So ein Schwachsinn. Tut mir leid, aber mit dieser Meinung bist du mehrere Jahrhunderte zu spät.
Jegliche sexuelle Handlungen zwischen zwei Männern soll also bedeuten, dass die Männer schwul sind, richtig? Und was ist mit welchen, die ausprobieren, dann aber feststellen, es ist nichts für sie oder das eben nur in Ausnahmen machen? Was ist mit Männern, die zwar Sex mit anderen Männern haben, aber auch Sex mit Frauen haben? Schon mal was von Bisexualität gehört?
Ein „soziales Geschlecht“ gibt es nicht, ebenso wenig wie einen perfiden Plan zur „Verschleierung von Homosexualität“. Das klingt ja schon fast paranoid. Genauso wie eine angebliche „Homo-Lobby“. Es gibt die sexuelle Orientierung, die erstmal aussagt, woran man sich sexuell orientiert, d.h. auf was man steht:
Wenn ich als Mann überwiegend (aber nicht ausschließlich!) Interesse an Frauen habe, dann gilt das als heterosexuelle Orientierung
Wenn ich als Mann Interesse an beiderlei Geschlechtern habe, dann gilt das als bisexuelle Orientierung.
Wenn ich als Mann überwiegend (aber nicht ausschließlich!) Interesse an Männern habe, dann gilt das als homosexuelle Orientierung.
Wenn ich als Mann kein Interesse an irgendeinem Geschlecht habe, dann gilt das als asexuelle Orientierung.
Zusätzlich gibt es noch die sexuelle Identität. Unter der sexuellen Identität versteht man, wie die jeweilige Person ihre Sexualität und ihre geschlechtliche Identität selbst definiert. D.h. die Person legt selbst fest, welchem Geschlecht sie sich angehörig fühlt, welche Partnerschaftswahlpräferenzen sie hat, wie und wie oft der Sex ausgeübt wird und das Verständnis der eigenen sexuellen Rolle, usw.
Das Problem ist: Sexuelle Orientierung und sexuelle Identität wird oft als Synonym verwendet, genauso wie homosexuell und schwul. Dabei beschreibt homosexuell die sexuelle Orientierung und schwul die sexuelle Identität. Es gibt durchaus auch homosexuelle Männer, d.h. Männer, die überwiegend sexuelles Interesse an anderen Männern haben, die sich aber nicht als schwul bezeichnen. In den letzten Jahren hat sich unter den homosexuellen Männern, als weitere sexuelle Identität z.B. „heterolike“ entwickelt. Auch „Tunten“ ist eher ein Begriff über die homosexuelle Identität.
Und nun zurück zu deinem Thema: Transsexuelle sind Menschen, die mit einem biologischen Geschlecht geboren wurden, das aber nicht mit dem Geschlecht der sexuellen Identität übereinstimmt. D.h. wenn eine Person im falschen Körper steckt, und stell dir vor, heutzutage kann man das biologische Geschlecht auch ändern! Aber hey, du scheinst das Geschlecht sowieso nur auf die primären Geschlechtsorgane zu beziehen und nur darüber zu definieren.
Ich als jemand der Interesse an beiderlei Geschlechtern hat, kann dir versichern, dass es bei mir zumindest bei Männern nicht nur der Penis ist, der gleiches weckt. Es ist der ganze Körperbau. Und ich könnte mir vorstellen, dass wenn sich jemand als schwul bezeichnet, d.h. von der sexuellen Orientierung her grundsätzlich homosexuell ist, ebenso wenig nur auf das Glied seines Partners fixiert ist, sondern auch auf den kompletten Körperbau incl. Gesicht. Daraus lässt sich folgern, dass Schwule kein bzw. kaum Interesse an Frauen haben, woraus sich ableiten lässt, dass Männer, die Interesse an Mann-zu-Frau-Transsexuellen haben, überwiegend nicht schwul sind.
Und bei allem nötigen Respekt: Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß, sondern hat zig viele Graustufen. Und wie jemand seine sexuelle Identität definiert, geht niemanden etwas an außer die Person selbst, und evtl. noch deren Sexualpartner. Aber dich geht das sicherlich erstmal nichts an, deinen herablassenden, negativen Unterton kannst du dir auch sparen. Und deine Einteilung der Orientierung und der Identität nur auf die primären Geschlechtsteile ist sowas von altertümlich.