Genetischer Müll?

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Es sei denn, er spricht Wienerisch.

Übertreibung: Hyperbolische Diskurse sind sehr häufig anzutreffen.


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ok aber "noch nie händehalten" u "kein interesse am reden" obwohl er sich nach einer frau u kind sehnt, klingt für mich nach einem tiefgehenden emotionalen problem... was auch immer, an seiner stelle würd ich die möglichkeit nützen u zu nem arzt gehen...
 
Mir kommt das auch komisch vor. Zumindest Handerhalten sollte doch schon mal in der frühesten Jugend dringewesen sein.

Aufgrund dieses Threads schaute ich heute mal genauer, als ich kurz im Prater spazieren ging. Mit zwei hübschen Mädchen hatte ich an die 2 Sekunden tieferen Blickkontakt. Und 2 Sekunden sind dabei unendlich lang.

Man sollte also auch die Augen vermehrt offen halten. Patentrezept gibt's sicher keines, doch alleine der Umstand, dass sich jemand mit Blicken für einen interessiert, gleicht einem kleinen Erfolgserlebnis, das dazu beiträgt, gelassener zu werden.
 
Aufgrund dieses Threads schaute ich heute mal genauer, als ich kurz im Prater spazieren ging. Mit zwei hübschen Mädchen hatte ich an die 2 Sekunden tieferen Blickkontakt. Und 2 Sekunden sind dabei unendlich lang.
Für wen?
Zwei Schrecken ohne Ende?? ;)

...wenn mann ein wenig rascher und diskreter 'schauen' lernt - kann er sich wohl wundern, wie viele und wie oft 'nache luegen' ... ;)
 
Mir kommt das auch komisch vor. Zumindest Handerhalten sollte doch schon mal in der frühesten Jugend dringewesen sein.

Da war aber nichts. In frühen Jugendjahren hatte ich nur einen Freund mit dem ich die Nachmittag und Nächte lang Computerspiele gezockt habe. Während andere so langsam mit dem anderen Geschlecht in Kontakt gekommen sind, haben wir uns nur für Computer interessiert. Er hat dann so mit ca. 17 doch die Kurve gekriegt, ich bekam in dem Zeitraum das erste Internet und das hat mich voll und ganz fasziniert. Der Kontakt zu ihm brach ab als er angefangen hat auszugehen, zu rauchen und am Wochenende zu saufen. Das alles wollte ich einfach nicht.

Meine Eltern wollten mich natürlich für andere Themen begeistern zu versuchen, was ihnen aber nicht gelang und nach endlosen Kämpfen gaben sie es auf. So verging dann die Zeit bis zum Ende des Studiums. Natürlich entstand so etwas wie Interesse am anderen Geschlecht aber tatsächlich in diese Richtung aktiv werden war irgendwie nie ein Thema. Zudem merkte ich in der Schule und auch in der Studienzeit, dass ich nicht besonders gut beim weiblichen Geschlecht ankam, das führte zu einer Abwärtsspirale nach dem Motto wenn ihr Frauen mich nicht wollt, dann werde ich mich auch nicht um euch bemühen. Bundesheer musste ich nicht, also begann ich zu arbeiten. Natürlich mit vollem Elan, es gab ja auch keine private Ablenkung. Ja und das hat bis heute angehalten. In meiner Branche gibt es fast keine Frauen und so besteht auch quasi keine Gefahr sich bei der Arbeit zu verlieben.

Also ja weder Händehalten, Küssen, Sex noch richtig verliebt sein. Mehr als geheime Schwärmereien in ganz frühen Zeiten habe ich nicht erlebt und nun bin ich zu verbohrt das Ruder noch herumreißen zu können. Und jetzt kommt das wirklich paradoxe: So unglaublich es auch erscheint, ja ich habe tatsächlich auch einige Ansprüche. Ich würde zB mitnichten mit einer Frau mein Leben teilen wollen die mich absolut nicht anzieht. Also stattdessen ich für alles erdenkliche dankbar sein müsste würde ich trotzdem noch ganz gern wählen dürfen.

