bzw. (Beziehungsweise) Eifersucht?

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Ich finde jeder soll tun und machen was er/sie will. Kommunikation ist wichtig. Man entwickelt sich in Laufe der Jahre. Für mich müssen einfach gewisse Mindeststandards passen, dass ich mir eine Beziehung vorstellen kann. Und bei diesen gibt es keine Kompromisse meinerseits. Wenn das definierst, kannst vielleicht nicht jede "Dahergelaufene" nehmen, aber es zahlt sich aus. Sprich seinen Prinzipien treu bleiben wie auch immer diese aussehen. Bis jetzt habe ich es nicht bereut.
 
Hallo,

erst mal danke für die vielen Rückmeldungen. Es zeigt, dass dieses Thema doch für einige interessant ist.

Worums mir aber eigentlich geht - und das ist in meinem Anfangsposting vielleicht nicht so deutlich rübergekommen - sind Meinungen zum WARUM.
WARUM ist es den meisten von uns nicht egal, wenn der Partner/die Partnerin Sex mit jemand anderem hat?
2000 Jahre römisch-katholische Erziehung?
Oder liegt es in den Genen?
Woher kommt das Gespür dafür, was sich gehört und was nicht, und warum wird das einfach so weitergegeben und übernommen?

Ich stimme allen zu, die der Meinung sind, dass es schlussendlich eine Sache zwischen den beteiligten Partnern ist, wie man sich die Beziehung eben ausmacht, und dass es die "Anderen", die "Gesellschaft, einen feuchten Mist angeht, was sich die beiden ausgemacht haben und wie sie ihre Beziehung gestalten. Ich selbst war mal auf meine Frau unheimlich eifersüchtig, als ihr Ex bei uns war und anfing, Gitarre zu spielen und die beiden einfach toll miteinander gesungen und musiziert haben. Mir fehlt dieser lockere Zugang zum Musik-machen leider, obwohl ich ziemlich musikalisch bin und auch ein Instrument gelernt habe. Aber mich einfach hinsetzen und mitmachen, das geht bei mir halt nicht. Da ist eine sehr grosse Hemmschwelle da. Und der kam einfach her, setzte sich hin und die beiden teilten etwas miteinander, das für sie beide schön war und aus dem ich ausgeschlossen war. Ergebnis: Ich war eifersüchtig!
Warum?
Das hatte absolut nichts mit Sex zu tun, und im Grunde genommen hätte ich mich damals auch einfach nur für die beiden und mit den beiden freuen können. Würde ich heute mittlerweile auch.

Mich beschäftigt diese Frage im Moment einfach, und vielleicht gibts ja auch keine Lösung dafür. Vielleicht, weil ich mich in dieser Frage in einer Umbruchs- und Änderungsphase sehe.
Jedenfalls danke für die bisherigen Meinungen und allen noch ein schönes Wochenende!
 
Warum?
Nicht aus moralischen Vorstellungen heraus oder weil ich denke, ein Paar hätte monogam zu leben. Die Freiheit so zu leben wie man es für seine Partnerschaft für am Besten erachtet, sollte sich kein Paar nehmen lassen.

Ich persönlich mag und brauche ganz einfach das Gefühl das Einzige zu sein, was mein Partner braucht (in Gewissen Bereichen - speziell geht es hier jetzt um den sexuellen Bereich) und gebe das Gefühl auch zurück. Ich möchte weder teilen noch geteilt werden und habe (entgegen vieler anderer) auch mit dem Wort "Besitzdenken" keine Schwierigkeiten.
Und wenn zwei - in dieser Beziehung - gleich denkende Menschen aufeinander treffen, ist es für mich auch kein Einschnitt in die persönliche "Freiheit".
 
