Bedürfnisse/ Bedürftigkeit

Nein, ich habe das EXAKT so gemeint ;)

Ich habe glaube ich auch schon x Mal gepostet, dass das "es ist immer gut wie es ist" ein zentrales Element im Buddhismus ist.
Alles andere ist Wertung, Flucht aus dem Jetzt in Sehnsüchte, Vergangenheit, "Hoffnung", Zukunft... Zerrissenheit, Brauchen... alles nicht nötig, wer im Jetzt ist.
Im Fluss eben... ohne zu werten.

Ich kanns nur nicht in jedem Thread im Detail wiederholen, da gäbe es viel zu sagen, aber das langweilt die meisten hier ohnedies ;)

Ist halt schwierig, weil wir alle in dieser Maschinerie drinnen sind. U.a. in einer Maschinerie, die uns von aussen sagt, was gut für uns ist, was wir unbedingt brauchen, wie wir zu leben haben etc.
 
Ist halt schwierig, weil wir alle in dieser Maschinerie drinnen sind. U.a. in einer Maschinerie, die uns von aussen sagt, was gut für uns ist, was wir unbedingt brauchen, wie wir zu leben haben etc.

Es kann jeder ändern, in dem er ...man wird mich bald schlagen für dieses Wort... seine Eigenverantwortung ANNIMMT.
Alles andere ist Opferhaltung, Leiden, Selbstmitleid.
Im Jetzt sein ist schön, nur wer im Jetzt im Leid ist hat nichts gewonnen.
Amen ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
...Dennoch ist das Sprechen über oder von Bedürfnissen fast irgendwie ein Tabu Bereich, denn es zeigt auch unsere abhängige oder Co- abhängige Seite...

Also viele Dinge, die auch irgendwie unsere nicht erwünschten Seiten sind.
Sich das einzugestehen ist oft eine schwere Sache....
:)
Diese Tabus hier in der Anonymität besprechen zu können ist ein Segen. Daher stellt sich für mich die Frage, wie sinnvoll es ist hier ist, auf Usertreffen zu gehen oder möglichst viele Menschen persönlich kennen zu lernen?!
 
Sich das einzugestehen ist oft eine schwere Sache....

aber eine völlig logische. unsere menschliche "zivilisation" umfasst einmal ganz grob gerechnet 50.000 jahre. unsere menschliche urzeit als spezies mindestens 2 millionen jahre. ganz klar, dass wir immer noch sehr stark aus unserer zeit auf dem baum geprägt sind. mit allen bedürfnissen, sehnsüchten und ur-verhalten. was ja an sich etwas gutes wäre. weil alles das, was eine menschliche art zum glücklichen leben und überleben bräuchte an allem zu erkennen ist, was ein sonstiges primaten-rudel ausmacht. zärtlichkeit, zusammenhalt, respekt, .... wir sind soziale wesen. und "der indianer kennt kaaan schmerz - geiz is geil" kann im vergleich dazu gar nix!
 
Diese Tabus hier in der Anonymität besprechen zu können ist ein Segen. Daher stellt sich für mich die Frage, wie sinnvoll es ist hier ist, auf Usertreffen zu gehen oder möglichst viele Menschen persönlich kennen zu lernen?!

ist für mich kein widerspruch. weil man hier auf sehr viele freunde treffen kann. und denen kannst normalerweise eh nix vormachen.
 
und brauchen auch einen Nächsten, zumindest um sich darin wie in einem Spiegel zu betrachten und zu reflektieren.
Was mich betrifft, nein. Isso.
Ich habe das ausprobiert, es hat mir nicht gefallen. Jedesmal wieder nicht.

Soziale Interaktionen erlebe ich trotzdem fast jeden Tag, oft, zu oft auch wenn ich diese gar nicht wünsche.
Heute wieder beim Wandern bzw. danach am Bahnhof haben mich drei Leute angequatscht und mir ihre Präsenz aufgedrängt.

Also nein, ich brauche keine/n Nächste/n. Nicht zum Spiegeln und sonst auch für nix.
 
@Mitglied #411667: Danke für den Thread! Interessante Thematik!



sehr gut! Sehr gut auf den Punkt gebracht. Zumindest für das, worauf ich raus will. Einfach in dem Moment erleben. Du hast das zwar vermutlich nicht ganz so gemeint, aber dennoch eine Toppaussage.

