Bedürfnisse/ Bedürftigkeit

...Vielleicht auch dieser thread, in dem man insofern zu sich stehen kann, all diese Bedürfnisse zu erkennen.
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Bedürfnisse sind etwas ziemlich Volatiles - oder? Aber "remittierend" - man kann sich ziemlich darauf verlassen, dass sie einem nicht verlassen.
...Oder vielleicht auch dieser thread, um noch weiter zu gehen, um zu fragen, wie oft BRAUCHE ich Sex/ Intimität / körperliche Nähe / Geborgenheit. ...
Das ist ein ganzes Bukett an Bedürfnissen. Und wenn man länger in diesem Forum mitliest - drücken sich diese Bedürfnisse individuell sehr unterschiedlich aus. Auch in ihrer Intensität und Frequenz. Naja, und im Laufe der Jahre ändern sich Lebensumstände, körperliche und seelische Befindlichkeiten .... eher frage ich mich: wann und wie oft will ich davon NICHTS - einfach weil ich nichts anderes will als bei mir zu sein, meine eigene Zeit zu haben...
...Wie brauche ich einen anderen / eine andere, um wieder rund zu sein. ...
Vor Jahren sagte eine Kollegin zu mir (etwa ein Jahr nach Trennung von Familie und Ehefrau) - Du hättest zuerst einmal lernen sollen, Du selbst zu sein. Recht hatte sie. "Rund zu sein" sollte einem ohne Partner/in gelingen - dann gelingen auch Beziehungen besser. Da gibt es den Spruch:"Liebe Dich selbst - dann ist es egal wen Du liebst".
...Inwiefern hat Partner/ Partnerin mir zur Verfügung zu stehen? ..
Nie.
...Oder auch :
Wie oft fühle ich mich trotzdem schwach / klein / unzureichend, und die Nähe eines geliebten Menschen wäre vorzüglich?
Wie oft lese ich in diesem Forum, dass "Energieräuber" unerwünscht sind? Oft.
Und ich registriere - auch aus gesundheitlichen Gründen - dass Partnerinnen rasch "unrund" werden, wenn der Partner (verkürzt gesagt) nicht der "tolle Hecht" ist, den sie sich erwarten....
 
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Unser Leben als Mensch führt letztlich zu Krankheit und Tod.
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Inwiefern kann ich zu dieser Bedürftigkeit dann stehen, wenn ich mir immer selber genug bin?
Also - zu Krankheit nicht zwangsläufig. Und was "Krankheit" darstellt und wie sich Kranke fühlen oder leben kann sehr sehr unterschiedlich sein. Krankheit heißt nicht zwangsläufig Siechtum ...
Tod ja. Unausweichlich. Wir sterben, wie Du weißt, bereits im Mutterleib - zumindest in Teilen (programmierter Zelltod).
Der Tod als unausweichliche Konstante hat aber eine unersetzbare Funktion - wir wissen um Sterblichkeit und wir können (hoffentlich) unser Leben an diesem finalen Gradmesser orientieren.
"Gelingendes Leben..." sagen sie heute.

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In diesem Stadium brauche ich andere Menschen, ausser ich will alleine und ohne Betreuung sterben.
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Wir brauchen andere Menschen immer und in jeder Lebenssituation - in guten wie in schlechten Zeiten. Und wir brauchen Menschen über unser Sterben hinaus - denn in ihren Erinnerungen und Gedanken "existieren" wir weiter. "Im gemeinsamen Bewusstsein / Sein" wie ich spirituell glaube....
Hilfsbedürftigkeit sollte nicht mit "Menschen brauchen / benötigen" in Verbindung stehen - gleichberechtigte Inklusion bietet Menschen an, was sie zum Leben brauchen. Ohne Abhängigkeiten zu schaffen.
 
Hi,

Männer, die über ihre Bedürfnisse und Wünsche Bescheid wissen, zeugen für mich von einer gefestigten Persönlichkeit. In deren Umgebung ich mich "sauwohl" fühle, da sie auch mir zugestehen, meine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern ohne dass ich Angst haben muss, sie würden mich verurteilen.

das ist ein Trugschluss. Jammerlappen sind nicht automatisch fair.