WARUM ist es den meisten von uns nicht egal, wenn der Partner/die Partnerin Sex mit jemand anderem hat?
Da wird jeder seine eigene Interpretation haben. Ich für meinen Teil gehe keine Beziehung ein, wenn es mich nach anderen Frauen dürstet. Ich liebe es ganz einfach meine intimste Seite mit nur einer Partnerin auszuleben und auszukosten. Ich hatte auch noch nie den Drang zu jagen um eine Kerbe mehr ins Bett zu ritzen. Für mich war es immer die Frage, wann kommt der Mensch mit dem ich gerne mein Leben teile.

Wo ich den Alltag mit dieser Person so genießen kann, als hätte ich das Gefühl trotzdem frei zu sein. Es bedurfte natürlich ein paar Anläufen.....okay....vielen Anläufen bis es soweit war.

Ich persönlich, finde das Glück nur in einer einzigen Beziehung. Und das einzige was ich mir erwarte ist ehrlichkeit von der ersten Sekunde an. Sei es die Sexuellen Bedürfnisse zu klären.....Beziehungtechnische Bedürfnisse. Meine Partnerin weiß worauf sie sich einlässt mit mir und so auch umgekehrt. Da gibt es NULL Spielraum für Fremdgehen.

Klar kann sich im laufe der Zeit viel ändern, aber auch da ist Ehrlichkeit und Menschlichkeit gefragt. Ich möchte nicht das sich meine Partnerin verbiegen muss, auch da gibt es Lösungen die für beide passen und die gilt es zu finden.

Meine Frau wird niemals mein Eigentum sein so wenig wie ich ihres. Aber jeden Tag werde ich sie lieben, als wäre sie die letzte Frau in meinem Leben. Aber so zu lieben, setzt für mich Treue voraus, ja auch die körperliche.
 
Da wird jeder seine eigene Interpretation haben. Ich für meinen Teil gehe keine Beziehung ein, wenn es mich nach anderen Frauen dürstet. Ich liebe es ganz einfach meine intimste Seite mit nur einer Partnerin auszuleben und auszukosten. Ich hatte auch noch nie den Drang zu jagen um eine Kerbe mehr ins Bett zu ritzen. Für mich war es immer die Frage, wann kommt der Mensch mit dem ich gerne mein Leben teile.

Wo ich den Alltag mit dieser Person so genießen kann, als hätte ich das Gefühl trotzdem frei zu sein. Es bedurfte natürlich ein paar Anläufen.....okay....vielen Anläufen bis es soweit war.

Ich persönlich, finde das Glück nur in einer einzigen Beziehung. Und das einzige was ich mir erwarte ist ehrlichkeit von der ersten Sekunde an. Sei es die Sexuellen Bedürfnisse zu klären.....Beziehungtechnische Bedürfnisse. Meine Partnerin weiß worauf sie sich einlässt mit mir und so auch umgekehrt. Da gibt es NULL Spielraum für Fremdgehen.

Klar kann sich im laufe der Zeit viel ändern, aber auch da ist Ehrlichkeit und Menschlichkeit gefragt. Ich möchte nicht das sich meine Partnerin verbiegen muss, auch da gibt es Lösungen die für beide passen und die gilt es zu finden.

Meine Frau wird niemals mein Eigentum sein so wenig wie ich ihres. Aber jeden Tag werde ich sie lieben, als wäre sie die letzte Frau in meinem Leben. Aber so zu lieben, setzt für mich Treue voraus, ja auch die körperliche.

Schöner und treffender hätte man es jetzt (in meinen Augen) nicht ausdrücken können...

Es ist einfach das fehlende Bedürfnis nach anderen, weil man in seinem Partner alles gefunden hat, was man "gesucht" hat...
 
weil man in seinem Partner alles gefunden hat, was man "gesucht" hat...
Wenn man Glück hat, oft sogar mehr als man es jemals erträumt hätte.........aber ich denke dazu sollte man erst auch einmal wissen was man überhaupt möchte. Des weiteren muss man auch viel ausprobieren......für jeden passt eine Beziehung einfach nicht.
 