Ich denke wenn vielleicht nur einmal eine Frau Interesse gezeigt hätte und mich angeredet hätte vielleicht in der Studienzeit da war ich ja unter Frauen dann hätte ich etwas Selbstvertrauen bekommen. Es ist doch so, dass auch Männer angesprochen werden oder? Natürlich nicht so oft wie umgekehrt aber wenn man zumindest etwas liebenswertes an sich hat, dann müsste es statistisch doch zumindest ab und zu passieren oder? Ich meine ich gehe ja auch einkaufen, spazieren, fahre mit Öffis, gehe ab und zu in die Bücherei, begegne von Zeit zu Zeit der einen oder anderen Vorzimmerdame oder mache eine Bergwanderung. Klar alles nicht die klassischen Szenen in denen Männer und Frauen eindeutige Signale bekommen aber zumindest ein beschissenes einziges Mal hätte sich doch eine Frau von sich aus für mich interessieren können. Aber nix, gar nix der gleichen passierte.
 
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Ich denke wenn vielleicht nur einmal eine Frau Interesse gezeigt hätte und mich angeredet hätte ... dann hätte ich etwas Selbstvertrauen bekommen. Es ist doch so, dass auch Männer angesprochen werden oder? Natürlich nicht so oft wie umgekehrt ... Ich meine ich gehe ja auch einkaufen, spazieren, fahre mit Öffis, gehe ab und zu in die Bücherei, begegne von Zeit zu Zeit der einen oder anderen Vorzimmerdame oder mache eine Bergwanderung. ... aber zumindest ein beschissenes einziges Mal hätte sich doch eine Frau von sich aus für mich interessieren können.

Aber nix, gar nix der gleichen passierte.

Und genau da ist der smalltalk wichtig! :)

Und wie alles im Leben - Übung macht den Meister ! ;)

Btw grüßt du gerne? oder drückst du dich eher davor?
 
Kann es sein, dass du so einen verschlossenen Eindruck machst, dass eine Frau gar nicht auf den Gedanken kommt, sich dir zu nähern?
Weißt du, was man denkt sendet man aus ... deine Gedanken sind Energie und deine Meinung von dir selbst, widerspiegelt sich in seinem Umfeld.
Du selbst hast es in der Hand, deine "beschissene" Lage zu ändern, mit der Änderung deiner Einstellung dir selbst gegenüber.
Ob du das alleine schaffst, bezweifle ich, daher würde auch ich dir eine psychologische Therapie vorschlagen.
Harre nicht der Dinge, sondern tu was!!!
 
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Ich denke wenn vielleicht nur einmal eine Frau Interesse gezeigt hätte und mich angeredet hätte vielleicht in der Studienzeit da war ich ja unter Frauen dann hätte ich etwas Selbstvertrauen bekommen. Es ist doch so, dass auch Männer angesprochen werden oder? Natürlich nicht so oft wie umgekehrt aber wenn man zumindest etwas liebenswertes an sich hat, dann müsste es statistisch doch zumindest ab und zu passieren oder? Ich meine ich gehe ja auch einkaufen, spazieren, fahre mit Öffis, gehe ab und zu in die Bücherei, begegne von Zeit zu Zeit der einen oder anderen Vorzimmerdame oder mache eine Bergwanderung. Klar alles nicht die klassischen Szenen in denen Männer und Frauen eindeutige Signale bekommen aber zumindest ein beschissenes einziges Mal hätte sich doch eine Frau von sich aus für mich interessieren können. Aber nix, gar nix der gleichen passierte.

Ah das hat mich auch immer gestört und ich kann Deinen Frust verstehen.
Ist aber eher ein Wahrnehmungsproblem....
I bin oft erst Jahre später draufgekommen wer sich aller für mich interessiert hätt....:mrgreen:
Ein eindeutigeres Zeichen als daß eine Frau mit Dir prinzipiell redet, wirst meist am Anfang nicht bekommen.

Und eins ist klar: Das Einzige was Du an dieser Welt wirklich in der Hand hast und ändern kannst bist Du selbst.
Daher ist was auch immer in der Vergangenheit passiert ist kein Grund dass es in der Zukunft so weiter gehen muss.
Ausser Du willst es so.
 
Ich denke wenn vielleicht nur einmal eine Frau Interesse gezeigt hätte und mich angeredet hätte vielleicht in der Studienzeit da war ich ja unter Frauen dann hätte ich etwas Selbstvertrauen bekommen. .

Ich finde es nicht gut, dass du dich hier in der Opferrolle gefällst. Quasi, mir gehts nicht gut, weil mich Frauen nicht beachten. Ich finde diese Aussage von dir bedenklich. Unser Handeln und unsere Ausstrahlung soll aus uns selbst herauskommen. Wer aber sein Empfinden und seine Gefühle von denen anderer abhängig macht, wird unglücklich sein und sich ungeliebt fühlen.
 
