Emanzipation am Ende der Fahnenstange?

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Hallo!

Ich finde die Diskussionen hier im Forum tlw. sehr interessant und darum möchte auch ich eine Frage stellen (habe mich dazu auch extra angemeldet) - ich habe nämlich in meinem Bekanntenkreis folgendes beobachtet:

Frauen, die in der Öffentlichkeit stark für Emanzipation und Gleichberechtigung eintreten und beruflich durchaus auch erfolgreich sind, haben privat (fast) immer Beziehungen mit dominanten Männern. In diesen Beziehungen werden die Frauen dann geradezu an der kurzen Leine gehalten, die Männer gehen mit ihnen ziemlich schroff bzw. manchmal sogar beleidigend um, und hintergehen sie mit anderen Frauen, etc.

Und trotzdem, so gut wie nie ist es die ansonsten in all den anderen Lebenslagen so starke, emanzipierte Frau, die darum die Beziehung beendet bzw. lässt sie sich das alles erst einmal sehr, sehr lange Zeit gefallen…

Wie gesagt, das sind Beobachtungen aus meinem eigenen Freundeskreis (im Alter zwischen Ende 20 bis Anfang 40), wobei ich manch pikantes Detail aber auch von betroffenen Frauen selbst so geschildert bekommen habe (Beleidigungen, Fremdgehen, etc.).

Mich würde jetzt einfach interessieren, ob das alles wirklich nur "Einzelfälle" sind bzw. wie es damit in eurem Umfeld so aussieht? Wie ist das mit starken, unabhängigen Frauen und Beziehungen?

Oder ist es doch noch immer so, dass Frauen - egal wie stark und unabhängig sie auch sind - vor allem einen Beschützer suchen?

Danke für Eure Beiträge!
 
ich glaube, dass das fremndgehen nix mit einer dominanz oder devotheit zutun hat, sondern ist eine reine bekwemlichkeit, egal ob mann oder frau es macht. zuhause hab ich meine lebensgewohnheit, mein essen, meine kinder, mein heim. da sex ist scheisse, aber die liebe sooo gross. die lügen sich in die eigene tasche und sind zu feige , einen schlusstrich zu ziehen. wozu auch? aufeinmal ist doch auch ein neuer reiz da: wie bescheiss ich meinen partner ohne dass er mir auf die schliche kommt! sicher eine intressante sache. die wahre empazipation wäre, dass frauen z.b. dass selbe verdienen wie männer. beispiel kirche: was haben frauen dort für einen stellenwert? a 3beiniger hund hat da einen höheren. arabische frauen werden bestraft, wenns mit dem autofahren, gut dass wäre hierzulande auch hi und da angebracht :mrgreen: aber hallo?? als frau bist mancher orts echt a arme sau. aber wie mann mit einer frau umgeht hat mit emanzipation absolut nix zutun. jeder bekommt dass was er verdient :mrgreen:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Sie suchen einen Partner, der zu ihnen passt und sicher keinen Beschützer. Wir leben ja nicht mehr in Höhlen. Und wenn sie im sonstigen Leben stark und selbstbewusst auftreten, in der Beziehung sich aber eher zurücknehmen und nicht die Führung haben, so zeugt das von emotionaler Intelligenz.
 
Und wenn sie im sonstigen Leben stark und selbstbewusst auftreten, in der Beziehung sich aber eher zurücknehmen und nicht die Führung haben, so zeugt das von emotionaler Intelligenz.

Zwischen sich zurücknehmen und sich alles gefallen zu lassen ist aber ein großer Unterschied, wie ich finde. Und meine Erfahrungen weisen eher auf letzteres hin: die angesprochenen Frauen lassen sich oft viel zu viel gefallen!

Und wenn man dann über das Warum nachdenkt, kommt man relativ schnell zu dem Punkt, den ich hier zur Diskussion stelle...
 
aber wie mann mit einer frau umgeht hat mit emanzipation absolut nix zutun.