Vielleicht, weil ich mich in dieser Frage in einer Umbruchs- und Änderungsphase sehe.

ich glaube, das ist schon mal eine sehr wichtige Antwort auf deine Frage ;)

WARUM ist es den meisten von uns nicht egal, wenn der Partner/die Partnerin Sex mit jemand anderem hat?
Das , was für mich nicht stimmig ist , ist das Wörtchen " egal " .

Egal ist mir in diesem Zusammenhang weder der PArtner noch das , was er macht.
#egal klingt nach Gleichgültigkeit und nach Belanglosigkeit, nach Wurschtigkeit .
In diese Fall würde ich nicht mehr von Partnerschaft sprechen .

Ich kann es entweder akzeptieren oder tolerieren , ich kann es auch nicht akzeptieren, ich kann es einfach nicht wissen wollen oder es dem Partner zugestehen , weil es diesem ein Bedürfnis ist .
und das hat nichts damit zu tun , ob es sich gehört oder nicht , oder ob dies nun katholisch ist oder nicht .
WEnn mein PArtner mit anderen Sex hat , dann berührt mich das einfach , es berührt viele Fragen in mir , und es berührt auch viele Gefühle .
und das auch ganz unabängig davon , was wir uns ausgemacht haben .

und wie du nachher sehr schön beschrieben hast , ist alles , was mit Gefühlen zu tun hat , nicht mehr "egal" , auch wenn es sich um nichts Sexuelles handelt . ;):bussal:
 
Wenn man Glück hat, oft sogar mehr als man es jemals erträumt hätte.........aber ich denke dazu sollte man erst auch einmal wissen was man überhaupt möchte. Des weiteren muss man auch viel ausprobieren......für jeden passt eine Beziehung einfach nicht.

Natürlich sollte einem in den Grundzügen bewusst sein, was man möchte. Ich bin jedoch der Meinung, dass der richtige Partner neue Seite und Bedürfnisse in einem wecken kann, von denen man bisher nicht wusste, dass sie in einem schlummern.
Und ich denke, ua genau dieses MEHR erweckt manchmal (nicht immer) auch in einem Menschen, für den dauerhafte Beziehungen und Monogamie bisher nicht in Frage gekommen sind, den Wunsch nach dem einen Partner an seiner Seite...
 
Das , was für mich nicht stimmig ist , ist das Wörtchen " egal " .
Ja, da geb ich dir vollkommen recht. Es ist schlecht formuliert. Es ist nicht im Sinne von "gleichgültig" gemeint. Eher im Sinne von "ich gönne ihr das", ich "gestehe es ihr zu", ich "verbiete" es nicht, und ich formuliere auch keine Exklusivitätsansprüche. Ich gebe Dir recht, wenn die Gleichgültigkeit in einer Beziehung Einzug hält, dann ist es wohl auch mit der Beziehung aus und vorbei.
Danke fürs genau Hinschauen! :)
 
@Mitglied #427072:
Genau so wollte ich dies schon als sehr junge Frau, wahrscheinlich weil ich aus einem sehr zerruetteten Elternhaus stamme.
und Gott #/sei Dank wurde aus der Bekanntschaft sehr bald eine Freundschaft, dann mit Plus , sodass sich mit 20 schon eine zukunftsorientierte Beziehung ergeben hatte.
DAMALS haben wir über fremdvoegeln nicht nachgedacht.
  • Aber diese Studentenbeziehung reifte schnell, und wollten unseren angedachten Weg gemeinsam gehen...
  • Innerhalb von 40 Jahren bleibt kein Stein auf dem anderen und die Beziehung/Ehe macht viele Metamorphosen durch, die immer ein hohes Risiko aber auch eine große Chance auf Weiterentwicklung haben.i
  • Dabei ist nur wichtig , dass beide flexibel bleiben und nicht stehenbleiben wollen und gemeinsam weiter denken u d weiter gemeinsam an einem Strang ziehen wollen.
  • Ja, es gab Eifersucht, aber rückblickend nur in den Phasen, womein Leben mit einem Neugeborenen/_Säugling sehr fremdbestimmt war durch das Kleine
  • Was diese konkrete Frage betrifft, hat mich das auch immer sehr beschäftigt und dann die Frage aufgeworfen: was mache ich falsch, dass es passiert.
  • Dh in si einem konkreten Fall ist immer ein gewisses Insuffizienz Gefühl stärker da als Eifersucht.
 
