Den Partner betrügen...

  • Ersteller Ersteller Gast
  • Erstellt am Erstellt am
Bei sich selbst mit der Ursachenforschung anzufangen wäre meiner Meinung nach der sinnvollere Weg.
Aber der schwierigere Weg. Stattdessen reden sich viele ein, dass das Fremdgehen der Beziehung gut tun kann.

Ich habe noch nie betrogen und ich werde auch "alles" tun damit das auch so bleibt. Aber die Hand ins Feuer würde ich nicht für mich legen.
Dafür bin ich zu realistisch.
 
Aber der schwierigere Weg. Stattdessen reden sich viele ein, dass das Fremdgehen der Beziehung gut tun kann.

als "entweder - oder" kann das m.e. nur selten gutgehen. weil ein fremdgehen - auch wenn es in absprache erfolgt - ein über die eigene sexuelle situation / beziehung reden und eine selbstreflexion / kritikfähigkeit und veränderungsbereitschaft DARAUS erfordert, damit das ein weiter zueinander statt weiter auseinander werden kann.
 
als "entweder - oder" kann das m.e. nur selten gutgehen. weil ein fremdgehen - auch wenn es in absprache erfolgt - ein über die eigene sexuelle situation / beziehung reden und eine selbstreflexion / kritikfähigkeit und veränderungsbereitschaft DARAUS erfordert, damit das ein weiter zueinander statt weiter auseinander werden kann.
Wenn das zutreffen würde, dann gäbe es auch keinen Grund für die Heimlichtuerei.

Und ... "abgesprochenes Fremdgehen" ist ja kein Fremdgehen. Ich betrüge meinen Partner nicht, wenn er davon weiß und es auch "erlaubt".
 
Wenn das zutreffen würde, dann gäbe es auch keinen Grund für die Heimlichtuerei.

Und ... "abgesprochenes Fremdgehen" ist ja kein Fremdgehen. Ich betrüge meinen Partner nicht, wenn er davon weiß und es auch "erlaubt".

und wie ist es dann wenns mal ok war (immer alle aspekte besprochen und an die vereinbarungen gehalten) aber dann verweigert wird obwohl es keinen grund zur Verunsicherung geben sollte?
 
Wenn das zutreffen würde, dann gäbe es auch keinen Grund für die Heimlichtuerei.

eh ned. in einer intakten beziehung gibts die auch nicht. beispiele:
  • wenn das problem lediglich die unterschiedliche frequenz ist, der sex - wenn er stattfindet - aber passt und der partner mit weniger bedarf deswegen (aufgrund des daraus grundsätzlich intakten erotischen selbstwertgefühls) meint, dass man lieber hat, dass der partner sich das mehr anderswo holen soll als dass man selber öfter herhalten muss,
  • ebenso wenn ein partner z.b. ungeheuer auf analsex oder oralsex oder wasauchimmer steht, der andere das aber nicht mag und von sich aus das okay gibt, dass man sich das eben lieber anderswo holen soll, als dass man sich selber überwinden mag,
dann ist das völlig okay. meistens ist es aber so, dass man da in der beziehung davon ausgeht "wenn ich das nicht mag, dann hat sich's der andere auch zu verkneifen - und wenn man lang nicht drüber redet, dann ist das weg vom tisch." nein, ist es eben nicht!

Und ... "abgesprochenes Fremdgehen" ist ja kein Fremdgehen. Ich betrüge meinen Partner nicht, wenn er davon weiß und es auch "erlaubt".

ok, da sind wir wieder im definitions-dschungel. sex mit dritten mit oder ohne wissen bzw. okay des partners. besser?

und wie ist es dann wenns mal ok war (immer alle aspekte besprochen und an die vereinbarungen gehalten) aber dann verweigert wird obwohl es keinen grund zur Verunsicherung geben sollte?

ui, so springende veränderungen der vereinbarungen sind spannend. in meine vorherigen ehe hatte ich den freiraum, mir was anderes zum spielen zu suchen (wohl in der erwartung "findtst eh nix!") - bis dann was zum spielen da war. letztlich war die folge dessen (insgesamt, was geltende regeln betrifft) das aus der beziehung.
 
und wie ist es dann wenns mal ok war (immer alle aspekte besprochen und an die vereinbarungen gehalten) aber dann verweigert wird obwohl es keinen grund zur Verunsicherung geben sollte?
Einen Grund wird's schon geben.
Bei mir wäre die Eifersucht ganz vorne, und ich denke das wird vielen Menschen so gehen ... wobei die Verlustangst wohl der Grund #1 sein wird. Vielleicht hat deine Partnerin auch nur entdeckt, dass es nichts für sie ist?

