Geschlechterrolle

  • Ersteller Ersteller Gast
  • Erstellt am Erstellt am
Ich schließe mich grundsätzlich der Meinung an, dass jeder Mensch Mensch ist und sein sollte.

Über das komplexe Thema Rollenverteilung oder Gleichberechtigung wird seit längerer Zeit viel berichtet. Es ist ein ungreifbar großes Thema, regional und gesellschatlich komplett undefinierbar und deshalb gibt es weder positives noch negatives zu erkennen. "Einzelschicksale", die gerne hergenommen werden, um Opfer und Täter im Nachhinein zu identifizieren, sind meiner Meinung nach unzulässig. Es ist Unmöglich, die Zeit um die Jahrhundertwende oder die der 50er in der heutigen Zeit, mit den uns nun zur Verfügung stehenden Mitteln richten zu wollen. Solche Verurteilungen vorhergehender Generationen und damit auch indirekt unserer selbst, lassen im besten Falle die Erkenntnis über, dass die Entwicklung Richtung Individualismus erfolgen hat müssen. Einzig über die Andersheit der herangehensweise der verschiedenen kulturellen Strukturen lässt sich diskutieren. Es entsteht ein Konflikt bei der Frage um die Definition des Fortschrittes.
Die Unterschiede kennen sicher viele:
Medizinisch gesehen könnten Frauen grundsätzlich ohne Männer auskommen, mittels eingefrorenen Spenden.
Kulturell gesehen gibt es Völker, die den Mann als alleinigen Entscheidungsträger und als Oberhaupt der Familie sehen.
An all diesen Aussagen hängen zig Diskussionen, die generationsübergreifend unlösbar sind - im besten Falle passt es für eine Gruppe zu einer Zeit besser, für eine andere schlechter.
Die Vorstellung, dass man in einem, für uns "rückständigen" System aufwachsen würde, lässt mich vermuten, dass ich auch die Normalität dessen übernehmen würde.
Die Chancengleichheit und die Toleranz und Offenheit, auf die sich unsere Gesellschaft zubewegt, verändert die Menschen genau in diese Richtung. Dieses Verhalten wird für viele als positiv wahrgenommen und bedeutet damit Fortschritt.

Bevor das ausufert, lasse ich das hier so stehen.
 
Liebe Community,

im letzten Jahrzehnt hat sich viel in den Geschlechterrollen verändert.

Sowohl das traditionelle Bild des Mannes als auch das Bild der traditionellen Frau hat sich gewandelt ,um nicht zu sagen gedreht.

Ab und zu höre ich, dass sich die Frauen sich wieder einen „richtigen Mann“ zurückwünschen. Und die Männer mit einer dominanten Frauenrollen nicht zufrieden sind.

Wie empfindet ihr Frauen diese neue Ordnung ? Wie empfindet ihr das softe Männerbild ? Wünscht ihr euch ein anderes Männerbild ?

Wie empfindet ihr Männer das neue Frauenbild ? Sind euch die Frauen zu „wenig Frau“ ? Wünscht ihr euch ein anderes Frauenbild ?

Ich bitte um ehrliche Antworten :)

Euer Dev
Is mir eigentlich ziemlich egal, gehöre weder ins eine noch ins andere extrem.
Habe aber schon immer meine Linie gehabt, und bin rückblickend sehr gut damit gefahren.
Der Rest ist mir sowas von.
 
