Eitelkeit & Äusserlichkeiten

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Das würde ich eher Leuten attestieren, die nichts machen, ungesund essen und sich denken "is eh schon wurscht".

Würde ich Pauschal nicht sagen. Häufig steckt hinter dem "is eh schon wurscht" Resignation und Frustration und nicht mal selten eine traumatische Erfahrung. Wenn jemand den Bezug zum eigenen Körper verliert, dann steckt da sehr viel dahinter, als das, was wir zu glauben scheinen. Ich glaub eher, wenn wir so einen Menschen sehen, dass es uns eher wurscht ist, warum dieser so aussieht, also stecken wir diesen in eine für uns verständliche und logische Schublade. Wir wollen uns nicht mit den Problemen und Hintergründen von anderen beschäftigen. Also tun wir das, was für uns als bequem und logisch erscheint - wir bauen aus Vorurteilen ein Stereotyp.

Eine wahre Geschichte: Während meiner Handelsschulzeit war ich in einem Internat in Wien untergebracht und ich teilte die Gruppe mit 13 anderen Mädels in meinem Alter. Jedes von den Mädels hatte irgend eine physische Behinderung oder eine mentale Erkrankung. Da war auch ein Mädel (ich mochte sie übrigens sehr gern), deren Vater sich umgebracht hat, vor ihren Augen, als sie acht Jahre alt war. Seit dem hatte sie ein völlig verzerrtes Körperbild. Das zeigte sich so, dass sie sich nie duschte und nur einmal die Woche ihre Kleidung wechselte. Das geht natürlich, wenn man alleine in einer Wohnung oder Zimmer lebt, aber nicht, wenn man in einer Gruppe mit 13 anderen Mädels wohnt. Also mussten wir sie jede Woche dazu animieren, wenigstens alle drei Tage zu duschen und wir halfen ihr bei der Wäsche - das war teils eine echte Herausforderung. Glaubt mir, es gab Momente, wo wir verzweifelt waren, weil sich der Geruch (ich wills gar nicht beschreiben, Patrick Süßkind könnte es vermutlich) durch alle Räume zogen.

Die Sache ist aber die: Sie als Person war wunderbar, intelligent, herrlich humorvoll und wirklich toll, eine empathische Person. Dieses Erlebte hat aber ihre Sicht auf ihren Körper und auch, wie andere sie wahrnehmen, völlig abgekoppelt. Für mich damals unverständlich (ich war selbst ein Teenager mit jede Menge Probleme im Gepäck), aber jetzt, nach all den Jahren ist es verständlich. Nach fünf Jahren hatten wir sie dann soweit, dass sie wirklich eigenständig und ohne Bitten drei mal die Woche duschte und sogar alle zwei Wochen badete und sie machte regelmäßig ihre Wäsche. Meiner Erfahrung nach hätte Ausgrenzung ihre Situation verschlimmert und auch, wenns für uns oftmals Überwindung war, für sie da zu sein, wussten wir, dass es anders keinen Weg gibt, damit wir den sozialen Frieden in der Gruppe beibehalten können - nicht selten ist es eskaliert.

Daher fällt mir zB schwer Menschen, die offensichtlich ungepflegt sind, einfach als faul, bequem, lethargisch oder inaktiv zu sehen. Weil keiner von uns weiß, was hinter so einem Verhalten steckt. Ja, diese Person könnte resigniert haben, aber was ist, wenn da doch etwas mehr dahintersteckt?
 
Letztlich geht's um den eigenen Marktwert und die eigene Bestätigung.
Und natürlich hängt dieser Marktwert auch von dem Personenkreis ab, in dem man sich bewegt.
Und der Personenkreis in dem man sich bewegt wohl vom eigenen Selbstwert. Ich kenn wunderschöne bis nicht so attraktive Frauen in allen Altersklassen. Und ich kenn Frauen die X willige Männer zur Hand haben die sie nur anrufen brauchen und Frauen die einsam daheim sitzen und sich nach Gesellschaft sehnen. Der Unterschied ist nicht das Alter oder das Aussehen... sondern eher der Selbstwert und die Selbstpräsentation. Auch das Geschlecht eigentlich nicht. Bei Männern sieht das ja genauso aus.

Dann gibt´s wirklich Mädels, die aus Eitelkeit Herzerl zumachen, weil böse und allzu oft neidige Weiber, lästern.
Ihre Eitelkeit auf sich selbst bezogen geht noch, wenn das männliche Beiwerk ähnlich der Handtasche, im Umfeld nicht goutiert wird, wird ausgetauscht.

