Dieses Thema hab ich jetzt 2 x durchgelesen und hab das Gefühl, "Hingabe" noch weniger zu verstehen als vorher schon. Und nachdem du den Begriff "Achtsamkeit" noch hinzugenommen hast... seufz. Ich geb's zu, mit dem Wort hab ich so meine Schwierigkeiten.
Immerhin hab ich gestern meinen Mann gefragt, was er darunter versteht, weil er vor einiger Zeit so "Achtsamkeitsübungen" mitgemacht hat. Er definiert's recht einfach: "Ab und zu innehalten und prüfen, wo man grad steht - ohne Wertung, ohne Druck von außen, entschleunigen". Nu ja.
Auf dieses Thema bezogen - steht ja im Sex-Talk:
Es ist das Vertrauen, die Schutzpanzer abzulegen und die Angst zu vergessen, dass Verletzung möglich ist.
Das kann und will ich bis heute nicht. Schutzpanzer ablegen: ja, geht mit sehr wenigen Menschen. Angst vergessen: nein, nie. Aber mögliche Verletzungen akzeptieren: ja.
Hingabe ist ohne Verletzlichkeit nicht zu haben.
Das ist die große Chance , aber auch ein großes Risiko .
Das stimmt, sehe ich auch so. Allerdings kann ich das im sexuellen Kontext wirklich nicht so wahrnehmen. Weil: für mich bedeutet das größte Maß an Hingabe die Fähigkeit, mich mit dem Rücken in die Arme meines Mannes zu kuscheln und einzuschlafen. Das vor allem ist bis heute das Besondere an ihm, das konnte ich vom ersten Mal an ausschließlich bei ihm und werde ich wohl auch nie mit einem anderen Menschen so teilen. Das ist das, was für mich absolute Hingabe auszeichnet, diese Selbstvergessenheit und sich Haltenlassen.
Im sexuellen Kontext: ich empfand Hingabe, wenn ich eine Gespielin verwöhnt habe, auch hier messe ich die Intensität in der Selbstvergessenheit, die sich aus solchen Momenten ergab - hier übrigens nicht davon abhängig, wie gut ich die Gefährtin kannte oder wie vertraut wir einander waren. Dieses Ausmaß habe ich mit keinem Mann erreicht und werde wohl auch das nicht, weil: fremdes Terrain. Diesen "Blindflug", mich fast intuitiv in eine Frau zu verlieren, ist mir nicht mal mit meinem Mann möglich.