Ich kann nur für mich sprechen und kann somit nur sagen dass ich nicht das Bedürfnis habe jemanden zu besitzen, ebenso wenig möchte ich mich als Besitz von jemandem fühlen (im alltäglichen Leben ^^)
 
Das ist das Problem an Ideologie. Hat meine eine, glaubt man selber, das man andere damit helfen kann, seine eigene Ideology anderen Menschen aufzudrängen. Natürlich sollte man gewisse Aspekt einer Ideologie immer hinterfragen, weil sonst endet es in einer Idiotie, aber wenn man eine Antwort bekommt sollte man diese vielleicht auch lernen zu akzeptieren.

Es gibt sicher genug Leute, die in Punkto Monogamie und Treue darunter leiden, das es eine Gesellschaftliche Norm ist, die einem aufgezwungen wird. Und das schadet dieser Person auch. Man sollte aber auch nicht ignorieren das es genaus gut Menschen gibt, für die dieser Aspekt keine zwangehafte Gesellschaftsnorm ist, sondern auf einer persönlichen Veranlagung basiert.

Da ich letzten's erst mit jemanden eine ähnliche hitzige Diskussion darüber hatte, habe ich mich mal etwas in das Polyamor-Thematik reingefuchsed, zwar nicht soweit das ich jetzt behaupte kann, das ich sehr gut bewandert bin, nein eher ein kleinen Einstieg, und finde das einige sehr interessante Sachen dabei sind; zudem auch ein paar wirklich gute Ansätze, die eben nicht nur für Polyamor Lebenstil gut ist, sondern auch für monogamie. Bspw. Lernen mit seiner Eifersucht umgehen zu können, weil Eifersucht kann wirklich zu einem Gift in einer Beziehung werden. Ich finde aber, das diese ganzen interessanten Themen die dann auch oft versucht werden wissenschaftlich zu erklären, oftmals auch einen wichtigen Kernpunkt ignoriert. Der persönliche Aspekt, also das Herz.

Man kann zwar sicher seine Eifersucht in den Griff bekommen, bzw lernen damit umzugehen um im Endeffekt eine bessere Lebensqualität zu bekommen, vorallem dann wen Eifersucht bei Banalitäten anfangen. Ich denke aber, ein Mensch der zur monogamie veranlagt ist kann das nicht so einfach abschalten. Es nützt nicht's; wenn man mir erklären will, das Eifersucht und Monogamie falsch sind, wenn es mich denoch schmerzt zu sehen, wie die Frau die ich liebe mit einen anderen schläft. Solch ein empfinden kann man nicht einfach abschalten, nicht einfach ignorieren, sondern ist mehr wie ein Instinkt, und wenn man versucht diesen zu Unterdrücken, dann wird man darunter leiden, noch viel schlimmer, dann ist das Selbstbetrug. Ich finde daher, man sollte sich in einer Beziehung immer ausmachen, wie man zu diesen Thema steht und sich daran halten, und sollte sich das persönliche in diesen Aspekt verändern, weil es denke ich, trotzdem sein kann das sich das Persönlichen Empfinden mit dem alter ändert, wie sich bspw auch der Geschmack ändern kann(ich mochte bspw als Kind/Jugendlicher nie Spinat, mittlerweile schmeckt es mir aber doch), dann muss man darüber reden und ggf. einen Kompromiss finden. Wenn sich aber kein Kompromiss finden lässt, sollte man sich aber eingestehen können, das es dann obwohl man sich liebt, einfach nicht passt, weil wenn einer der beiden Partner zu kurz kommt, wird am Ende die Beziehung darunter leiden.