Meiner Meinung nach ist das der absolute Knackpunkt. Bezug nehmend auf den Buddhismus, soll man tunlichst im JETZT leben. Dieser Ansatz hat natürlich mehrere Gründe. Jedoch sehe ich einen Hauptgrund darin, dass -wenn man im Jetzt lebt- und fähig ist das großteils umzusetzen, weniger Sorgen hat. Was bringt es uns an die Vergangenheit zu denken? Ist diese änderbar? Nein. Was bringt es uns an die Zukunft zu denken, die man nur bedingt beeinflussen kann?

Ich spreche hier nicht von einer proaktiven Planung der einenen Zukunft. Ich spreche hier von Menschen, die immer nur an die Zukunft denken und auf das JETZT vergessen.

Ebenso spreche ich nicht den Personenkreis an, der ab und zu mal in der Vergangenheit "hängt", sondern jene die fast nur in der Vergangenheit leben und wiederum auf das JETZT vergessen.

Das Leben ist JETZT!

Weniger Gedanken in der Vergangenheit / in der Zukunft bedeuten meistens weniger Sorgen. Weniger Sorgen wiederum, bedeuten weniger negative Gedanken, die sich zwangsläufig in körperlichen Beschwerden manifestieren, wenn man es nur lang genug "lebt". Sich das JETZT bewusst zu machen und zu schätzen was man JETZT hat, macht das leben oft leichter.

Sorry, für den Exkurs, aber das war mir jetzt irgendwie wichtig.

Bezüglich "Bedürfnisse" und "Bedürftigkeit" im Hinblick auf Beziehungen / Nähe / Partnerschaft:

Isoliert zu leben, ist nicht angenehm. (Ich hoffe doch, dass alle hier den einen oder anderen sozialen Kontakt haben).
Fehlende körperliche Nähe (und hier spreche ich nicht von Sex) erachte ich (wenngleich sie mir mittlerweile schon abgeht) nicht als essentiell.
Fehlender Sex ist unschön, man überlebt aber auch ohne.


Ich sehe dieses ganze Thema der Bedürftigkeit / der Bedürfnisbefriedigung als Einstellungssache an:

Mach ich ein Drama draus, dass ich allein bin und stelle dieser Problematik alles hinten an?
Vergesse ich drauf, dass es viel mehr im Leben gibt als traute Zweisamkeit?

Dann würde ich zumindest für mich behaupten: "Bin ich selber schuld". Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es nicht schön fände, eine Partnerin zu haben mit der es funktioniert.

Hier komme ich nun zurück zu dem, was @Mitglied #530376 gepostet hat (auch wenn er es vermutlich anders meint): Einfach Leben, den Moment erleben, es laufen lassen. Dann klappt es auch mit der Stillung von notwendigen Bedürfnissen.



absolut!

Soziale Interaktion findet aber den ganzen Tag über statt. (auch in der Arbeit).


Ja, stimmt. Dennoch stelle ich zumindest bei mir fest, dass ich mir immer wieder denke: "...warum soll man xxx nicht einfach ansprechen". Es ist ja nix dabei. Ob man über gewisse Bedürfnisse sprechen kann oder nicht, hängt ja sehr stark vom Nachrichtenempfänger ab. Gerade hier, wirds dann problematisch. Die von dir beispielhaft genannten Szenarien (zb. eine Orgie) würde wohl den Meisten sauer aufstoßen. Ich würde mir denken: "Man lebt nur einmal, man tut damit niemandem weh, also warum nicht...".

Was ich mit obiger Abhandlung sagen will: Es ist alles eine Einstellungssache und vieles geht damit einher, sich selbst nicht so derart wichtig zu nehmen und keine persönlichen Dramen zu erzeugen, wo keine sind. (Ausgenommen: Wo es natürlich wirklich eine schlimme Art der Isolation gibt).

Positiv denken: Daran zu denken was man hat, nicht was man nicht hat und sich damit zufrieden zu geben.

Aktiv werden: Lebenssituationen ändern, die einem nicht passen.


@Mitglied #411667: Kann gut sein, dass meine Antwort hier ein wenig an dem vom dir Gemeinten vorbei geht. (bin mir nicht ganz sicher).

