Die nackte Wahrheit?
Nun, als ich mich 2003 entschloss, als SW den Lebensunterhalt meiner Familie zu verdienen, war mein Mann schon derart psychisch krank, dass er nahezu arbeitsunfähig gewesen ist. Existenz, Haus standen am Spiel. Weiters galt es auch, zwei kleinen Kindern den gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Nach seinem Tod begrub ich meine Gefühle, Erziehung, Dünkel etc. zur Gänze und lebte - fein säuberlich getrennt - bewusst in zwei Welten. Einerseits als Mutter-privat "hochanständig, vorbildlich", andererseits als SW, die den Job ebenfalls nach bestem Wissen und Gewissen ausüben wollte. Um das zu schaffen, habe ich mir die Arbeit sicher schön geredet...so lange, bis ich selbst daran glaubte. Der psychische Spagat funktionirte solange, bis ich selbst nach 8 Jahren in einen schrecklich emotionalen Zwiespalt kam. Den Grund zu benennen würde hier jedoch zu weit führen. Nur do viel...mir wurde schlagartig bewusst, dass ich jahrelang meine eigenen Bedürfnisse und Gefühle verleugnet hatte und einfach nur noch funktionierte. Eine mittelprächtige Psychose war das Resultat.
Ich hängte von heute auf morgen schlagartig den Job als SW an den Nagel.
Auch, wenn wir uns jetzt a bisserl nach der Decke strecken müssen...ich hab mein Seelenheil wieder. Und meine Zufriedenheit als Hausfrau und Mutter lässt sich nicht in Gold aufwiegen. Mit anderen Worten...mich hätte der Job als SW psychisch fast ruiniert, ohne dass es mir wirklich bewusst gewesen ist. Das "Schicksal" hat mir geholfen, gerade noch rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.