Ist Euch schon aufgefallen, dass die meisten guten Horror-Film-Regisseure wie Buchhalter ausschauen?
Die Mutter aller Horrofilme (zumindest für mich) war sicher "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" (1922) von Murnau. Obwohl es ein Stummfilm war (nonaned), war ich beeindruckt von der Tiefe der Szenen und der ausdrucksstarken Gestik und Theatralik. Worte wären da damals ohnehin zu viel gewesen.
Für mich kein klassischer Horrorfilm, aber einfach von der Geschichtenerzählkunst sehr gut - Guillermo del Toro (einer meiner Lieblingsregisseure) - "The Devils Backbone" und "Chronos". Ich liebe es, wie er Charaktere ausformt und Gut und Böse nicht klar definierbar ist. Wenn man seine Werke kennt, zieht sich immer ein Roter Faden durch alle Filme durch. Enttäuscht war ich von "The Strain" ... najo.
Selbstverständlich Lars von Trier mit "Melancholia" ein unglaublich beklemmender Endzeitstimmungsfilm.
Bevor Peter Jackson "Herr der Ringe" machte, machte er noch sehr schräge Horror- und Kunstfilme, wie zB "Braindead" und "Bad Taste".
Nicht zu vergessen, David Lynch. Das erste Werk, das ich von ihm gesehen habe, war "Der Elefantenmensch". Ich war so berührt, so angetan, so fasziniert. Ich glaube sogar, dass er mich erst wirklich für gute Filme angefixt hat.
Vor "Mother!" kannte ich Darren Aronofsky nicht. Der Film ist eigentlich eine einzige Metapher, sehr komplex, berührend und ich konnte Tage nicht schlafen, weil er einfach so anders war. Ich weiß noch, dass ich mich Tage danach mit einer Freundin intensiv darüber diskutiert habe. Keine leichte Kost.
In der Liste darf für mich Wes Anderson nicht fehlen. Ein Magier der Bilder und immer eine feine Klinge der Ironie und Sarkasmus und nicht zu vergessen, eine Riege an großartigen SchauspielerInnen, die über sich selbst hinauswachsen. "Grand Budapest Hotel" ein Feuerwerk an Farben, Design und Komposition und er weckt in einem das Kind, jede Szene genau entdecken zu wollen.
Um meine Liste zu vervollständigen, muss Jim Jarmusch rein. In den 90er hab ich mir dann "Night on Earth" angeschaut und ich war hin und weg. Er schafft es, dass man als Zuschauer nicht nur zuschaut, sondern Anteil an den Protagonisten nimmt und mit diesen Menschen mitlebt und leidet. Diese wunderbaren Episoden, die teils so urkomisch, schräg, liebevoll und berührend sind, dass man einfach nur glücklich ist, wenn man mit dem Film zu Ende ist. Selbstverständlich hatte er auch "ernstere" Filme wie zB. "Dead Man". Wirklich brüllend komisch "The Dead dont die" mit Bill Murray, Adam Driver und der unvergleichlich genialen Tilda Swinton.