Hi,
Was tun Medien?
Wie beim aktuellen Fall, die mediale Aufbereitung (ganz arg, manches detailliert), andererseits medial das Statement des Anwalts war extrem arg find ich (sein Job, aber bitte vor Gericht, auch aus seiner Sicht die Frau herabwürdigend und detailreich, sie wollte es so, war halt ein Unfall) - Ekelerregendes Medienverhalten.
Die veröffentlichen.
Respekt steht auch Toten zu, auch in der Sache ihres zu Tode Kommens.
Man kann über Vorfälle berichten oder Stellungnahmen abgeben ohne derartige Details geifernder und gierender Masse zuzuführen.
Einerseits Empörung über Täter kundtun andererseits mit dieser Berichterstattung Heldenstatus in der Gruppe der Freunde der Vergewaltigung Bewusstloser zu verfestigen.
Besonders die veröffentlichten Chats. (Krönung des Journalismus, einer Zeitung derer Leser wahrscheinlich nicht mal eine gewöhnlichen EF-Talk vorstellen können).
Allein der mediale Umgang mit einer Verstorbenen und ihren Tod zu missbrauchen um Aufmerksamkeit/Klicks/Quoten zu bekommen in dieser grauslichen entwürdigenden Art - da beutelt´s mich persönlich dann schon ab.
ein gesellschaftlicher Umbruch. Ende der 1990er Jahre wurde in den traditionellen Medien das Internet als Hort der Neonazis und Pädophilen angeprangert, weit weg von der Realität. Hintergrund waren Untersuchungen, die ergaben, das viele (damals junge, heute alte) Menschen zur Zeit des TV Hauptabendprogramms lieber im Internet surfen statt Ffrnzusehen.
2000 gab es dann die Sensation, die unrühmliche Übernahme des Time Warner Konzerns durch AOL, eine (verhältnismäßig kleine) Internetfirma kauft eines der bedeutsamsten Medienhäuser.
Später kamen YouTube, Facebook und TikTok.
Aus "In der Zeitung stand..." oder "Im Fernsehen in den Nachrichten wurde gesagt ..." ist heute ein "Der YouTuber hat gesagt...", "Der TikToker hat gesagt....", "In Facebook wurde gesagt...".
Ausgebildete Journalisten sind nicht mehr interessant, irgendein Kasperl der oft nicht mal die deutsche Sprache korrekt beherrscht, aber eine Kamera hat, wird zur Hauptinformationsquelle.
An die Qualität dieser Berichterstattung, also gar keine, haben sich auch die Medien angeglichen.
Kauf Twitter und mach einen POTUS ist ein funktionierendes Geschäftsmodell.
OT: Du möchtest, dass sich Männer positionieren, obwohl unglaublich viele Frauen den "Grab em by the Pussy" Präsidenten gewählt haben?
Ich habe 1996 - vor 30 Jahren - am Layout eines Buches mitgearbeitet, "Ethik der Massenmedien", Herausgeber der nunmehrige Professor Jürgen Wilke, aus der Serie "Studienbücher zur Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 10".
https://fu-berlin.primo.exlibrisgro...alma990004997340402883/49KOBV_FUB:FUB?lang=de
Ein interessantes Werk, beinhaltet Analysen der Medien der Vergangenheit z.B. zur Ermordung des Habsburger Thronfolgers oder Berichterstattung zu Prozessen gegen KKK Mitglieder.
Fazit: wie haben da einen gewaltigen Schritt gut 100 Jahre zurück gemacht. Was die Berichterstattung betrifft.
Es wurde aber unglaublich leicht, Menschen mit Falschinformationen zu fluten, grad der POTUS ist ein geniales Beispiel, lügt, dass sich die Balken biegen und nennt die richtigen Medien Lügenpresse und verklagt sie für korrekte Berichterstattung. Israel folgt gerade. Weniger prominent beeinflusst Russland Wahlen in aller Welt.
LG Tom