Für Kinder und Jugendliche gibt es in diesem Alter NICHTS interessanteres, glaub mir das. Sobald sie den Braten gerochen haben, ist das einfach interessant, und sie wollen mehr darüber erfahren. Aber: Ich bin der Ansicht, dass Pornos NICHT der geeignete Weg sind, über den Kinder in jungem Alter Kontakt mit Sexualität haben sollten. Kinder gehören informiert, sie gehören aufgeklärt,
Natürlich gibt es vieles, das für sie interessanter ist. Sex ist ein Thema von vielen, zumindest für halbwegs interessierte, aufgeschlosse Jugendliche. Für verklemmte Wixer, denen der Umgang damit verboten wird, ist nichts interessanter, daher verstehe ich deine Position.
Pornos sind nicht die richtige Methode, das Thema zu erläutern und zu erfahren. Aber nicht alles, was nicht die richtige Methode ist, gehört deswegen unbedingt verboten. Im Gegenteil: die Jungendlichen gehören mit dem Rüstzeug gewappnet, selbst mit Pornos umgehen zu können. Sie müssen wissen, was das ist, warum das so ist und warum das so wenig Realitätsrelevanz hat. Sture Verbote bringen sie nicht weiter.
Nur weil ein Verbot umgangen werden kann ändert das nichts an der Sinnhaftigkeit des Verbotes - kann man in einer 30er Zone schneller als 30 fahren? Aber klar doch, und manche tun es auch. Aber die wissen ganz genau, dass es einen GRUND gibt, warum diese Einschränkung existiert, sie wissen, dass da Gefahren lauern können, und sie wissen, dass ihr Handeln Konsequenzen haben kann.
Das ist der wesentliche Unterschied: bei einer 30er-Beschränkung weiß man, warum diese sinnvoll ist und was die Gefahren bei Nichtbeachtung sind. Man weiß, welche Konsequenzen drohen, wenn man erwischt wird und wird versuchen, nicht erwischt zu werden oder, wenn man die Sinnhaftigkeit akzeptiert sich daran halten.
Bei einem Pornoverbot für Jugendliche können diese nicht wissen, was ihnen verboten wird, da sie damit keine Erfahrung haben und in deinem Modell diese auch nicht erwerben können. Es ist aus ihrer Sicht ein Blankoverbot, das sie nicht verstehen können. Jeder normale Pubertierende, der gerade sein Weltbild aufbaut, muss daher versuchen, zu erfahren, worum es bei diesem verbotenen Thema geht. Das hat nichts mit Aufmüpfigkeit zu tun sondern mit Eigenverantwortung. Sie müssen dieses Verbot hintergehen.
Die Folge ist, dass sie dabei Inhalte konsumieren, die sie nicht verstehen und über die sie nicht mit den Eltern (Vorbildern?) sprechen können, da sie ja nicht zugeben dürfen, dass sie ein Verbot übertreten haben. Selbst wenn sie das täten, müssten diese Autoritäten ja in erster Linie ihre Autorität wahren und könnten maximal beiläufig auf die wahren Probleme eingehen.
Deswegen ist ein Verbot hier kontraproduktiv. Nicht aus Faulheit, sondern weil es den falschen Erfolg herbeiführte.
Kinder sind neugierig, wollen erforschen und lernen - und das tun sie auch. Aber an den Erwachsenen liegt es zu bestimmen, was sie lernen und wie - ein Kind hat keine Filtermöglichkeiten wie ein Erwachsener. Für ein Kind, das keine Vergleichsmöglichkeiten hat, ist die in einem Porno gezeigte Handlung Sexualität, ohne Wenn und Aber. Die in einem Porno vermittelten Werte und Rollenbilder sind für ein Kind Tatsachen, nach dem es sich orientieren wird. Wir reden hier von jungen Menschen, die mitten im Prozess der Selbstfindung sind, die sich aus ihren Erfahrungen, aus dem, was sie beobachten und vermittelt bekommen, ein Weltbild und eine Persönlichkeit zusammenbauen. Und sie sind höchst formbar, beeinflussbar. Sicher, negative Einflüsse, die ein Kind prägen sind ein worst-case Szenario - aber mal ehrlich, ich bin bei einem Kind NICHT bereit, es darauf ankommen zu lassen.
Dieses Worst-Case-Szenario tritt genau dann ein, wenn die Jugendlichen Pornos unreflektiert konsumieren und keine Möglichkeit haben, darüber aufgeklärt zu werden. Also genau dann, wenn die Erwachsenen versuchen, sich mit Verboten aus dem Dilemma zu ziehen. Es ist verantwortungslos, die Verantwortung für die Sexualentwicklung dem Jugendlichen alleine aufzuhalsen, weil man sich lieber mit einem Verbot abschottet, wo man später sagen kann: "Er/sie ist selber schuld an der verkorksten Sexualmoral, hätte er/sie sich an mein Verbot gehalten!"
