Alles, incl. das Universum, ist für den Menschen nur durch seine Sinne wahrnehmbar.
heutzutage ja längst nicht mehr. was aber die religiösen nicht daran hindert, das verbesserte wissen in abrede zu stellen und immer noch den glauben für die bessere wahrheit zu halten (siehe kreationismus etc.). dass galileo galilei recht gehabt hat, hat die katholische kirche z.b. bis heute nicht expressis verbis zugegeben, sondern bloß die möglichkeit eingeräumt.
Er ist aber in der Lage, unvollständige Wahrnehmung zu einem Ganzen zu vervollständigen und für ihn unerklärbare Phänomene zu deuten.
das ist für mich dann ein manko statt gabe, wenn man über die klippe besseren wissens oder zu großen zweifels hinaus deutet statt forscht.
Das macht er seit Urzeiten, in denen Blitz und Donner noch "göttlich" waren. Daraus hat sich auch seine Religiösität entwickelt, die in der Tat nichts anderes ist, als fehlendes Wissen durch Glauben zu ergänzen.
nicht nur religiosität, sondern auch die konkrete jeweilige religion. schon weil man geglaubt hat, die natur (von der man im übermaß abhängig war und immer noch ist) durch wohlverhalten und geschenke an die jeweils zuständigen gottheiten beeinflussen zu können. was natürlich findige personen auch ausgenutzt und gefördert haben. nämlich priester, die schon früh herausgefunden haben, wie prima es sich von den opfergaben leben lässt.
hinzu kommt noch das umgehen mit dem tod. wo man der eigenen endlichkeit (wieder bei wohlverhalten, versteht sich) eine wunderbare fortsetzung dazu"gedeutet" hat. und wo man auch geliebten verstorbenen aus dem schmerz und dem vermissen heraus eine ebensolche wunderbare weiterexistenz verpasst hat. angst, trauer und einsamkeit sind da der schlüssel, nicht wissen oder liebe.
paradoxer weise hindert uns die religion offenbar vehement daran, nach dem wirklichen wesen des todes und danach zu forschen. das wird dann alles zu para-wissenschaft. weil tatsächliche (wahrscheinlich ziemlich abweichende) erkenntnisse wohl unser irdisches wertesystem ziemlich auf den kopf stellen würden und wir nicht so watscheneinfach lenkbar, nein manipulierbar wären wie heute.
und dass es da wahrscheinlich viel mehr gibt (aber anders), das halte ich für zunehmend wahrscheinlicher. aber ich weiß es nicht.
Ich denke, dass Religiösität/ Glaubensfähigkeit in oben beschriebenen Sinne eine im Menschen fest verwurzelte und völlig natürliche Angelegenheit ist, ohne die sich seine herausragende Denkfähigkeit nicht entwickelt hätte und er heute noch dumm wie ein Wurm wäre.
ich halte es für psychische notlösungen und werte-schöpfung auf illusions-basis, die wir m.e. in wahrheit gar nicht brauchen.
fügt er auch seiner Existenz die ihm fehlend erscheinden Teile hinzu. Und das ist eben die Symbiose aus Erfahrung, Wissen und Glauben, die für ihn überlebenswichtig ist.
fügt oder lügt? gerade diese symbiose aus erfahrung, wissen und glauben halte ich für die wurzel des übels, wenn man verlernt, die teile nach ihrer wahrscheinlichkeit oder dem gewissheits/bestätigungsgrad zu trennen. da wird glaube zu wissen und dafür wissen zu blasphemie.
Daher ist Religiösität absolut nichts Negatives oder Überflüssiges. Sie ist untrennbarer Teil des Menschen.
untrennbarer teil ja, aus dem status quo heraus realistisch gesehen. aber ob negativ oder überflüssig, darüber ließe sich schon aus diesem status quo heraus trefflich diskutieren.
Die Frage, ob die Welt ohne Religiosität friedlicher wäre, impliziert den Menschen als ein völlig anderes Wesen.
von der geschichtlichen entwicklung her geb ich dir recht. aber was ist das für eine evolutions-perspektive wenn man auch aberglauben als fixen bestandteil unserer zukunft als notwendig bezeichnet? ja den man sogar über das wissen zu stellen bereit ist!
Das sind Machtansprüche, die missbräuchlich im Namen der jeweiligen Religionen erhoben werden und Sache der Kirchen/Religionsführer/Politiker.
geb ich dir recht.
Also nicht der religiöse Mensch ist der Übertäter, sondern diejenigen, die diese Religiosität missbrauchen oder den Gläubigen ihr Glauben, an was auch immer, streitig machen.
nur verleihen diese religiösen menschen erst den missbrauchern ihre macht und dienen ihnen als handlanger/werkzeug/waffe.