Das ist das Problem an Ideologie. Hat meine eine, glaubt man selber, das man andere damit helfen kann, seine eigene Ideology anderen Menschen aufzudrängen. Natürlich sollte man gewisse Aspekt einer Ideologie immer hinterfragen, weil sonst endet es in einer Idiotie, aber wenn man eine Antwort bekommt sollte man diese vielleicht auch lernen zu akzeptieren.
Es gibt sicher genug Leute, die in Punkto Monogamie und Treue darunter leiden, das es eine Gesellschaftliche Norm ist, die einem aufgezwungen wird. Und das schadet dieser Person auch. Man sollte aber auch nicht ignorieren das es genaus gut Menschen gibt, für die dieser Aspekt keine zwangehafte Gesellschaftsnorm ist, sondern auf einer persönlichen Veranlagung basiert.
Da ich letzten's erst mit jemanden eine ähnliche hitzige Diskussion darüber hatte, habe ich mich mal etwas in das Polyamor-Thematik reingefuchsed, zwar nicht soweit das ich jetzt behaupte kann, das ich sehr gut bewandert bin, nein eher ein kleinen Einstieg, und finde das einige sehr interessante Sachen dabei sind; zudem auch ein paar wirklich gute Ansätze, die eben nicht nur für Polyamor Lebenstil gut ist, sondern auch für monogamie. Bspw. Lernen mit seiner Eifersucht umgehen zu können, weil Eifersucht kann wirklich zu einem Gift in einer Beziehung werden. Ich finde aber, das diese ganzen interessanten Themen die dann auch oft versucht werden wissenschaftlich zu erklären, oftmals auch einen wichtigen Kernpunkt ignoriert. Der persönliche Aspekt, also das Herz.
Man kann zwar sicher seine Eifersucht in den Griff bekommen, bzw lernen damit umzugehen um im Endeffekt eine bessere Lebensqualität zu bekommen, vorallem dann wen Eifersucht bei Banalitäten anfangen. Ich denke aber, ein Mensch der zur monogamie veranlagt ist kann das nicht so einfach abschalten. Es nützt nicht's; wenn man mir erklären will, das Eifersucht und Monogamie falsch sind, wenn es mich denoch schmerzt zu sehen, wie die Frau die ich liebe mit einen anderen schläft. Solch ein empfinden kann man nicht einfach abschalten, nicht einfach ignorieren, sondern ist mehr wie ein Instinkt, und wenn man versucht diesen zu Unterdrücken, dann wird man darunter leiden, noch viel schlimmer, dann ist das Selbstbetrug. Ich finde daher, man sollte sich in einer Beziehung immer ausmachen, wie man zu diesen Thema steht und sich daran halten, und sollte sich das persönliche in diesen Aspekt verändern, weil es denke ich, trotzdem sein kann das sich das Persönlichen Empfinden mit dem alter ändert, wie sich bspw auch der Geschmack ändern kann(ich mochte bspw als Kind/Jugendlicher nie Spinat, mittlerweile schmeckt es mir aber doch), dann muss man darüber reden und ggf. einen Kompromiss finden. Wenn sich aber kein Kompromiss finden lässt, sollte man sich aber eingestehen können, das es dann obwohl man sich liebt, einfach nicht passt, weil wenn einer der beiden Partner zu kurz kommt, wird am Ende die Beziehung darunter leiden.
Ich finde daher den Polyamor Ansatz sicherlich nichts schlechtes, ich befürworte es sogar, das Menschen in unserer Zeit ihren eigenen Weg finden und sich so ausleben können, wie sie wollen, daher hat dieser Lebenstil seine berechtigung. Allerdings finde ich das man den Ansatz der Monogamie auch nicht absprechen darf, sondern die Entscheidungen und das empfinden eines Menschen einfach mal akzeptieren/respektieren sollte, und nicht permanent hinterfragen nur weil man selber diesen Ansatz nicht verstehen/nachvollziehen kann(wo ich letzteres aber wiederum verstehen kann: Wie soll ein Mensch; der Liebe und Sex voneinander trennen kann das empfinden verstehen von einem Menschen, wo beides für diese Leute zusammenhängt.)
Schlimm wird es erst dann, wenn in diesen Bezug ein Betrug begangen wird, aka Fremdgehen. Weil man zum einen den Wunsch des Partners in diesen Bezug nicht nachgeht, ihn dabei hintergeht und im schlimmsten Fall auch noch verheimilcht.
Worums mir aber eigentlich geht - und das ist in meinem Anfangsposting vielleicht nicht so deutlich rübergekommen - sind Meinungen zum WARUM.
WARUM ist es den meisten von uns nicht egal, wenn der Partner/die Partnerin Sex mit jemand anderem hat?
Warum ist dir das so wichtig, das du es hinterfragen musst? Neugier oder findest du es wirklich so problematisch?
Rational gesehen, wird es dir keiner wirklich erklären können. Denn wie sovieles was ein Mensch tut und fühlt basiert nicht auf reiner Rationalität sondern aus eigenem empfinden. Das kann natürlich was negatives sein, weil wir dadurch auch eine Selbstzerstörische Ader haben, die rational gesehen schlimm ist, anderseits macht uns das zu Menschen. Ich finde es natürlich in Ordnung, wenn es dich interessiert warum die Leute so empfinden/ticken. Ich finde aber; das du es nicht wirklich hinterfragen solltest. Weil etwas in Frage zu stellen heißt auch, das man impliziert das etwas nicht in Ordnung ist. Und so wie an deinen polyamoren Lebenstil nichts verwerfliches ist, sollte man auch Monogamie nicht so kritisch behandeln, da jeder für sich und jedes Paar entscheiden muss, mit welchen Lebenstil er/sie sich am wohlsten fühlen.