Was ist denn dann eigentlich mit 18, wenn das Verbot nicht mehr greifen kann aber eine Diskussion nicht mehr möglich ist, weil das "Kind" schon außer Haus ist? Dann stößt du es ins kalte Wasser?
Mit 18 vielleicht - jedoch können wir nur schwer einen 18 Jährigen und einen 12 Jährigen in denselben Topf stecken. Auch entwickelt sich nicht jeder gleich, weder geistig noch körperlich. 18 ist für mich ein Richtwert, keine Absolute - manche sind früher reif, manche später.
Mit einem universellen Verbot tust du aber genau das: du wirfst sie alle in einen Topf, um nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, was bei der konkreten Person in der konkreten Situation erforderlich wäre. Es ist ja auch viel einfacher, zu sagen: "du darfst das nicht".
Es gibt Kinder, die ein gutes Gespür haben. Aber dieses Gespür bekommen sie durch ihre Bezugspersonen vermittelt, das ist nichts angeborenes. Wo sollen Kinder Richtlinien herbekommen, wenn sie sie nicht auf irgendeine Art und Weise vermittelt bekommen?
Was außer "das darfst du nicht" hast du in der bisherigen Diskussion dem Jugendlichen vermittelt?
Denn - wenn du einem Kind etwas über Pornos erklärst und ihm deren Konsum erlaubst, dann bist du dafür - du schätzt für das Kind diese Inhalte als geeignet ein, und das Kind wird sich diese Inhalte gegebenfalls auch verinnerlichen - mit deinem Segen, denn du bist der moralische Kompass für dieses Kind. Muss ich jetzt mit Extremfällen von Bondage-und BDSM Pornos anfangen, und was ein Kind aus solchen Inhalten ableiten kann??
Hallo! Bei der Ableitung sollte der moralische Kompass helfen, nicht der erhobene Zeigefinger die Diskussion verwehren!
zum glück ist unser mittlerer nicht intressiert an derart unsinnigen scheis. für unsren jüngsten ist dass noch kein thema, der ist ohnehin mario und luigi fan und unser ältester ist sowieso anders

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Das ist auch meine Erfahrung. Solange Kinder für das Thema nicht reif sind, suchen sie es nicht und setzen sich nicht damit auseinander. Sobald sie das aber tun, müssen die Erwachsenen darauf reagieren. Aber eben nicht mit Verboten.
Sagen wir mal so - die Kontrollen sind da nicht mehr so streng, es wird mehr geduldet. Eine offizielle Erlaubnis bekommt er aber noch lange nicht...
Wenigstens eine Annäherung...
Extremfall: Dein 13 jähriges Kind darf keine Ego Shooter spielen, sich aber Rape-Videos ansehen? Bin ich der Einzige, der damit ein Problem hätte?
.... eben.

Trotzdem hergestellt von der Pornoindustrie...
Merkst du nicht, dass du dir selbst widersprichst? Rape-Videos sind Gewaltvideos und keine Sexvideos, auch wenn sie unter dem Titel Porno firmieren.
Zweitens, hier die Gegenfrage, die mir oft gestellt wurde, einmal in die andere Richtung: Wie willst du kontrollieren, welche Pornos sich die Kinder denn so anschauen? Denn, wie von vielen festgestellt - kontrollieren lässt sich so etwas nicht. Kinder differenzieren nicht wie Erwachsene - du kannst ihnen nicht sagen "das dürft ihr, aber das da nicht" - so funktioniert das nicht.
Genau, das funktioniert nicht. Die Erwachsenen, die mit ihren Kindern über alle Themen reden können und wo es keine verbotenen Tabuthemen gibt, können mit ihren Kindern auch über verschiedene Pornotypen reden. Die anderen haben ein Problem.
So hat noch NIEMAND hier auf mein Argument, dass Pornos bei sich entwickelnden Persönlichkeiten negativ auswirken können, reagiert.
Falsch. Ich habe (im abgezweigten Nachbarthread) sehr wohl darauf Bezug genommen. Lies doch selbst einmal die Threads. Andere weist du ja auch ständig darauf hin, dass sie sie lesen sollen. Was ich im Übrigen für sehr vermessen halte.
Bei allem Respekt, ich kann gerne alle Ausführungen, auf die NICHT eingegangen wurde solange posten, bis ich eine Antwort darauf erhalte - frisch fröhlich ignoriert werden und immer wieder ins gleiche Eck gezerrt zu werden muss sich niemand gefallen lassen.
Du kannst das posten, sooft du willst. Ich sagte ja bereits, wir drehen uns im Kreis. Wenn du deswegen frisch fröhlich ignoriert wirst, kannst du nichts dagegen tun und musst es dir daher gefallen lassen.
Dein pampiger Diskussionsstil hat keinen Stil. Das ist einfach nur frech. Antwortest du mir auch so, dann bist du auf der Ignore-Liste und fertig.