Burkinis

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Ich denke, die Badbetreiber werden die gleichen Probleme mit Burkinis haben wie mit den immer länger werdenden Bade"shorts", (...)

Diesbezügl. schrieb ich bereits:

Falls Burkinis in der Praxis aber tatsächlich die beschriebenen Probleme bereiten, können Badbetreiber das Tragen von Burkinis so rational begründet von mir aus gerne untersagen. Eine Diskussion über christliche Grundwerte braucht man dafür nicht.

Ich habe kein Problem mit dem Bademeister, der feststellt "Die Dinger sind ein Problem für die Wasserqualität" und sie deshalb in seinem Bad verbietet. Ich widerspreche bloß den Leuten, die einem am Stammtisch erst mal 2 Stunden lang erklären, warum der Burkini der Untergang des Abendlandes ist und zum Schutz der Frauen und der makellosen westlichen Kultur unbedingt verboten werden muss, und die dann, wenn sie auf der Schiene nicht weiterkommen, erleichtert auf den sich zu Wort meldenden Bademeister zeigen und rufen: "Na also, verbieten! Sag ich ja."
 
Nix warum, egal ob privat oder öffentliches Bad, es gibt eine Badeordnung in den meisten Bädern, die besagt, das des baden in Ganzkörperbadeanzügen nicht erlaubt ist, diese Verordnung stammt noch aus Zeiten, in denen Schwimmanzüge wie bei Spitzensportlern oder auch Neoprenanzüge für Taucher oder Langstreckenschwimmer in Mode gewesen sind, ganz einfach, man beruft sich darauf, fertig, Eure Aufregung ist also wie so oft, Luftverschwendung. ;)
 
In Schweden musste vor einiger Zeit ein Grünen-Politiker zurücktreten, weil er einer TV-Journalistin vor laufender Kamera den Handschlag verweigert hatte. Stattdessen hatte er zur Begrüßung die Hand aufs Herz gelegt. Erfolgte sein Rücktritt zu Recht?
Eine persönliche Entscheidung. Aber die Frage, wie wir auf solche Gesten reagieren, ist schon spannend, weil wir damit Aussagen über uns selbst als Nichtmuslime machen. Als mir einmal ein Imam den Handschlag verweigerte, habe ich sanft seinen Arm berührt und gesagt: Mein Glaube erlaubt mir das. Es ist eine Wertschätzung.
In Deutschland hat der Fall eine große Debatte ausgelöst. Für mich ist beides spleenig: die Verweigerung des Handschlags, aber auch die empörten Reaktionen. Das sind Reflexe, wie sie in geschlossenen Stammesgesellschaften üblich sind. Aber in einer offenen Gesellschaft brauchen wir neue Maßstäbe: Was ist wesentlich, und was ist unwesentlich? Wie wollen wir verträglich zusammenleben, wenn jede unwichtige Normabweichung gleich als Integrationsverweigerung skandalisiert wird?
Immer gleich die Stacheln aufstellen: So senden wir die Botschaft aus, wir können dich nur akzeptieren, wenn du dich genauso verhältst wie wir. Ist das die Standardkultur einer Gesellschaft, in der der Einzelne den höchsten Stellenwert hat und nicht seine Abstammung, Religion oder Herkunft?
Sollten wir uns fragen, ob wir wirklich auf jede unwesentliche Eigentümlichkeit, jede Absonderlichkeit, jeden Spleen, die es in allen Kulturen und in allen Religionen gibt, mit der Gesetzesmaschinerie und der gesellschaftlichen Verteufelung reagieren wollen? Was für ein Mangel an Souveränität. Ich bin von der Attraktivität der persönlichen Freiheit, die offene Gesellschaften auszeichnet, überzeugt.

Wenn wir so weitermachen – ängstlich und kleinmütig – und uns auf jeden Normabweichler stürzen, als hätte er Macht und Einfluss, die wesentlichen Werte nur durch seine Anwesenheit und seine Praktiken abzuschaffen, stellen wir uns ein Armutszeugnis aus.
Das heißt nicht, dass es keine Abgrenzung geben muss gegenüber bestimmten Praktiken und Verhaltensweisen – etwa wenn Mädchen zwangsverheiratet oder beschnitten werden sollen. Aber wir kommen nicht weiter, wenn wir mit der Lupe nach Abgrenzungen suchen.

