und wieder schon die Freude an der Kontroverse um Begrifflichkeiten an - mitunter auch recht einträglich.

Aber zurück zum Thema: Diese, meine Gefühle zwischen Scham, Furcht, Erwartung, Begehren, Lusterfahrung sind wichtiger Teil meiner langen, glücklichen (Fern)-D/s-Beziehung mit meinem Geliebten, Gebieter. Nicht das Erleben der Schmerzen ist der Kick, davor habe ich ebenso Furcht, wie die meisten Menschen. Es sind die Handlungen meines Gebieters, wie er mich berührt, mich küsst, mich anbindet um mich dunsten zu lassen, wenn er mich fesselt, mich zu schlagen, mich auszupeitschen und mir so Schmerzen zufügt. All das triggert mein Empfinden, weckt diese besonderen Emotionen. Und gewiss auch der zärtliche Sex danach. Freilich ist das Apriori vielleicht keine Ambivalenz, beschreibt aber in der Gesamtheit einen ambivalenten Zustand. Und na ja, dieser Aussage ist aus philosophischer und psychologischer Sicht wohl nur schwer zu widersprechen.

Sei’s drum‘ insofern spreche ich mal anstatt von Ambivalenz, vielleicht passt der Begriff tatsächlich für viele besser, von Vielschichtigkeit.

Und diese Vielschichtigkeit meiner persönlichen Gefühle als Masochistin hat nun gewiss nichts mit der in unserer Gesellschaft aller Orten (immer noch, wieder erstarkten) männlichen Dominanz zu tun. Vertrauen, gegenseitige Achtung und Respekt, Einvernehmen ist die Abgrenzung zu Missbrauch und Gewalt. Und zum End‘ vielleicht noch ein Zitat von Simone de Beauvoir: ›Niemand ist den Frauen gegenüber aggressiver oder herablassender, als ein Mann, der seiner Männlichkeit nicht ganz sicher ist.‹

LG
 
Aber zurück zum Thema: Diese, meine Gefühle zwischen Scham, Furcht, Erwartung, Begehren, Lusterfahrung sind wichtiger Teil meiner langen, glücklichen (Fern)-D/s-Beziehung mit meinem Geliebten, Gebieter. Nicht das Erleben der Schmerzen ist der Kick, davor habe ich ebenso Furcht, wie die meisten Menschen. Es sind die Handlungen meines Gebieters, wie er mich berührt, mich küsst, mich anbindet um mich dunsten zu lassen, wenn er mich fesselt, mich zu schlagen, mich auszupeitschen und mir so Schmerzen zufügt. All das triggert mein Empfinden, weckt diese besonderen Emotionen. Und gewiss auch der zärtliche Sex danach. Freilich ist das Apriori vielleicht keine Ambivalenz, beschreibt aber in der Gesamtheit einen ambivalenten Zustand. Und na ja, dieser Aussage ist aus philosophischer und psychologischer Sicht wohl nur schwer zu widersprechen.

Sei’s drum‘ insofern spreche ich mal anstatt von Ambivalenz, vielleicht passt der Begriff tatsächlich für viele besser, von Vielschichtigkeit.
Könnte es sein, dass es gar nicht um starke Frau versus devote Geliebte geht? Sondern eher um die Diskrepanz zwischen den Erwartungen, die uns schon als Kind eingeimpft werden und der Lust, die Du empfindest, wenn Du diesen Erwartungen zu wider handelst?
 
Könnte es sein, dass es gar nicht um starke Frau versus devote Geliebte geht? Sondern eher um die Diskrepanz zwischen den Erwartungen, die uns schon als Kind eingeimpft werden und der Lust, die Du empfindest, wenn Du diesen Erwartungen zu wider handelst?
Servus Rubbi,
das Thema habe ich oft mit meiner Stiefschwester diskuiert, unsere Eltern (beide verwitwet) haben sich getroffen, da waren wir beide sechs, sie ist Psychologin.
Mag vielleicht sein (siehe Sigmund Freud: "Ein Kind wird geschlagen"), aber die Klassiker in der Kindheit: körperliche Gewalt, Missbrauch ... fallen bei mir jedenfalls aus.
LG
 
Ich verstehe aber nicht so ganz, was dieser Kommentar
Ich hole nun doch ein wenig mehr aus. Es hat mich schon ein bisserl überrascht, welche Debatte ich mit meiner Frage ausgelöst habe. Ich mag zwar nicht zu arg um Begriffe diskutieren; aber na ja, als Anwältin treibt mich hin und wieder schon die Freude an der Kontroverse um Begrifflichkeiten an - mitunter auch recht einträglich.

