Mehr Privat weniger Staat - Allheilmittel oder Phrase

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(Gelöschter Account)
Dem muß ich als gelernter Österreicher widersprechen:

Natürlich könnte "der Staat" als non-profit-Organisation auch Sinn machen - bloß: es scheitert an den ganz simplen Entscheidungen hinsichtlich personeller Qualitäten.

Alle Banken etwa, die im staatlichen oder parteipolitischen Besitz waren, sind in Österreich den Bach runtergegangen, wurden daher verkauft bzw. verschenkt, die einzige unter politischem Einfluß stehende Einkaufskette Österreichs ("Konsum") war auch die einzige die einen kapitalen Bauchfleck gelandet hat. Die staatlichen Industriebetriebe haben Milliarden gekostet und sind mit schöner Regelmäßigkeit durch das Budget saniert worden.

Und auch heute sind die letzten Staatsbetriebe (AUA, ORF, ÖBB) mehr als insolvenzgefährdet. Wobei die AUA durch uns Staatsbürger vermutlich entschuldet und dann an ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen verschenkt wird.

Ich glaube, daß der Nachteil der Politik in der Wirtschaft einfach der ist, daß die Besetzung der Posten nicht nach Qualitätsmerkmalen geschieht, sondern nach politischen Kriterien. Und das sind keine intelligenten, durch Weitblick bestimmten, sondern sich durch parteipolitische Zwänge ergebende, bei denen die Inkompetenz der protegierten Person einfach negiert wird.

So kann es in Österreich durchaus vorkommen, daß die Wahl eines Finanzministers zwischen einem Drucker und einem Schlosser getroffen wird. Natürlich war's dann eine Katastrophe und natürlich ist's dann Wasser auf die Mühlen derer, die die Privatisierung fordern.

Eine Metapher von wegen "gut gemeint heißt noch lange nicht gut gemacht!":

In China bekommt ein Arzt solange Geld für seine Patienten, solange sie nicht krank sind. Dieser hehre Ansatz kann bedeuten, daß der Arzt darauf achtet, daß seine Patienten gesund sind. Es kann aber auch bedeuten, daß er sie für gesund befindet, obwohl sie bereits am Boden liegen.

Diese Metapher gilt auch für Staatseigentum: natürlich kann's Sinn machen. Aber mit den falschen Leuten und abgesehen von den fehlenden Kenntnissen auch noch dem fehlenden Interesse, einen Laden zumindest ausgeglichen, wenn nicht schon rentabel zu führen, funktionert's halt nicht.

Gerade in Österreich hat man das sehr gut beobachten können. Und kann es noch immer...
 
Diese Metapher gilt auch für Staatseigentum: natürlich kann's Sinn machen. Aber mit den falschen Leuten und abgesehen von den fehlenden Kenntnissen auch noch dem fehlenden Interesse, einen Laden zumindest ausgeglichen, wenn nicht schon rentabel zu führen, funktionert's halt nicht.

Gerade in Österreich hat man das sehr gut beobachten können. Und kann es noch immer...

Du has ja soooooooooooooooo recht. Denn Staats (Landes, Gemeinde) - Betrieb bedeutet vor Allem, dass die politisch Missliebigen ungeachtet ihrer beruflichen Qualifikation entfernt oder in die dritte Reihe gestellt werden. Danach werden die verdienten Partei-Idioten ungeachtet ihrer Unfähigkeit in die Führungsetage gehievt (natürlich mit einem Vertrag, der mit fetten Bonuszahlungen und einer unverschämten Abfertigung aufgewertet wurde). Das haben in Österreich bisher ALLE an den Futtertrog gekommenen Parteien so vorexerziert. Die schwarzen Gralsritter der freien Marktwirtschaft sind da nicht besser als die Roten. Und von der Partei, die einmal vorgab, dass sie die Fleissigen und Tüchtigen vertreten wird ....... lass ma das traurige Kapitel lieber.

Es handelt sich also offenbar um ein Naturgesetz und ein wirtschaftlich operierender Staatsbetrieb ist sozusagen die Quadratur des Kreises (wenn er auf Grund unglaublich günstiger Marktbedingungen oder einer Monopolstellung trotzdem Gewinn erwirtschaftet, dann heisst das noch lange nicht, dass er wirtschaftlich geführt ist).
 
Eben! Und weil's so schön ist, hat ja auch ein Politiker - die Farbe sag' ich nicht dazu, sonst heißt's gleich wieder ich sei parteiisch - den Begriff "einen Verlust erwirtschaften" kreiiert! Man stelle sich vor: "einen Verlust ERwirtschaften"!

Und das hat leider Schule gemacht: der Begriff ist heute Usus und keinem fällt's auf...

Normalerweise hätte man früher dazu "verwirtschaftet" gesagt.
 
Eben! Und weil's so schön ist, hat ja auch ein Politiker - die Farbe sag' ich nicht dazu, sonst heißt's gleich wieder ich sei parteiisch - den Begriff "einen Verlust erwirtschaften" kreiiert! Man stelle sich vor: "einen Verlust ERwirtschaften"!

Und das hat leider Schule gemacht: der Begriff ist heute Usus und keinem fällt's auf...

Normalerweise hätte man früher dazu "verwirtschaftet" gesagt.

vielleicht hat er sich sogar dazu sehr anstrengen müssen :mrgreen:
 
Dem muß ich als gelernter Österreicher widersprechen:

Natürlich könnte "der Staat" als non-profit-Organisation auch Sinn machen - bloß: es scheitert an den ganz simplen Entscheidungen hinsichtlich personeller Qualitäten.

Alle Banken etwa, die im staatlichen oder parteipolitischen Besitz waren, sind in Österreich den Bach runtergegangen, wurden daher verkauft bzw. verschenkt, die einzige unter politischem Einfluß stehende Einkaufskette Österreichs ("Konsum") war auch die einzige die einen kapitalen Bauchfleck gelandet hat. Die staatlichen Industriebetriebe haben Milliarden gekostet und sind mit schöner Regelmäßigkeit durch das Budget saniert worden.

Und auch heute sind die letzten Staatsbetriebe (AUA, ORF, ÖBB) mehr als insolvenzgefährdet. Wobei die AUA durch uns Staatsbürger vermutlich entschuldet und dann an ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen verschenkt wird.

Ich glaube, daß der Nachteil der Politik in der Wirtschaft einfach der ist, daß die Besetzung der Posten nicht nach Qualitätsmerkmalen geschieht, sondern nach politischen Kriterien. Und das sind keine intelligenten, durch Weitblick bestimmten, sondern sich durch parteipolitische Zwänge ergebende, bei denen die Inkompetenz der protegierten Person einfach negiert wird.

So kann es in Österreich durchaus vorkommen, daß die Wahl eines Finanzministers zwischen einem Drucker und einem Schlosser getroffen wird. Natürlich war's dann eine Katastrophe und natürlich ist's dann Wasser auf die Mühlen derer, die die Privatisierung fordern.

