Hi,
Das hindert einen ja nicht daran, sein Leben nach bestem Wissen und Gewissen zu leben.
ursprünglich hatte der Glaube Sinn. Er ersetzte das Justizsystem, die Staatsführung und die Wissenschaft und setzte ethische und moralische Grenzen.
Justiz und Wissenschaft und Politik sind heute vom Glauben in den meisten Ländern getrennt.
Und bei Ethik und Moral gibt es genügend Menschen, die das ehrlicher können, als der Glaube.
Einzig, wie beschrieben, ein Rückhalt, wenn man verzweifelt ist, da fehlt es für viele Menschen. Deshalb gibt es Bestrebungen, eine atheistische Seelsorge zu entwickeln. Ein Hoffnung- und Trostspender z.B. am Kranken- oder Totenbett für die Betroffenen und deren Angehörige.
Ich persönlich brauche es nicht, andere schon. So wie ophi schrieb, auch wenn man zutiefst unreligiös ist, in Zeiten extremer emotionaler Ausnahmen, klammern sich manche an den dünnsten Strohhalm, egal wie sicher man sich ist, dass es Blödsinn ist. Meine Mutter z.B. war zu ihrer Hochzeit, meiner Erstkommunion und wohl einmal bei einer Schulmesse meiner Schule in der Kirche. Seit 1968 also etwa drei mal. Vier mal, sie hat erzählt, als ich als Baby im Krankenhaus lag und die Ärzte nicht sagen könnten, ob ich überlebe, kam sie an einer Kirche neben dem Krankenhaus vorbei und ist rein um zu beten.
Ich brauche das nicht, ich kann mit solchen Situationen umgehen, andere haben da ein Bedürfnis. Deshalb arbeite ich auch bei der Entwicklung einer atheistischen Seelsorge mit.
LG Tom