Nein, keineswegs, denn ich schätze niedergeschriebene Gedankengänge sehr....
Und va auch, dass es etwas ist, das dich wirklich berührt.
Danke dafür
 
Es ist im Grunde ganz einfach: wenn es eine Frau ist - sind es Bedürfnisse. Ist es ein Mann spricht man von bedürftig.
Ist die Frau 3 Wochen alleine ist es eine Katastrophe. Ist ein Mann 3 Jahre allein ist es egal.
Es tut mir echt sehr leid, dass dies deine Erfahrung ist.
Ich hoffe sehr, dass du auch mal Erfahrungen machst, die aus diesem Muster aussteigen.
 
Hi,

Brauchen niemanden meint nicht, brauchen keinen Partner, sondern tatsächlich niemanden. Keine einzige nahestehende Person. Und dass es tatsächlich Menschen gibt, die absolut niemanden brauchen glaube ich nicht.

sowas gibt es. Ich meine häufiger als man denkt. Es ist die Gesellschaft, die nahestehende Personen als wertvoll definiert.


LG Tom
 
Es kann jeder ändern, in dem er ...man wird mich bald schlagen für dieses Wort... seine Eigenverantwortung ANNIMMT.
Alles andere ist Opferhaltung, Leiden, Selbstmitleid.
Im Jetzt sein ist schön, nur wer im Jetzt im Leid ist hat nichts gewonnen.
Amen ;)

Wir sollten den Moment, in dem uns bewusst wird, dass wir so vieles (ver)ändern können, feiern. Er ist nämlich wahnsinnig groß.
Es ist befreiend, wenn man kapiert, dass man lebt um zu leben.
 
Liebe @Mitglied #411667, danke für das schöne Thema. Ich bin da weitgehend bei Dir. Es mag Menschen geben, die sich selbst völlig genug sind und die möglicherweise auch zufrieden damit sind. Die Frage ist, ob diese Menschen jemals den Wert des Gemeinsamen gespürt haben oder ob sie sich vielleicht aufgrund schlechter Erfahrung in sich zurückziehen (und, wie gesagt, vielleicht durchaus zufrieden sein können).

Die Frage ist, wann "brauchen" wir andere Menschen und wann tun sie uns einfach ungefragt auch gut?

Und was Tabu-Bereiche angeht - Tabus sind ja Konventionen, die sich aus verschiedenen Gründen entwickeln ... aus gesellschaftlichen Gründen, aus Gründen der Scham, aus Unsicherheit, etc. Hier hilft ein anonymes Forum wie das EF sehr wohl, Dinge anzusprechen, über die man sonst nicht so leicht reden könnte. Und wenn man dann merkt, dass die Reaktionen ganz "normal" sind, hilft das vielleicht auch, diese Tabus auch im persönlichen Umgang mit liebgewonnenen Menschen zu überwinden.
 
Hi,

was ein sonstiges primaten-rudel ausmacht.


Dir ist schon klar, dass unsere näheren Verwandten unter den Primaten, die Orang-Gutans, Einzelgänger sind, wo außer einer Mutter mit ihren Jungen es nur ganz ganz selten zu einer Gruppe von mehr als einem Tier kommt?

Auch scheint es mir agumentativ nachteilig zu sein, das Bedürfnis mancher nach Gesellschaft als Reste des Primatenverhaltens zu definieren ... ;)

LG Tom
 
Hi,

Denkst du nicht, dass du selber den Wert definierst? :( Es liegt doch in deiner Haand deine Werte zu bestimmen.

nicht wirklich. Nur selten können wir Dinge, die gesellschaftlich induziert sind ablegen.

Ich für meinen Teil schätze Gesellschaft durchaus, aber ich bin keineswegs so davon abhängig, wie manche es hier darstellen.

LG Tom
 
Dir ist schon klar, dass unsere näheren Verwandten unter den Primaten, die Orang-Gutans, Einzelgänger sind, wo außer einer Mutter mit ihren Jungen es nur ganz ganz selten zu einer Gruppe von mehr als einem Tier kommt?

Genvergleich: Schimpanse und Mensch fast identisch - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft

:schulterzuck:

Auch scheint es mir agumentativ nachteilig zu sein, das Bedürfnis mancher nach Gesellschaft als Reste des Primatenverhaltens zu definieren ...

argumentativ nachteilig für wen? gut, für schimpansen und andere primaten ist es wenig schmeichelhaft, wenn menschliches handeln irgendwie mit ihnen in verbindung gebracht wird ...
 
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