Bei Frauen ist das offenbar anders.
Auch nicht.
Es gibt mehr als genug Frauen, die ihre Gelüste heimlich ausleben. Ich würde das nicht am Geschlecht festmachen.
Zur Eingangsfrage: was ist schon "vernünftig"? Sehr vieles von dem, was ich in meinem Leben so fabriziert habe, war alles andere als vernünftig. Ob etwas, was ich will, vernünftig ist entscheide ich u.a., indem ich abwäge, ob andere Dinge, die mir wichtig sind, dabei über Gebühr strapaziert oder verletzt werden - beispielsweise, wenn ich Dinge will, von denen ich weiß, daß sie meinen Partner verletzen könnten.
Sehr vieles von dem, was ich will oder tue, scheint auf den ersten Blick nicht "vernünftig" zu sein, bei näherer Betrachtung stelle ich oft genug fest, daß sogenannte "Vernunftgründe" nix weiter als unhinterfragte Hindernisse sind. Beispielsweise wenn ich mich frage, was andere von mir denken könnten, wenn bekannt würde, daß... Je älter ich werde, desto weniger relevant sind solche Gedanken. Meinen Platz im Leben habe ich und muß ihn nicht mehr unter Beweis stellen, ergo kann ich mir auch mehr "Unvernunft" leisten (und handle damit vernünftig: in jungen Jahren muß diese eigene Position innerhalb der Gesellschaft meist erst noch gefunden und etabliert werden, wenn man sich darin wohl fühlen will).
Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Unvernünftig ist es, Risiken zu vermeiden statt sie bewußt einzugehen. Wenn ich etwas riskiere und damit auf den Schnabel falle, sollte man sagen können: "Das war's mir Wert". Wer das kann, handelt vernünftig.