Aktiv/Passiv

  • Ersteller Ersteller Gast
  • Erstellt am Erstellt am
Mit Steinen wirft hier niemand.

Wunder Punkt - nur insofern, weil man es irgendwann leid ist, wenn von Menschen, die sich nicht auskennen, immer wieder die selbe Leier kommt:
"Das verstehe ich nicht - das ist krank!"

Nicht wortwörtlich...in deinem Falle...aber doch sehr ähnlich.

Nur weil man selbst etwas nicht nachvollziehen kann...für SICH...
...sollte man dennoch tolerant genug sein können, andere Menschen andere Konzepte lieben zu lassen.

Und weil du vorhin gefragt hattest, warum denn nun deine/eure Beziehung hier zum Thema gemacht würde?...
Gerade WEIL ihr beide sicherlich auch hier und da auf Unverständnis gestoßen sein werdet, wundere ich mich insgeheim schon etwas, dass du dich dann doch ähnlich verhältst, wie eure Kritiker. :schulterzuck:

Man kann auch Toleranz üben. :fies:

Der Unterschied ist, dass in unserem Fall gezielt und sehr persönlich auf zwei Menschen und deren Beziehung losgegangen wurde, wo hat das hier jetzt jemand gemacht?
Oder warum genau scheint es dich in deinem Stolz so zu kränken, dass eine solche Beziehung für viele Leute nicht nachvollziehbar ist und ich geschrieben habe, dass ich es nicht für gesund halte, seinen eigenen Willen völlig abzugeben?

Wo genau war da jetzt etwas persönliches oder etwas, womit ich dich angegriffen habe?
Und vielleicht könntest du aufhören, mir zu unterstellen, ich würde keine Ahnung haben. Ich bin selbst nicht in dieser "Szene" und trotzdem kann ich mir eine Meinung bilden, die darauf basiert, was ich gesehen und erzählt bekommen habe.
 
Mit nichten. Etwas, z.B. eine Handlung, als ungesund zu bezeichnen bedeutet nicht dass die Person krank ist.
Ich rauche und weiß, dass es nicht gesund ist, trotzdem bin ich nicht krank. Wobei lassen wir den Teil mit der "Sucht" unter den Tisch fallen.
Davon abgesehen, dass aus der Art deiner Fragen schon eine deutlich erkennbare Verachtung spricht, allein indem du implizierst, dass jemand, der sexuell dominant lebt sonst nichts zu sagen hätte, möchte ich versuchen, dir darauf zu antworten. Es wundert mich allerdings bei der Form der Fragestellung nicht, dass die Zahl der ernsthaften Antworten an einer Hand abzuzählen ist.
Gebe zu die Fragen sind ein wenig provokant. Tut mir leid sollten diese dich verletzt haben. Mir ist es absolut und total egal wie Menschen entscheiden zu leben.

Es ist nicht mein Zirkus und es sind nicht meine Affen.
 
Davon abgesehen, dass aus der Art deiner Fragen schon eine deutlich erkennbare Verachtung spricht, allein indem du implizierst, dass jemand, der sexuell dominant lebt sonst nichts zu sagen hätte, möchte ich versuchen, dir darauf zu antworten. Es wundert mich allerdings bei der Form der Fragestellung nicht, dass die Zahl der ernsthaften Antworten an einer Hand abzuzählen ist.

Worin der Kick für mich liegt...? Ich versuch es. Einmal ist es die Begleitung an die gefühlten körperlichen und emotionalen Grenzen meines Partners. Eine Grenze, die ein Ausreizen zum Maximum beinhaltet. Das Erreichen der für ihn größtmöglichen Lust unter dem absoluten Ablegen der gängigen Tabus. Ein Konzentrieren auf das reine Fühlen und Empfinden fernab dessen, was vorstellungsgemäß für gewisse Vorgänge und Praktiken gilt. Auch fernab von erlerntem Rollenverhalten und einer Moral, die definiert, was man sexuell gesehen zu tun und was zu lassen hat. Löst man sich von der Vorstellung, dass etwas "Erniedrigend" ist und erlebt nur die Sache an sich, dann kann man auch gut feststellen, wieviel Geilheit vielleicht darin liegt. Es kann aber auch ein Spiel sein mit gerade dieser Erniedrigung zu liebäugeln. Und der Abbau von Hemmungen wird als etwas sehr Verbindendes erlebt. Ganz im Sinne von Wir2GegenDieWelt. Dazu gehört viel Bekenntnis, man muss zu sich stehen und die Ehrlichkeit und den Mut besitzen, das auch einzufordern. Soviel auch dazu, dass sexuell devote Menschen gerne als schwach und passiv eingeschätzt werden.