Eine Metapher von wegen "gut gemeint heißt noch lange nicht gut gemacht!":

In China bekommt ein Arzt solange Geld für seine Patienten, solange sie nicht krank sind. Dieser hehre Ansatz kann bedeuten, daß der Arzt darauf achtet, daß seine Patienten gesund sind. Es kann aber auch bedeuten, daß er sie für gesund befindet, obwohl sie bereits am Boden liegen.

Diese Metapher gilt auch für Staatseigentum: natürlich kann's Sinn machen. Aber mit den falschen Leuten und abgesehen von den fehlenden Kenntnissen auch noch dem fehlenden Interesse, einen Laden zumindest ausgeglichen, wenn nicht schon rentabel zu führen, funktionert's halt nicht.

Gerade in Österreich hat man das sehr gut beobachten können. Und kann es noch immer...

Da kann man locker die privaten Betriebe anführen die gegen die Wand gefahren wurden, es gibt da wie dort unfähige.

Wenn ich aber an die Privatisierung der Energieversorger denke:roll:, als sie noch staatich waren habe ich fürs KW Strom 6 Pfennige bezahlt, heute da sie privatisiert sind bezahlt ich 24 Cent.
Geh ich jetzt davon aus, dass das Stromnetz an dem ich hänge längst abgeschrieben ist, da schon 40 Jahre alt und der Liter Öl ca. 25 Cent kostet und davon 10 KW Strom erzeugt werden können, müssen die Privaten deutlich schlechter wirtschaften als damals der Staat. Dass sie mich abzocken kann fast nicht sein, da wir eine Marktwirtschaft haben und ich ja den Anbieter wechseln könnte.
Früher gabs ab und an bei Gewittern Stromausfälle die höchstens mal eine Stunde dauerten, heute haben wir schon 2 Weihnachten und ab und an auch sonst 2-3 Tage komplett ohne Strom verbracht.

Nehmen wir das Gesundheitswesen, früher als es noch rein staatlich war waren die Kranken so lange im Krankenhaus bis man sie guten Gewissens entlassen konnte. Die Betreuung durch entsprechend viele Krankenschwestern oder Pfleger war gewährleistet.
Heute fliegen die Operierten schnellstmöglich nach der OP aus dem Krankenhaus, wie sie sich dann selbst helfen ist wurscht.
Das Personal wurde derart reduziert, dass man wegen Schwestern oder Pflegermangel schon OP´s ausfallen lassen musste. Kranke wurden über Tage hinweg schlicht vergessen zu versorgen, weil eben das Personal fehlt. Dies Fälle waren mir von früher absolut unbekannt.
Ausserdem muß keiner versuchen mit meiner Erkrankung Gewinn zu erzielen.

Oder die Post, früher waren Pakete und Briefe schlichtweg deutlich billiger, obwohl die Beschäftigten ordentlich verdienten, zumindest im Vergleich zu heute.
Die Post kam pünktlich immer zur gleiche Stunde, hat man sie verpasst konnte man aufs Postamt gehen. Heute haben wir
(ca. 10 000 Einwohner) leider kein Postamt mehr. Beim nächsten Postamt (ein Spielwarenladen:mauer:) kann ich nur Beträge bis 1500 Euro abheben oder einzahlen. Ich habe mich mit dem Personal gutgestellt und sie kommen mir etwas entgegen, dh ich bezahle 1500 ein und geh dann einen Kaffee trinken und komm nach 45 Minuten wieder und darf dann nochmals.
Also ist auch der Service deutlich schlechter.
Jetzt könnte mir mal einer erklären warum eine teurere und schlechtere Leistung die mit schlechter bezahlten Leuten erbracht wird besser ist.:?
Dazu muß man sagen dass manchmal 6 verschiedene Paketdienste pro Tag am Haus vorbei fahren, wirtschaftlich kann das nicht sein.
Im Ausgleich dazu bezahlen sie dann Löhne von denen keiner leben kann und fordern, dass der Staat zusätzlich für diese Beschäftigten bezahlt, um dann so der Post Konkurrenz zu machen. Wäre privat wirklich generell besser würden sie das auch ohne Staatsgelder schaffen.
 
Da kann man locker die privaten Betriebe anführen die gegen die Wand gefahren wurden, es gibt da wie dort unfähige.
ja, nur wenn ein Privater seinen Betrieb gegen die Wand fährt, ist mir das als einzelnem prinzipiell wurscht, es ist sein Geld.
Beim Staatsbetrieb ist es unser aller (Steuer-)Geld - also auch meins.
... Wäre privat wirklich generell besser würden sie das auch ohne Staatsgelder schaffen.
hm, ich weiß ja nicht wie das in D läuft und was dort alles privatisiert wurde - aber hier in A war´s halt immer so, daß z.b. die Post primär für ihre Mitarbeiter und erst in zweiter Linie für die Kunden da war, die Leute bei der Bahn wesentlich intensiver über die Wahrung ihrer wohlverdienten Rechte nachgedacht haben als die Bedürfnisse ihrer zahlenden Kunden und im Endeffekt gabs ein jährlich steigendes, riesiges Defizit, für das - nona - der Steuerzahler aufkommen durfte. Auch keine akzeptable Lösung.
 
ja, nur wenn ein Privater seinen Betrieb gegen die Wand fährt, ist mir das als einzelnem prinzipiell wurscht, es ist sein Geld.
Beim Staatsbetrieb ist es unser aller (Steuer-)Geld - also auch meins.

Wenn ein privater seinen Betrieb gegen die Wand fährt, bleiben normalerweise auch Schulden über, was meinst wer die bezahlt?
Zuerst mal die Banken die die Kredite ausbezahlt haben, merkst was?:hmm: Evtl. die Lieferanten, die das auf ihre Preise umlegen, evtl auch die Arbeiter die ihre Löhne nicht mehr bekommen und auf Sozialleistungen angewiesen sind.
Du kannst es drehen und wenden wie du möchtest, am Ende wirst immer irgendwie an den Verlusten beteiligt.


hm, ich weiß ja nicht wie das in D läuft und was dort alles privatisiert wurde - aber hier in A war´s halt immer so, daß z.b. die Post primär für ihre Mitarbeiter und erst in zweiter Linie für die Kunden da war, die Leute bei der Bahn wesentlich intensiver über die Wahrung ihrer wohlverdienten Rechte nachgedacht haben als die Bedürfnisse ihrer zahlenden Kunden und im Endeffekt gabs ein jährlich steigendes, riesiges Defizit, für das - nona - der Steuerzahler aufkommen durfte. Auch keine akzeptable Lösung.