Moin,

ich bin hässlich, klein, sozial inkompatibel, ein Computer Freak ohne Freunde und Bekannte, 34 Jahre alt,.....

Häßlich ist Geschmackssache und mache Frauen mögen kleine Männer...;-)

Wenn du wenig Soziakompetenzen hast, fange nicht mit "unter Leute gehen" an, das wird schnell zu viel auf einmal.

Lerne lieber Leute in Foren kennen, die die du per Chat näher kennen lernst und magst, triffst du dann.
Vielleicht ergibt sich ein Austausch, etwas wo ihr euch gegenseitig helfen könnt...oder etwas gemeinssam unternehmen.
Unverbindlich einmal mitgehen...da mußt nicht viel reden...erst, wenn du alle näher kennst.

Du kannst Frauen sicher beeindrucken, indem du ihre wichtigen Daten wieder aus alten, kaputten PCs herauszauberst - dann biete das doch an und fordere dafür Kaffee und Kuchen...nur so als Beispiel...

Wer Freunde haben will, muß zuerst einer sein!
 
[...] wenn man zumindest etwas liebenswertes an sich hat, dann müsste es statistisch doch zumindest ab und zu passieren oder?
In der Art von Radio Eriwan: im Prinzip schon, ja.

Nun wirst Du aber sicherlich auch ein wenig das ausstrahlen, was Du hier schreibst - auch wenn Du wahrscheinlich vieles übertrieben siehst, gehen wir einfach einmal davon aus, dass Du nur zu den ganz normalen, durchschnittlichen Männern gehörst, und ohne Selbstvertrauen verschwindest Du dort in der anonymen Masse. Und zum anderen: wenn es doch einmal passiert, bemerkst Du es wahrscheinlich gar nicht; geht mir selbst immer wieder einmal so.

Ich meine ich gehe ja auch einkaufen, spazieren, fahre mit Öffis, gehe ab und zu in die Bücherei, begegne von Zeit zu Zeit der einen oder anderen Vorzimmerdame oder mache eine Bergwanderung. Klar alles nicht die klassischen Szenen in denen Männer und Frauen eindeutige Signale bekommen aber zumindest ein beschissenes einziges Mal hätte sich doch eine Frau von sich aus für mich interessieren können
Was bezeichnest Du denn als Interesse? Wenn die Wurstverkäuferin beim Billa mit Dir mehr Worte wechselt, als "darfs ein bisserl mehr sein", dann ist das bereits Interesse an Dir. Ich bin überzeugt, das kommt gelegentlich vor und falls nicht, dann fang' doch einmal selbst damit an.

Was Bergwandern betrifft: Du kannst Dir ja einmal (auf wandertechnisch sehr harmlosem Niveau) Singlewandern ansehen. Da hast Du garantiert gemischtes Geschlechterverhältnis und tust etwas, das Dir offenbar Spass macht. Erwarte Dir die ersten Male halt sinnvollerweise nichts, ausser mit anderen Menschen etwas zu plaudern, denn das wird Dir dabei auch ganz bestimmt gelingen.

Und alles weitere ist eh immer ein zufälliger Bonus, für jeden Menschen.
 
Auch wenn ich - bis auf die Beiträge von Wasserleiche selbst - bei weitem noch nicht alles gelesen habe, muss ich meinen Senf dazugeben.

Soweit ich das mitbekommen habe, mögen manche Frauen diese Schüchternheit oder gar Unbeholfenheit, um den Mann praktisch an der Hand zu nehmen und ihm alles zu zeigen, was er bisher versäumte.

JA!
Ich BIN "manche Frauen".
Ernsthaft, ich finde genau das anziehend!

Es ist doch so, dass auch Männer angesprochen werden oder?

Selbstverständlich!
Ich kann dir nicht sagen, wieso es bei dir noch nicht dazu kam - wobei andere hier schon gute Theorien aufgestellt haben... Jedoch kann ich dir versichern, dass du kein hoffnungsloser Fall und schon gar nicht - was für eine schreckliche Bezeichnung - genetischer Müll bist!

Liebe Grüße
 
Jedoch kann ich dir versichern, dass du kein hoffnungsloser Fall und schon gar nicht - was für eine schreckliche Bezeichnung - genetischer Müll bist!

Woher beziehst du diese Information ? Persönliche Bekanntschaft ? Wenn nicht - was sagt dir, dass die Leiche nicht aus der Evolution ausgeschieden ist ?
 
