Gedanken eines Lüstlings...

Mitglied #68281

Power Mitglied
Registriert
26.7.2007
Beiträge
3.514
Reaktionen
20.900
Checks
7
Liebe Freunde von gepflegtem, geilem Lesestoff, gleich vorweg – ich muss euch enttäuschen.

Diesmal gibt es keine versaute kleine Phantasie oder Wunschvorstellung. Ich denke momentan recht viel über mich selbst nach und da schreiben mein Ventil ist, schreibe ich mir einfach ein paar Dinge von der Seele. Für Interessierte stelle ich meine Ergüsse (nein, nicht DIE ;) ) hier rein. Wen´s nicht interessiert, der switcht geschwind zum nächsten Thread.

In meinem Alter beginnt man nicht nur über den Sinn des Lebens nachzudenken, sondern vielmehr noch über sich selbst, über das bisher Erfahrene, Erreichte, aber auch das Scheitern, die Enttäuschungen und Entbehrungen der ersten Lebenshälfte. Und immer wieder gerade in letzter Zeit die fast schon quälenden Fragen: wie bin ich eigentlich? Was macht mich aus? Was macht mich besonders, oder gar einzigartig? Lange Zeit tat ich mir schwer, die Antwort darauf in Worte zu fassen, aber seit ein paar Wochen taucht so langsam, fast bedächtig ein Wort aus den Tiefen meines Unterbewusstseins auf – ich bin ein LÜSTLING.

Was bedeutet es eigentlich dieses Wort LÜSTLING? In der Enzyclopedia Britannica des 21. Jahrhunderts – Wikipedia – steht dazu: NICHTS! Ich bin überrascht, zu old fashioned wahrscheinlich. Der Duden kennt das Wort und definiert sogleich: Mann, der in übersteigerter Weise an geschlechtlichen Dingen interessiert ist, sich sexuell betätigt

Hm, ja das bin ich, in gewisser Weise, aber nicht vollständig. Ich bin kein Schürzenjäger, der jede Frau primär über ihre körperlichen Attribute wahrnimmt, hinter jedem Rockzipfel her ist und jedes weibliche Wesen in seiner Umgebung anbrät sobald er sich auf Rufweite genähert hat. Nein, das bin ich nicht! Andererseits habe ich heute beinahe eine Ampelgrünphase verpasst, weil ich einer superhübschen jungen Frau in leichter sommerlicher Bekleidung dabei zugeschaut habe, wie sie an der Kreuzung stand. Ich mache schönen Frauen hier im Forum Komplimente und Avancen, die ich noch nicht einmal ansatzweise kenne. Im Urlaub am Strand hoffe ich inständig, dass sich die hübschen Mädels, die gerade kommen in meine Sichtweite legen und sich oben ohne sonnen lassen. Verdammt, bin ich ein alter Geilspecht? So ein Typ, der irgendwann nur noch vor Pornoseiten wichsend oder sich in Gebüschen einen runterholend einen kurzen Moment der Befriedigung erfahren kann?

Ich bin Durchschnitt, das ist fix! Ich merke es jedesmal, wenn ich Kleidung einkaufe. Durchschnittliche Größe – ein Meter fünfundachtzig -, durchschnittliche Gewandgröße – OK, in letzter Zeit ein bisserl überdurchschnittlich :oops: - durchschnittliche Schuhgröße – vierundvierzig. Im Ausverkauf hab ich schlechte Karten, wenn ich nicht gleich am ersten Tag dort bin, denn all die anderen durchschnittlichen Typen haben mir bereits die besten Stücke weggeschnappt.

Aber auch sexuell betrachtet bin ich recht durchschnittlich. Ich hatte in meinem Leben eine recht durchschnittliche Anzahl an Sexualpartnern, ich stehe auf recht durchschnittliche Sachen beim Sex – OK, vielleicht von meinem Faible für Oralsex mal abgesehen - , mein Penis hat eine eher durchschnittliche Länge und Dicke – 18 mal knapp 5 Zentimeter - und mein Körper ist weniger der eines durchtrainierten Adonis, sondern der eines durchschnittlichen Couchpotatoes mit ein wenig Freizeitsportinteressen. Nichts was die nach Besonderem suchende Damen und Paar-Welt hinterm Ofen hervorlocken würde.