Aber zurück zum Thema: Diese, meine Gefühle zwischen Scham, Furcht, Erwartung, Begehren, Lusterfahrung sind wichtiger Teil meiner langen, glücklichen (Fern)-D/s-Beziehung mit meinem Geliebten, Gebieter. Nicht das Erleben der Schmerzen ist der Kick, davor habe ich ebenso Furcht, wie die meisten Menschen. Es sind die Handlungen meines Gebieters, wie er mich berührt, mich küsst, mich anbindet um mich dunsten zu lassen, wenn er mich fesselt, mich zu schlagen, mich auszupeitschen und mir so Schmerzen zufügt. All das triggert mein Empfinden, weckt diese besonderen Emotionen. Und gewiss auch der zärtliche Sex danach. Freilich ist das Apriori vielleicht keine Ambivalenz, beschreibt aber in der Gesamtheit einen ambivalenten Zustand. Und na ja, dieser Aussage ist aus philosophischer und psychologischer Sicht wohl nur schwer zu widersprechen.

Sei’s drum‘ insofern spreche ich mal anstatt von Ambivalenz, vielleicht passt der Begriff tatsächlich für viele besser, von Vielschichtigkeit.

Und diese Vielschichtigkeit meiner persönlichen Gefühle als Masochistin hat nun gewiss nichts mit der in unserer Gesellschaft aller Orten (immer noch, wieder erstarkten) männlichen Dominanz zu tun. Vertrauen, gegenseitige Achtung und Respekt, Einvernehmen ist die Abgrenzung zu Missbrauch und Gewalt. Und zum End‘ vielleicht noch ein Zitat von Simone de Beauvoir: ›Niemand ist den Frauen gegenüber aggressiver oder herablassender, als ein Mann, der seiner Männlichkeit nicht ganz sicher ist.‹

LG
Jetzt mit dem Eingangspost bzw Eingangsfrage zu tun hat?

Das ist ambivalent.
 
aber die Klassiker in der Kindheit: körperliche Gewalt, Missbrauch ... fallen bei mir jedenfalls aus.
Wie bei den meisten.
Sicher gibt es bei manchen Traumata die sie so verarbeiten wollen oder psychische Erkrankungen, speziell Borderliner. Aber das sind eher die Ausnahmen und nicht die Regel.
 
Servus Rubbi,
das Thema habe ich oft mit meiner Stiefschwester diskuiert, unsere Eltern (beide verwitwet) haben sich getroffen, da waren wir beide sechs, sie ist Psychologin.
Mag vielleicht sein (siehe Sigmund Freud: "Ein Kind wird geschlagen"), aber die Klassiker in der Kindheit: körperliche Gewalt, Missbrauch ... fallen bei mir jedenfalls aus.
LG
Ich habe nicht gemeint, dass die eventuelle gewalttätige Kindheit aufgearbeitet wird.
Ich meinte, dass die uns allen anerzogene Moral und Wertvorstellungen im Widerspruch zu Deinen Gefühlen stehen, die Du hast, wenn Du Dich eben nicht dieser Moral unterwirfst.
Also, dass Du es als schön empfindest, wenn Dein Herr Dir Zuwendung schenkt - auch, wenn es Schläge sind. Dass Du diese Schmerzen dann auch noch als sexuell erregend empfindest, darf ja dann schon gar nicht sein, weil Schmerzen generell als negativ bewertet werden müssen laut vorherrschenden Moralvorstellungen.

Das war zumindest bei mir am Anfang ein Zwiespalt, mit dem ich zu kämpfen hatte.
 
Ich habe nicht gemeint, dass die eventuelle gewalttätige Kindheit aufgearbeitet wird.
Ich meinte, dass die uns allen anerzogene Moral und Wertvorstellungen im Widerspruch zu Deinen Gefühlen stehen, die Du hast, wenn Du Dich eben nicht dieser Moral unterwirfst.
Also, dass Du es als schön empfindest, wenn Dein Herr Dir Zuwendung schenkt - auch, wenn es Schläge sind. Dass Du diese Schmerzen dann auch noch als sexuell erregend empfindest, darf ja dann schon gar nicht sein, weil Schmerzen generell als negativ bewertet werden müssen laut vorherrschenden Moralvorstellungen.

