Die Beziehung zu sich selbst

Ich holte mir meinen Bandscheibenvorfall als ich knapp über 50 kg hatte. Sicher, die Figur war damals knackig, aber mir ging es ziemlich schlecht weshalb ich jeden Tag laufen ging um vor meinem Leben davonzulaufen. Tja, jung, schlank, trainiert und ich konnte nicht mehr von der Couch aufstehen.

Eine Bekannte die sich auf die 60 zubewegt und eine ...nun ja, üppigere Figur hat als ich geht jedes Jahr im Urlaub weitwandern und ist auch so ständig in den Bergen unterwegs. Ah ja, Raucherin ist sie auch noch.

Die hatte noch keinen Bandscheibenvorfall.

Bandscheibenvorfall kommt AFAIK nicht von Übergewicht, auch nicht unbedingt von ungesundem Lebensstil.... bei Männern oft, wenn einer körperlich arbeitet und dann z.b. durch Berufswechsel "abbaut" und der Bewegungsapparat sich verändert.
 
Da möchte ich doch widersprechen. Ich fand mich lange ziemlich ok auch mit meinem Gewicht. Weil ich ansonsten recht aktiv und beliebt war.

In den letzten Jahren nicht mehr, und das hat man mir sicher angesehen. Mehr als die gesundheitlichen Auswirkungen hatte das mit meiner Haltung mir selbst und meinem aus dem Ruder gelaufenen Gewicht zu tun. Ich sah vor kurzem zwei Männer mit ähnlichem Kaliber und empfand Widerwillen gegen die beiden. Hat mich selbst überrascht, weil es durchaus auch Dicke gibt, die mir gefallen. Bei den beiden dachte ich aber: „Aso, das also haben andere gesehen, wenn sie mich angeschaut haben“.

Ist so eine Art Wechselwirkung, denk ich. So wie das Innere das Aussehen bestimmt, ists auch umgekehrt. Das zu ändern gelingt mir - tadaaa - weil ich mich sonst eigentlich ziemlich gut finde. Wäre das nicht der Fall, wärs wohl deutlich schwieriger.

Natürlich gibt es Grenzen, ich habe dabei auch nicht an Menschen gedacht, die sich nicht mehr bewegen können und unter jedem Schritt leiden, weil ihnen die Puste ausgeht, sondern an die vielen mir bekannten Leute, die eben einige Kilogramm zu viel haben, aber nicht nur super aussehen, sondern auch fit sind und sich ausgewogen ernähren und sich gut finden wie sie sind, auch wenn sie lt. BMI übergewichtig sind.
Aber auch wenn man fettleibig ist und gesundheitliche Probleme hat, wird man mit Selbstablehnung nicht aus der Spirale kommen, sondern mit dem Entschluss, dass sich was ändern muss und man einfach wieder eine bessere Kondition haben will. Ich finde den Antrieb zur Änderung da eben wie du selbst schreibst, einen der im Grunde selbstbejahend ist, man findet sich ziemlich gut und deshalb will man auch, dass es einem u.a. gesundheitlich wieder besser geht. Für mich gehört das alles zusammen oder wie von dir geschrieben - ist eine Wechselwirkung. Im Grunde meine ich genau das worüber du schreibst, sich ablehnen wird nichts bringen, es ist besser sich zu mögen und daraus die Motiviation zu ziehen Sachen zu ändern, wie noch nicht optimal laufen, jetzt nicht nur auf das Gewicht bezogen, sondern allgemein.
 
@thread schade, die Überschrift hätte so viel mehr verheißen können. Dabei geht's wieder nur um dick und dünn. Viel Spaß noch ;)

Wie seht ihr das? Ist es tatsächlich ok, jemandem einzureden, oder widerspruchslos zulassen, dass er es sich selbst einredet, er wäre ok, auch wenn er es nicht ist?

Oder doch besser offen die Wahrheit sagen und vielleicht zu einem Umdenken beitragen?

Es wird wieder über Kilos und wie wer aussieht gesprochen.
Vielleicht habe ich es nicht gecheckt.

Die Frage die für mich die Essenz war ist, inwieweit man Freunden indem man sie trägt und bestätigt in Verhaltensweisen, die ihr Leben negativ beeinträchtigen, schadet.
Wenn man das Gefühl hat, dass es dem Freund nicht gut mit einem Lebenszustand geht und er das tief in sich vergräbt und Hannibals Beispiel folgend, den lustigen zufriedenen Dicken mimt - es aber nicht ist.