Über die frühere Post würde ich mich nicht beklagen, bei der Telekom bzw. Fernmeldeamt siehts etwas anders aus. Wobei früher als es noch staatlich war, gabs keine Abhörskandale, das mittlere Mangement fuhr Golf Diesel, heute 5er BMW oder E-Klasse. Allerdings sinds die selben Leute.:? Einige die früher wegen Dummheit durch die Beamtenprüfung flogen konnten allerdings aufsteigen, schlauer sind sie allerdings dadurch auch nicht.
Preis Leistung möchte ich da nicht vergleichen, weil die Leistungen deutlich anders sind als damals.
Was nervt sind die Anrufe die mittlerweile regelmäßig stattfinden um Vertragsänderungen zu bewirken. Aufgrund des jetzigen Provisionssystems hat man dann auch mal einen Vertrag an der Backe obwohl man nein sagte. (meinen Eltern 2 mal und meinem Schwiegervater einmal passiert) Vertragsabschluß mündlich möglich Storno nur schriftlich:roll: Früher wurde man so beraten, dass es für den Kunden passt heute so dass die Provision stimmt.

Die Bahn wird auf dem Weg zur Privatisierung flott gemacht, Strecken stillgelegt oder verkauft, Beamte abgebaut, Personal eingespart und wie man am ICE sieht eher Schrott als Qaualität eingekauft. Auf diese Art und Weise könnte ich auch kurzfristig Gewinn erwirtschaften.
Das ist besonders dumm für die Landbevölkerung oder die Leute die auf regelmäßige Beförderung angewiesen sind, weil zum einen die Strecken fehlen und zum anderen seltsamerweise seit die meisten Beschäftigten keine Beamte mehr sich auch öfters mal gestreikt wird.
Am meisten wird dann gebrüllt, dass man denen das Streiken verbieten sollte:mauer:

Diese Dinge gehören einfach zur Infrastrucktur und sollten in staatlichen Händen bleiben.
Dagegen muß ein Konsum oder auch VW gewiss nicht staatlich sein.
 
..... hier in A war´s halt immer so, daß z.b. die Post primär für ihre Mitarbeiter und erst in zweiter Linie für die Kunden da war .....
Einspruch, Euer Gnaden.
Da musst Du noch relativ jung sein, um das so frei von der Leber weg zu behaupten. Gerade der Post kann man diesen Vorwurf nicht machen. Sie war immer sehr bemüht, ihren Aufgaben bestmöglich nachzukommen. Sei es mit der Beförderung von Briefen und Paketen, oder auch von Passagieren.
Dabei war dieses Unternehmen nie ganz einfach zu führen. Die flächendeckende Erhaltung von Postämtern mit dem entsprechenden Sach- und Personalaufwand, auf der anderen Seite das Bestreben, wenigstens Standardsendungen leistbar zu erhalten. Trotzdem wurde hier meist ein Überschuss erwirtschaftet, der aber auf eine für Österreich typische Weise wieder verloren ging. Der Überschuss der Sparte "Briefe und Pakete" wurde postwendend (:mrgreen:) verwendet, um damit das Minus im Bereich "Personenbeförderung", sprich Postautobus, abzudecken.
Wobei das System der Postbusse genial aufgebaut war: praktisch in jedes noch so kleine, noch so abgelegene Dörfchen hat es täglich mindestens zwei Verbindungen gegeben. Also für die damalige Zeit (50er/60er Jahre) bahnbrechend, könnte man sagen. Könnte man, wenn man es nicht verstanden hätte, sich selbst an die Leine zu legen. Linien der Postbusse durften nicht parallel zu Bahnlinien geführt werden, der liebe Gott wird wissen, warum. Das war schon zur damaligen Zeit keine gute Idee, aber es wollte halt der eine Staatsbetrieb dem anderen Staatsbetrieb keine Konkurrenz machen. Unternehmenstechnisch war das eine Schnapsidee, umso mehr, als die Bundesbahn bei der Errichtung ihres eigenen Autobusdienstes keine so große Feinfühligkeit an den Tag gelegt hat. Aber wie auch immer.
Für die Post wirklich unfinanzierbar wurde das ganze erst, als mit fortschreitender Zeit nicht nur erst die Personenbeförderung rückläufig wurde, sondern auch die Beförderung von Briefen und Paketen durch das Aufkommen neuer Kommunikationstechniken rasant abgenommen hat.

:)


PS ..... wobei das ganze natürlich nicht mehr viel mit Gutmenschen zu tun hat ... :oops:
 
Für die Post wirklich unfinanzierbar wurde das ganze erst, als mit fortschreitender Zeit nicht nur erst die Personenbeförderung rückläufig wurde, sondern auch die Beförderung von Briefen und Paketen durch das Aufkommen neuer Kommunikationstechniken rasant abgenommen hat.

:)

Was mittlerweile dank Ebay kein Problem mehr wäre.
Neulich sah ich, zum wiederholten mal, wie UPS einen ganzen Lieferwagen voller Pakete bei der Post abgab, irgendwie könnens die alten doch besser.:mrgreen:

PS ..... wobei das ganze natürlich nicht mehr viel mit Gutmenschen zu tun hat ... :oops:

Das hat sich mittlerweile in einen anderen Thread verlagert.:roll:
Seltsamerweise in einen Thread mit einer Art Migrationshintergrund.:mrgreen:
 
PS ..... wobei das ganze natürlich nicht mehr viel mit Gutmenschen zu tun hat ... :oops:
das passiert mit fast allen Threads in der Diskussionsecke irgendwie ....

Trotzdem gebe ich auch ein bisserl Senf zur Privatisierungsdebatte dazu:

Besser kann´s der Staat auf keinen Fall, nur kann man Infrastrukturausgaben nicht völlig dem privaten Gewinnstreben überlassen. Und gerade bei der Post ist ein Vergleich "gestern und heute" nur sehr schwer möglich. Zu sehr haben sich bestimmte Aufgaben und der Markt dafür verändert. Der Wegbruch des Briefpostgeschäftes ist ein Faktum und mit dem Vordringen elektronischer Kommunikationsmittel leicht erklärbar.
@Steirer ...... zur seinerzeitigen Ertragslage im Postbereich muss ich dir widersprechen, die "gelbe" Post war fast immer ein Verlustlustträger und hat einen großen Teil der Überschüsse aus dem Telefonbereich zur Stützung dieser Verluste "verplempert". Der Telefonbereich hat satte Gewinnen gemacht, zu Lasten der Kunden. Das Telefonieren war dafür damals ein recht teures Vergnügen.

Beide Teilbereiche leiden noch heute unter der Altlast von unkündbaren Beamten, die (vor allem im Telekommunikationsbereich) für die heutigen Aufgaben der Unternehmen völlig ungeeignet sind. Beide Unternehmen sind heute börsennotiert und dem Management kann man kaum Unfähigkeit vorwerfen.