Das war zumindest bei mir am Anfang ein Zwiespalt, mit dem ich zu kämpfen hatte.
Dann hab' ich Dein Statement ich in der Tat falsch interpretiert. Anders betrachtet, mag vielleicht auch ein bisserl so sein. Das habe ich aber nie so als innere Auseinandersetzung empfunden. Ich war bereits jenseits der vierzig, beruflich erfolgreich, hatte eine existenzielle Erkrankung hinter mir, als ich mir meiner masochistischen Neigung bewusstwurde, meinen heutigen Partner begegnet bin. Mich beschäftigte mein eigenes Selbstbild, weniger das, was die Gesellschaft hat. Das BDSM immer noch stark stigmatisiert und tabuisiert ist, steht, denke ich außer Frage. beschäftigt.

Szia nach Ungarn
 
Dann hab' ich Dein Statement ich in der Tat falsch interpretiert. Anders betrachtet, mag vielleicht auch ein bisserl so sein. Das habe ich aber nie so als innere Auseinandersetzung empfunden. Ich war bereits jenseits der vierzig, beruflich erfolgreich, hatte eine existenzielle Erkrankung hinter mir, als ich mir meiner masochistischen Neigung bewusstwurde, meinen heutigen Partner begegnet bin. Mich beschäftigte mein eigenes Selbstbild, weniger das, was die Gesellschaft hat. Das BDSM immer noch stark stigmatisiert und tabuisiert ist, steht, denke ich außer Frage. beschäftigt.

Szia nach Ungarn
Sorry für die sprachlichen Schnitzer, telefonieren und schreiben gleichzeit ....
 
Und auch dem unterwerfe ich mich nur, wenn ich Lust darauf haben.

Also ich spüre schon eine gewisse Ambivalenz zwischen meinem alltäglichen Leben/ beruflich eher dominanten Tätigkeit und meiner devoten sexuellen Neigung, jedoch ohne das mich das belastet, sondern eher sexuell erregt.

Das Charakteristikum einer Ambivalenz ist ja gerade eine innere Spannung/ Zerrissenheit/ Bipolarität. Und die bei mir speziell spontan in eine sexuelle Erregung umschlagen kann. Ohne dass ich mich irgendwie missbraucht fühlen würde.

Ich gebe dir den selben Rat wie einer Bekannten die dachte sie sei schizophren 😆

Es gibt auch starke Frauen die ab und zu das Bedürfnis haben die Verantwortung abzugeben und jemand anderen entscheiden lassen. Bedeutet nicht, dass du verrückt bist. Eher eine Art von Rollenspiel. 🙂
Ich kenne auch dieses Dilemma, einerseits soll Mann stark seine und sich dann unterwerfen oder gar wollen.
Was nun?
Im Grunde ist es viel einfacher indem man das Wort Unterwerfung nicht mehr verwendet.
Unterwerfen kann man nur schwächere Menschen und das meist gegen Ihren Willen.
(So wie Frauen im Iran gezwungen werden ein Kopftuch zu tragen)
Man unterwirft sich einer Macht, die stärker ist, als man selber ist!

Hingabe ist für mich jedoch immer freiwillig aus einem Bedürfnis heraus für den Anderen da zu sein.
Auch einer der sich hingibt, kann sich wünschen bei Fehlverhalten, sich gegen seinen Willen bestrafen zu lassen.
Dieser Meta-Konsens stößt bei vielen allerdings bitter auf. Weil sie sofort in der Kategorie Unterwerfung denken und Missbrauch assoziieren.
Also @Mitglied #758974 denken mal darüber nach was Du möchtest und was Dein Dom sich wünscht.
Wenn Freude auf beiden Seiten da ist, dann kann ich keine Ambivalenz entdecken.
Du kannst eine starke Frau sein, die emanzipiert ist und kannst dich trotzdem deinem Geliebten hingeben.
Hingabe ist ein Geschenk. Und an Geschenken kann ich nichts Schlimmes entdecken.
 