Ich Dumpfbacke hab echt geglaubt ich müsste hier kein Ironieschild dazupacken.
Ja, sorry, das wäre dann schon hilfreich. So gut kenne ich Dich ned, dass ich weiß, wann Du was ernst und was ironisch meinst. Leider ist "Sitzpinkeln" für sehr viele Männer immer noch nicht Usus und jeder Mann, der das tut, gilt als "Schwächling", "Feigling" usw. :roll:


Die Generation meiner Eltern (1920 - 1950): Vor dem Zweiten Weltkriegs war vorehelicher Geschlechtsverkehr verpönt und in der Ehe hatte der Mann das Sagen. Die Frauen besorgten den Haushalt und allfällig untergeordnete Lohnarbeit. Während des Kriegs waren bis zun 600'000 Männer im Militärdienst, sodass viele Frauen Männerarbeit übernehmen mussten, aber nicht freier wurden.
:hmm: Da hätte ich Dich auch mit reingepackt, ehrlich geschrieben. Denn in der Generation sind meine Eltern auch geboren (34 und 36). Meine Großeltern sind 12 und 13 geboren. Meine Oma (12) war ein lediges Kind, egal wie verpönt nicht ehelicher Sexualverkehr war. Die war nach damaligem Gesetz nicht mal volljährig mit 19. Und meine Oma hat schwanger geheiratet. Und da gab es mE genügend andere Frauen, denen derlei passiert ist. Man "musste" quasi heiraten, wenn man schwanger war.

Meine Generation (1950 -1975): Die Frauen waren immer noch abhängig vom Willen ihres Mannes, aber nicht mehr hörig. Sie erhielten nach mehreren negativen Volksabstimmungen 1971 sogar das Stimmrecht, gaben aber schon vorher beim GV immer mehr den Ton an, Scheidungen waren noch relativ selten (ca. 15 %).
Der Generation gehör ich auch an, 1964. Ich hätte gern gehabt, dass vor allem die zweite Frau von meinen Willen abhängig gewesen wäre. Und Scheidungen sind bei meinen Eltern schon relativ häufig gewesen. In meiner Generation ist das fast schon normal, dass jeder zumindest einmal geschieden ist.

Du kannst max. 14 Jahre älter sein als ich. Wenn es zutrifft, biste 69. Ich mein, ich hätte irgendwann eine ältere Angabe gelesen. Wahrscheinlich erinnere ich mich falsch.
:schulterzuck:

Die Generation meiner Kinder (1975 - 2000): Männer wie Frauen erhielten eine gute Ausildung und entsprechende Arbeitsstellen, paarten sich relativ früh und genossen den Sex schon vor der Ehe und hatten nach später Heirat in der Regel nur zwei Kinder. Rund 50 % der Ehen wurden geschieden, immer mehr Frauen waren alleinerziehend.
In die Generation fallen meine Kinder auch, auch wenn Du ab 1987 nochmal einen extra Sprung einlegst, was die obige Aussage irgendwie bissl ad absurdum führt.

Die Generation meiner Enkel (ab 1987 geboren) geniesst schon als Teenager den Sex, denkt aber nicht an eine Dauerverbindung. ...
Meine jüngere Tochter (Jahrgang 94) ist mit ihrem heutigen Ehemann seit 10 Jahren zusammen. Am 9. Jahrestag hat er um ihre Hand angehalten, am 10. Jahrestag wurde heuer geheiratet. Meine ältere Tochter (Jg. 91) hat auch heuer geheiratet. Die war vorher 2,5 Jahre mit ihrem Ehemann zusammen. Die hatte zwar ca. 2 Freunde und paar ONS bevor sie ihren Mann traf, aber das hatte ich auch, bevor ich meine 1. Frau traf. Die wollte als Jungfrau in die Ehe gehen (Glaubensgründe). Hat sie aber nicht geschafft. Aber sie hatte nur mich als Liebhaber. Insofern ist sie unberührt von jemand anderem in die Ehe gegangen.

Okay, wir sind keine Schweizer. :schulterzuck: Aber da hinkt mE einiges in der Argumentation.

Wir leben immer noch in einem Patriachat und sind von tatsächlicher Gleichstellung der Geschlechter noch sehr weit entfernt.
 