LG Tom
 
Hi,

Bitte erkläre mir, wo du etwas von "Jammerlappen" rauszulesen scheinst.

aus dem Kontext der Gefühlsduselei. Aber wenn Du ich besser fühlst, auch wenn sie keine Jammerlappen sind, gestehen sie Dir nicht das selbe zu wie sich selbst. ;)

Du kannst genausogut sagen "Ich mag Männer die sexuell freizügig sind, weil die lassen mir meine sexuelle Freizügigkeit", es stimmt nur nicht ...

LG Tom
 
Männer, die über ihre Bedürfnisse und Wünsche Bescheid wissen, zeugen für mich von einer gefestigten Persönlichkeit. In deren Umgebung ich mich "sauwohl" fühle, da sie auch mir zugestehen, meine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern ohne dass ich Angst haben muss, sie würden mich verurteilen.

Du sprichts mir aus der Seele - auf diesem Weg und mit diesen Vorgaben habe ich schon viele Stunden faszinierende und unglaublich erkenntnisreiche Gespräche erleben dürfen.
 
Bedürfnisse sind für jede Person eben anders . Ich selber habe ein größeres Bedürfnis nach Bewegung als viele andere Menschen.

Das Bedürfnis nach Gemeinschaft oder nach Alleinsein muss sich nicht ausschließen , aber sich auch nicht einschließen .
für mich selber würde dies keine Wertung bedeuten.

Auch Bedürftigkeit / meinetwegen auch Hilfsbedürftigkeit kann in jeder Lebensphase auftreten , und ich glaube , dass niemand von sich sagen kann, dass er jemals in den Zustand von Bedürftigkeit kommen könnte.

vielmehr tritt die Gelegenheit auf , diese Bedürftigkeit zu verharmlosen oder sich auch nicht eingestehen zu wollen und dadurch den Zustand zu verschlechtern .
Oder einfach auch Hilfe schlecht annehmen zu können.

die Facetten von Bedürfnissen oder auch Bedürftigkeit sind zahhlreich.
 
um welche Bedürfnisse geht es dann ?

Ich hab Verlangen nach Torte (muss keine bestimmte sein) aber ich kann nicht pausenlos Torte essen,
weil man da zu dick wird und ungesund ist es auch und brauchen tut man das auch nicht wirklich tun.

Normalerweise sag ich ja nichts, aber da man hier all seine Geheimnisse ausplaudern muss …


auch will man sich meist eine hysterische Reaktion ersparen.
 
um welche Bedürfnisse geht es dann ?

Ich hab Verlangen nach Torte (muss keine bestimmte sein) aber ich kann nicht pausenlos Torte essen,
weil man da zu dick wird und ungesund ist es auch und brauchen tut man das auch nicht wirklich tun.

Normalerweise sag ich ja nichts, aber da man hier all seine Geheimnisse ausplaudern muss …


auch will man sich meist eine hysterische Reaktion ersparen.
Bring mich nicht auf unnötige Gedanken und Wünsche , das Leben is eh schon hart genug :lehrer:
 
um welche Bedürfnisse geht es dann ?

Ich hab Verlangen nach Torte (muss keine bestimmte sein) aber ich kann nicht pausenlos Torte essen,
weil man da zu dick wird und ungesund ist es auch und brauchen tut man das auch nicht wirklich tun.

Normalerweise sag ich ja nichts, aber da man hier all seine Geheimnisse ausplaudern muss …


auch will man sich meist eine hysterische Reaktion ersparen.
Sooo, jetzt hab ich echt noch nachgeschaut :

Da gibt's die Maslow sche Bedürfnis Pyramide :
Ganz unten :
Physiolog. Bedürfnisse wie Essen, Schlafen, Sex,
Dann
Sicherheitsbefürfnisse wie Wohnen, allgemeine Sicherheit, sicherer Job
Dann
Soziale Sicherheit : Freunde,
Partnerschaft, Umfeld
Und dann noch
Anerkennung, Geltungssucht
Und zuletzt, ganz oben
Selbstverwirklichung
 
Bring mich nicht auf unnötige Gedanken und Wünsche , ....
Stimmt....
... das Leben is eh schon hart genug :lehrer:
Stimmt auch....

Das biologische Wesen Mensch ist nicht viel ohne soziale und kulturelle "Haut" - quasi nackt auf dem Weltenrund...