Unterwerfen kann man nur schwächere Menschen und das meist gegen Ihren Willen.
(So wie Frauen im Iran gezwungen werden ein Kopftuch zu tragen)
Man unterwirft sich einer Macht, die stärker ist, als man selber ist!
Ja, unfreiwillige Unterwerfung funktioniert so.
Freiwillig unterwerfen kann ich mich auch jemanden, der "schwächer" ist als ich. (Auch, wenn ich persönlich dies in Bezug auf Sex/BDSM nicht tun würde.)
Kommt ja auch darauf an, welche Stärke beim Partner mich triggert. Körperliche, intellektuelle, psychische Überlegenheit, vielleicht seine Phantasie,...
Auch einer der sich hingibt, kann sich wünschen bei Fehlverhalten, sich gegen seinen Willen bestrafen zu lassen.
Also was jetzt?
 
Ich kenne auch dieses Dilemma, einerseits soll Mann stark seine und sich dann unterwerfen oder gar wollen.
Was nun?
Im Grunde ist es viel einfacher indem man das Wort Unterwerfung nicht mehr verwendet.
Unterwerfen kann man nur schwächere Menschen und das meist gegen Ihren Willen.
(So wie Frauen im Iran gezwungen werden ein Kopftuch zu tragen)
Man unterwirft sich einer Macht, die stärker ist, als man selber ist!

Hingabe ist für mich jedoch immer freiwillig aus einem Bedürfnis heraus für den Anderen da zu sein.
Auch einer der sich hingibt, kann sich wünschen bei Fehlverhalten, sich gegen seinen Willen bestrafen zu lassen.
Dieser Meta-Konsens stößt bei vielen allerdings bitter auf. Weil sie sofort in der Kategorie Unterwerfung denken und Missbrauch assoziieren.
Also @Mitglied #758974 denken mal darüber nach was Du möchtest und was Dein Dom sich wünscht.
Wenn Freude auf beiden Seiten da ist, dann kann ich keine Ambivalenz entdecken.
Du kannst eine starke Frau sein, die emanzipiert ist und kannst dich trotzdem deinem Geliebten hingeben.
Hingabe ist ein Geschenk. Und an Geschenken kann ich nichts Schlimmes entdecken.
Also irgendwie fühle ich mich immer noch arg missverstanden. Vielleicht hab‘ ich auch nicht die richtigen Worte gefunden, um das auszudrücken, was mich bewegt.

Meine Frage war:

Welche submissiven Frauen erleben ebenso wie ich auch diese Spannung, die Ambivalenz zwischen der selbständigen, emanzipierten Frau im Alltag und der inneren Macht, die ihr Wunsch nach sexueller Unterwerfung in einer D/s-Beziehung in ihr auslöst?

Zunächst ist Ambivalenz per se nicht automatisch etwas Negatives oder ein Konflikt, der aufgelöst werden muss. Wir alle verhalten uns ständig ambivalent, btw wollen wir die Umwelt schützen und fahren (gut nicht alle) dennoch Auto …

Dieses Gefühl, der Widersprüchlichkeit heißt eben genau nicht, dass ich mich nicht meinen Dom (ich mag ›Gebieter‹ lieber, vielleicht für manche ein eher gewöhnungsbedürftiger Begriff) hingeben, mich in Sessions vorbehaltlos in seiner Verantwortung geben kann. Das Gegenteil ist der Fall. Wir leben seit zwei Jahrzehnten in einer glücklichen D/s-Fernbeziehung, erfüllen uns gegenseitig unsere Wünsche, besser Begehren. Außerhalb dessen, was man so Alltag nennt, sind wir ein gereiftes, saturiertes, modernes Paar, voller Zuneigung, gegenseitiger Achtung und Respekt.

Dein Satz ›Du kannst eine starke Frau sein, die emanzipiert ist und kannst dich trotzdem deinem Geliebten hingeben‹ drückt das ziemlich zutreffend aus.

Ebenso hat es Marlene32 recht genau getroffen: ›Also ich spüre schon eine gewisse Ambivalenz zwischen meinem alltäglichen Leben/ beruflich eher dominanten Tätigkeit und meiner devoten sexuellen Neigung, jedoch ohne das mich das belastet, sondern eher sexuell erregt.‹
 
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