Servus,
ich möchte mich zu diesem Thema auch einbringen, weil ich selbst leider betroffen bin.
Ich hatte vor einigen Jahren eine Blasenoperation (Blasenhalsvergrößerung), weil ich massive Probleme beim Harnlassen hatte. Zusätzlich hatte ich mehrmals im Jahr Harnwegsinfekte, deshalb war die Operation aus meiner Sicht dringend notwendig.
Mir war damals bewusst, dass es als mögliche Nebenwirkung zu einer retrograden Ejakulation kommen kann. Trotzdem habe ich mich für den Eingriff entschieden, weil der Leidensdruck beim Urinieren sehr hoch war.
Am Anfang war ich natürlich erleichtert, dass das Wasserlassen wieder besser funktioniert hat. Aber ich muss ehrlich sagen: An die retrograde Ejakulation konnte und kann ich mich bis heute nicht wirklich gewöhnen. Für mich ist das ein massiver Einschnitt in mein Sexualleben und in mein persönliches Empfinden als Mann.
Und was für viele vielleicht schwer nachzuvollziehen ist: Es geht dabei nicht in erster Linie darum, wie das Gegenüber reagiert. Das ist für mich ehrlich gesagt zweitrangig. Die größte Belastung ist, dass es sich für mich selbst einfach nicht mehr wie eine normale Ejakulation anfühlt. Es fehlt dieses körperliche Erleben komplett – und genau das macht es psychisch so schwer.
Es hat mich psychisch sehr belastet und teilweise auch depressiv gemacht. Besonders frustrierend ist für mich, dass ich trotz der Operation nach wie vor immer wieder Harnwegsinfekte habe.
Mein persönlicher Eindruck war leider auch, dass manche Urologen die Auswirkungen auf Sexualität und Lebensqualität nicht wirklich ernst nehmen. Für mich ist das aber kein „Nebenthema“, sondern etwas, das einen im Alltag und in der Beziehung stark beeinflussen kann.
Ich würde jedem raten, sich vor so einer OP wirklich gut aufklären zu lassen und alle Konsequenzen ehrlich abzuwägen. Das freie Harnlassen ist wichtig – aber die Folgen für das Sexualleben können ebenfalls sehr belastend sein.