Gängige Vorstellungen münze ich auch auf das Erleben von Schmerz. Fällt ein Kind hin, passiert es oft, dass es kurz innehält, reagiert niemand, dann erst beginnt es zu weinen. Ich behaupte, oft ist es nicht tatsächlich erlebter körperlicher Schmerz, der Leid erzeugt, sondern der Umgang damit. Und vieles wird im Kontext ganz anders erlebt. Wie oft verletzt man sich im Sport oder bei der täglichen Arbeit und merkt es gar nicht? Dieses Gefühl, das einerseits so unbewusst und andererseits so schmerzhaft erlebt werden kann ist dennoch das selbe - und es hat den selben Ursprung. Und es ist wunderbar geeignet die Intensität zu steigern - auch und gerade die Intensität von Lust. Wobei sich die Verschiebung der Grenzen über die Jahre mE durchaus bemerkbar macht. Es ist sicher auch eine Art Konditionierungseffekt dabei und nichts desto trotz ist eine hohe Sensibilität von Nöten um demjenigen, der sich dem anderen in die Hände legt nicht tatsächlich die Lust vergehen zu lassen. Die Intimität und Nähe sind bei solch intensiven Begegnungen für mich am größten. Mich erregt dabei die Tiefe der entstehenden Gefühle, sein Wunsch alles zuzulassen in Verbindung mit dem Vertrauen in mich die Signale zu erkennen und nur Wege zu wählen, die beiden tatsächlich auch Lust bringen. Und nicht zuletzt der neue gemeinsame Weg, der sich dadurch ebnet.
Erstmal Respekt fuer diesen Beitrag....ich lese es so das es bei euch eine gewachsene Beziehung/Praktik ist...wuerdest du sagen das es keine Auswirkung auf den Alltag hat und damit sind nicht zwingrnd negative gemeint...fuer mich stellt es eine Art Tanz auf der Rasierklinge dar....im Umfeld erlebe ich es oft nicht als Praktik sondern eher als Psychospiel von Dilettanten...
 
Der Unterschied ist, dass in unserem Fall gezielt und sehr persönlich auf zwei Menschen und deren Beziehung losgegangen wurde, wo hat das hier jetzt jemand gemacht?
Oder warum genau scheint es dich in deinem Stolz so zu kränken, dass eine solche Beziehung für viele Leute nicht nachvollziehbar ist und ich geschrieben habe, dass ich es nicht für gesund halte, seinen eigenen Willen völlig abzugeben?

Wo genau war da jetzt etwas persönliches oder etwas, womit ich dich angegriffen habe?
Und vielleicht könntest du aufhören, mir zu unterstellen, ich würde keine Ahnung haben. Ich bin selbst nicht in dieser "Szene" und trotzdem kann ich mir eine Meinung bilden, die darauf basiert, was ich gesehen und erzählt bekommen habe.

Wenn es dir so erscheint, ich fühlte mich in meinem Stolz verletzt oder gekränkt..
...dann lass mich dir vergewissern: DAS schafft hier niemand. ;)

Zu deinen anderen Punkten später, wenn ich mehr Zeit habe.:fies:
 
Nicht mir, und alles andere zählt für mich nicht....
Ich kann dir aber einen Unterschied sagen, ein Sadist ist und bleibt ein Sadist
Egal ob Hobby oder Vollzeit.....alles andere fällt in die Kategorie Theater

Dann sind wir uns ja einig. :D

Da gibt es eben den berüchtigten Unterschied zwischen einem DOM/DEV -Verhältnis als einvernehmliches Rollenspiel, dem aber das Authentische fehlt und dem wirklich ungesunden/ kranken Bedürfnis, einen anderen Menschen dominieren/ quälen zu wollen oder gar zwanghaft zu müssen.
 
Erstmal Respekt fuer diesen Beitrag....ich lese es so das es bei euch eine gewachsene Beziehung/Praktik ist...wuerdest du sagen das es keine Auswirkung auf den Alltag hat und damit sind nicht zwingrnd negative gemeint...fuer mich stellt es eine Art Tanz auf der Rasierklinge dar....im Umfeld erlebe ich es oft nicht als Praktik sondern eher als Psychospiel von Dilettanten...