Ganz im Gegensatz zu einigen anderen "staatsnahen" Betrieben (schließt Betriebe unter Landeseinfluss mit ein). Das Geld, das bei der Bahn vernichtet wurde, das würde ich gerne mit allen Forumsmitgliedern hier teilen. Jeder von uns wäre aus allen finanziellen Sorgen heraussen. Und die Folge ? Abfertigungen und Boni:mauer:

Auch der Flughafen Wien (stark dominiert vom Land NÖ) ist bei genauer Analyse keine wirkliche Erfolgsgeschichte ........ dank regionaler Monopolstellung satte Gewinne auf Kosten der Kunden (rekordverdächtige Flughafengebühren) ...... der AUA - Lufthansadeal hat dazu geführt, dass es so nicht mehr gespielt werden wird. Dazu der totale Missgriff beim laufenden Ausbau ...... Kostenexplosion. Einzige Folge .... der Projektleiter wird ausgetauscht. Das fett bezahlte Management ist ja unschuldig.

Jetzt könnte ich mich noch über Energiepreise und Gesundheitswesen auslassen. Aber es hat halt wirklich nicht unmittelbar mit der Begriffsbestimmung eines Eutmenschen zu tun. Erdgasthread gibt es ja schon, ein Gesundheitsthread .... naja, ich weiss nicht. Der wird dann ganz bestimmt voll ideologisch werden. Vermutlich würden wir dort dann über die "Gutmenschen" diskutieren :mrgreen:
 
...Wobei das System der Postbusse genial aufgebaut war: praktisch in jedes noch so kleine, noch so abgelegene Dörfchen hat es täglich mindestens zwei Verbindungen gegeben. Also für die damalige Zeit (50er/60er Jahre) bahnbrechend, könnte man sagen. ... :oops:

Dazu möchte ich nur ergänzend anfügen, daß in den Postbussen der 50/60er Jahre gleich neben dem Einstieg ein Postkasten installiert war. Man konnte also im Postbus die Post einwerfen. Ob der Fahrer involviert war, weiß ich nicht (-> Übernahme bzw. Ausfolgung von Einschreibbriefen,...).

Damit war durch die Personenbeförderung ein weiterer, positiver Effekt erreicht worden: die Post hätte sonst zusätzlich ein Fahrzeug auf Reisen schicken müssen, um die Postkästen auch in den entlegensten Orten zu leeren.

Und ich sehe es auch so: Die neuen Medien sind's, die der Post zu schaffen machen. Vor allem aber das Abschaffen des Monopols: vergleicht man heutige Preise der Telekommunikation mit jenen zu Zeiten des Monopols, dann kann man leicht feststellen, wem das Aufheben des Monopols zugute kam: dem Konsumenten!

Abgesehen von den Preisen ist auch das Service (ich denke noch mir Grausen an die Zeit der Datenübertragung während des Monopols zurück!) deutlich besser - und vor allem: wir haben Alternativen! Wenn's bei einem Unternehmen nicht so funktioniert, wie man es sich wünscht, kann man wechseln. Früher konnte man bloß die Wände raufgehen, genutzt hat es nichts.

Das gilt auch für Paketdienste: gäbe es keinen freien Markt, dann gäbe es nur die monopolistische Post. Und die könnte wie früher die Preise diktieren!
 
Coole Sache, einige Behauptungen als Argumente zu verkaufen, und dann versuchen die Antwort darauf........

das passiert mit fast allen Threads in der Diskussionsecke irgendwie ....

Trotzdem gebe ich auch ein bisserl Senf zur Privatisierungsdebatte dazu:

Besser kann´s der Staat auf keinen Fall,


Und gerade bei der Post ist ein Vergleich "gestern und heute" nur sehr schwer möglich.


das Telefonieren war dafür damals ein recht teures Vergnügen.

Beide Teilbereiche leiden noch heute unter der Altlast von unkündbaren Beamten, die (vor allem im Telekommunikationsbereich) für die heutigen Aufgaben der Unternehmen völlig ungeeignet sind.


Beide Unternehmen sind heute börsennotiert und dem Management kann man kaum Unfähigkeit vorwerfen.



Ganz im Gegensatz zu einigen anderen "staatsnahen" Betrieben (schließt Betriebe unter Landeseinfluss mit ein). Das Geld, das bei der Bahn vernichtet wurde,



Auch der Flughafen Wien (stark dominiert vom Land NÖ) ist bei genauer Analyse keine wirkliche Erfolgsgeschichte ........ dank regionaler Monopolstellung satte Gewinne auf Kosten der Kunden (rekordverdächtige Flughafengebühren) ...... der AUA - Lufthansadeal hat dazu geführt, dass es so nicht mehr gespielt werden wird. Dazu der totale Missgriff beim laufenden Ausbau ...... Kostenexplosion. Einzige Folge .... der Projektleiter wird ausgetauscht. Das fett bezahlte Management ist ja unschuldig.



Jetzt könnte ich mich noch über Energiepreise und Gesundheitswesen auslassen.



Aber es hat halt wirklich nicht unmittelbar mit der Begriffsbestimmung eines Eutmenschen zu tun. Erdgasthread gibt es ja schon, ein Gesundheitsthread .... naja, ich weiss nicht. Der wird dann ganz bestimmt voll ideologisch werden. Vermutlich würden wir dort dann über die "Gutmenschen" diskutieren :mrgreen:

.....so


Was ist ein Gutmensch?

Noch Antworten zu dieser Frage ?:mrgreen:


.... zu unterbinden.:roll:


Greifen wir nur mal die Behauptung heraus, dass das Telefonieren damals ein teures Vergnügen war.
Unser Fernmeldeamt gab damals ca. 260 000 Menschen Arbeit und Lohn, mein Telefonanschluß kostete ca 20 DM und Ortsgespräche kosteten eine Einheit (wenn ich mich recht erinnere warens 12 Pfennige), wurscht wie lange sie dauerten. Heute bezahle ich 28 Euro für den Anschluß, die Telekom beschäftigt nur noch knapp die Hälfte der Menschen und davon verdienen die neu Angestellten die Hälfte dessen was die Angestellten früher verdient haben.
Was geschah mit den ca 130 000 freigestellten Mitarbeitern? Bezahlst du die jetzt etwa mit deinen Sozialbeiträgen oder deinen Steuern?
Das Fernmeldeamt musste sicherstellen, dass jeder seinen Telefonanschluß bekommen kann, versuch das mal bei den privaten wenn du etwas ausserhalb wohnst, selbst ich höre immer wieder, tut uns leid sie können bei uns keinen Anschluß bekommen wir bieten nur in Großstädten an.
Wird in ländlichen Gegenden angeboten läufts über die angemieteten Leitungen der Telekom, die diese für einen von den Politikern festgelegten Betrag zur Verfügung stellen müssen.
Es findet eine Rosinenpickerei sondersgleichen statt.
Früher gab das Fernmeldeamt seinen erwirtschafteten Gewinn an den Staatshaushalt ab, damit kam er allen zugute, heute landet er als Dividende bei den Aktionären.