. Diese Unterscheidung in Frau und Mann sollte weitgehend aufgelöst werden die nächsten Jahrzehnte hoff ich.
Dann gibts wenigstens keinen Grund mehr für geschlechtsumwandlungen. Wenn wer heute noch meint ein Mann in einem Frauenkörper oder umgekehrt zu sein, gibts dass dann in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr.
 
Mein Beitrag: die Solidarität unter Männern ist viel ausgeprägter als unter Frauen. Im Zweifel zieht die Herde/Horde immer mit dem Mann!
 
Mein Beitrag: die Solidarität unter Männern ist viel ausgeprägter als unter Frauen. Im Zweifel zieht die Herde/Horde immer mit dem Mann!
Das stimmt so nicht!

Ich nehm an du beziehst dich auf Trennungserfahrungen. Und da kann ich dir zB sagen dass ich die umgekehrten gemacht habe. Ursprünglich MEIN alter Freundeskreis hat während einer Beziehung meine EX ein wenig in sich aufgenommen. Bei der Trennung hat sie MEINE Leute gefragt ihr zu helfen und sie haben sich (fast) alle auf ihre Seite geschlagen.

Zugegeben hab ich dann auch auf die Freundschaften geschissen und nicht versucht Kontakt zu halten. Ich kann vergeben... aber im Vergessen bin ich ganz schlecht.

Aber das mit der Solidarität würd ich SO gar nicht verallgemeinern.
 
Das stimmt so nicht!

Ich nehm an du beziehst dich auf Trennungserfahrungen. Und da kann ich dir zB sagen dass ich die umgekehrten gemacht habe. Ursprünglich MEIN alter Freundeskreis hat während einer Beziehung meine EX ein wenig in sich aufgenommen. Bei der Trennung hat sie MEINE Leute gefragt ihr zu helfen und sie haben sich alle auf ihre Seite geschlagen.

Zugegeben hab ich dann auch auf die Freundschaften geschissen und nicht versucht Kontakt zu halten. Ich kann vergeben... aber im Vergessen bin ich ganz schlecht.

Aber das mit der Solidarität würd ich SO gar nicht verallgemeinern.

Das hängt, glaub ich, damit zusammen, dass Männer auch mehr miteinander machen bzw. die Bindungen stärker sind (Beruf, Sport, Fortgehen ... geschäftlich) während man die Frau, sozusagen, nur als "Anhängsel" wahrgenommen hat, und darauf kann "Mann" halt auch leichter verzichten.
 
Schau mal Aschu, Hanni hat dich soeben als "Anhängsel" bezeichnet. Das würd ich mir als Alpha nicht so bieten lassen.
 
Das hängt, glaub ich, damit zusammen, dass Männer auch mehr miteinander machen bzw. die Bindungen stärker sind (Beruf, Sport, Fortgehen ... geschäftlich) während man die Frau, sozusagen, nur als "Anhängsel" wahrgenommen hat, und darauf kann "Mann" halt auch leichter verzichten.
Das kommt drauf an!

Wie sich Mann verhällt und wie sich Frau verhält zB. Ich war krank vor der Trennung und habs kaum noch rausgeschafft. Deswegen ist meine Ex halt öfter mit meinen Freunden unterwegs gewesen.und war auf Ausflügen wo wir früher gemeinsam waren mit ihnen. Ich war krank, schwach, unterernährt und nur in der Wohnung zu besuchen für 6-10Monate.

Deshalb war sie ihnen dann eben näher als ich es noch war. Alles abhängig von individuellen Umständen und Situationen. Nicht vom Geschlecht würd ich meinen.

Und auch davon ob man selbst die Rolle des Angängsels erfüllt oder eben auch wirklich selbst etwas einbringt, sich mal ohne Partner blicken lässt, vielleicht sogar selbst Leute einlädt oder Ausflugsziele findet...