Ich finde daher den Polyamor Ansatz sicherlich nichts schlechtes, ich befürworte es sogar, das Menschen in unserer Zeit ihren eigenen Weg finden und sich so ausleben können, wie sie wollen, daher hat dieser Lebenstil seine berechtigung. Allerdings finde ich das man den Ansatz der Monogamie auch nicht absprechen darf, sondern die Entscheidungen und das empfinden eines Menschen einfach mal akzeptieren/respektieren sollte, und nicht permanent hinterfragen nur weil man selber diesen Ansatz nicht verstehen/nachvollziehen kann(wo ich letzteres aber wiederum verstehen kann: Wie soll ein Mensch; der Liebe und Sex voneinander trennen kann das empfinden verstehen von einem Menschen, wo beides für diese Leute zusammenhängt.)

Schlimm wird es erst dann, wenn in diesen Bezug ein Betrug begangen wird, aka Fremdgehen. Weil man zum einen den Wunsch des Partners in diesen Bezug nicht nachgeht, ihn dabei hintergeht und im schlimmsten Fall auch noch verheimilcht.

Worums mir aber eigentlich geht - und das ist in meinem Anfangsposting vielleicht nicht so deutlich rübergekommen - sind Meinungen zum WARUM.
WARUM ist es den meisten von uns nicht egal, wenn der Partner/die Partnerin Sex mit jemand anderem hat?
Warum ist dir das so wichtig, das du es hinterfragen musst? Neugier oder findest du es wirklich so problematisch?
Rational gesehen, wird es dir keiner wirklich erklären können. Denn wie sovieles was ein Mensch tut und fühlt basiert nicht auf reiner Rationalität sondern aus eigenem empfinden. Das kann natürlich was negatives sein, weil wir dadurch auch eine Selbstzerstörische Ader haben, die rational gesehen schlimm ist, anderseits macht uns das zu Menschen. Ich finde es natürlich in Ordnung, wenn es dich interessiert warum die Leute so empfinden/ticken. Ich finde aber; das du es nicht wirklich hinterfragen solltest. Weil etwas in Frage zu stellen heißt auch, das man impliziert das etwas nicht in Ordnung ist. Und so wie an deinen polyamoren Lebenstil nichts verwerfliches ist, sollte man auch Monogamie nicht so kritisch behandeln, da jeder für sich und jedes Paar entscheiden muss, mit welchen Lebenstil er/sie sich am wohlsten fühlen.
 
Die momogame Lebensweise hat meines Erachtens mit der christl Religion gar nichts zu tun, denn schon in den wichtigsten Kulturen der Antike bzw des Altertums gab es die Einehe. Selbstverständlich war aber auch, dass von beiden Geschlechtern das sexuelle Vergnügen auch außerhalb des Ehebettes gesucht und gefunden wurde. Der eheliche Sex diente vorrangig der Zeugung legetimer Nachkommen, der außereheliche vorwiegend der Triebbefriedigung.

In der heutigen Zeit kann man ohne gesellschaftliche Einschränkungungen jede erdenkliche Lebensform mit dem Partner vereinbaren und ausleben, erlaubt ist, was beiden gefällt und sie emotional verkraften. Polygamie untersagt der Staat, was meines Erachtens aber keine moralischen Hintergründe hat sondern eher wirtschaftliche.

Wenn ich mit meiner Partnerin die Familienplanung ins Auge fasse und umsetzen will, so möchte ich der Vater der gemeinsamen Kinder sein, die in einer intakten, stabilen Familie heranwachsen sollen. Ich würde keinesfalls die Kinder anderer Väter aufzuziehen, die während der laufenden Partnerschaft, auch bei vereinbarter offener Beziehung, entstanden sind. Für mich ist auch heute noch die Familiengründung und deren wirtschaftliche Absicherung ein wichtiger Grund zur monogamen Lebensform.
 
Selbstverständlich war aber auch, dass von beiden Geschlechtern das sexuelle Vergnügen auch außerhalb des Ehebettes gesucht und gefunden wurde. Der eheliche Sex diente vorrangig der Zeugung legetimer Nachkommen, der außereheliche vorwiegend der Triebbefriedigung.