Nein, aber wie die Frau auf Übergriffe, Beleidigungen, etc. reagiert und damit umgeht zeigt, wie weit die Emanzipation tatsächlich gelebt wird, oder etwa nicht?

Und für mich heißt Emanzipation dann nicht, dass Frau genau so handelt wie Mann oder fremdgeht...
 
Zwischen sich zurücknehmen und sich alles gefallen zu lassen ist aber ein großer Unterschied, wie ich finde. Und meine Erfahrungen weisen eher auf letzteres hin: die angesprochenen Frauen lassen sich oft viel zu viel gefallen!

Und wenn man dann über das Warum nachdenkt, kommt man relativ schnell zu dem Punkt, den ich hier zur Diskussion stelle...
da wirds ned viel zu diskutieren geben, des muss jede für sich entscheiden obs damit glücklich ist oder nicht ;)
 
Und ich denke eh, dass du hier nur deine Meinung zulässt, Herr TE.

Und da pfeif ich auf Emanzipation und nehme mich einfach zurück 8-)
 
Mich würde jetzt einfach interessieren, ob das alles wirklich nur "Einzelfälle" sind bzw. wie es damit in eurem Umfeld so aussieht? Wie ist das mit starken, unabhängigen Frauen und Beziehungen?

Ich glaube (ohne dich zu kennen), daß du deinen subjektiven Wahrnehmungen aufsitzt. Man kann Situationen - gerade, wenn es die Beziehungen anderer sind - von außen ja sehr vielfältig interpretieren und wird fast immer vor dem eigenen Erfahrungshintergrund und durch die Brille der eigenen Erwartungen hindurch beurteilen.


Das Thema als solches ist übrigens sehr komplex. Zum einen: eine starke Frau muß nicht (mehr) bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach außen betonen, daß sie emanzipiert ist. Zum anderen: Emanzipation heißt u.a. auch, so leben zu dürfen, wie es dem eigenen Wesen entspricht. Dazu kann auch gehören, sich einen "dominierenden" Partner zu suchen - ausschlaggebend ist die Wahlfreiheit.

Man möcht's nicht für möglich halten (die, die mich kennen, halten es jedenfalls für unwahrscheinlich), aber ich "füge" mich in vielen Dingen meinem Mann. Er verfügt über eine Art natürliche Autorität, die ich anerkenne und sehr schätze.

Ändert nichts daran, daß ich mich ihm gleichwertig und in manchen Dingen überlegen fühle. Das findet auf einer Ebene statt, die z.T. meinen Vorstellungen von Emanzipation sogar zuwiderlaufen.
 
Ich kenne nur wenige wirklich emanzipierte Frauen. Und die halten nicht viel von Emanzipation. Im Gegenteil kenne ich einige Frauen, die viel von Emanzipation halten, mitnichten aber das sind, was ich mir unter Emanzipiert vorstelle: sich als gleichberechtigt im täglichen Leben bewährend.

Wobei, wenn ich genau darüber nachdenke, wie sich meine Frau im täglichen Leben bewährt: sie benimmt sich nicht gleichberechtigt. Sie benimmt sich völlig anders, als es Männer täten. Sie nimmt sich andere Rechte, solche, die ich nicht hätte, und sie verzichtet auf solche, die ich mir nehmen kann. Niemals aber würde sie auf irgendetwas, das sie erreichen möchte, verzichten, nur weil sie Frau ist.
 
Zitat von neugi76
Frauen, die in der Öffentlichkeit stark für Emanzipation und Gleichberechtigung eintreten und beruflich durchaus auch erfolgreich sind, haben privat (fast) immer Beziehungen mit dominanten Männern. In diesen Beziehungen werden die Frauen dann geradezu an der kurzen Leine gehalten, die Männer gehen mit ihnen ziemlich schroff bzw. manchmal sogar beleidigend um, und hintergehen sie mit anderen Frauen, etc.
:fragezeichen::fragezeichen::fragezeichen: Das lässt sich heutzutage keine Frau gefallen, egal ob emanzipiert oder nicht...