Dann hätte ich noch die Frage, warum alle Beamten völlig ungeeignet sind. Ists das Problem, dass sie unkündbar sind?
Ist nur ein leicht kündbarer Arbeitnehmer ein guter Arbeitnehmer?
Die Altlast rührt daher, dass man sich die Alterversorgung gespart hat und keine Sozialabgaben abgeführt hat, damit waren Beamte extrem günstige Arbeitnehmer, die zudem noch weniger Rechte als Arbeiter hatten. Hätte man früher aus den eingesparten Sozialabgaben Rücklagen gebildet könnte man damit die Pensionen bezahlen, aber das gesparte Geld gab man locker aus.
 
so ich hab mal die "privatisierung" von den "gutmenschen" entkoppelt und den thread "aufgmacht"

möge die übung gelingen

FranzL
 
Einspruch, Euer Gnaden.
Da musst Du noch relativ jung sein, um das so frei von der Leber weg zu behaupten. Gerade der Post kann man diesen Vorwurf nicht machen. Sie war immer sehr bemüht, ihren Aufgaben bestmöglich nachzukommen. Sei es mit der Beförderung von Briefen und Paketen, oder auch von Passagieren.
Dabei war dieses Unternehmen nie ganz einfach zu führen. Die flächendeckende Erhaltung von Postämtern mit dem entsprechenden Sach- und Personalaufwand, auf der anderen Seite das Bestreben, wenigstens Standardsendungen leistbar zu erhalten. Trotzdem wurde hier meist ein Überschuss erwirtschaftet, der aber auf eine für Österreich typische Weise wieder verloren ging. Der Überschuss der Sparte "Briefe und Pakete" wurde postwendend (:mrgreen:) verwendet, um damit das Minus im Bereich "Personenbeförderung", sprich Postautobus, abzudecken.
Wobei das System der Postbusse genial aufgebaut war: praktisch in jedes noch so kleine, noch so abgelegene Dörfchen hat es täglich mindestens zwei Verbindungen gegeben. Also für die damalige Zeit (50er/60er Jahre) bahnbrechend, könnte man sagen. Könnte man, wenn man es nicht verstanden hätte, sich selbst an die Leine zu legen. Linien der Postbusse durften nicht parallel zu Bahnlinien geführt werden, der liebe Gott wird wissen, warum. Das war schon zur damaligen Zeit keine gute Idee, aber es wollte halt der eine Staatsbetrieb dem anderen Staatsbetrieb keine Konkurrenz machen. Unternehmenstechnisch war das eine Schnapsidee, umso mehr, als die Bundesbahn bei der Errichtung ihres eigenen Autobusdienstes keine so große Feinfühligkeit an den Tag gelegt hat. Aber wie auch immer.
Für die Post wirklich unfinanzierbar wurde das ganze erst, als mit fortschreitender Zeit nicht nur erst die Personenbeförderung rückläufig wurde, sondern auch die Beförderung von Briefen und Paketen durch das Aufkommen neuer Kommunikationstechniken rasant abgenommen hat.

:daumen: Gar nicht zu reden vom Fernmeldesektor. Die Post hat in den 70ern und 80ern Riesengewinne mit Telefonie erwirtschaftet, damit aber auch eine hervorragende Infrastruktur geschaffen. Und der Großteil der Gewinne wurde nicht ins Unternehmen gesteckt, sondern wurde verwendet, um Budgetlöcher zu stopfen...
 
Coole Sache, einige Behauptungen als Argumente zu verkaufen, und dann versuchen die Antwort darauf........

.....so

.... zu unterbinden.:roll:

Ich versuch gar nichts zu unterbinden. Ich hab nur festgestellt, dass WIR (auch ich :oops:) uns recht weit von Thema in eine ganz andere Debatte verstrickt haben.

Der Administrator hats ähnlich gesehen und einen eigenen Thread draus gemacht.

Ich kann zur Situation in Deutschland naturgemäß weniger sagen als du, denn ich schau mir das (privatisierte) Fernsehen weniger gern an. Die Sendungen sind mir einfach zu blöd und Filme sehe ich gerne ohne Werbeunterbrechung. So, jetzt hab ich einen Bereich genannt, wo ich die Privatisierung nicht als Allheilmittel ansehe.

Jetzt zur Post: Bei uns hat "anno dazumals" das Ortsgepräch einen Schilling gekostet, pro Minute wohlgemerkt. Das wären heute 7 Eurocent oder 14 Pfennige. Aber diese einfache Umrechnung sagt recht wenig ....... ich hätte mit einem Monatsgehalt rund 10.000 Minuten telefonieren können. Mit den heutigen Festnetztarifen würde ich locker weit mehr als das 10 - fache schaffen.

Die Erstellung eines Festnetzanschlusses "anno dazumal" war ein amtlicher Gnadenakt. Nachdem der künftige Kunde (dieses Wort war bei der Post allerdings nicht im Vokabular, Bittsteller wäre der richtigere Ausdruck gewesen) sein Gesuch um Erteilung eines Festnetzanschlusses eingebracht hatte, mußte er sich zunächst in Geduld üben. Es wird von Wartezeiten bis zu 2 Jahren berichtet. Und das, obwohl die Post damals (wie du richtig anmerkst) auch im Telekombereich viel mehr Menschen beschäftigte als heute. Das waren allerdings keine Mit - ARBEITER, sondern Beamte. Und wenn du deinem Ärger über die lange Wartezeit allzu freien Lauf gelassen hättest, dann hätte das schon mit einer Anzeige wegen Beamtenbeleidigung enden können. Und das war "anno dazumals" ein verabscheungswürdiges und demnach hart zu bestrafendes Delikt, zumindest in Österreich.

Um ehrlich zu sein, meinen Festnetzanschluss in Salzburg hab ich damals schon nach 3 Monaten bekommen. Aber ich wage gar nicht daran zu denken, was ich für meinen Internetanschluss und für mein (eher selten genutztes) Mobiltelefon an monatlichen Kosten zu bezahlen hätte, wäre die Telekommunkation noch ein staatliches Monopol.

Die österreichischen Staatsschulden stammen zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Ära Kreisky. Da wurden die schwer defizitären Staatsunternehmen auf Kosten des Steuerzahlers durchgefüttert. Wenn der Herr Ruhaltinger (Betriebsratskaiser der damals verstaatlichten VÖEST) in Linz kräftig auf den Tisch gehaut hat, dann haben die da unten in Wien gewußt, jetzt müssen wir im Budget wieder ein paar Hundert Millionen locker machen.

Heute ist die VÖEST großteils privatisiert und ein sehr erfolgreiches Unternehmen (wenn es in der momentanen Krise heuer auch nicht gerade Rekordgewinne schreiben wird).

Mein Arbeitgeber ist auch im Metallgeschäft tätig. Unsere Kunden haben uns "anno dazumals" immer mit den niedrigeren Offerten unseres staatlichen (und viele Jahre Verluste "erwirtschaftenden") Mitbewerbers konfrontiert. Unsere Umweltauflagen waren immer wesentlich strenger als die unseres staatlichen Mitbewerbers. Anfang der 90 - er Jahre kam dieser Mitbewerber sogar auf die Idee, uns übernehmen zu wollen (scheiterte zum Glück, auch am Widerstand der Belegschaft). Den Mitbewerber gibt es inzwischen nicht mehr, einige Teilbetriebe sind privatisiert und zum Teil (auch ans Ausland) verkauft. Einen kleinen Teilbereich hat unser Unternehmen gekauft und in die Gewinnzone geführt :mrgreen: Unser Betrieb ist auf Wachstumskurs (hoffentlich gefährdet uns die derzeitige Krise nicht existenziell).