Apropos nach dem Besonderen suchen. Das tu ich doch eigentlich auch! Ich halte hier im Forum Ausschau nach besonderen Frauen und Paaren und versuch mit ihnen in Dialog zu treten. Besonders heißt für mich aber nicht unbedingt besonders schön. Schon auch, aber es ist dieses gewisse Etwas, das es ausmacht, das mein Interesse weckt. Ich kann es schwer beschreiben. Am besten trifft es vielleicht „nicht alltäglich“, oder „nicht durchschnittlich“! Hm, ist es das? Suche ich etwas, das über mein Bild von mir selbst hinausragt? Das den Sumpf der Durchschnittlichkeit verlässt und auf die eine oder andere Art heller strahlt als die Masse. Faszinieren mich Menschen, die sich mehr trauen als andere, die auf Gewohnheiten, gesellschaftliche Normen und Verhaltensregeln pfeifen? Ja, das tun sie. Ich schaue mir sehr gerne die Bilder von außergewöhnlichen Menschen an, lese ihre Profile und Beiträge. Aber was sind eigentlich besondere Menschen für mich?

Die superhübsche, langbeinige, selbstbewusste Sexworkerin, die sich kein Blatt vor den Mund nimmt? Das sympathische Paar, das gemeinsam neue Bereiche ihres Sexuallebens erkundet? Das hübsche Mädel von nebenan, das sein Hobby zum Nebenberuf macht? Das Paar, das ganz offen und ohne Scheu mit der eigenen Sexualität umgeht und andere daran teilhaben lässt? Das Paar, das einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat und der daraus folgenden finanziellen Notsituation mit Sexwork zu entrinnen versucht. Die apart Schöne Sexworkerin mit dem traumhaft schlanken Körper, die unglaublich teuer und damit fast unerreichbar für mich ist? Der Fotograph, der die schönen Damen mit Leidenschaft und Können ins rechte Licht rückt? Das junge Mädel, das zum ersten Mal erfahren will, wie sich das prickelnde Gefühl eines Sextreffens im Stundenhotel anfühlt? Das Paar, das mit den eigenen Vorlieben experimentiert und sich immer weiter vor wagt? Die gestandene Frau, die ihre Erlebnisse und Phantasien in Form von Geschichten zu Papier bringt?

Sie alle, lautet die wenig überraschende Antwort. Sie alle faszinieren mich. Weil die Lust an dem was sie tun und wie sie es tun spürbar ist. Ich mag es, Lust zu spüren.
 
Und weiter geht's:

Schönheit ist ein wichtiger Faktor in meinem Leben. Ich mag schöne Dinge und Formen - außergewöhnliche, ideenreiche Architektur, schön und aus einem Guß designte Autos, ästhetische Kunst, die Schönheit der Natur in all ihren Facetten, schöne aber interessante Körper. Der menschliche Körper gehört sowieso zu den schönsten Formen, die je „designed“ wurden. Mutter Natur hat ganze Arbeit geleistet :) Der nackte Körper einer Frau ist für mich in fast jeder Ausprägung an Schönheit nicht zu überbieten. Zugegeben, es gibt Ausnahmen, nämlich die extremen Ausreißer in beide Richtungen. Besonders dicke Körper finde ich ehrlicherweise nicht schön, genauso wie extrem dünne, krankhaft unterernährte Körper.

Ich schaue schöne Körper gerne an. Kleidung verdeckt oder übertüncht oft die natürliche Schönheit des Körpers. Man versucht mit Kleidung Makel zu kaschieren, aber meistens verdeckt sie nur den Blick auf das wirklich Schöne, zumindest für mich. Körperliche Schönheit hat auch viel mit Selbstbewusstsein und der eigenen Selbstverständlichkeit zu tun. Ein Beispiel: ein FKK Strand, wie üblich recht gemischtes, aber durchaus älteres Publikum. Eine Frau mittleren Alters erhebt sich von ihrer Liege. Sie ist mittelgroß, hat ein paar Kilo zuviel, ein bisschen zu große leicht hängende Titten und auch die Dellen ihrer Zellulite sind nicht zu übersehen. Aber als sie hoch erhobenen Hauptes, mit grazil laszivem Gang zum Meer hin schreitet, bleiben fast alle Blicke in der Umgebung an ihr hängen, meiner eingeschlossen. Als kurze Zeit später ein bei näherer Betrachtung unglaublich hübsches, schlankes, etwa 20jähriges Mädchen mit festen B-Cup Titten, schlanken Beinen und flachem Bauch mit hängenden Schultern und einer deutlichen „hoffentlich sieht mich keiner“ Einstellung den Strand entlang spaziert, nimmt kaum jemand von ihr Notiz.

