Weil ich's bei Facebook schon derartig sensationell unnötig finde sollte es da im EF eigentlich auch ned fehlen. Ergo ...
... was machst du gerade?
Die Frage bei Facebook "Was machst du gerade?" hat aber einen ganz konkreten Sinn: Das, was nicht über deren sensorische Tentakel erfasst werden kann, sollen die User einfach ausformulieren.

Die Privatsphäre der Kunden, customer intimacy, steht nicht irgendwo hinten an, sie steht GANZ OBEN.
"Wie geht es dir?" - eine Roadmap der Emotionen erstellen. Damit gibt man ihnen noch mehr Daten: "XY war zu jenem Zeitpunkt an dem Ort schlecht aufgelegt / hat sich was gekocht / eine Sendung im Fernsehen geschaut".
“Information is the oil of the 21st century, and analytics is the combustion engine.”
– By Peter Sondergaard
Viele glauben, es sei völlig irrelevant, wenn sie scheinbar nebensächliche Details über sich selbst ins Internet stellen, oder wenn diese - was viel öfter vorkommt - ohne ihr Wissen und Zutun erhoben werden. Weil aber die Daten so effizient indexiert werden (
Wie geht's dir HEUTE?"), sind sie punktgenau und individuell bis auf Jahre abrufbar, denn Firmen wie Live.Ramp, Pa lantir und andere analytics Anbieter speichern und verkaufen die Datensätze rund um die Uhr. Ohne das wir es wissen. Wann wir mit wem Kontakt hatten, wann Zukunftsängste uns in der Nacht wach hielten, wann wir Durchfall hatten. Und ja, da das alles
pausenlos gespeichert wird, wird es mit Sicherheit eine Firma geben, die es interessiert, welche Themen DU zur Zeit der BLM Proteste gegoogelt hast. Wenn nicht jetzt sofort, dann vielleicht in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren ... Die Daten sind da und wir haben keinen Einfluss darauf!
Valentines come and go, but what you put online could be forever.
www.vox.com
Kein noch so unscheinbares Fitzelchen an Daten ist uninteressant! Sei es der zukünftige Arbeitgeber, oder die Krankenversicherung oder eine kleine Handelsfirma: Sie wollen ohne Umwege alles wissen. Entweder, weil sie punktgenau Werbung setzen wollen, oder Kreditwürdigkeit, Gesundheitszustand oder politische Gesinnung einer Person abchecken wollen. Nie war es leichter, so pikante und private Details über Menschen zu erfahren, wie heute.
Zyklus-Apps zur Berechnung der Regel beispielsweise sind die reinste Goldgrube. Frauen, die ihre Tage haben, sind kauffreudiger und risikobereiter. Ihnen werden in der Zeit teure Produkte angeboten. * (Quelle: Handbuch Datenschutz, VKI)
Dazu spannende Zitate über Big Data:
“Two hundred million people signed on to a microblogging platform that helped them feel close to celebrities and other strangers they’d loathe in real life. Artificial intelligence and virtual reality were coming into vogue, again. Self-driving cars were considered inevitable. Everything was moving to mobile. Everything was up in the cloud. The cloud was an unmarked data center in the middle of Texas or Cork or Bavaria, but nobody cared. Everyone trusted it anyway.”
― Anna Wiener, Uncanny Valley
Unwissenheit ist ein Segen!
Die Frage
"Wie geht es dir?" ist absolut nichts Nebensächliches! Sie gehört zum Kerngeschäft von Facebook und Co.