Jetzt zurück zum Fernsehen (und Radio): In diesem Bereich sehe ich in einer Privatisierung eine Reihe von Gefahren. Da ist zunächst einmal die in einigen Ländern (Italien, Berlusconi) bereits erfolgte Bildung von Informationsmonopolen. Und daneben der totale Qualitätsverlust durch die ausschließliche Orientierung an kurzfristigem Quotenerfolg. Im deutschsprchigen Raum sind es wirklich nur die "öffentlich - rechtlichen" und ihre zwischenstaatlich - gemeinsamen Ableger (3SAT, ARTE), die was G´scheites senden. Ahhhh, da fallt mir grad ein ....... heute ist in 3 SAT wieder Thementag, POP und ROCK .... werd mein Posting schnell abschließen:mrgreen:

Wir hier in Österreich haben halt große Mühe damit, dass der ORF wirtschaftlich und unabhängig geführt wird. Schade ......:hmm:

Dazu muß man sagen dass manchmal 6 verschiedene Paketdienste pro Tag am Haus vorbei fahren, wirtschaftlich kann das nicht sein.

Um bei deiner Logik zu bleiben: Das schafft Arbeitsplätze !!!
 
:daumen: Gar nicht zu reden vom Fernmeldesektor. Die Post hat in den 70ern und 80ern Riesengewinne mit Telefonie erwirtschaftet, damit aber auch eine hervorragende Infrastruktur geschaffen. Und der Großteil der Gewinne wurde nicht ins Unternehmen gesteckt, sondern wurde verwendet, um Budgetlöcher zu stopfen...
Weil die Post es laut Gesetz der damaligen sozialdemokratischen Alleinregierung machen musste,die damals mit diesen Geldern ihre Schuldenpolitik kompensieren wollte.
 
Ich versuch gar nichts zu unterbinden. Ich hab nur festgestellt, dass WIR (auch ich :oops:) uns recht weit von Thema in eine ganz andere Debatte verstrickt haben.

Der Administrator hats ähnlich gesehen und einen eigenen Thread draus gemacht.


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Jetzt zur Post: Bei uns hat "anno dazumals" das Ortsgepräch einen Schilling gekostet, pro Minute wohlgemerkt. Das wären heute 7 Eurocent oder 14 Pfennige. Aber diese einfache Umrechnung sagt recht wenig ....... ich hätte mit einem Monatsgehalt rund 10.000 Minuten telefonieren können. Mit den heutigen Festnetztarifen würde ich locker weit mehr als das 10 - fache schaffen.

Wetten dass nicht?:haha:
Geldmäßig schon, aber Geld ist nicht alles.;)
Wir kamen früher jedenfalls so gut wie nicht über 30 DM an Kosten.
Aber wie schon gesagt, vergiss nicht dass die ausgemusterten Postbeamten auch heute noch essen und wohnen. Du darfst jetzt nicht nur deine Telefonkosten zu Grunde legen.
Bei uns sinds auch Arbeiter und Angestellte die ausgemustert wurden, auch die kann man nicht verhungern lassen.
Früher haben die von ihrem Einkommen auch einkaufen können, heute hat man Konjunkturprogramme dazu.
Also wenn schon Kosten rechnen, dann bitte alle.


Die Erstellung eines Festnetzanschlusses "anno dazumal" war ein amtlicher Gnadenakt.

Das ist nur billige Polemik, ich wüsste auch keinen Fall in dem man früher jemandem einen Anschluß verweigert hätte. Die privaten heute können das locker wenns nicht wirtschaftlich ist. Dieses Argument gabs früher nicht, da hatte jeder das Recht angeschklossen zu werden und das Fernmeldeamt hatte die Pflicht das auch zu tun.

Nachdem der künftige Kunde (dieses Wort war bei der Post allerdings nicht im Vokabular, Bittsteller wäre der richtigere Ausdruck gewesen) sein Gesuch um Erteilung eines Festnetzanschlusses eingebracht hatte,

Mir ist wurscht ob ich Kunde oder Antragsteller genannt werde, entscheidend ist wie ich behandelt werde,
Damals konnte ich mit dem zuständigen Bearbeiter reden und ihn auch telefonisch erreichen, heute lande ich wenn ich Pech habe in einem Callcenter in Rumänien oder muß eine 0900 er Nummer wählen. Da werde ich zwar KUnde genannt bin aber nur das Zahlvieh.



mußte er sich zunächst in Geduld üben. Es wird von Wartezeiten bis zu 2 Jahren berichtet. Und das, obwohl die Post damals (wie du richtig anmerkst) auch im Telekombereich viel mehr Menschen beschäftigte als heute.

Die damals erst die Infrastrucktur schaffen mussten die heute genutzt wird. Natürlich war das Fernmeldeamt auch damals schon von Zulieferern oder Baufirmen abhängig.
Ich bekam jedenfalls meinen ersten Anschluß innerhalb einer Woche. Meine Schwägerin heute (unter gleichen Bedingungen) bei Kabelbw laut Zusage innerhalb eines Tages, das ist zugegebenermaßen etwas schneller, nur ich konnte nach 1 Woche auch telefonieren, bei ihr dauerte es kanpp 8 Wochen:mrgreen:. Sicher nur ein bedauerlicher Einzelfall.:haha:
Jetzt wollte sie Handynummern sperren lassen, bei der Telekom nach einem Tag möglich, bei Kabelbw überhaupt nicht, das dient der Gewinnmaximierung.:lehrer: Die Kosten für die Gespräche der Kinder belaufen sich mittlerweile für 3 Monate auf ca 800 Euro. Lösung Kabelbw, Leitung abschrauben. Wie wenn die Kinder heute nicht in der Lage wären, da wieder etwas anzuklemmen.:roll:
Wie gesagt, bei Telekom anrufen und am nächsten Tag ist dieses Problem gelöst, auch wenn ein Beamter den Fall bearbeitet.


Das waren allerdings keine Mit - ARBEITER, sondern Beamte.

Fast schon rassistisch.:mrgreen: Was unterscheidet denn die Beamten von den Arbeitern? Gibts da einen Genunterschied von dem ich bisher nichts weiss?


Und wenn du deinem Ärger über die lange Wartezeit allzu freien Lauf gelassen hättest, dann hätte das schon mit einer Anzeige wegen Beamtenbeleidigung enden können. Und das war "anno dazumals" ein verabscheungswürdiges und demnach hart zu bestrafendes Delikt, zumindest in Österreich.