Ich bin davon überzeugt, es ist mehr als die reine objektive Schönheit unserer Körper, die unsere Ausstrahlung ausmacht. Natürlich tun sich objektiv schöne Menschen viel leichter, das notwendige Selbstbewusstsein zu entwickeln, denn schon der Spiegel an der Wand sagt ihnen jeden Tag „heute siehst du wieder super geil aus!“ Und ja, sportlich trainierte, makellose Körper kommen nicht von ungefähr (oder zumindest meistens nicht). Da steckt viel Disziplin, Arbeit und Opferbereitschaft dahinter. Nicht umsonst sind der sportlich trainierte Mann mit perfekt definierten Muskeln und ausgeprägtem Sixpack und die fettbefreite Frau mit flachem Bauch und schlanken Beinen die Insignien der Leistungsgesellschaft. Im Umkehrschluss steckt natürlich hinter einem Mann mit Bauch und Bodymass Index jenseits der 25 ein fauler Couchpotatoe, der seine Zeit lieber vor dem Fernseher als in der Kraftkammer verbringt. Und die Frau mit Fettpolstern an Hüften, Bauch und Po taugt eher als Mutter denn als geile Sexgespielin. VERDAMMTE STEREOTYPE UND VERDAMMTES SCHUBLADENDENKEN! Ich weigere mich zu akzeptieren, dass die Welt so einfach ist.

Ja, wir brauchen Kategorien und Schubladen, um uns das Denken zu erleichtern, aber ein bisserl anstrengen dürfen wir uns schon beim Denken. Ja, mir gefallen schön defniert trainierte Körper, aber mir gefallen auch nicht trainierte Körper, die nicht ins Schema-F passen. Und vor allem gefallen mir Menschen – die bestehen nämlich aus Körper und Geist, wie man schon seit der Antike weiß. Der muskulöse, ebenmäßige Körper einer Sportlerin mag ein Eye Catcher sein, aber der harte, gierige, selektive Blick, elitäres Denken und Performance als einzige Maßgabe lassen ihren Anblick schnell verblassen. Wo hingegen das laszive Lächeln einer Frau, die zu sich steht, die sich ihrer selbst bewusst ist, die Leidenschaft nicht nur über körperliche Ertüchtigung wahrnimmt, ihre Bewegungen und Gesten lassen ihren vielleicht nicht ganz so perfekten Körper strahlen und treffen mich mitten ins Herz, oder auch etwas tiefer ;) Ich mag es, Lust zu sehen.

Zusehen, ja das ist auch so etwas. Werd ich zu einem alten Geilspecht, einem impotenten „hinterm-Baum-vorspechtelnden“, das schlaffe Zumpferl verzweifelt mit der Hoffnung auf einen kleinen Spritzer rubbelnder Kinderverzahrer? Ich schau gern zu, wie andere es treiben. Ganz egal in welcher Form. Ob sie sich nur gegenseitig ausgreifen oder ob sich eine Gruppe von ineinander verschmelzender Körper in einer Orgie die Seele aus dem Leib vögelt. Ich schau gern zu dabei. Ja, ich schaue mir Pornos an, ich geh auch immer wieder ins Pornokino. Und das bringt mich auf einen interessanten Gedanken. Ein Porno turnt mich an – nicht jeder aber viele Pornos schaffen es, mich zu erregen. Manche schaffen es auch, mein Kopfkino so sehr in Schwung zu versetzen, dass ich einen echten Orgasmus habe und nicht nur abspritze. Aber wirklich unsagbar geil macht es mich, wenn im Pornokino neben mir ein Paar zum rummachen anfängt, ihrer Geilheit und Leidenschaft freien Lauf lässt. Und wie ich so darüber nachdenke, wird es mir klar. Es ist ihre Lust, die mir Lust bereitet. Pornos sind meistens gespielt, zumindest in mehreren Takes aufgenommen und daraus ergibt sich immer eine gewisse Künstlichkeit. Wirklich gut gemachte Pornos fühlen sich fast an wie echt, aber eben immer nur fast. Ich spreche dabei noch nicht vom Mitmachen. Ich spreche vom Zusehen, von Voyeurismus, vom Spechteln und sich daran ergötzen, wie andere Menschen ihre Lust ausleben. Ich mag es, Lust zu erleben.

