Bedürfnisse/ Bedürftigkeit

Mitglied #411667

Power Mitglied
Registriert
5.3.2016
Beiträge
3.289
Reaktionen
19.581
Checks
21
Wenn man sich hier so durchliest, dann geht ss wohl mehr oder weniger nicht nur in den Threads an sich, sondern im gesamten Forum um " suchen und finden", unausgelebte Bedürfnisse und die Suche nach Erfüllung, angefangen von den pay- sex threads über unerfüllte Beziehungen, Tantra, bis zu mimimi und Orgien.....

Und wenn man's genau nimmt, kann man sich zwar selber auch gewisse Bedürfnisse erfüllen und soll es auch, aber letztlich sind wir Menschen Gemeinschaftswesen und natürlich auch abhängig, und brauchen auch einen Nächsten, zumindest um sich darin wie in einem Spiegel zu betrachten und zu reflektieren.

Dennoch ist das Sprechen über oder von Bedürfnissen fast irgendwie ein Tabu Bereich, denn es zeigt auch unsere abhängige oder Co- abhängige Seite.
Auch die Übergänge zur Sucht oder zum Suchtverhalten in der unterschiedlichsten Form gehört hier mit rein.

Also viele Dinge, die auch irgendwie unsere nicht erwünschten Seiten sind.
Sich das einzugestehen ist oft eine schwere Sache....

Und selber :
Ja ich bin ein Gemeinschaftsmensch, und kann möglicherweise gar nicht gern alleine sein. Die nächsten 3 Wochen werden dies zeigen.... :)
 
Die Leute, die sich einreden sie brauchen niemanden, tun das nur zum Selbstschutz. Ist hier ja fast vortrefflich zu beobachten.
Natürlich sehnt jeder Mensch sich nach Zärtlichkeit, nach Geborgenheit, nach einem Menschen, bei dem er sich anlehnen kann, der ihm Liebe zeigt und gibt. Unter Umständen muss das nicht mal der Partner sein, eine Umarmung von einem Mensch, der einem Nahe steht kann schon ganz viel.

Natürlich ist aber (für mich) das Ganze von/mit einem Partner nochmal auf einem ganz anderen Level. Manchmal hat man einfach das Bedürfnis danach, dass es der Partner ist, der einem über die Haare streicht und einem sagt, dass er einen liebt.
Und ich finde es nicht falsch darüber zu sprechen und zu sagen, dass man sich das wünscht, dass es einem fehlt, denn es ist menschlich.
Und ich wage fast zu behaupten, dass es viele Leute gibt, die paysex konsumieren, obwohl es gar nicht das ist wonach sie sich sehnen.
 
Klar sind wir Herdentiere und brauchen die Gemeinschaft, die Bestätigung gebraucht zu werden, und gemeinsame Erlebnisse.

Bitte ich weiss was.jpg

Jahrmillionen der Evolution haben aus uns das gemacht was wir heute sind:)




Ja ich bin ein Gemeinschaftsmensch, und kann möglicherweise gar nicht gern alleine sein. Die nächsten 3 Wochen werden dies zeigen.... :)
20190105_062145.jpg

Wieso? Was ist die nächsten 3 Wochen:unsicher:
 
Also viele Dinge, die auch irgendwie unsere nicht erwünschten Seiten sind.
Sich das einzugestehen ist oft eine schwere Sache....
Für Leute mit defektem Ego vielleicht.

Ich seh einen großen Unterschied darin meine Bedürfnisse bei den Menschen in meinem Leben oder hier bei Fremden kundzutun. Eines ist sinnvoll, das andere nicht.

Jene, die sowas hier ausbreiten, tuns meistens eh nur für sich selbst.
 
Wollen die Menschen in deinem Leben dich nicht kennenlernen?

Die Menschen, die bereits in meinem Leben sind, kennen mich schon. Außerdem hast du ja dezidiert von hier geschrieben, für wen also sollte man in einem Internetforum schreiben, was man für Bedürfnisse hat und wonach man sich sehnt, wenn nicht für sich selbst (und für die Hoffnung, dass entweder jemand kommt der diese stillt, oder der es sich zumindest anhört)?
 
Für Leute mit defektem Ego vielleicht.

Ich seh einen großen Unterschied darin meine Bedürfnisse bei den Menschen in meinem Leben oder hier bei Fremden kundzutun. Eines ist sinnvoll, das andere nicht.

Jene, die sowas hier ausbreiten, tuns meistens eh nur für sich selbst.

