Der TE schreibt hier das übliche, was die meisten nach mehreren Ehejahren betrifft. Und das Ergebnis wird auch das übliche sein. Such dir eine junge Maus in einem Bordell und hole dir dort deine Erlebnisse. Wenn ihr beide schon fremd gegangen seid, ist das ja dann nix ungewöhnliches.
Kann sein, muß nicht sein. Vorab - wegen deines Rats mit dem Bordell: es gibt tatsächlich nicht wenige Frauen, die so eine Lösung akzeptieren, besser jedenfalls als wenn der Gatte sich eine Freundin sucht. Für mich wäre das bis vor kurzem das definitive Aus für meine Ehe gewesen, es hängt einfach davon ab, was für eine Einstellung frau gegenüber Paysex hat.
Zu dem "üblichen" Ergebnis: das Problem wird darin liegen, daß selbst in "ganz offenen" Gesprächen oft nicht wirklich offen kommuniziert wird, nicht mal aus böser Absicht, sondern aus Scham, aus Rücksichtnahme, aus Angst, den Partner endgültig zu verprellen. Da ich beide Seiten kenne - sowohl die, keinen Sex zu bekommen, aber auch die, absolut lustlos zu sein, als Anregung für den TE gedacht: Lustlosigkeit heißt nicht unbedingt, daß generell keine Lust auf Sex vorhanden wäre. Es ist durchaus denkbar, daß deine Partnerin einfach keine Lust auf dich hat, aber Fantasien/Lust in Bezug auf andere Männer. Falls das der Fall ist, wird sie dir das nicht unbedingt auf die Nase binden, wenn ihr euch mögt, wird sie fürchten, dich damit zu kränken, möglicherweise wird sie sich das selbst nicht mal eingestehen.
Kann so sein, muß aber nicht. Ich erwähne das deshalb, weil es eine entscheidende Rolle spielt, woher die Lustlosigkeit kommt - ob sie eurer Situation, der muckeligen "Familienstimmung" geschuldet, irgendwelchen Blockaden oder dem Gefühl, daß du "ständig" willst und sie sich bedrängt fühlt. Wenn ihr was ändern wollt, wäre Hilfe durch Paarberatung vielleicht hilfreich, als Lösung von vornherein sehe ich auch sowas nicht, weil das voraussetzt, daß ihr beide an einer Veränderung eurer Beziehung interessiert seid. Wenn sie "eigentlich" eh zufrieden ist und sich vor Veränderungen (gerade, wenn sie denkt, daß die zu ihren "Lasten" gehen sollen) fürchtet, könnt's hier schwierig werden.
Deshalb wäre vielleicht hilfreich, wenn du so gut du kannst deine Gedanken, Wünsche, Gefühle usw. aufschreibst und sie bittest, dasselbe zu tun. Gibt ja viele Möglichkeiten, wie man mit Situationen auch spielerisch und kreativ umgehen kann - beispielsweise habe ich zeitweise mit meinem Mann Dinge, über die zu sprechen mir schwer fiel, gechattet - obwohl wir uns im gleichen Raum an unseren Rechnern gegenüber saßen. Ihr könntet z.B. Zettelchen mit Wünschen und Gedanken schreiben - verschiedenfarbige Zettel, für jeden von euch eine Farbe - und die in einer Schachtel sammeln und euch zum Candlelight-Dinner an einem bestimmten Tag zusammensetzen und diese Wunschzettel miteinander lesen. Oder euch gegenseitig erotische Geschichten schreiben - mit der Vorgabe, ausdrücklich NICHT euch gegenseitig als Partner darin zu beschreiben, sondern nur in der 3. Person (nimmt ein bißchen den Fokus von euch als Paar weg auf allgemeinere Wünsche). Du könntest ihr auch einfach diesen Thread zeigen und sie bitten, dir zu sagen, wie das Thema aussähe, wenn sie es geschrieben hätte. Und und und - seid kreativ, versucht von der aufeinander bezogenen Gesprächsbasis ein bißchen offener, weniger persönlich fixiert zu sein, das könnte den Druck für beide Seiten vielleicht etwas herausnehmen.
Wer weiß, was sich da an Möglichkeiten ergeben kann - angefangen von gemeinsamen oder getrennten
Tantra-Workshops bis hin zu Überlegungen, frivol auszugehen (und anschließend getrennt zu schlafen - einer zu Hause, der andere im Hotel, um von vornherein auszuschließen, daß ihr danach sexuell aktiv werden "müßt"). Egal was ihr macht: tut das Gegenteil von dem, was ihr bisher versucht hab, das wäre meiner Einschätzung nach der Weg, der am ehesten dazu führen kann, festgefahrene Wege etwas aufzulockern.