Ich würde natürlich das Gespräch suchen und die Unsicherheiten meines Partners besprechen. Aber aus Erfahrung weiß ich auch, dass das selten gut geht. Ich habe mich von meinem damaligen Partner getrennt, weil ich zu wenig Sex bekommen habe und er nicht bereit war an einer Lösung zu arbeiten. Mir ist aber bewusst, dass man z.B. eine Ehe nicht so leicht beendet, das sehe ich auch in meinem Freundeskreis. Da finde ich es dann schon ok, wenn man fremdgeht - ist nicht weniger schlimm als das was die Gegenseite macht.
 
Einen Grund wird's schon geben.

die gründe sind m.e. vielfältig:
  • ein massiver unterschied zwischen theoretisch drüber nachdenken und es praktisch erleben/spüren
  • eine neue, unerwartete realität - wobei ent-täuschung ja grundsätzlich und ganz im sinn des wortes etwas positives hat
  • daraus eine verunsicherung, wo man selber (miteinander in der beziehung) steht
  • sich in der rangfolge abgewertet fühlen durch
  • implizite kritik des partners an der eigenen beziehung/erotik/attraktivität
  • unsicherheit wer ist und wie gut ist der/die andere (was hat der/die, was ich nicht habe?)
  • angst vor verlust der beziehung/des partners
  • veränderungsangst
  • existenzangst
  • etc. etc.
 
Was macht ihr mit eurem schlechten Gewissen?
Damit muss man fertig werden, weiters sollte man vorher wissen, ob Sex derart wichtig ist, um damit leben zu wollen.

Ich unterscheide zwischen einmaligen Geschichten und andauerndem Betrug, ob immer wieder mit wechselnden Partnern oder längerfristige Affären ist dabei eher zweitrangig. Sollte einmal ein Fehler passieren, warum auch immer, möchte ich ehrlich gesagt nicht den Seelentröster spielen müssen. Bei allen anderen Geschichten sollte man so fair sein und dem betrogenen Partner nicht die Möglichkeit einer Entscheidung und der Mitsprache nehmen.

Jeder trifft seine eigenen Entscheidungen, fortwährender Betrug und Missbrauch eines Vertrauensverhältnisses sind meiner Meinung nach Gründe, eine Entscheidung (ob man mit einem Menschen weiterhin zusammen sein möchte) zu überdenken und eventuell Konsequenzen daraus zu ziehen.
 
Wie geht ihr damit um?

Was macht ihr mit eurem schlechten Gewissen?

Sprecht ihr es offen aus?

Tut es euch danach leid?

Nina
wenn du es "beichtest" schiebst du den Ball damit zu deinem Partner also müsste der sich damit auseinandersetzen was er jetzt machen muss...
für mich ists so das du es besser für dich behältst und eben damit etwas zu kämpfen hast
 
Bezüglich Fairness noch ein Punkt, sollte man dem Partner verzeihen, dann ist es damit gut. Die Geschichte dann 100 Jahre bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Joker auf den Tisch zu packen ist mies!
 
Was macht ihr mit eurem schlechten Gewissen?

ich habe da jetzt einige zeit mitgelesen, auf die gefahr hin dass ich in den moralischen reisswolf komme, schreib ich auch was.

ich bin betroffener und betrüge schon seit jahren, mit einer frau die in der gleichen situation ist. trotzdem halten wir unsere beziehungen in einer würdevollen art aufrecht. es ist eben nicht so leicht über alles zu sprechen, weil gewisse themen manchmal einfach keine sprache finden.

klarerweise hat man ein schlechtes gewissen, welches mehr oder weniger bedrückt. wir haben schon oft darüber gesprochen, jedoch sind wir beide der meinung an dieser situation nichts ändern zu wollen.
anlass ist einfach das unterschieliche sexuelle verlangen, wir beide sind in unseren beziehungen der teil mit dem stärkeren verlangen und da bleibt halt oft etwas unerfülltes zurück was man sich von außen holt.

ich möchte jetzt nicht damit sagen, dass die sexualität in unseren hauptbeziehungen schlecht ist, sie liegt halt nur auf einem anderen niveau.