Wenn es um Emotionen und das Bedürfnis nach Nähe geht, dann stimme ich dir zu, darüber macht es meines Erachtens eher wenig Sinn sich schriftlich auszutauschen, also mir bringt das jedenfalls nix, das ist Teil meines Privatlebens und bei Menschen, denen ich real verbunden bin, besser aufgehoben. :)

Im Bereich der Phantasien ist man jedoch schnell in einem Bereich, worüber ich mit Freunden/Freundinnen nicht gut reden kann, besonders wenn man zu denjenigen gehört, die nicht so massentaugliche Vorlieben haben, da finde ich den Austausch in einem Forum oder auch per PN/E-Mail sehr gut geeignet. Ich mache es also klar vom Bedürfnis abhängig, worüber ich mit wem rede.
Ein wenig Selbstdarstellung gehört in Foren sicherlich genauso dazu, aber wer das nicht schon mal getan hat, der werfe den ersten Stein. ;)
 
Die Leute, die sich einreden sie brauchen niemanden, tun das nur zum Selbstschutz.

Würde ich so nicht pauschal unterschreiben.
Wenn sie sichs "einreden", hast Du recht.. dann brauchen sie nur deshalb niemanden, weil sie noch den "Schmerz beschützen/festhalten/lieben" oder was auch immer.
Was ist mit denen, die alles was sie erleben einfach erleben, wenn sie es erleben ohne es in dem Moment zu brauchen?

Brauchen impliziert bei mir zumindest Abhängigkeit.
Und Gemeinschaft / Beziehung / was-oder-wer-auch-immer heißt ja nicht notwendigerweise Abhängigkeit.
Nur die Bindung, also der Verlust der Bindung, erzeugt Schmerz. Und "Brauchen".

Ich brauch ja nur dann was, wenn ich etwas, was ich hatte, vermisse und "wieder will".
Sonst bräuchte ich es ja nicht.

Ich beziehe mich da sinngemäß auf

"Das bloße Verlangen nach der Wiederholung des Vergnügens ruft Schmerz hervor, denn es ist nicht mehr das gleiche wie gestern."
Jiddu Krishnamurti

...und der war auch kein bedürftiger Dodel, oder Asket... sondern einfach immer im Moment der Freude ohne etwas zu brauchen.

Wenns immer gut ist wie es ist, wurscht ob etwas da ist oder nicht, wieso sollte ein "Selbstschutz" eintreten? Wovor denn?
Vor der eigenen Fülle?

Also ich versteh was Du meinst, zu beobachten ist das -wie Du sagst- bei vielen... aber ausschließen würde ich es nicht, dass man auch authentisch mit sich im Reinen sein kann, ohne etwas zu brauchen. Sonst wären alle Singles permanent Selbstverleugner, manch einer genießt diese Phasen regelrecht.

Wie gesagt, von der Wahrscheinlichkeit her geb ich Dir recht, aber nicht pauschal ;)

Für viele mag das eine Art Schock sein, wenn man ihnen sagen würde
"Schatz, ich brauche dich nicht.
Aber ich liebe Dich und ich genieße jeden Moment, den wir haben".

Und dennoch wär das die tiefste, stärkste Verbindung ohne Abhängigkeit durch "Bindung" mit Sich-Brauchen....
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Im Bereich der Phantasien ist man jedoch schnell in einem Bereich, worüber ich mit Freunden/Freundinnen nicht gut reden kann, besonders wenn man zu denjenigen gehört, die nicht so massentaugliche Vorlieben haben, da finde ich den Austausch in einem Forum oder auch per PN/E-Mail sehr gut geeignet. Ich mache es also klar vom Bedürfnis abhängig, worüber ich mit wem rede.
Dass nicht jeder Mensch für jedes Bedürfnis relevant ist, sollte selbstverständlich sein.

Ein wenig Selbstdarstellung gehört in Foren sicherlich genauso dazu, aber wer das nicht schon mal getan hat, der werfe den ersten Stein. ;)
Von Selbstdarstellung war eigentlich nicht die Rede, sondern davon das Veröffentlichen persönlicher Information zu benutzen um die Probleme zu verarbeiten, die man nur mit sich selbst hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Würde ich so nicht pauschal unterschreiben.
Wenn sie sichs "einreden", hast Du recht.. dann brauchen sie nur deshalb niemanden, weil sie noch den "Schmerz beschützen/festhalten/lieben" oder was auch immer.
Was ist mit denen, die alles was sie erleben einfach erleben, wenn sie es erleben ohne es in dem Moment zu brauchen?