Woher beziehst du diese Information ? Persönliche Bekanntschaft ? Wenn nicht - was sagt dir, dass die Leiche nicht aus der Evolution ausgeschieden ist ?

Weil sie es ändern will? :mrgreen:
 
Weil ich bereits mit Männern zu tun hatte, die in einer ähnlichen - wenn auch nicht der gleichen - Lage waren.

EDIT:
was sagt dir, dass die Leiche nicht aus der Evolution ausgeschieden ist ?

Herrje, was soll ich jetzt sagen? Natürlich kann ich es nicht wissen, das ist wahr. Es ist bloß so: Alles in mir sträubt sich gegen den Gedanken, dass jemand dazu verdammt ist, für immer alleine zu bleiben. Was das betrifft - lasst mir ruhig alle Beschimpfungen zukommen! :mrgreen: Ich bin eine elende Optimistin, was das betrifft, und das wird sich nie ändern.
 
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Hi Wasserleiche,

ich hab für mich, merkwürdigerweise, fast die gleiche Begrifflichkeit gefunden: Genschrott. Bei mir ist es auch diese Show: 32 Jahre, arbeite als Programmierer, klein, hässlich. Im Allgemeinen sage ich: die Natur ist eben der größte aller Faschisten: sie hat qua Konstruktion das Leben so eingerichtet, dass 90% der Mitglieder einer Gesellschaft unverdientermaßen über ihre zufällig verteilten genetischen Eigenschaften dem Mindeststandard genügen, der es ihnen erlaubt, ein erfülltes Leben zu führen. Und Menschen wie du und ich haben bei diesem Lottospiel eben Pech gehabt. Wir werden für etwas bestraft, was wir nicht verbrochen haben und wir sind eigentlich nur dafür da, den genetisch höhergestellten Übermenschen ihr eigenes Glück durch den prickelnden Vergleich mit unserem armseligen Elend noch ein wenig zu versüßen. Denn darum geht es im Leben - das wissen wir seit Rousseau: sich an der eigenen Überlegenheit zu erfreuen.

Klingt hart und verbittert, oder? Aber man gewöhnt sich dran. Und ich denke: diese Härte und Verbitterung muss ich mir auch nicht von denen vorwerfen lassen, die nicht ansatzweise verstehen, wie sinnlos ein Leben ist, das von Geburt an dazu bestimmt ist, minderwertig zu sein - von Leuten, die schon rumjammern, wenn sie mal zwei Monate lang keinen Sex oder keinen Partner haben.

Man wird ja mittlerweile in jeder Zeitung regelmäßig daran erinnert, dass die Wissenschaft längst weiß, wie wichtig Liebe und Sexualität für Gesundheit, seelisches Gleichgewicht und ein glückliches Leben sind. Ja, wie schön. Dann gehen wir doch mal zur Krankenkasse und lassen uns alimentieren dafür, dass die Gesellschaft uns wegen unverschuldeter Umstände unser seelisches Gleichgewicht vorenthält, weil sie der Meinung ist, glücklich dürfen nur schöne Menschen sein.

Es ist allerdings auch nicht nur schlecht. Der Vorteil ist, dass man sich leichter damit tut, Dinge rational zu sehen und ohne den zwanghaften Trieb, alles vergöttlichen und romantisieren zu wollen. Das rückt die Perspektive zurecht, wenn es mal wieder um die angebliche "Schönheit der Natur" geht, die es unbedingt zu bewahren gilt. Die Natur ist nicht schön, sondern durch und durch grausam und rücksichtslos und es ist völlig wurscht, ob sie bewahrt wird. Oder die Angst vor dem Designer-Baby? Warum wohl finden die ganzen Heuchler diese Vorstellung so schrecklich? Wäre endlich DIE Möglichkeit, von Beginn an Chancengleichheit herzustellen: alle neuproduzierten Menschen werden nach vorgegebenem Schema gestaltet. Das wäre gerecht. So wie die Natur es macht, ist es prinzipiell ungerecht. Und auch die Liebe, nach der ich mich früher und in schwachen Momenten auch heute noch tierisch sehne bzw. gesehnt habe, verliert ihren "romantischen Zauber", da sie ja doch nur das Werkzeug von Stiefmutter Natur ist, die wertvollen über die wertlosen Geschöpfe zu erheben.