Ich weiß von einigen Paaren, mit denen ich mich getroffen habe, wie sehr es einzelne Partner oder beide aufgeilt, von einem Dritten beobachtet zu werden, oder einen (fast) unbekannten Dritten bei ihrem Liebesspiel dabei zu haben. Vom Zuschauer, dem man sich präsentiert bis zum Cuckold, der es genießt seine Frau mit einem anderen Mann ficken zusehen und selbst nicht mitmachen darf, gibt es alle Spielarten und alle sind nach meinem Geschmack. Denn auch die Rolle des Zuschauers, des Dritten im Bunde oder des Bull sind unheimlich lustvolle und befriedigende Erfahrungen für mich. Gerade als Gast bei einem Paar erlebe ich die Lust ganz besonders intensiv. Man ist mitten im Geschehen, alle Sinne werden mit Eindrücken bombardiert, nicht nur die Augen, wie beim Porno. Man spürt, hört, sieht, riecht und schmeckt die Geilheit der anderen. Das bringt mich so richtig in Fahrt und zu sehr intensiven Höhepunkten. Und ich fühle Dankbarkeit. Ja ich weiß, es klingt schwülstig und altbacken, aber es ist so. Wann immer ich bei einem Paar zu Gast sein darf, empfinde ich nachher große Dankbarkeit, dass sie mich in ihren intimen Kreis der Zweisamkeit aufgenommen haben, mich an ihrer Lust haben teilhaben lassen und vielleicht habe ich auch das eine oder andere zu ihrer Lust beigetragen. Ich mag es Lust zu geben.
 
und der letzte Teil:

Wirklich guter Sex besteht aus Geben und Nehmen. Ich verspüre keinerlei masochistische Tendenzen oder den Wunsch nach Selbstaufgabe. Darum ist mir die Beidseitigkeit einer sexuellen Beziehung – egal in welcher Form – auch so wichtig. Es gibt mir gar nichts, nur der Empfangende zu sein, mechanisch „verwöhnt“ zu werden, aber genau zu spüren, dass das was passiert, meinem Gegenüber im besten Fall gleichgültig ist. Dabei unterscheide ich nicht, ob die Dame Geld dafür bekommt oder nicht. Ich hab gerne zumindest das Gefühl, willkommen zu sein und Teil von ein wenig Spaß auf beiden Seiten zu sein. Ich bin nicht weltfremd. Mir ist schon klar, dass gerade Sexworkerinnen natürlich nicht mit vollem Herzen und totaler Leidenschaft bei jedem Mann dabei sein können – aus Selbstschutz, aber auch aufgrund ihrer Persönlichkeit. Der Eine liegt einem mehr, der Andere weniger. Und natürlich machen es die wenigsten aus Spaß an der Freud und nur in zweiter Linie des Geldes wegen. Oft sind die Prioritäten umgekehrt. Aber das ist auch der Grund warum ich professionelle Dienste nur sehr selektiv in Anspruch nehme – wow, das ist ein technokratischer Satz J. Ich probier´s nochmal anders. Bei allen Infos über Angebote, Erfahrungen und Postings hier im Forum, die wirklich sichere Entscheidung treffe ich gerne bei einem persönlichen Gespräch. Ein paar Sätze am Telefon reichen oft schon aus, um zu checken, ob die Chemie stimmt oder nicht. Stimmt sie nicht, lass ich es lieber. Denn was soll zurückkommen, wenn es zwischenmenschlich nicht passt? Leidenschaft, Freude, ausgelassene Geilheit? Nein, sicher nicht.

Ich brauche, nein, ich verlange auch einen Rückkanal sozusagen. Ich merke gerne, ob es meinem Gegenüber auch taugt, ob ich die richtigen Knöpfe drücke, ob ich Lust auslöse, oder nicht. Das gilt übrigens nicht nur für Sextreffen, auch für meine heißgeliebten Fotokommentare gilt dasselbe. Ich freue mich über jedes Feedback zu einem geilen Kommentar oder einem Posting. Die erdrückende “Übermacht“ von halbpathologisch erregten Männern, die auf forsche Art und Weise ihre Liebesdienste antragen lässt sicherlich viele Frauen und Paare abstumpfen und sehr selektiv vorgehen, vor allem hier im Forum. Dabei macht sich vielleicht auch ein generalisiertes Bild von Männern breit und man macht sich vielleicht keine Gedanken mehr darüber, wie der Mann, der einen Kommentar geschrieben, eine PN verfasst oder ein Foto geschickt hat, sich fühlt, wenn gar nichts zurück kommt. Kein Muh, kein Mäh. Vielleicht ist es die Flut an Information, die nur noch durch harte Selektion bewältigbar ist, aber ich mag es, wenn zumindest eine Antwort kommt, eine ehrliche, klare Antwort. Natürlich freue ich mich umso mehr, wenn das Gegenüber seine eigenen Gefühle beschreibt und mir die eigene Lust quasi zum Geschenk macht. Ich mag es, wenn Lust Lust erzeugt.