Brauchen impliziert bei mir zumindest Abhängigkeit.
Und Gemeinschaft / Beziehung / was-oder-wer-auch-immer heißt ja nicht notwendigerweise Abhängigkeit.
Nur die Bindung, also der Verlust der Bindung, erzeugt Schmerz. Und "Brauchen".

Ich brauch ja nur dann was, wenn ich etwas, was ich hatte, vermisse und "wieder will".
Sonst bräuchte ich es ja nicht.

Ich beziehe mich da sinngemäß auf

"Das bloße Verlangen nach der Wiederholung des Vergnügens ruft Schmerz hervor, denn es ist nicht mehr das gleiche wie gestern."
Jiddu Krishnamurti

...und der war auch kein bedürftiger Dodel, oder Asket... sondern einfach immer im Moment der Freude ohne etwas zu brauchen.

Wenns immer gut ist wie es ist, wurscht ob etwas da ist oder nicht, wieso sollte ein "Selbstschutz" eintreten? Wovor denn?
Vor der eigenen Fülle?

Also ich versteh was Du meinst, zu beobachten ist das -wie Du sagst- bei vielen... aber ausschließen würde ich es nicht, dass man auch authentisch mit sich im Reinen sein kann, ohne etwas zu brauchen. Sonst wären alle Singles permanent Selbstverleugner, manch einer genießt diese Phasen regelrecht.

Wie gesagt, von der Wahrscheinlichkeit her geb ich Dir recht, aber nicht pauschal ;)

Für viele mag das eine Art Schock sein, wenn man ihnen sagen würde
"Schatz, ich brauche dich nicht.
Aber ich liebe Dich und ich genieße jeden Moment, den wir haben".

Und dennoch wär das die tiefste, stärkste Verbindung ohne Abhängigkeit durch "Bindung" mit Sich-Brauchen....

Brauchen niemanden meint nicht, brauchen keinen Partner, sondern tatsächlich niemanden. Keine einzige nahestehende Person. Und dass es tatsächlich Menschen gibt, die absolut niemanden brauchen glaube ich nicht.
 
Brauchen niemanden meint nicht, brauchen keinen Partner, sondern tatsächlich niemanden. Keine einzige nahestehende Person. Und dass es tatsächlich Menschen gibt, die absolut niemanden brauchen glaube ich nicht.

Ich glaube Dir, dass Du es nicht glaubst ;)

Ich halte das auch für schwer, aber es gibt nicht nur spirituelle Wischiwaschis, die das lebenslang oder phasenweise leben, auch Einsiedler in den Weiten Kanadas oder wo auch immer, nicht alle sind voller Frust, Verbitterung oder Hass auf die Menschheit.
Einsiedler, deren eigene Welt genügt wird es immer geben.
Ist doch schön, oder nicht?

Ich würde diese Menschen eher beneiden für ihr "Glück mit sich" als es nicht glauben wollen.
Muss ein schöner Zustand sein, wenn es ehrlich empfunden wird.
 
Jahrmillionen der Evolution haben aus uns das gemacht was wir heute sind
Deshalb können wir bei unseren nächsten Verwandten beobachten, wie unser Sozial- und Sexualverhalten aussähe, wenn es nicht durch Moralapostel und Päpste in ein enges Korsett gezwängt worden wäre. Wir würden wie Bonobos und Schimpansen in Sippen leben und uns frei miteinander paaren.
 
Es ist im Grunde ganz einfach: wenn es eine Frau ist - sind es Bedürfnisse. Ist es ein Mann spricht man von bedürftig.
Ist die Frau 3 Wochen alleine ist es eine Katastrophe. Ist ein Mann 3 Jahre allein ist es egal.
 
@Mitglied #411667: Danke für den Thread! Interessante Thematik!

Was ist mit denen, die alles was sie erleben einfach erleben, wenn sie es erleben ohne es in dem Moment zu brauchen?

sehr gut! Sehr gut auf den Punkt gebracht. Zumindest für das, worauf ich raus will. Einfach in dem Moment erleben. Du hast das zwar vermutlich nicht ganz so gemeint, aber dennoch eine Toppaussage.

Meiner Meinung nach ist das der absolute Knackpunkt. Bezug nehmend auf den Buddhismus, soll man tunlichst im JETZT leben. Dieser Ansatz hat natürlich mehrere Gründe. Jedoch sehe ich einen Hauptgrund darin, dass -wenn man im Jetzt lebt- und fähig ist das großteils umzusetzen, weniger Sorgen hat. Was bringt es uns an die Vergangenheit zu denken? Ist diese änderbar? Nein. Was bringt es uns an die Zukunft zu denken, die man nur bedingt beeinflussen kann?