Ich versuche manchmal, mich irgendwie zu rächen. Einem veranzten heruntergekommenen Bettler in der U-Bahn gebe ich gern fünf Euro oder mehr. Zur dicken verschwitzten Verkäuferin an der Kasse im Supermarkt bin ich betont höflich. Ist die Verkäuferin dagegen attraktiv, dann erwidere ich nicht ihr lebhaftes "Hallöchen" und ich wünsche ihr beim Fortgehen keinen "schönen Tag noch". Am meisten widern mich diese attraktiven Touristinnen an, die mich sehen und glauben, sie täten mir - dem hässlichen Vogel - einen generösen Gefallen damit, mich nach dem Weg oder sonst irgendeinem Mist zu fragen. Diesen Personen helfe ich grundsätzlich nicht und wenn sie zu blöde sind, einen Stadtplan zu lesen, dann sollen sie halt zu Hause bleiben. Wenn sie aber hässlich sind - dann helfe ich gern. Hehe.

Ja, soviel dazu.

Vielleicht ist meine Verbitterung weiter fortgeschritten als deine; dennoch denke ich, dass ich ganz gut verstehe, was dein Problem ist.

Ein Sorry in die Runde, aber der Tip, du solltest aufhören, dich zu verbiegen, weil es dich unecht erscheinen lässt, geht vollkommen an der Realität vorbei. Vielleicht ist es bei dir anders, bei mir kommt aber erschwerend zu meiner Hässlichkeit hinzu, dass ich mich eben nie verbogen habe - hatte ich keine Lust zu. Ich habe mir als Teenager keine einzige Bravo gekauft, Pop-Musik hat mich nicht die Bohne interessiert, ich hab als Student nicht angefangen, Gitarre zu spielen, ich habe mir nie eingeredet, dass Kiffen total toll ist und man angeblich "komische Sachen" sieht. Nicht geraucht, nicht gesoffen, nicht getanzt, nicht von heute auf morgen Fußballfan geworden. All diese Selbstinszenierungen, Selbsterfindungen und das Hinterherrennen hinter der Massenkultur habe ich aus Trotz nie mitgemacht. Naja, nicht nur Trotz. Ich hätte mich einfach völlig unecht und entstellt dabei gefühlt und mich geschämt.

Ich erkenne aber zunehmend, dass zumindest in der intellektuellen Unterschicht es möglich zu sein scheint, in begrenztem Rahmen, eine mangelhafte genetische Ausstattung durch willenlosen Konformismus zu kompensieren. In diesem Milieu finden Frauen es beispielsweise total cool, wenn du dir irgendein blödsinniges Tattoo auf den Arm kratzen lässt. Die sind dann ernsthaft der Meinung, das sei was besonderes und ein Ausdruck von Individualität und Revoluzzertum. Anlässlich feuchtfröhlicher Grillabende musst du einfach mitsaufen und dich an den halbgaren Allerweltsphilosophien der anwesenden Damen und Herren so lebhaft beteiligen, als würde dich das wirklich interessieren. Wenn die Weiber dann besoffen genug sind, musst du auf möglichst primitivem Niveau obszönen Blödsinn rauslallen. Ne Spitzen- Gaudi ist meist der hoch originelle Brückenschlag von einem umgekippten Bierglas zu allem anderen, was sonst noch irgendwie feucht sein könnte. Total lustig.

Absolut tödlich dabei: Ernsthaftigkeit. Du darfst auch kein Interesse an sonderbaren Dingen äußern: Toxikologie, Physik, Philosophie - geht gar nicht. Dann stehst du sofort auf der Abschussliste. Und Zynismus versteht da auch keiner. Richtig angebracht, ist ein Judenwitz immer lustig und in intelligenter Runde weiß auch jeder, dass seine Intention das genaue Gegenteil von Antisemitismus ist. Das funktioniert im intellektuellen Prekariat natürlich nicht. Da ernstest du nur politisch korrektes Kopfschütteln ausgerechnet von denen, die sich sonst darüber ereifern, dass Israel den Arabern das Land "geklaut" habe. Egal.

Ich glaube, wenn man sich an diese Regeln hält, dann kann man auch als hässlicher Mensch in diesem Teich mitfischen. Die Weiber sehen sogar teilweise ganz ordentlich aus. Sie haben halt nichts in der Birne, sind peinlich, vulgär und infantil. Für die große Liebe vielleicht nicht das richtige. Aber fürs Bett?

Aber wie du schon siehst: dazu musst du dich eben verbiegen und verstellen. Und das ist das Problem dabei, und es dürfte auch nur in diesem Szenario klappen.
 
