Würde ich so nicht pauschal unterschreiben.
Wenn sie sichs "einreden", hast Du recht.. dann brauchen sie nur deshalb niemanden, weil sie noch den "Schmerz beschützen/festhalten/lieben" oder was auch immer.
Was ist mit denen, die alles was sie erleben einfach erleben, wenn sie es erleben ohne es in dem Moment zu brauchen?
Brauchen impliziert bei mir zumindest Abhängigkeit.
Und Gemeinschaft / Beziehung / was-oder-wer-auch-immer heißt ja nicht notwendigerweise Abhängigkeit.
Nur die Bindung, also der Verlust der Bindung, erzeugt Schmerz. Und "Brauchen".
Ich brauch ja nur dann was, wenn ich etwas, was ich hatte, vermisse und "wieder will".
Sonst bräuchte ich es ja nicht.
Ich beziehe mich da sinngemäß auf
"Das bloße Verlangen nach der Wiederholung des Vergnügens ruft Schmerz hervor, denn es ist nicht mehr das gleiche wie gestern."
Jiddu Krishnamurti
...und der war auch kein bedürftiger Dodel, oder Asket... sondern einfach immer im Moment der Freude ohne etwas zu brauchen.
Wenns immer gut ist wie es ist, wurscht ob etwas da ist oder nicht, wieso sollte ein "Selbstschutz" eintreten? Wovor denn?
Vor der eigenen Fülle?
Also ich versteh was Du meinst, zu beobachten ist das -wie Du sagst- bei vielen... aber ausschließen würde ich es nicht, dass man auch authentisch mit sich im Reinen sein kann, ohne etwas zu brauchen. Sonst wären alle Singles permanent Selbstverleugner, manch einer genießt diese Phasen regelrecht.
Wie gesagt, von der Wahrscheinlichkeit her geb ich Dir recht, aber nicht pauschal
Für viele mag das eine Art Schock sein, wenn man ihnen sagen würde
"Schatz,
ich brauche dich nicht.
Aber ich liebe Dich und ich genieße jeden Moment, den wir haben".
Und dennoch wär
das die tiefste, stärkste Verbindung
ohne Abhängigkeit durch "Bindung" mit Sich-Brauchen....