Vielleicht ist es andersrum genauso, da fehlen mir ähnlich starke Erfahrungswerte.
In meiner Erfahrung nicht von Männern. Aber von Freundinnen habe ich schon Sachen gehört wie "was willst du mit der? Ein Zuchthengst sollt nicht mit einem Maultier herummachen!" oder "die hat die Persönlichkeit von einem Goldfisch! Blub Blub!". Und sowohl von männlichen als auch weiblichen Freunden: "Das ist ungesund was du da treibst! Die ist doch eher eine Patientin für dich!". Aber alle Eitelkeiten und Oberflächlichen Kommentare hab ich da diesbezüglich von Frauen gehört.

Von Männern... höchstens neidische oder bestätigende ("wie kannst du depressiv sein wenn du mit der Frau schläfst?") und selten was negatives oder eitles.
 
In meiner Erfahrung nicht von Männern. Aber von Freundinnen habe ich schon Sachen gehört wie

Dafür danke ich Dir.
Oft bin ich mir nicht sicher, ob meine Wahrnehmung mich trügt und ob ich unfair bin.
Das würde mir leid tun.

Wie von Dir beschrieben, ich find das sowas von grausam.
 
Dafür danke ich Dir.
Oft bin ich mir nicht sicher, ob meine Wahrnehmung mich trügt und ob ich unfair bin.
Das würde mir leid tun.

Wie von Dir beschrieben, ich find das sowas von grausam.
Mein damals 6-jähriger Neffe meinte mal: Ok, ich darf Mädchen nicht schubsen - versteh ich, aber die sind so gemein, wie soll ich mich den wehren?
Meine Antwort: Ignoriere sie, das ist die größte Strafe.
 
Hi,

Und natürlich hab ich einen gewissen Anspruch meinen Partner betreffend was seinen Körper betrifft und finde deswegen nicht, dass ich oberflächlich bin.

zeugt aber auch nicht von Tiefgang. ;)

Die Frage ist halt immer, wie man es auslebt. Wenn man wirklich einen tollen Menschen als Partner ablehnt, weil er seinen Intimbereich rasiert oder durchtrainiert ist, halte ich das schon für sehr oberflächlich.

Ich hätte gerne gewisse Äußerlichkeiten, aber für einen tollen Menschen verzichte ich gerne drauf.

LG Tom
 
Hi,



je mehr man auf diesen Bereich achtet, desto oberflächlicher und ungebildeter ist man.

Fällt Dir was auf?


LG Tom
Ja, dass ich in den frühen Morgenstunden grammatikalisch über die Stränge geschlagen habe...

Jetzt, nach dem dritten Kaffee würde ich schreiben: "Je mehr man es dahingehend schleifen lässt, umso mehr wird man sich auch im restlichen Leben gehen lassen..."

:D

hast du das gemeint? :D
 
Hi,



zeugt aber auch nicht von Tiefgang. ;)

Die Frage ist halt immer, wie man es auslebt. Wenn man wirklich einen tollen Menschen als Partner ablehnt, weil er seinen Intimbereich rasiert oder durchtrainiert ist, halte ich das schon für sehr oberflächlich.

Ich hätte gerne gewisse Äußerlichkeiten, aber für einen tollen Menschen verzichte ich gerne drauf.

LG Tom

Nur nach den paar Worten so hart zu urteilen ohne mehr dazu zu wissen, finde ich nicht richtig.
Und nur weil ich einen kleinen Anspruch habe den ich ja an mich selber auch stelle,.empfinde ich mich weder oberflächlich...noch egozentrisch oder mit schlechten Charakter behaftet.

Und Menschen sind mal visuelle Wesen...und man begehrt was?
Was man sieht. ..einem gefällt.
Ich lasse jetzt gerade ganz bewusst Charakter und Co. in der Erklärung aussen vor.
Ist ja auch nicht das Thema.
 
Hi,

Ich finde das äußere spiegelt das innere wieder.
Wie man sein/en Körper/Aussehen behandelt, deutet im ersten Eindruck drauf hin, wie man andere Dinge in seinem Leben behandelt.

schon mal mit Menschen zu tun gehabt, denen Wissen & Co. schlicht wichtig sind, und lächerliche Äusserlichkeiten, Mode, etc. vollkommen egal ist?

Einstein ist nicht selten mit alten abgewetzten Anzügen rumgelaufen, etc. ....

Man muss nicht mal so weit gehen, es reichen ganz normale engagierte Leute, egal ob Feuerwehr, Rettungssanitäter, Bergrettung, Tierschützer, .... denen Äußerlichkeiten oft relativ wurscht sind, weil sie was Wichtiges in ihren Leben haben.

Wenn das Äußere das innere widerspiegelt, bedeutet das, dass modische Menschen blöd und ungebildet sind?


Ich frag gar nicht wie viele Menschen Du kennst, die nicht auf ihr Äußeres achten und tatsächlich irgendwie negative Eigenschaften hätten ....


Warum muss man alles so Schubladisieren?

LG Tom
 
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