Darf, kann oder soll man da rein greifen, auch wenn man weiß, dass das für die Freundschaft ein Risiko birgt.

Wie gesagt, ich sehe Körpergewicht als Beispiel in dieser Frage, da gibt es weitaus mehr Situationen, wo man Unheil nahen sieht oder einen Freund unausgeglichen.
Das gibt es in jedem Leben mehrmals.

Eine verbale gesunde Watschen eines Freundes, hätte mein Leben mitunter erleichtert und so manche Wirren nicht ausufern lassen.
 
Die militantesten Nichtraucher haben selbst jahrelang gepofelt. Hilft dann zwar keinen einzigen Raucher, wenn sie sich über Gestank und Krankenkassenkosten beschweren, aber wenigstens bleibt der NR stark.
 

Es wird wieder über Kilos und wie wer aussieht gesprochen.
Vielleicht habe ich es nicht gecheckt.

Die Frage die für mich die Essenz war ist, inwieweit man Freunden indem man sie trägt und bestätigt in Verhaltensweisen, die ihr Leben negativ beeinträchtigen, schadet.
Wenn man das Gefühl hat, dass es dem Freund nicht gut mit einem Lebenszustand geht und er das tief in sich vergräbt und Hannibals Beispiel folgend, den lustigen zufriedenen Dicken mimt - es aber nicht ist.

Darf, kann oder soll man da rein greifen, auch wenn man weiß, dass das für die Freundschaft ein Risiko birgt.

Wie gesagt, ich sehe Körpergewicht als Beispiel in dieser Frage, da gibt es weitaus mehr Situationen, wo man Unheil nahen sieht oder einen Freund unausgeglichen.
Das gibt es in jedem Leben mehrmals.

Eine verbale gesunde Watschen eines Freundes, hätte mein Leben mitunter erleichtert und so manche Wirren nicht ausufern lassen.

Ich kann nur von mir reden: Ich bin für jede Kritik offen, solange sie ehrlich und nicht entwürdigend ist. Ich bemühe mich auch, daraus zu lernen und mich zu verbessern. Ein derartiges Gespräch erachte ich als "Erziehung unter Freunden" (nein, nicht im sexuellen Sinne zu verstehen, sondern dass man sich gegenseitig hilt, und man sich die jeweiligen blinden Flecken zeigt). Und diese Momente können wertvoller sein als Gold.
 
Ich kann nur von mir reden: Ich bin für jede Kritik offen, solange sie ehrlich und nicht entwürdigend ist. Ich bemühe mich auch, daraus zu lernen und mich zu verbessern. Ein derartiges Gespräch erachte ich als "Erziehung unter Freunden" (nein, nicht im sexuellen Sinne zu verstehen, sondern dass man sich gegenseitig hilt, und man sich die jeweiligen blinden Flecken zeigt). Und diese Momente können wertvoller sein als Gold.
Stimmt und wenn es ehrlich gemeint und richtig rüber kommt bewirkt es auch etwas
 
Du lebst nicht das Leben eines anderen, deine Bewertung wird nicht ungefragt benötigt, du musst den Körper eines Menschen nicht fühlen können - weder im Miteinander, noch in seinem Erleben.
Wenn dich jemand fragt, kannst du offen und ehrlich sein. Wenn dich jemand darum bittet zu treten, kannst du auch das machen, aber ansonsten macht es keinen Sinn, am Schutzpanzer anderer herumzudoktern. Möglicherweise knackt man ihn nämlich nicht mit einer Bombe, sondern einer Feder.
 
Möglicherweise knackt man ihn nämlich nicht mit einer Bombe, sondern einer Feder.

Richtig, der Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.

Wenn nun die Explosion statt findet, was richtet das an?
Kann man dann als Freund abfedern oder dreht man sich um und läuft so schnell man kann, aus der Freundschaft und bringt sich außerhalb Verantwortung, somit in Sicherheit vor der Lawine, die man lostrat.
Hauptsache man hat seine Meinung dem Hawara einedruckt.

Ja, ich denke genau das ist die Frage.
Sie ist nicht zu beantworten, sondern nur drüber zu reden.