Beamtenbeleidigung wird höher bestraft als sonstige Beleidigungen, das gebe ich ja zu, ist mir aber auch völlig wurscht, weil ich niemanden beleidige, bzw beleidigen muß um meine Interessen zu vertreten. Ich bezweifle auch dass sich Beleidigungen positiv auf ein Geschäftverhältnis auswirken, aber ein Versuch wärs ja wert. Bein nächsten Autohandel werde ich mal den Spruch, hey du Arschloch der Preis ist viel zu hoch einfliessen lassen, evtl. bringts ja was.:mauer:
Oder magst die Beamten nur nicht, weil du die nicht billig beleidigen kannst?:mrgreen:


Um ehrlich zu sein, meinen Festnetzanschluss in Salzburg hab ich damals schon nach 3 Monaten bekommen. Aber ich wage gar nicht daran zu denken, was ich für meinen Internetanschluss und für mein (eher selten genutztes) Mobiltelefon an monatlichen Kosten zu bezahlen hätte, wäre die Telekommunkation noch ein staatliches Monopol.

Da könnte man nur spekulieren. Allerdings habe ich meine Flat bei der Telekom und ich hatte noch nie Probleme mit dem Datenverkehrsaufkommen, das können viele Kunden der richtig privaten nicht behaupten. Denen hat man schon den Anschluß bzw. die Flat gekündigt, weil das Verkehrsaufkommen zu hoch war.:roll:
Tschuldigung, aber was verstehen diese Privaten am Begriff Flat nicht?:roll:




Die österreichischen Staatsschulden stammen zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Ära Kreisky. Da wurden die schwer defizitären Staatsunternehmen auf Kosten des Steuerzahlers durchgefüttert. Wenn der Herr Ruhaltinger (Betriebsratskaiser der damals verstaatlichten VÖEST) in Linz kräftig auf den Tisch gehaut hat, dann haben die da unten in Wien gewußt, jetzt müssen wir im Budget wieder ein paar Hundert Millionen locker machen.

Ist das nicht dieses Spiel, dass man Verluste sozialisiert und die Gewinne privatisiert.
Ich bin auch ein Gegner davon dass der Staat die Verluste von privaten Unternehmen übernimmt.





Mein Arbeitgeber ist auch im Metallgeschäft tätig. Unsere Kunden haben uns "anno dazumals" immer mit den niedrigeren Offerten unseres staatlichen (und viele Jahre Verluste "erwirtschaftenden") Mitbewerbers konfrontiert. Unsere Umweltauflagen waren immer wesentlich strenger als die unseres staatlichen Mitbewerbers. Anfang der 90 - er Jahre kam dieser Mitbewerber sogar auf die Idee, uns übernehmen zu wollen (scheiterte zum Glück, auch am Widerstand der Belegschaft). Den Mitbewerber gibt es inzwischen nicht mehr, einige Teilbetriebe sind privatisiert und zum Teil (auch ans Ausland) verkauft. Einen kleinen Teilbereich hat unser Unternehmen gekauft und in die Gewinnzone geführt :mrgreen: Unser Betrieb ist auf Wachstumskurs (hoffentlich gefährdet uns die derzeitige Krise nicht existenziell).

Das wollte man bei uns umgekehrt machen. Bei der Post verdienen die Menschen im Vergleich zu den privaten noch gut und deshalb fordert die Post einen Mindestlohn von 7 Euro 80.
Die privaten haben daraufhin eine Gewerkschaft gegründet und deren Mitglieder gegen diese Forderung demonstrieren lassen, was allerdings rechtswidrig war, aber denen sind die Mittel die sie einsetzen wurscht. Jedenfalls haben sie sich das so vorgestellt, dass sie 3 Euro 50 bezahlen und der Staat zuzahlt, damit diese Menschen nicht verhungern, damit wollte man dann der Post Konkurrenz machen.
Hätte das funktioniert, hätten wir 3 mal bezahlt, zum einen fürs verschicken zum anderen über die Sozialleistungen plus die Sozialleistungen die dann die entlassenen Postarbeiter verursacht hätten. Und das nur damit sich einer die Taschen füllen könnte.


Um bei deiner Logik zu bleiben: Das schafft Arbeitsplätze !!!

Und hilft der Umwelt?
Es schafft keine Arbeitsplätze, es schafft Subunternehmer die am Existentsminimun dahinvegetieren. Meinen Nachbarn hats auch erwischt, letzte Woche bekam er mitgeteilt, dass es jetzt 200 Euro pro Monat weniger gibt, jetzt kann er sichs überlegen ob ers macht oder nicht, als Angestellter hätte das so nicht funktioniert.
Andererseits hat er vor 4 Wochen die Abwrackprämie kassiert, quasi vom Staat 2500 Euro kassiert, vom Auftraggeber 2400 Euro weniger bekommen, macht für ihn 100 Euro plus (halt nur in diesem Jahr)
Seltsamerweise kostet aber die Beförderung der Pakete immer noch gleich viel. Wo landet jetzt diese Kohhle und wer bezahlt sie?
 
Jetzt wollte sie Handynummern sperren lassen, bei der Telekom nach einem Tag möglich, bei Kabelbw überhaupt nicht, das dient der Gewinnmaximierung.:lehrer: Die Kosten für die Gespräche der Kinder belaufen sich mittlerweile für 3 Monate auf ca 800 Euro. Lösung Kabelbw, Leitung abschrauben. Wie wenn die Kinder heute nicht in der Lage wären, da wieder etwas anzuklemmen.:roll:

Das allerdings ist schon wieder ein anderes Thema ........ "Die Folgen der antiautoritären Erziehung" :mrgreen:


Fast schon rassistisch.:mrgreen: Was unterscheidet denn die Beamten von den Arbeitern? Gibts da einen Genunterschied von dem ich bisher nichts weiss?

nein, war nicht rassistisch gemeint, hab nur zur Hervorhebung des für mich positiv besetzten Begriffes "ARBEIT" diese Wortaufteilung gewählt.

Das mit den teilweise langen Wartezeiten auf den Anschluss in Österreich, das war damals wirklich so. Aber ich kann dir ein anderes Beispiel (selbst erduldet) für das sagenhafte Kundendienstbewußtsein bei der Post (damals bekanntlich auch Betreiber des Festnetzes) geben: Telefonkunden durften sich kein eigenes Telefon kaufen ..... es must ein amtlich genehmigtes sein. Später wurden diese sinnlosen Bestimmungen gelockert und man konnte sich am freien Markt sein eigenes Telefon kaufen (allerdings immer mit der Drohung in Hintergrund, wenn dein Anschluss spinnt, dann ist zunächst vobeugend ein im freien Handel gekauftes Gerät schuld). Das posteigene Gerät konnte man zurückgeben (dafür musste man nämlich eine im Vergleich zur technischen Ausstattung dieses Gerätes unverschämte Monatsmiete berappen).