Wie sagte eins Martin Luther:
"Die Frauen sollen ihrem Mann untertänig und gehorsam sein und ohne seinen Willen nichts anfangen oder tun. Will man diese im heutigen Zeitkontext nicht vermittelbaren Forderungen Luthers etwas abmildern, könnte man sagen, dass eine kluge Frau dem Mann das Gefühl gibt, Herr im Hause zu sein" :lalala:. Der Mann freut sich und die Frau lacht darüber :lalala:... Beide sind glücklich ;).

oxidierer1 und fritzie haben es schön geschildert :daumen:...

:n8:,
RR
 
:fragezeichen::fragezeichen::fragezeichen: Das lässt sich heutzutage keine Frau gefallen, egal ob emanzipiert oder nicht...


Ich denke, da irrst Du - gerade heute wieder auf orf.at eine Studie, die belegt, wie oft Frauen Opfer von Gewalt werden. Und so leid es mir tut, das zugeben zu müssen, das deckt sich mit meinem näheren Umfeld:

Ich kenne drei Frauen, die mir selbst schon anvertraut haben, dass ihr Partner sie wiederholt geschlagen hat. Keine Frau lässt sich das gefallen, meinst Du? - was soll ich sagen, nur eine meiner Bekannten hat bislang die Beziehung beendet!

Ist dieses Verhalten vom Milieu abhängig? - meine Bekannten wenigstens haben alle zumindest Matura und viele auch ein abgeschlossenes Studium. Bildungsbürger. Im Grunde also alles solide, erfolgreiche Menschen.

Fritzie hat das, wie ich finde, sehr schön gesagt, und so kenne ich das auch aus meinen Beziehungen. Es findet sich eine Balance.

Was ich aber nicht verstehe (und darum habe ich dieses Thema eröffnet), ist, warum noch immer so viele Frauen so viel erdulden, so viel über sich ergehen lassen, obwohl sie doch emanzipiert im Sinne von frei und unabhängig sind und es genug Männer gibt, die Souveränität ausstrahlen und dabei ganz ohne physische oder psychische Gewalt auskommen. Stichwort Respekt.

Naja, Emanzipation hat für mich eben einfach auch damit zu tun, für sich selbst einzustehen, ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Selbstbefreiung – und damit genau so Befreiung von physischer und psychischer Gewalt auch in Beziehungen! Irgendwie, habe ich leider den Eindruck, fehlt das aber heute immer noch oft...
 
Zwischen sich zurücknehmen und sich alles gefallen zu lassen ist aber ein großer Unterschied, wie ich finde. Und meine Erfahrungen weisen eher auf letzteres hin: die angesprochenen Frauen lassen sich oft viel zu viel gefallen!
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Ist auch eine Beobachtung von mir das Frauen die sonst recht selbstbewusst rüberkommen und attraktiv sind (also nicht aus Mangel an Alternativen mit ihren Männern zusammen sind) sich wie Du schreibst schroff und abwertend behandeln lassen und trotzdem diesen Männern hinterher hecheln. Obwohl die naja, nicht so die Burner sind sag ich mal so.
Selbst in der Öffentlichkeit ( da natürlich etwas dezenter aber noch so das es jeder mitbekommen kann)
 
Das hat was mit der Sozialisation zu tun, und auch wenn Frauen weitaus häufiger von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist das kein spezifisches Mann-Frau-Problem.

Ich erinnere mich, Ende der 90er war das, da wurde in München die Initiative "Aktiv gegen Männergewalt" gegründet, es wurde mit Plakaten Werbung dafür gemacht, es gab Veranstaltungen zum Thema, Firmen haben Patenschaften für dieses Bündnis übernommen usw. Ich sollte darüber berichten und hab u.a. auch die damaligen Frauenhäuser zu den Zahlen befragt, die waren erschreckend. Neugierdehalber (und weil ich das aus meinem Umfeld wie auch aus eigener Betroffenheit kannte) fragte ich dann gleich mit, ob es auch lesbische Frauen gebe, die sich ins Frauenhaus flüchteten.