Und was gibt es schöneres, als die Lust einer Frau hautnah am eigenen Körper zu erfahren und sie durch die eigene Lust noch verstärken zu können? Cybersex hin, skypen her, alles nett, aber echter Austausch von Zärtlichkeiten und Körperflüssigkeiten ist um Welten geiler als alles was die digitale oder autoerotische Welt hergibt. Allein das Gefühl der ersten Berührung zwischen zwei Menschen, dieses kribbeln, wenn man es kaum noch erwarten kann, den anderen zu spüren. Die feuchten Hände, die bebende Stimme, die Unsicherheit – ein bisschen wie damals vor dem ersten Kuss. Ist es das, wonach ich mich sehne? Dieser Tritt über die Schwelle in die Erwachsenenwelt, diese final frontier aus Sicht eines Jugendlichen. Oder ist es nur eine Erinnerung an das gute Gefühl in dieser Zeit, die Unbeschwertheit von damals und die vielleicht illusionäre Vorstellung von Sex. Ich weiß es nicht, und genau betrachtet ist es mir auch egal. Denn eines weiß ich ganz bestimmt: wenn man sich wirklich auf sein Gegenüber einlässt, ist man beim Sex so sehr man selbst, wie in keiner anderen Lebenssituation. Ich hör schon die Einwände – „vorgetäuschter Orgasmus“, „Pornogestöhne“, usw. Ja, das gibt’s, wahrscheinlich sogar recht häufig. Aber ich spreche von der völligen Offenheit beim Sexualakt, die man eigentlich nicht verhindern kann, wenn man sich seiner Lust hingibt. Im Rausch der Lust gibt es kein Bauch einziehen, kein Cool sein, keine flotten Sprüche, keinen Porsche, keine Medaillien, kein Bankkonto, keine Silikon Brüste, keine Fettabsaugung, keine Zellulite, keine Unsicherheit – und die Liste lässt sich beliebig erweitern. Es ist alles unwichtig. Das einzige was zählt sind die animalischen Triebe, die aus uns hervorbrechen und uns von allen Zwängen und Einengungen befreien. Ich mag es, wie Lust befreit.

Keine Sorge, ich bin nicht zum Hippie konvertiert und proklamiere auch nicht die freie Liebe J Obwohl, vielleicht doch ein wenig. Erfahrungen mit Menschen sammeln, mit denen man nicht in einer Beziehung ist, oder die sogar in anderen Beziehungen sich befinden – landläufig als fremdgehen betitelt – können etwas sehr bereicherndes sein. Ich höre schon die Moralisten sagen „kann man sich mit anderen Menschen nicht einfach nur unterhalten, muss man schnackseln, um bereichert zu werden und zu bereichern“? Trotz allem Moralin eine gute Frage. Nein natürlich ist es nicht notwendig oder gar der einzige Weg, sich mit anderen Menschen auszutauschen, in Dialog zu treten, wie es Kommunikationswissenschaftler ausdrücken würden. Aber es ist auch ein Weg. Und dieses Forum beweist es, dass Sex ein Thema ist, über das sich die Menschen austauschen wollen. Und zwar auf breiter Basis. Nicht nur perverse, verklemmte Tastenwichser. (nichts für Ungut) Die gibt es sicherlich auch, aber auch viele Menschen, die einfach ihren Horizont erweitern und sich mit anderen austauschen wollen. Und von denen habe ich in den vielen Jahren hier im EF schon einige kennen lernen dürfen. Jetz sind wir aber immer noch beim drüber reden, oder schreiben oder Bilder davon austauschen. Aber warum ist es denn so wichtig, sich zu treffen, einander zu berühren, zu spüren, zu schmecken, zu riechen, zu lecken, zu blasen, zu ficken? Nun, ich kann es nur für mich beantworten. Weil Sex, wenn man sich drauf einlässt, eine Nähe zu einem anderen Menschen erzeugt, die sonst nicht zu erreichen ist. Man ist eben ganz man selbst, wenn die Hormone das Denken übernehmen. Man macht sich keine Gedanken darüber, wie man aussieht, wenn man genüßlich die Schamlippen einer schönen Frau lutscht und die unerfreuliche Situation im Büro ist wie weggeblasen, wenn sie deinen Schwanz bis zum Anschlag in ihrem Mund versenkt. Alter ist keine relevante Größe, wenn eine heiße feuchte Möse deinen harten Schwanz umfängt und Zukunft wie Vergangenheit sind bedeutungslos, wenn dein Sperma ins freie drängt. Ich mag es, wie Lust auf das Wesentliche fokussiert.