Das stimmt, dieses Verhalten wurde/wird aber gesellschaftlich zu recht geächtet, weil, wie du selbst sagst:

Wenn ich mit meiner Partnerin die Familienplanung ins Auge fasse und umsetzen will, so möchte ich der Vater der gemeinsamen Kinder sein, die in einer intakten, stabilen Familie heranwachsen sollen. Ich würde keinesfalls die Kinder anderer Väter aufzuziehen, die während der laufenden Partnerschaft, auch bei vereinbarter offener Beziehung, entstanden sind. Für mich ist auch heute noch die Familiengründung und deren wirtschaftliche Absicherung ein wichtiger Grund zur monogamen Lebensform.
 
@Mitglied #424670:
Danke für deinen langen Beitrag.
Ich seh das nicht so sehr als Ideologie. Einer Ideologie hängt für mich immer auch etwas sektiererisches an, etwas intolerantes anders gesinnten gegenüber. Ich find es auch nicht problematisch, ich habe einfach bemerkt, dass mich dieses Thema mehr und mehr beschäftigt, und ich wollt einfach wissen, welche Meinung andere hier dazu haben.

Nochmals: Ich will Polyamorie oder wie auch immer man es nennen mag, niemandem aufdrängen, und jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden. Eifersuchtsfreiheit ist für mich die Voraussetzung für diese Lebensform, und ich frage mich, wie kommt man dahin? (Zur Eifersuchtsfreiheit). In Tibet beispielsweise wird (teilweise oder hauptsächlich weiß ich nicht) Polyandrie gelebt. Das heißt, mehrere Brüder heiraten eine Frau. Das ist dort kulturell etabliert, und das funktioniert auch so! Eifersucht ist dort anscheinend kein solches Thema wie bei uns, weil der Besitzanspruch dann eben nicht greift. Kinder werden gemeinsam aufgezogen. Ich stimme dir absolut zu, dass Eifersucht Gift für eine Beziehung ist. Und auch, dass wissenschaftliche Untersuchungen zu kurz greifen, weil der persönliche Aspekt dabei fehlt und hier immer nur statistische Aussagen herauskommen, die dem Einzelnen genau nix helfen.

Ich frage mich einfach, inwieweit die Eifersucht, die uns in manchen Situationen beschleicht, anerzogen = kulturell bedingt ist oder inwieweit sie angeboren ist. Es wäre ja auch möglich, dass die Eifersucht den tibetischen Brüdern *ab*erzogen worden ist! Auf jeden Fall kann man lernen damit so um zu gehen, dass sie nicht nach außen hin und destruktiv wirkt. Das ist ein schwieriger Weg! Aber würden wir uns nicht viel Leid und Schmerz ersparen, wenn wir ihn gehen könnten? Jedenfalls bringts nichts, es zu verdrängen, nicht hin zu schauen, den Kopf in den Sand zu stecken. Das führt nur dazu, dass die Sache irgendwann destruktiv wird.

Ich möchte hier in keiner Weise missionieren. Meine persönliche und aktuelle Erfahrung ist die, dass ich eine Gefährtin habe, die mir Freiheiten zugesteht, von denen ich in meinen bisherigen Beziehungen nicht zu träumen wagte. Wenn ich mich allerdings selbst anschaue, dann bin ich mir meiner eigenen Reaktion nicht so sicher. Ich weiß nicht, ob ich es "wirklich" (soll heißen: für mich, ganz ehrlich) schaffen würde, nicht nur "viel Spass" zu sagen, sondern das auch zu fühlen - wenn ich weiß, sie vergnügt sich mit einem anderen, weil ich weiß und bombenfest drauf vertrauen kann, dass die Liebe zwischen uns durch diese Begegnung mit einem Dritten nicht erschüttert wird. Da spielen wohl auch sehr viele eigene Unsicherheiten und Ängste mit hinein.

Ich muß jetzt leider Schluss machen, demnächst mehr.

Danke für alle Wortmeldungen, das Thema ist spannend! :-)
 
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