die beziehung beenden nur weil ein teil der eigen sexualität nicht befriedigt wird oder den anderen total mit seinen bedürfnissen in die enge treiben, wo er einfach nicht mitkann, ist glaube ich, ebenso unverantwortlich wie das fremdgehen selbst.

das leben ist halt nicht schwarz oder weiß, manchmal bewegt man sich auch dazwischen.

wenn wir es überleben und die gnade der zeit unser verlangen schwächt, wird hoffentlich die erinnerung an eine schöne aufrengende zeit, ohne die eintrübung durch das schlechte gewissen bleiben.
 
Wie geht ihr damit um?

Was macht ihr mit eurem schlechten Gewissen?

Sprecht ihr es offen aus?

Klar gab es Moment wo ich hinterher dachte "warum ausgerechnet mit der". Aber die Finger konnte ich nun mal nicht lassen.
Aber bei den meisten kenne ich bis heute keine Reue ,warum auch es war doch schön.

Tut es euch danach leid?

Nina
 
also für mich ist dieses thema verdammt anstrengend da ich selbst da drinnen bin....

da ich gerade (iwie zwischen arbeit, familienvater sein und sonstigen dingen) dabei bin mich und meinen background dazu zu verfassen, kann ich nicht genau sagen was ich klipp und klar darüber denke... (bedeutet nicht, dass ich nicht weiß, was mir meine frau bedeutet und welchen hohen Stellenwert sie bei mir hat-auch wenns einige nicht glauben wollen) haters gonna hate....

vllt ist es aber auch genau dieses chaos (denn auch chaos hat eine gewisse anordnung), welches das ganze emotional sehr spannend und auch intensiv macht...

schlechtes gewissen... nein. ich höre jedesmal in mich und behaupte, dass dem-zumindest bewusst-nicht so ist

ich sehs auch nicht als.... "rache"?? weil sie mir nicht geben kann/will wonach ich seit langem dürste...

sie kennt mich, meine haltung zu diesen thema und auch meine haltung ihr gegenüber...

keine ahnung ob es jemanden gibt der eine vergleichbare situation hat, aber das wird sich noch weisen...

gleich vorweg, mag ich diesbezüglich keinerlei moral oder verurteilung....

mir ist klar, dass es hier betrogene und verletzte personen gibt, die dieses thema absolut nicht unter einen hut kriegen (kein vorwurf... es ist nachvollziehbar...
diejenigen bitte ich von wutbotschaften abstand zu halten, denn dieser zorn gehört nicht mir... ich hab euch nicht betrogen....

ich sehs in meinem fall auch nicht als betrug, weil meine beziehung als offen begann und sich unbesprochen (ohne meinen wunsch zu beachten) gewendet hat....

ja iwie komm ich vom hundertsten ins tausendste und verlier zwischendurch gedanklich den Anschluß....

ob es sie verletzen würde? ich kann es weder bestreiten noch versichern....
was ich mit absoluter gewissheit sagen kann, ist, dass ich sie über alles liebe und sie ist keinesfalls ersetzbar in meinem leben...

klingt für einige widersprüchlich, andere wiederum werdens verstehen und einige wenige hängen da vllt genauso in der luft wie ich....

das wars vorerst... glaubi hoid
 
Danke für eure vorangegangenen Beiträge, denn es erfordert trotz der Anonymität des Forums eine ziemliche Offenheit.
Und letztlich bringt es viele Einsichten in die dahinterliegende Gefühlswelt .
Und genau das erleichtert das Verständnis oder vielmehr das Verstehen/ Verstehen können.
Denn es bringt nichts , dieses Thema zu tabuisieren .
 
Und letztlich bringt es viele Einsichten in die dahinterliegende Gefühlswelt .
Und genau das erleichtert das Verständnis oder vielmehr das Verstehen/ Verstehen können.
Denn es bringt nichts , dieses Thema zu tabuisieren .

so ähnlich die situationen zu sein scheinen so ähnlich und gleichzeitig doch verschieden sind sie. was die probleme betrifft, aber auch die lösungsmöglichkeiten. man kann von den schon bestehenden erfahrungen lernen - aber sie 1:1 umsetzen wollen geht oft nicht. es kann höchstens für verschiedene zu bedenkende lösungsoptionen gut sein.
 
Zurück
Oben