@Mitglied #411667 - ein wenig kryptisch und divers bist Du unterwegs im thread. Bist du besorgt?
Ich übrigens auch ... ein Monat noch... allerdings, wird dann mein Bedürfnis nach "bei und mit mir sein" befriedigbar sein....
 
Sooo, jetzt hab ich echt noch nachgeschaut :

Da gibt's die Maslow sche Bedürfnis Pyramide :
....
Es ist richtig - die gibt es und sie wird oft angeführt und verwendet.
Belegt oder bewiesen hat sie nach meinem Wissensstand nie jemand....
Aber - ein gutes Zitat hält oft ein Jahrhundert lang...

Sinn, Freude, Überraschung ..... enthält sie nicht, oder?
 
Ich bin in Sachen Bedürfnisse und das Gebrauchtwerden und Gebrauchen, sehr sehr pragmatisch!

Ich brauche in der Tat eine Persönliche Assistenz, damit ich meinen Alltag einigermaßen autark und selbständig bewerkstellige.
Ich brauche meine Arbeitsassistenz, damit ich meiner Arbeit nachgehen kann, die mir wiederum finanzielle Sicherheit beschert ...

Ich brauche aber keine Mitmenschen, um Nähe und Zärtlichkeit, Gesellschaft zu bekommen, sondern ich genieße ihre Gesellschaft und geben einander nicht, das was wir brauchen, sondern was wir wollen.

Das Brauchen impliziert meist eine Notwendigkeit, der einen bestimmten Zweck erfüllt.
Aber das Geben impliziert oft Freiwilligkeit, ohne etwas dafür haben zu wollen, weil man es ohnehin bekommt.

In meine Umfeld habe ich viele Menschen, die ich gerne bei mir habe und es gibt Phasen, in denen ich wirklich gerne alleine bin und nicht das Gefühl habe, einsam zu sein. Oft kann man selbst in einer Gesellschaft sehr einsam sein und wenn man für sich allein ist, nicht einsam.

Wobei, das Gefühl der Einsamkeit kenne ich kaum.

Den Wunsch nach Nähe, Zärtlichkeit, das Gefühl wichtig für jemanden (nicht mal für eine bestimmte Person) zu sein (klingt doch viel besser, als gebraucht werden), ist wichtig für die eigene Bedeutung. Wenn ich mit T meine Samstage verbringe, fühle ich mich sehr wohl, weil wir einander wichtig sind und einander viel bedeuten. Auch wenn ich mit anderen - mir sehr wichtigen - Menschen plaudere, die Zeit verbringe, oder auch die Intimität teile, dann gehts nur um das, was man will und nicht, was man braucht.

Zusammengefasst: Ich brauche nur Menschen, die für arbeiten und ich sie bezahle. Aber ich will Menschen um mich, denen ich wichtig bin und die mir was bedeuten. Somit ist weder Selbstschutz notwendig, noch Selbstbetrug.
 
Vor Jahren sagte eine Kollegin zu mir (etwa ein Jahr nach Trennung von Familie und Ehefrau) - Du hättest zuerst einmal lernen sollen, Du selbst zu sein. Recht hatte sie. "Rund zu sein" sollte einem ohne Partner/in gelingen - dann gelingen auch Beziehungen besser. Da gibt es den Spruch:"Liebe Dich selbst - dann ist es egal wen Du liebst".

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Dein "rund" sein erinnert mich an Aristophanes Kugelmensch.

Zur Erinnerung bzw für jene, die die Erzählung nicht kennen:

Im Symposion wird der Verlauf eines Gastmahls beschrieben, an dem sechs Teilnehmer Reden über Eros und die Erotik halten. Jede der Reden beleuchtet das Thema unter einem besonderen Aspekt. Als vierter Redner kommt Aristophanes an die Reihe. Er würdigt Eros als den menschenfreundlichsten unter den Göttern, dessen Macht aber von den Menschen nicht wahrgenommen werde; anderenfalls würden sie ihm die größten Heiligtümer und Altäre errichten und die größten Opfer darbringen. Dem Mangel an Wertschätzung für den Liebesgott will Aristophanes mit seiner Erzählung des Kugelmenschen-Mythos entgegenwirken. Er äußert die Hoffnung, dass die Zuhörer seine Lehre verbreiten werden.[1]