Ich spreche hier nicht von einer proaktiven Planung der einenen Zukunft. Ich spreche hier von Menschen, die immer nur an die Zukunft denken und auf das JETZT vergessen.

Ebenso spreche ich nicht den Personenkreis an, der ab und zu mal in der Vergangenheit "hängt", sondern jene die fast nur in der Vergangenheit leben und wiederum auf das JETZT vergessen.

Das Leben ist JETZT!

Weniger Gedanken in der Vergangenheit / in der Zukunft bedeuten meistens weniger Sorgen. Weniger Sorgen wiederum, bedeuten weniger negative Gedanken, die sich zwangsläufig in körperlichen Beschwerden manifestieren, wenn man es nur lang genug "lebt". Sich das JETZT bewusst zu machen und zu schätzen was man JETZT hat, macht das leben oft leichter.

Sorry, für den Exkurs, aber das war mir jetzt irgendwie wichtig.

Bezüglich "Bedürfnisse" und "Bedürftigkeit" im Hinblick auf Beziehungen / Nähe / Partnerschaft:

Isoliert zu leben, ist nicht angenehm. (Ich hoffe doch, dass alle hier den einen oder anderen sozialen Kontakt haben).
Fehlende körperliche Nähe (und hier spreche ich nicht von Sex) erachte ich (wenngleich sie mir mittlerweile schon abgeht) nicht als essentiell.
Fehlender Sex ist unschön, man überlebt aber auch ohne.


Ich sehe dieses ganze Thema der Bedürftigkeit / der Bedürfnisbefriedigung als Einstellungssache an:

Mach ich ein Drama draus, dass ich allein bin und stelle dieser Problematik alles hinten an?
Vergesse ich drauf, dass es viel mehr im Leben gibt als traute Zweisamkeit?

Dann würde ich zumindest für mich behaupten: "Bin ich selber schuld". Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es nicht schön fände, eine Partnerin zu haben mit der es funktioniert.

Hier komme ich nun zurück zu dem, was @Mitglied #530376 gepostet hat (auch wenn er es vermutlich anders meint): Einfach Leben, den Moment erleben, es laufen lassen. Dann klappt es auch mit der Stillung von notwendigen Bedürfnissen.


zumindest um sich darin wie in einem Spiegel zu betrachten und zu reflektieren.
absolut!

Soziale Interaktion findet aber den ganzen Tag über statt. (auch in der Arbeit).

Dennoch ist das Sprechen über oder von Bedürfnissen fast irgendwie ein Tabu Bereich
Ja, stimmt. Dennoch stelle ich zumindest bei mir fest, dass ich mir immer wieder denke: "...warum soll man xxx nicht einfach ansprechen". Es ist ja nix dabei. Ob man über gewisse Bedürfnisse sprechen kann oder nicht, hängt ja sehr stark vom Nachrichtenempfänger ab. Gerade hier, wirds dann problematisch. Die von dir beispielhaft genannten Szenarien (zb. eine Orgie) würde wohl den Meisten sauer aufstoßen. Ich würde mir denken: "Man lebt nur einmal, man tut damit niemandem weh, also warum nicht...".

Was ich mit obiger Abhandlung sagen will: Es ist alles eine Einstellungssache und vieles geht damit einher, sich selbst nicht so derart wichtig zu nehmen und keine persönlichen Dramen zu erzeugen, wo keine sind. (Ausgenommen: Wo es natürlich wirklich eine schlimme Art der Isolation gibt).

Positiv denken: Daran zu denken was man hat, nicht was man nicht hat und sich damit zufrieden zu geben.

Aktiv werden: Lebenssituationen ändern, die einem nicht passen.


@Mitglied #411667: Kann gut sein, dass meine Antwort hier ein wenig an dem vom dir Gemeinten vorbei geht. (bin mir nicht ganz sicher).
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
was @Mitglied #530376 gepostet hat (auch wenn er es vermutlich anders meint)

Nein, ich habe das EXAKT so gemeint ;)

Ich habe glaube ich auch schon x Mal gepostet, dass das "es ist immer gut wie es ist" ein zentrales Element im Buddhismus ist.
Alles andere ist Wertung, Flucht aus dem Jetzt in Sehnsüchte, Vergangenheit, "Hoffnung", Zukunft... Zerrissenheit, Brauchen... alles nicht nötig, wer im Jetzt ist.
Im Fluss eben... ohne zu werten.

Ich kanns nur nicht in jedem Thread im Detail wiederholen, da gäbe es viel zu sagen, aber das langweilt die meisten hier ohnedies ;)
 
Zurück
Oben