Es gibt diese stummen Hilfeschreie, ich denke das kann man so stehen lassen.
Wie oft, nimmt man sie erst als solche wahr, nachdem es zu spät ist.

Die TE-Frage finde ich äußerst interessant um darüber zu sprechen.
Da Freundschaft ja ebenfalls eine Art von Beziehung ist, denke ich, ist auch sie ganz individuell zwischen zwei Menschen gestaltet und somit einzigartig.

Somit glaube ich nicht, dass es eine einzige generell richtige Antwort geben kann.
...viele Betrachtungsmöglichkeiten....spannend...
 
Richtig, der Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.

Wenn nun die Explosion statt findet, was richtet das an?
Kann man dann als Freund abfedern oder dreht man sich um und läuft so schnell man kann, aus der Freundschaft und bringt sich außerhalb Verantwortung, somit in Sicherheit vor der Lawine, die man lostrat.
Hauptsache man hat seine Meinung dem Hawara einedruckt.

Ja, ich denke genau das ist die Frage.
Sie ist nicht zu beantworten, sondern nur drüber zu reden.

Es gibt diese stummen Hilfeschreie, ich denke das kann man so stehen lassen.
Wie oft, nimmt man sie erst als solche wahr, nachdem es zu spät ist.

Die TE-Frage finde ich äußerst interessant um darüber zu sprechen.
Da Freundschaft ja ebenfalls eine Art von Beziehung ist, denke ich, ist auch sie ganz individuell zwischen zwei Menschen gestaltet und somit einzigartig.

Somit glaube ich nicht, dass es eine einzige generell richtige Antwort geben kann.
...viele Betrachtungsmöglichkeiten....spannend...

Ich finde das Thema auch interessant.
Vor allem, wenn ich an meine 120kg+ Zeiten denke. Bei mir hat es schon gereicht, wenn ein Blick auf mich abwertend wirkte - ich war so schnell in meinem Schneckenhaus wie ich nur konnte und hab sofort Distanz gesucht. Da waren teilweise Menschen dabei, die achtsam mit mir umgegangen sind, mir zeigen wollten, wie toll sie mich finden....aber ich fand mich halt selber ganz schrecklich und habe jedes Kompliment zerpflückt und verdreht. Das alles hat sich nur schleppend verändert, selbst mit 75kg war meine Körperwahrnehmung ganz weit weg von der Realität und das verunsichert. Für mich war wichtig meinen Weg selbst finden zu können - also weder "du siehst toll aus" (hab ich eh nicht geglaubt), noch "du blade kuh" (hätte mich gekränkt - Distanz) wären für mich etwas gewesen, das mir geholfen hätte. Bei mir gings dann irgendwann ganz stark ums Fühlen - also ich hab mich darauf fokussiert. Wie fühlt sich zum Beispiel ein Kleidungsstück an - weil der Blick in den Spiegel mir nicht gezeigt, wie ich wirklich aussehe.

Ein Freund ist da, wir gehen achtsam miteinander um. Er sagt mir vll auch mal was, das ich nicht hören will, bemerkt aber, wenn es genug ist.
 
Auf meinem Teppich hättest du auch nichts zu suchen.

Sowie Du auftreten kannst, tät ich nicht mal unter Deinen Teppich kriechen wollen. :D

Zum Thema:
Wenn man gut einstecken kann, wäre es sicher bereichernd einen derart brutal analytischen Freund wie Dich zu haben. :)
Ah und einen Freund brauchte man noch, der einem hilft, damit umzugehen. :D
...vielleicht ist das ja Deine Liebste...

Aber spielen tät net einmal ich mich da traun. :D
 
Fuck the fuckability.

Ich halte es für den falschen Zugang sein gewolltes Körpergewicht von der Zustimmung anderer (fremder) Menschen abhängig zu machen.

Es wird sich immer jemand finden der es bejubelt und jemand, der es kritisiert.

Siehe Ana-Foren, siehe Feeder....