Ja, ich bin ein Lüstling. Ein Jünger der Lust, wenn man es religiös bezeichnen möchte. Das klingt jetzt so erleuchtet, so sektiererisch. Dabei ist es einfach nur eine Erkenntnis, die ich für mich gewonnen habe. Keine allgemein gültige Wahrheit und schon gar keine Weisheit. Einfach nur mein Bild von mir selbst. Manche von euch mögen sagen, „alles Bullshit, er macht sich´s zu leicht“, manche mögen sich bemüßigt fühlen meine Zeilen zu zerpflücken, zu widerlegen oder sonst irgendwie zu diskutieren. Tut es, aber bedenkt bitte eines, es sind die Gedanken eines einzelnen Mannes mit seiner ganz eigenen Geschichte, meine Gedanken, meine Empfindungen, die für mich Gültigkeit haben und für niemanden sonst richtig oder wahr sein müssen.

Und warum schreibe ich sie dann hier ins Forum? Nun, zum einen weil es mir ein Bedürfnis ist, mich mitzuteilen (sicher auch ein Komplex J ) und weil es vielleicht den Einen oder die Andere zum Nachdenken anregt. Und wenn nicht, habt ihr jetzt ein bisschen Zeit für das Lesen dieses Textes vergeudet. Aber nicht nachdenken kann man eigentlich gar nicht, darum hat´s euch hoffentlich Spaß gemacht, über Sex nicht nur zu schreiben, zu reden und ihn zu machen, sondern auch darüber nach zu denken.

Und weil wir uns mit Schubladen leichter tun, hab ich Schild geschrieben für meine Schublade und darauf steht: "LÜSTLING" :)
 
Ein herzliches Danke an den Luestling für die unterhaltsamen, teilweise zum Nachdenken anregenden Gedanken..
Ich bin zwar kein Luestling..wenn es eine weibliche Form von Luestling gibt, dann wohl eine Luestine, denn mit Teilen deines geistigen Ergusses kann ich mich selber teilweise identifizieren...Liegt vielleicht auch daran, dass wir der Generation "Midlife Crisis" angehören..:mrgreen:
 
Vielen dank cinderella für die blumen :) (das lied kennt auch eher unsere generation ;) ) freut mich, wenn dir die lektüre spaß gemacht hat. So war's gedacht :)
Big kiss
Cl
 
Hi, Cl!
Deine drei Texte habe ich verschlungen und dabei sicher über 100 Mal "JA, GENAU, er hat sooo recht" gedacht.
Es gibt da viel zu denken, das Meiste sehe ich genau so.
Du zeigst viel Mut, Ehrlichkeit, Lebensweisheit und vor allem Reflektion und Genussfähigkeit (und ich habe mich selber sehr oft erkannt gefühlt in Deinen Texten).
Das gefällt mir unglaublich gut.
Es grüßt Dich
Eine Freundin im Geiste
(selbes Baujahr wie Cinderella - kann man erst dann SOLCHES so richtig schätzen???
Oft kommt es mir jetzt so vor, das Schätzen der puren Lust steigt scheinbar mit der Erfahrung)
 
Vielen dank, liebe lea! Es tut gut solches feedback zu bekommen und es ist schön zu lesen, dass ich eine freundin im geiste habe ;)
Mögen wir nie die lust verlieren!
Big kiss
Cl
 
Eins verstehe ich nicht...Warum bezeichnest du als Durchschnitlich? Du bist Garnicht durchschnittlich! Wenn du ein Durchschnittliche Memsch währst hätte ich nicht bis zu ende durchgelesen! Du bist was besonderes , jeder von uns, aber du erhebst von der masse!
Ich habe auch lange als durchschnitt betrachtet...aber nach ein kuss...schwachen knien...ist das sowas von egal! Ich geniese jeder secunde und ich denke nicht danach!
Ich bin auch eine Lüstling ;)
 
Liebe Freunde von gepflegtem, geilem Lesestoff, gleich vorweg – ich muss euch enttäuschen.

Diesmal gibt es keine versaute kleine Phantasie oder Wunschvorstellung. Ich denke momentan recht viel über mich selbst nach und da schreiben mein Ventil ist, schreibe ich mir einfach ein paar Dinge von der Seele. Für Interessierte stelle ich meine Ergüsse (nein, nicht DIE ;) ) hier rein. Wen´s nicht interessiert, der switcht geschwind zum nächsten Thread.