Ich rief den Kundendienst der Post an und erhielt die Auskunft, dass ich das Telefon entweder bei einem Postshop (80 Kilometer weit weg) oder beim örtlichen Postamt abgeben könne. Ich entschied mich für die zweite Variante, hatte meine Rechnung aber ohne den Wirt, sprich Postamtsleiter gemacht. Der wies mein Ansinnen entrüstet zurück und ich rief erneut beim Kundendinst an. Das Spielchen wiederholte sich, worauf ich dem Postamtsleiter zu verstehen gab, dass ich ein Schreiben an seine vorgesetzte Stelle richten würde. Naja, letzlich konnte ich mein Telefon dann doch retourniern.:mauer:

Der Postamtsleiter (wenig älter als ich) genießt nun übrigens schon längere Zeit sein wohlverdiente :ironie: Pension.

Ist das nicht dieses Spiel, dass man Verluste sozialisiert und die Gewinne privatisiert.
na, bei unserer "verstaatlichten Eisen-und Stahlindustrie" war es eher so, dass man schwer defizitäre Betriebe privatisiert hat und danach machten sie auf einmal Gewinne.

Übrigens ..... es ist ja erst 20 Jahre her:mrgreen: Im deutschen Arbeiter- und Bauernparadies war ja so gut wie alles verstaatlicht. So toll ist es den Menschen dort aber nicht gegangen. Nur ganz wenige sind aus Land der kapitalistischen Ausbeuter, der BRD, hinüber geflüchtet.
 
Das allerdings ist schon wieder ein anderes Thema ........ "Die Folgen der antiautoritären Erziehung" :mrgreen:

Nein das Thema ist Service oder Gewinnmaximierung.


nein, war nicht rassistisch gemeint, hab nur zur Hervorhebung des für mich positiv besetzten Begriffes "ARBEIT" diese Wortaufteilung gewählt.

Ich halte einfach mal fest, du hetzt gegen Beamte, weisst aber auch keinen konkreten Unterschied zu anderen Menschen, sofern du sie diesen überhaupt zurechnest.:hmm:


Das mit den teilweise langen Wartezeiten auf den Anschluss in Österreich, das war damals wirklich so.

Natürlich, man musst auch das was man heute nutzt zuerst aufbauen. Ich kann mich noch an die ersten Telefonanschlüsse in unserer Strasse erinnern, da musst man zuerst eine Mastlinie stellen, für insgesammt 3 Anschlüsse. Das geht nun mal nicht von heute auf morgen. Heute würdest von den Privaten hören, das ist unwirtschaftlich und würdest überhaupt keinen bekommen.


Aber ich kann dir ein anderes Beispiel (selbst erduldet) für das sagenhafte Kundendienstbewußtsein bei der Post (damals bekanntlich auch Betreiber des Festnetzes) geben: Telefonkunden durften sich kein eigenes Telefon kaufen ..... es must ein amtlich genehmigtes sein. Später wurden diese sinnlosen Bestimmungen gelockert und man konnte sich am freien Markt sein eigenes Telefon kaufen (allerdings immer mit der Drohung in Hintergrund, wenn dein Anschluss spinnt, dann ist zunächst vobeugend ein im freien Handel gekauftes Gerät schuld).

Das ist heute nach der Privatisierung noch so, nur sagts halt keiner mehr. Mein Schwager meldete eine Störung die durch einen Reset an der internen Technik des Betreibers behoben war, aber es erschien noch ein Techniker der behauptete etwas messen zu müssen, der "fand" dann einen Fehler an einem Gerät und die Rechnung für diesen 5 Minuten Einsatz betrug 125 Euro. Ich habs mir angesehen, das gefundene defekte Gerät, war an einer toten (alten) Leitung angeschlossen und war überhaupt nicht mehr in Betrieb.
Früher war eben generell das Fernmeldeamt zuständig und eine Fehlerbeseitigung kostete genau nix, heute machen sie wenn mans zulässt die erste Dose in den Keller und für alles andere ist der Kunde zuständig.
Selbst die Einrichtung des Anschlusses wurde bei uns zum Festpreis gemacht, für den Preis verlegt man dir heute keine 2 m Leitung mehr.


Das posteigene Gerät konnte man zurückgeben (dafür musste man nämlich eine im Vergleich zur technischen Ausstattung dieses Gerätes unverschämte Monatsmiete berappen).

Anfänglich gehörte es zu Anschluß und wurscht was damit geschah bekam man es repariert. Dagegen hätte ich heute noch nichts.


Ich rief den Kundendienst der Post an und erhielt die Auskunft, dass ich das Telefon entweder bei einem Postshop (80 Kilometer weit weg) oder beim örtlichen Postamt abgeben könne. Ich entschied mich für die zweite Variante, hatte meine Rechnung aber ohne den Wirt, sprich Postamtsleiter gemacht. Der wies mein Ansinnen entrüstet zurück und ich rief erneut beim Kundendinst an. Das Spielchen wiederholte sich, worauf ich dem Postamtsleiter zu verstehen gab, dass ich ein Schreiben an seine vorgesetzte Stelle richten würde. Naja, letzlich konnte ich mein Telefon dann doch retourniern.:mauer:

Wie geht das heute bei den Privaten, da kannst doch des defekte Telefon auch nur einschicken, abgeben oder wegschmeissen.
Diese Zustände hatten wir aber erst wärend der Privatisierung, zuvor kam einer angefahren und hats in Ordnung gebracht. Länger als einen Tag musste ich nie warten. Ich habe mich bei der Meldung aber auch immer höflich verhalten.:mrgreen:

Der Postamtsleiter (wenig älter als ich) genießt nun übrigens schon längere Zeit sein wohlverdiente :ironie: Pension.

Er genießt, du bezahlst, oder seh ich das falsch, und du befürwortest das.:hmm:


na, bei unserer "verstaatlichten Eisen-und Stahlindustrie" war es eher so, dass man schwer defizitäre Betriebe privatisiert hat und danach machten sie auf einmal Gewinne.

Ich bin jetzt nicht für eine verstaatlichte Eisen oder Stahlindustrie, mir reicht die Infrastruktur wie Armee, Polizei, Strassen, Gesundheitswesen, Post, Telefon, Bahn, Energie und Wasserversorger, Entsorger, evtl. noch das Bankenwesen, weil ichs nicht einsehe, dass der Staat Geld für 1,5% verleiht und ich 4% dafür bezahle wenn ich welches davon möchte und die Bank jährlich 2,5% fürs verwalten bekommt.


Übrigens ..... es ist ja erst 20 Jahre her:mrgreen: Im deutschen Arbeiter- und Bauernparadies war ja so gut wie alles verstaatlicht. So toll ist es den Menschen dort aber nicht gegangen. Nur ganz wenige sind aus Land der kapitalistischen Ausbeuter, der BRD, hinüber geflüchtet.

Dass du jetzt gänzlich andere Staatsformen ins Spiel bringst, dessen bist dir aber schon bewusst? Ausserdem könnte ich jetzt zig Staaten aufführen in denen mehr privat läuft und die Verhältnisse deutlich schlechter sind als sie in der DDR je waren.
 
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