Das Ergebnis hat mich erschreckt. Weil: es gab (gibt) auch Lesben, die von ihren Frauen geschlagen werden. Und: bis auf eine Ausnahme (ein katholisch geführtes Frauenhaus, ich kenne die Leiterin, sie war früher meine Gruppenschwester) haben alle die Aufnahme von Lesben abgelehnt bzw. mich bedrängt, ich solle darüber nicht berichten.

Tja. Gewalt wird ausgeübt und Frauen sind anfälliger dafür, Gewalt zu erdulden. Gewalt wird aber auch von Frauen ausgeübt und es gibt Männer, die ebenfalls in Gewaltbeziehungen als Opfer leben. Die psychischen Auswirkungen bzw. die Zusammenhänge, warum jemand nicht in der Lage ist, sich aus so einer Gewaltbeziehung zu lösen, sind vielschichtig. Und ich bin davon überzeugt: es hat nichts mit Emanzipation zu tun und es ist kein rein geschlechtsspezifisches Problem.
 
,....Gewalt wird aber auch von Frauen ausgeübt und es gibt Männer, die ebenfalls in Gewaltbeziehungen als Opfer leben. ....und es ist kein rein geschlechtsspezifisches Problem.

RICHTIG! Ich weiß leider nicht mehr aus welcher Quelle, aber ich erinnere mich gelesen zu haben, dass Männer sogar weit häufiger Opfer von Gewalt in der Familie werden. Der Unterschied ist nur der, dass frau meist nicht so stark prügelt - dennoch werden Männer häufig geohrfeigt (was ja in Medien als gesellschaftsfähig verkauft wird), geboxt oder getreten.

Und es gibt genauso massenhaft Männer, die von ihren Frauen psychisch unterdrückt werden - deswegen werden die aber nicht gleich als "unemanzipiert" bezeichnet, oder? Warum ist das bei Frauen so? Ein Mann, der von seiner Frau betrogen und geschlagen wird, ist ein Loser - schließlich passt das nicht zum Bild des "Mannes" -

Umgekehrt allerdings? Was ist eine Frau der das passiert? Warum nicht auch ein Loser? Und (die bessere Frage) warum ist ein Mann nicht auch schutzbedürftig in solchen Umständen?

Wieso gehört es zur Emanzipation der Frau, in allen Bereichen toll, stark und erfolgreich zu sein? Wieso ziehst Du den Schluss, dass eine Frau, die eine unglückliche Beziehung führt automatisch nicht emanzipiert ist? Und warum darf eine emanzipierte Frau keinen Beschützer als Mann haben? Darf ein Mann bei seiner Frau Schutz suchen?
 
Sie suchen einen Partner, der zu ihnen passt und sicher keinen Beschützer. Wir leben ja nicht mehr in Höhlen. Und wenn sie im sonstigen Leben stark und selbstbewusst auftreten, in der Beziehung sich aber eher zurücknehmen und nicht die Führung haben, so zeugt das von emotionaler Intelligenz.

Naja "emotionale Intelligenz" würde ich das nicht nennen.
Das hört sich für mich bißchen wie schön reden an.

Es könnte sein das diese Frauen ganz einfach auf den Typ Mann stehen.
Und tatsächlich den Alphamann suchen.
Natürlich nicht im Job da wollen sie selber in die Führungspostionen.
Ich habe mal mit einer guten Freundin über das Thema diskutiert warum wer mit wem zusammen ist, was attraktiv und anziehend empfunden wird usw.
Sie meinte das es möglich ist das Frau zu Hause tatsächlich den Alphamann haben möchte der eine gewisse Sicherheit verspricht. (die real allerdings gar nicht durch ihn gegeben sein muss)

Ist jetzt schwer zu erklären wir haben da eine richtige Grobtypen Einteilung aufgestellt, für Männer und Frauen.
 
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