In meinem Alter beginnt man nicht nur über den Sinn des Lebens nachzudenken, sondern vielmehr noch über sich selbst, über das bisher Erfahrene, Erreichte, aber auch das Scheitern, die Enttäuschungen und Entbehrungen der ersten Lebenshälfte. Und immer wieder gerade in letzter Zeit die fast schon quälenden Fragen: wie bin ich eigentlich? Was macht mich aus? Was macht mich besonders, oder gar einzigartig? Lange Zeit tat ich mir schwer, die Antwort darauf in Worte zu fassen, aber seit ein paar Wochen taucht so langsam, fast bedächtig ein Wort aus den Tiefen meines Unterbewusstseins auf – ich bin ein LÜSTLING.

Was bedeutet es eigentlich dieses Wort LÜSTLING? In der Enzyclopedia Britannica des 21. Jahrhunderts – Wikipedia – steht dazu: NICHTS! Ich bin überrascht, zu old fashioned wahrscheinlich. Der Duden kennt das Wort und definiert sogleich: Mann, der in übersteigerter Weise an geschlechtlichen Dingen interessiert ist, sich sexuell betätigt

Hm, ja das bin ich, in gewisser Weise, aber nicht vollständig. Ich bin kein Schürzenjäger, der jede Frau primär über ihre körperlichen Attribute wahrnimmt, hinter jedem Rockzipfel her ist und jedes weibliche Wesen in seiner Umgebung anbrät sobald er sich auf Rufweite genähert hat. Nein, das bin ich nicht! Andererseits habe ich heute beinahe eine Ampelgrünphase verpasst, weil ich einer superhübschen jungen Frau in leichter sommerlicher Bekleidung dabei zugeschaut habe, wie sie an der Kreuzung stand. Ich mache schönen Frauen hier im Forum Komplimente und Avancen, die ich noch nicht einmal ansatzweise kenne. Im Urlaub am Strand hoffe ich inständig, dass sich die hübschen Mädels, die gerade kommen in meine Sichtweite legen und sich oben ohne sonnen lassen. Verdammt, bin ich ein alter Geilspecht? So ein Typ, der irgendwann nur noch vor Pornoseiten wichsend oder sich in Gebüschen einen runterholend einen kurzen Moment der Befriedigung erfahren kann?

Ich bin Durchschnitt, das ist fix! Ich merke es jedesmal, wenn ich Kleidung einkaufe. Durchschnittliche Größe – ein Meter fünfundachtzig -, durchschnittliche Gewandgröße – OK, in letzter Zeit ein bisserl überdurchschnittlich :oops: - durchschnittliche Schuhgröße – vierundvierzig. Im Ausverkauf hab ich schlechte Karten, wenn ich nicht gleich am ersten Tag dort bin, denn all die anderen durchschnittlichen Typen haben mir bereits die besten Stücke weggeschnappt.

Aber auch sexuell betrachtet bin ich recht durchschnittlich. Ich hatte in meinem Leben eine recht durchschnittliche Anzahl an Sexualpartnern, ich stehe auf recht durchschnittliche Sachen beim Sex – OK, vielleicht von meinem Faible für Oralsex mal abgesehen - , mein Penis hat eine eher durchschnittliche Länge und Dicke – 18 mal knapp 5 Zentimeter - und mein Körper ist weniger der eines durchtrainierten Adonis, sondern der eines durchschnittlichen Couchpotatoes mit ein wenig Freizeitsportinteressen. Nichts was die nach Besonderem suchende Damen und Paar-Welt hinterm Ofen hervorlocken würde.

Apropos nach dem Besonderen suchen. Das tu ich doch eigentlich auch! Ich halte hier im Forum Ausschau nach besonderen Frauen und Paaren und versuch mit ihnen in Dialog zu treten. Besonders heißt für mich aber nicht unbedingt besonders schön. Schon auch, aber es ist dieses gewisse Etwas, das es ausmacht, das mein Interesse weckt. Ich kann es schwer beschreiben. Am besten trifft es vielleicht „nicht alltäglich“, oder „nicht durchschnittlich“! Hm, ist es das? Suche ich etwas, das über mein Bild von mir selbst hinausragt? Das den Sumpf der Durchschnittlichkeit verlässt und auf die eine oder andere Art heller strahlt als die Masse. Faszinieren mich Menschen, die sich mehr trauen als andere, die auf Gewohnheiten, gesellschaftliche Normen und Verhaltensregeln pfeifen? Ja, das tun sie. Ich schaue mir sehr gerne die Bilder von außergewöhnlichen Menschen an, lese ihre Profile und Beiträge. Aber was sind eigentlich besondere Menschen für mich?