Wieso Zustimmung? Mir ist es völlig wurscht, ob sich ein Erwachsener blad frisst. Sein Körper, seine Gesundheit, seine Schmerzen. :dead:Er muss dann auch damit leben, dass er von seiner Umgebung verspottet wird oder als Sexualpartner nur für Fatlover anziehend wird. Das ist reales Leben und nicht dieses idiotische "du bist Ok, wenn du dich OK fühlst", in den viele nette Leute verfallen. ;)
 
Sowie Du auftreten kannst, tät ich nicht mal unter Deinen Teppich kriechen wollen. :D

Zum Thema:
Wenn man gut einstecken kann, wäre es sicher bereichernd einen derart brutal analytischen Freund wie Dich zu haben. :)
Ah und einen Freund brauchte man noch, der einem hilft, damit umzugehen. :D
...vielleicht ist das ja Deine Liebste...

Aber spielen tät net einmal ich mich da traun. :D

:rofl: Du wirst es nit glauben, es sitzen sogar einige Blade bei mir gmiatlich am Teppich. Sind aber Realos, keine Schönschwätzer. ;)
 
Ja da hast Du selbstverständlich recht, dass das oft die Folge ist, den Zeitpunkt zu übersehen, wo das Problem noch in den Griff zu kriegen gewesen wäre.

Dennoch: wessen Aufgabe ist es, bzw. wessen Verantwortung, diese "Kontrolle" zu übernehmen, ab wann was zu tun ist?
Doch nur jeder für sich selber.

Was bringt es zu sagen "hätte man mir nur 5 Jahre früher gesagt wie ich aussehe"... usw.
Das ist doch wieder nur Opferrolle und Jammerei infolge nicht wahrgenommener Eigenverantwortung.
Wenn einem DAS passiert, dass man mit +60kg "endet", dann "ist daran keiner Schuld" (wenn schon SSKM, und dann heißt es: Eigenverantwortung wahrnehmen).
Wenn man sich selbst "nicht wahrnimmt", muss man das mit sich klarmachen, sobald man "aufwacht".

Wenn ich anfange rumzurennen, und jedem erkläre, was er nicht rauchen, trinken, essen, vögeln, rumlärmen, rumhusten, rumspucken usw. sollte... ist das kein "Dienst an der Menschheit" sondern Bevormundung, Verurteilung und falsches Samariter-Getue ...erreichen werde ich aber kaum etwas. Schon gar nicht, dass die Menschen in ihre gesunde Selbstwahrnehmung und Selbstverantwortung kommen.

Ja, Es IST traurig, wenn man es (zu) spät erkennt, dass man ein Problem hat. Aber wenigstens hat mans erst genau dann, wenn man es selbst erkennt, und nicht schon vorher, weil jemand glaubt, dass man ein Problem zu haben hat.

Aber ich denke nicht, dass Betroffene es früher geschafft hätten, wenn man ihnen ständig Druck macht oder das Gefühl gibt "heast tua wos du blade Sau, du schaust langsam grausig aus..." oder was auch immer. Ist ja nicht nur beim Gewicht so. A "schlankes Orschloch, des afoch nix dazualernt" hat ja auch nicht weniger Probleme im Leben... und is möglichweise schon sein ganzes Leben eines, und kultiviert seine Unarten bis zum Sterbebett.

Wenn jeder mal einfach auf sich selbst schauen würde, wär die Welt schon viel besser... die 99% "Problem-Menschen" die wir überall sehen, sind möglicherweise einem Irrtum der eigenen Wahrnehmung geschuldet. Den meisten gehts gut mit sich, bis sich einige Samariter herablassen, ein fremdes Problem "anzugehen"...


Du hast überhaupt nichts verstanden. Ich habe nicht das Anliegen, jemand zum Abnehmen zu motivieren. Das hat vielleicht der @Mitglied #146101, aber mir ist es wurscht. Ich weiss nur, dass mich eine wirklich Dicke sexuell in keiner Form anmacht. Wir reden nicht von 5 oder 10 Kilo zuviel, es geht um die Heavy Weight Class!
 
Die militantesten Nichtraucher haben selbst jahrelang gepofelt. Hilft dann zwar keinen einzigen Raucher, wenn sie sich über Gestank und Krankenkassenkosten beschweren, aber wenigstens bleibt der NR stark.

Das ist Unsinn. Ich habe zum Beispiel nie geraucht und den Gestank immer gehasst. Nehme mir auch das Recht, einem Raucher direkt zu sagen, dass er stinkt. Sollten die Nichtraucher öfter machen. :D
 
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