Geben wir zu viel Rabatt auf unsere kulturellen Werte?
Welcher kulturelle Wert ist denn beschädigt, wenn Kopftücher getragen oder der Handschlag verweigert wird? Befürchten wir tatsächlich, dass die Errungenschaften der Aufklärung und der Demokratie, die hier über Jahrtausende erkämpft wurden, kaputtgehen, wenn mir jemand die Hand nicht schüttelt? Die Attraktivität der Freiheit macht vor den Muslimen nicht halt. Die sind ja auch nicht hierhergekommen, weil das Leben hier so fürchterlich ist, sondern weil sie schätzen, wie wir leben.

Machen wir uns also zu klein, wenn wir uns darüber aufregen?
Wir unterwerfen uns freiwillig. Wir sehen uns überfremdet, wenn uns jemand die Hand nicht gibt. Das ist lächerlich. Wir sollten mehr auf die Traditionen offener Gesellschaften vertrauen. Sie sind das Beste, was Menschen bisher erreicht haben. Und gehört es nicht auch zur Freiheit, nicht die Hand zu geben? Diese Hysterie für ein so kleines Karo.
Wir kommen nicht weiter, wenn wir bei den Menschen, die unsere Nachbarn sind, mit denen wir Geschäfte machen, permanent nach Unterschieden suchen und sie zwingen, so zu werden wie wir. Nach dem Motto: Der beste Muslim ist einer, der nicht so aussieht, den man nicht dafür hält und der keine Moschee braucht.
Dass wir eine Einwanderungsgesellschaft geworden sind, bestreitet heute niemand mehr. Damit einher geht aber auch die Forderung nach schnellstmöglicher Integration. Was bedeutet das überhaupt?
Bildung, Arbeit, also strukturelle Teilhabe, auch kulturelle Anpassung, allerdings gegenseitig. Also Ertragen der erträglichen, unwesentlichen Eigenheiten, Toleranz gegenüber anderen Sitten und Bräuchen. Natürlich in beide Richtungen: Auch die Neuankommenden müssen ja tolerieren, dass manche Dinge hier anders laufen. Dass zum Beispiel ständig und überall Alkohol getrunken wird, dass Homosexualität völlig akzeptiert ist, dass man am Strand Nackten begegnen kann. Burkatragen in der Öffentlichkeit ist jedoch, wie öffentlich nackt herumlaufen, ein Ärgernis, also unerwünscht.
Bei Muslimen verhalten wir uns wie Pubertierende.

B.J.
 
Wie ich sehe verläuft die Diskussion wie immer zu diesem Thema:rofl: Abschließend für mich muss ich noch sagen, wenn man Gleichheit will sollte man auch alle gleich behandeln und nicht den einen Einschränken und bei den anderen beide Augen zudrücken! Wenn ich den einen lange Badeshorts verbiete oder eben den(zugegeben sehr peinlichen) Trend eine Unterhose unter der Badehose zu tragen, auf der anderen Seite einen Burkini erlaube, schafft es nur Unverständnis und Ärger! Gilt für mich auch für diese ewige "Kreuz in der Klasse" Geschichte, wenn ich das Kreuz abnehme muss ich auch andere religiöse Symbole wie Kopftücher aus der Klasse verbannen, oder eben das Verbot mit Helm in die Bank zu gehen und dann kommt jemand voll verschleiert rein und da ist es dann egal nur wegen der Religion? Aber auch vor Gericht sieht es nicht anders aus, siehe Deutschland, da bekommt ein Täter für einen Mord eine geringere Strafe weil er aus Ehre gemordet hat, alle anderen bekommen eine normale Strafe, das alles hat nichts mit Toleranz zu tun sondern ist einfach eine Ungleichbehandlung. Viel Spaß noch bei diesem schweren Thema, ich wende mich wieder meinen Genitalien zu :winke:
 