Die superhübsche, langbeinige, selbstbewusste Sexworkerin, die sich kein Blatt vor den Mund nimmt? Das sympathische Paar, das gemeinsam neue Bereiche ihres Sexuallebens erkundet? Das hübsche Mädel von nebenan, das sein Hobby zum Nebenberuf macht? Das Paar, das ganz offen und ohne Scheu mit der eigenen Sexualität umgeht und andere daran teilhaben lässt? Das Paar, das einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat und der daraus folgenden finanziellen Notsituation mit Sexwork zu entrinnen versucht. Die apart Schöne Sexworkerin mit dem traumhaft schlanken Körper, die unglaublich teuer und damit fast unerreichbar für mich ist? Der Fotograph, der die schönen Damen mit Leidenschaft und Können ins rechte Licht rückt? Das junge Mädel, das zum ersten Mal erfahren will, wie sich das prickelnde Gefühl eines Sextreffens im Stundenhotel anfühlt? Das Paar, das mit den eigenen Vorlieben experimentiert und sich immer weiter vor wagt? Die gestandene Frau, die ihre Erlebnisse und Phantasien in Form von Geschichten zu Papier bringt?

Sie alle, lautet die wenig überraschende Antwort. Sie alle faszinieren mich. Weil die Lust an dem was sie tun und wie sie es tun spürbar ist. Ich mag es, Lust zu spüren.
 
ja, darin kann auch ich mich sehr gut wiederfinden. gut getroffen und auch die weiteren ausführungen. liebe grüße von einem offensichtlich seelenverwandten :)
 
Sehr schön geschrieben mit zahlreichen tiefgründigen Gedanken!

Ja es gibt eindeutig ein Grüppchen von Menschen auf der Welt, die zutiefst sinnlich und körperlich veranlagt sind.

Ich selbst durfte früher als Jugendlicher und dann als junger Erwachsener auch schon die Erfahrung machen, dass nicht alle Menschen körperlich so entspannt sind - der Zugang und das Wahrnehmen der Körperlichkeit ist einfach verschieden.

Deine Betrachtungen erinnern mich sehr an die eines Buchautors, den ich vor ein paar Jahren gelesen habe, und zwar an Vigor Calma. Er vertreibt seine Bücher im Eigenverlag bei Lulu, siehe dort.

Seine Bücher z.B. "Pulp Tantra - ein anderer Blick auf die Lust" oder "Sex - gesammelte Texte aus zwei Jahrzehnten Selbstversuchen / Gedankenspiele für davor oder danach" kann ich sehr empfehlen. Auch bei ihm merkt man eine zutiefst lustvolle, liebevolle, körperliche Betrachtungs- und Denkweise. Prädikat lesenswert.

Nochmals ein großes Danke an dich, dass du deine Gedanken hier hineingestellt hast.
 
Ein wirklich toller Text. Danke für Deine offenen und so persönlichen Worte. Ich finde mich in vielen Punkten wieder und freue mich dass Du es für uns alle hier so wortgewandt und bilderreich beschreibst ... dieses Streben nach Lust und Vollendung! Deine Sicht der Dinge ist einfach wohltuend vertraut. Ich freue mich darauf sollte sich unsere Begegnung hier eines Tages vom Schreiben zum Tun entwickeln ... jedenfalls sind wir Schritt für Schritt dahin unterwegs...
 
V
Ein wirklich toller Text. Danke für Deine offenen und so persönlichen Worte. Ich finde mich in vielen Punkten wieder und freue mich dass Du es für uns alle hier so wortgewandt und bilderreich beschreibst ... dieses Streben nach Lust und Vollendung! Deine Sicht der Dinge ist einfach wohltuend vertraut. Ich freue mich darauf sollte sich unsere Begegnung hier eines Tages vom Schreiben zum Tun entwickeln ... jedenfalls sind wir Schritt für Schritt dahin unterwegs...
Vielen dank, das ehrt mich sehr ubd es freut mich, dass wir auf einer wellenlänge liegen ;) ....schritt für schritt ;)
 
ER:

Sehr gut geschrieben. Meine Partnerin und ich haben es mit großer Begeisterung gelesen! :up::up:

Und: Ich bin wohl irgendwie auch ein Lüstling :lalala:
 
Zurück
Oben