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@Desaix

Interessanter Beitrag.

Wenn ich es richtig verstanden habe, möchtest du im Gegensatz zu Wasserleiche aber nichts ändern?

@Wasserleiche

Deinen Nick im Text zu schreiben hat mir jetzt den Atem geraubt und mich zum Zittern gebracht. Bitte überlege es dir ernsthaft, ob du ihn behalten willst.

Ich habe als ich 5 war eine Wasserleiche aus der Mur gezogen - sie war fast ein Monat im Wasser gewesen.

Glaube mir, dieser Nick passt nicht zu dir!
 
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@Desaix
Benannt so wie der Zerstörer der Französichen Kriegsmarine?

Regeln, Konventionen, Gruppenzugehörigkeit, wir Menschen sind nun mal so gebaut daß wir uns und unsere Umgebung 'einsortieren' wollen.

Und auch Du machst das, zwar in einer eher destruktiven Weise aber doch.

Warum machen wir das? Weils Sicherheit gibt und ein Gefühl für den eigenen Platz in der Welt.

Ad Verbiegen: Oh well, ich bin halt der Meinung, dass die größten geistigen Übeflieger jene sind, die Ihre Inhalte für andere verständlich präsentieren können.

Sonst bist mehr sowas wie ein schwarzes Loch des Wissens und der Erkentnis.

Nun zur aktuellen diskutierten Situation, was ist Dein konstruktiver Beitrag jenseits der Problemdefinition?
So wie ich es verstanden habe sind die anderen zu blöd um Dir ernsthaft folgen zu können.
Und es ist Dir auch zu blöd auf andere Menschen eingehen.
Resultat ist bekannt.
Mit anderen Spaß haben, sich mal erlauben oberflächlich zu sein, das in Bausch und Bogen als Infantil und Vulgär zu diffamieren geht mir einfach zu weit.

Lg, ein etwas grantiger Rodney
Ps: uu solltest auch mal die Anleitung zum Unglücklichsein lesen, was Du da über die Touristinnen schiebst erinnert mich an die Hammergeschichte.
 
Ps: uu solltest auch mal die Anleitung zum Unglücklichsein lesen, was Du da über die Touristinnen schiebst erinnert mich an die Hammergeschichte.

Der Watzlawik ist m.E. nach bei den beiden Burschen nicht wirklich angebracht.

Weil die Anleitung zum Unglücklichsein eigentlich einen sozialen und sozial-reflektierten Geist voraussetzt.

Wasserleiche kann er vielleicht helfen, weil ich bei ihm Ansätze zur Selbstreflexion sehe - sonst gäb's diesen Thread nicht.

Aber Desaix befürchte ich, versteht das gar nicht. Außer als Bestätigung.

Außerdem ist, also eigentlich war, der Watzlawik gar nicht so gut. Ziemlich überschätzt, der Mann.

Die Anleitung zum Unglücklichsein ist zwar sehr, sehr lustig, aber eine Fiktion. In Reallife läuft das nicht so. Es könnte bloß so laufen.

@Wasserleiche
@Desaix

Ihr solltet beide ernsthaft in Erwägung ziehen, eine Psychotherapie ins Auge zu fassen.

Das wirkt Wunder! Und unvorstellbarer Weise behaltet ihr eure Persönlichkeit - und trotzdem wird Alles leichter - da wird nix verbogen, nix ausgetauscht, ihr bleibt ihr selber. Viel, ja, jahrelange Arbeit.

Aber ihr werdet euch nie wieder als Wasserleiche oder Genschrott sehen.

Und das mit den Frauen geht dann wie von selber.
 
@Desaix
Benannt so wie der Zerstörer der Französichen Kriegsmarine?
Nein. Eher so wie der französische General, nach dem dieser Zerstörer benannt wurde.

Der konstruktive Beitrag besteht darin, entweder das eigene Schamgefühl zu überwinden und sich auf eine Klientel und deren Sitten einzulassen, die deutlich unter dem eigenen Niveau liegt oder aber auf Sexualität und ähnliches zu verzichten.

Ich weiß gar nicht wie ich das formulieren soll, ohne dass du dich gleich wieder angegriffen fühlst, aber du hast tatsächlich nicht verstanden. Die für dich offenbar ungewohnt direkte Darstellung der Wahrheit hat dich zu einer völlig falschen Interpretation geführt und vielleicht hättest du erst mal nachfragen sollen.
 
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