Kein Tanz auf der Rasierklinge, niemand will sich schneiden. Aber der Weg bis zur Klinge wird von vielen einfach nicht genutzt. Was ich per se nicht als negativ erachte. Jeder soll sich dort aufhalten, wo es ihm am besten gefällt. Und wo sich dieser Punkt auf der Geraden befindet, das spielt keine echte Rolle, wenn das Ergebnis ein erfüllendes ist. Auswirkungen auf den Alltag erkenne ich vor allem in der wortlosen Verständigung, meist nur durch kleinste Blicke. Man lernt den anderen besser zu lesen und Worte erübrigen sich oft. Die Nähe ist für mich ebenso eine viel unmittelbarere. Aber auch hier gilt, jeder lebt seine Beziehungen anders und was für mich zutrifft, das muss es für andere noch längst nicht.
 
ungesunden/ kranken Bedürfnis, einen anderen Menschen dominieren/ quälen zu wollen oder gar zwanghaft zu müssen.
Du solltest einmal einen Blick in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders werfen. Schon seit gut 15 Jahren wird dort BDSM nicht mehr als sexuelle Störung klassifiziert.
Und weil der ICD 10 in puncto Sadomasochismus noch nicht nachgezogen hat, bedeutet es nicht, dass automatisch alles krankhaft sein muss und wenn es das nicht ist, schlecht oder gespielt sein muss.
 
Kein Tanz auf der Rasierklinge, niemand will sich schneiden. Aber der Weg bis zur Klinge wird von vielen einfach nicht genutzt. Was ich per se nicht als negativ erachte. Jeder soll sich dort aufhalten, wo es ihm am besten gefällt. Und wo sich dieser Punkt auf der Geraden befindet, das spielt keine echte Rolle, wenn das Ergebnis ein erfüllendes ist. Auswirkungen auf den Alltag erkenne ich vor allem in der wortlosen Verständigung, meist nur durch kleinste Blicke. Man lernt den anderen besser zu lesen und Worte erübrigen sich oft. Die Nähe ist für mich ebenso eine viel unmittelbarere. Aber auch hier gilt, jeder lebt seine Beziehungen anders und was für mich zutrifft, das muss es für andere noch längst nicht.
Meine Erkenntnis daraus...all das kann ich auch ohne Einbeziehung sexueller Praktiken erreichen...dazu bedarf es aber meiner eigenen Erdung...die weit vor der sexuellen stattfinden muss....
 
Du solltest einmal einen Blick in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders werfen. Schon seit gut 15 Jahren wird dort BDSM nicht mehr als sexuelle Störung klassifiziert.
Und weil der ICD 10 in puncto Sadomasochismus noch nicht nachgezogen hat, bedeutet es nicht, dass automatisch alles krankhaft sein muss und wenn es das nicht ist, schlecht oder gespielt sein muss.

Die Grenzen zwischen einvernehmlichem SM und wirklichem Psychoterror sind eben manchmal fließend und da gerät es schnell ins Kriminelle/ Pathologische.

Und sich auf BDSM zu berufen kann das nicht legitimieren.
 
Meine Erkenntnis daraus...all das kann ich auch ohne Einbeziehung sexueller Praktiken erreichen...dazu bedarf es aber meiner eigenen Erdung...die weit vor der sexuellen stattfinden muss....
Natürlich geht das auch vollkommen losgelöst von etwaigen sexuellen Neigungen und Praktiken.
Es geht schlicht um das Empfinden der beiden Betroffenen bzgl. Nähe etc.
Nimm als Beispiel Paare die Partnertausch praktizieren oder ihre Beziehung geöffnet haben - oft hört man das Argument, dass dies mit einem besonderen Vertrauen in die Partnerschaft verbunden ist - das hab ich auch, ohne mit anderen ficken zu müssen - und dennoch bedeutet es für das Paar individuell genau das.
Und wenn ich mir den Arsch aushauen lasse, dann würde ich den Gürtel etc. auch nicht jedem in die Hand drücken - braucht meinerseits eben eine bestimmte Art von Vertrauen und Nähe.
Das ist alles nicht wertend gemeint oder das versucht wird das eine über das andere zu stellen - es ist eben das persönliche Empfinden dabei.
 
Zurück
Oben