Dem Mythos zufolge war die menschliche Natur ursprünglich ganz anders als die den Zuhörern vertraute. Die Menschen hatten kugelförmige Rümpfe[2] sowie vier Hände und Füße und zwei Gesichter mit je zwei Ohren auf einem Kopf, den ein kreisrunder Hals trug. Die Gesichter blickten in entgegengesetzte Richtungen. Mit ihren acht Gliedmaßen konnten sich die Kugelmenschen schnell fortbewegen, nicht nur aufrecht, sondern auch so wie ein Turner, der ein Rad schlägt. Es gab nicht nur zwei Geschlechter, sondern drei: Manche Kugelmenschen waren rein männlich, andere rein weiblich, wiederum andere – die andrógynoi – hatten eine männliche und eine weibliche Hälfte. Die rein männlichen stammten ursprünglich von der Sonne ab, die rein weiblichen von der Erde, die androgynen (zweigeschlechtlichen) vom Mond.[3]

Die Kugelmenschen verfügten über gewaltige Kraft und großen Wagemut. In ihrem Übermut wollten sie sich einen Weg zum Himmel bahnen und die Götter angreifen. Der Himmelsherrscher Zeus beriet mit den anderen Göttern, wie zu verfahren sei. Die Götter wollten das Menschengeschlecht nicht vernichten, denn sie legten Wert auf die Ehrenbezeugungen und Opfer der Menschen. Daher entschied sich Zeus, die Kugelmenschen zu schwächen, indem er jeden von ihnen in zwei Hälften zerschnitt. Diese Hälften sind die heutigen zweibeinigen Menschen. Aus der Sicht des Zeus bestand ein zusätzlicher Vorteil dieser Maßnahme darin, dass sich die Anzahl der Menschen und damit auch der Opfer für die Götter verdoppelte. Für den Fall, dass die Bestraften weiterhin frevelten und keine Ruhe hielten, plante er, sie nochmals zu spalten; dann müssten sie künftig auf einem Bein hüpfen. Der Gott Apollon erhielt den Auftrag, die Gesichter zur Schnittfläche – der heutigen Bauchseite – hin umzudrehen und die Wunden zu schließen, indem er die Haut über die Bäuche zog und am Nabel zusammenband. Am Nabel ließ er Falten zur Erinnerung an die Teilung zurück. Die Geschlechtsteile blieben auf der anderen, früher nach außen gewendeten Seite, der jetzigen Rückenseite.[4]

Die nunmehr zweibeinigen Menschen litten schwer unter der Trennung von ihren anderen Hälften. Sie umschlangen einander in der Hoffnung, zusammenwachsen und so ihre Einheit wiedergewinnen zu können. Da sie sonst nichts mehr unternahmen, begannen sie zu verhungern. Um ihr Aussterben zu verhindern, versetzte Zeus die Geschlechtsorgane nach vorn. Damit ermöglichte er ihnen, durch die sexuelle Begegnung ihr Einheitsbedürfnis vorübergehend zu befriedigen und so die Sehnsucht zeitweilig zu stillen. Zugleich gewannen sie dadurch die Fähigkeit, sich auf die heute praktizierte Weise fortzupflanzen. So wurden sie wieder lebenstauglich. Sie leiden aber weiterhin unter ihrer Unvollständigkeit; jeder sucht die verlorene andere Hälfte. Die Sehnsucht nach der verlorenen Ganzheit zeigt sich in Gestalt des erotischen Begehrens, das auf Vereinigung abzielt.[5]

Die Art des Vereinigungsstrebens der Zweibeiner hängt davon ab, zu welchem der drei Geschlechter sie einst gehörten: zu den rein männlichen Kugelmenschen, zu den rein weiblichen oder zu denen mit einer männlichen und einer weiblichen Hälfte. Je nach dieser ursprünglichen Beschaffenheit eines Kugelmenschen weisen dessen getrennte Hälften jetzt eine heterosexuelle oder homosexuelle Veranlagung auf. Damit erklärt Platons Aristophanes die Unterschiede in der sexuellen Orientierung. Nur die aus den zweigeschlechtlichen Kugelmenschen, den androgynoi, entstandenen Menschen sind heterosexuell.[6]

Kugelmenschen – Wikipedia
 
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