Schau mal Aschu, Hanni hat dich soeben als "Anhängsel" bezeichnet. Das würd ich mir als Alpha nicht so bieten lassen.
Alpha :haha:... du ehrst mich mehr als ich mich selbst ehren würde. Aber ich bin eher ein Anti... und kein Alpha in sozialen Strukturen würd ich meinen. Ich steh da lieber am Rand oder etwas außen. Klassische Einteilungen sind mir zu primitiv.
Alpha bin ich höchstens in Gruppen wenns darum geht einen Redner oder Gruppenleiter zu bestimmen und Hierarchie unbedingt nötig ist. Aber danke. Und Hanni kann mich bezeichnen als was sie will
 
Das einzige was ich sehe ist, dass heutzutage jeder in jede Rolle schlupfen kann, weitgehend ohne sozial sanktioniert zu werden. Viele kommen jedoch mit dieser Freiheit und dem Gesellschaftsbild nicht zurecht und wünschen sich alte Zeiten zurück, in der die Rollen klar definiert waren. Besonders schwache Typen. Auf beiden Seiten.
Full ack! Wobei der letzte Satz für mich eine Frage aufwirft: "Besonders schwache Typen. Auf beiden Seiten" (ok, es waren 2 Sätze)

Wenn in einer "klassischen, patriarchischen Beziehung/Familie" beide Seiten schwach sind (den Gedankengang kann ich nachvollziehen: Angst vor Veränderung bei Ihr, Angst die Macht zu verlieren bei ihm), wie ist das dann bei einer FLR? (für alle, die die Abkürzung nicht kennen: female lead relationship)
Da hat er die "Schwäche" (absichtlich unter Anführungszeichen) und gibt seine Macht ab aufgrund fehlendem Verantwortungsbewusstsein? Und wie ist das bei ihr? Angst, sich "dominieren" zu lassen?
Wäre glatt einen eigenen Thread wert.
 
Hi,

Wie empfindet ihr Männer das neue Frauenbild ? Sind euch die Frauen zu „wenig Frau“ ? Wünscht ihr euch ein anderes Frauenbild ?

ich hätte gerne stärkere Frauen.

Deine Ansicht zum Frauenbild halte ich für eine Hypothese eher rechtsorientierter Männer die keine Frauen abbekommen.


LG Tom
 
Ich bin mir nicht sicher, ob die „neuen“ Rollenbilder dazu beitragen, dass die Menschen glücklicher sind, dass Beziehungen besser funktionieren, dass Familien besser dran sind.
Ich liebe es eine Frau auch wirklich als Frau zu erleben und wahrzunehmen. Und starke Frauen im klassischen Rollenbild, sofern man noch so eine findet, sind ein echtes Erlebnis und eine Wucht....und echte Auslaufmodelle.
Aber dieses Rad kann man wohl nicht mehr zurückdrehen. Ich beneide meine Kinder wirklich nicht darum, wie sie diesbezüglich aufwachsen.
 
Liebe Community,

im letzten Jahrzehnt hat sich viel in den Geschlechterrollen verändert.

Sowohl das traditionelle Bild des Mannes als auch das Bild der traditionellen Frau hat sich gewandelt ,um nicht zu sagen gedreht.

Ab und zu höre ich, dass sich die Frauen sich wieder einen „richtigen Mann“ zurückwünschen. Und die Männer mit einer dominanten Frauenrollen nicht zufrieden sind.

Wie empfindet ihr Frauen diese neue Ordnung ? Wie empfindet ihr das softe Männerbild ? Wünscht ihr euch ein anderes Männerbild ?

Wie empfindet ihr Männer das neue Frauenbild ? Sind euch die Frauen zu „wenig Frau“ ? Wünscht ihr euch ein anderes Frauenbild ?

Ich bitte um ehrliche Antworten :)

Euer Dev

RICHTIGE Männer und Frauen braucht Die Welt! :penguin:
Dieses ständige Bedürfnis Menschen in Schubladen zu packen um ihr Verhalten einordnen zu können ist wahnsinnig nervig.
 

Ähnliche Themen

Zurück
Oben