Weil es ein Antidiskriminierungsgesetz gibt, und der Ausschluss einer bestimmten Personengruppe aufgrund ihres Glaubens, etc.
einer Diskriminierung gleich kommt! - Und das macht bei einer öffentlichen Einrichtung keinen schlanken Fuß
Ja, eh. Nur gilt das Gleichbehandlungsgesetz ja für private Betreiber öffentlich zugänglicher Einrichtungen genauso (also z.B. für Restaurantbesitzer). Und Bekleidungsvorschriften bedeuten ja üblicherweise nicht, dass Menschen bestimmter Glaubensrichtungen von einer Einrichtung ausgeschlossen sind; sie gelten für alle gleichermaßen.
 
... :schulterzuck: ... wird do jetzt net a bissl vü umadumgredt ;) jeder soll für sich selber entscheiden wie, wen, was und wo gefällt ;) wenn es aber, weil es gewissen Personen nicht gefällt wie wir hier Leben und wir dann uns einschränken oder dieses und jenes nicht mehr tun dürfen :rolleyes: obwohl dies schon Jahrelang so gehandhabt worden ist, OHNE Probleme ;) dann läuft mMn etwas schief :cool: ... und JO ...i wü weder Burkinis no Burkas ;) owa des kaun eich jo wurscht sei :winke:
 
Wie deppat musst den sein mit so einem Fetzen schwimmen zu gehen? Mit Jubel und Begeisterung zurück ins Mittelalter?
 
Ich war lange froh in einem zivilisierten Land zu leben aber was ist jetzt? Die verraten alles wofür Frauen Jahrhunderte im Westen gekämpft haben.
 
Hahaha, wegen a paar Burkinis machst dir ins Hoserl!?
Gehts noch? Schau mal vor 20-30 Jahren war noch niemand in Österreich so deppat und ging verschleiert auf die Straße und was ist jetzt? Jetzt sieht man Kinder mit einer Burka auf den Straßen
Und unsere Weiber sind auch noch so naiv und jubeln denen hinterher. Alter, ich frag mich echt was mit der Gesellschaft los ist.
 
Ich denke, die Badbetreiber werden die gleichen Probleme mit Burkinis haben wie mit den immer länger werdenden Bade"shorts", sowie mit der angeblich seit letztem Jahr unter Jugendlichen verbreiteten Mode, darunter auch noch Baumwollunterhosen zu tragen: Je mehr Kleidung, umso mehr Schmutz und Keime werden angeblich ins Becken mitgenommen, weshalb mehr Chlor verwendet werden muss, mit allen damit verbundenen Nachteilen. Zusätzlich wird auch mehr Wasser aus den Becken an die Oberfläche transportiert, weshalb mehr und öfter nachgefüllt werden muss.
Badeshort-Verbot in Frankreich – Nimm' zwei!
Schwimmbad: Bermudas runter!

Mich betrifft's nicht, weil ich Textilbadeanstalten weitgehend meide :).

:up: Genau darum ging es mir und nicht um:
Weil es ein Antidiskriminierungsgesetz gibt, und der Ausschluss einer bestimmten Personengruppe aufgrund ihres Glaubens, etc.
einer Diskriminierung gleich kommt! - Und das macht bei einer öffentlichen Einrichtung keinen schlanken Fuß

lg gitti

Politik und Parteifarben sind mir wurscht, wenn es technische und hygienische Gründe dafür gibt, dann ist es auch nicht diskriminierend! :rolleyes: Und wenn es mit den sexuellen Übergriffen in den Bädern so weitergeht, dann werden sie diskriminiert werden und nicht mehr rein dürfen oder wir trennen wieder strikt Manderl und Weiberl voneinander in den Bädern, aber wenn's technisch nicht möglich ist wegen ihrer Kleidung den Badebetrieb aufrechtzuerhalten, dann werden's damit nicht mehr reinkommen ins Wasser! Man kann nicht einfach den Chlorgehalt ins unendliche steigern darin, unsere Bäder fahren da eh schon ziemlich grenzwertig oft.
 
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