was lest ihr gerade? - der literaturthread!

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Zum X-Ten Male schon.

Barabara Tuchmann . Der ferne Spiegel

"Zitat" : Wenn es einen Grund geben kann sich mehr und intensiver mit Geschichte zu befassen, dann bewirkt es ihre Erzählung.

Ansonsten finde ich hier auf der histo-Couch oft Lektüre, die man ebenso leicht wie andere Filme im TV geistig "mitnehmen" kann,
ohne sich dabei vollkommen in oder an deren "Authenzitätsanspruch" verlieren zu müssen.


Kann ich wirklich Jedem empfehlen.
Iss nicht auf der Basis des üblichen "10 vor 11" Kulturgeschwafels, an das sich so mancher "Schöngeist" seibernd und seiernd zur Nacht in den Medien ereifert! :daumen:
 
Nicht nur Der ferne Spiegel (A Distant Mirror), auch The Guns of August (es geht um den August des 1914) und The Proud Tower (Europa vor dem ersten Weltkrieg) sind semipopuläre Bücher über Zeitgeschichte, die von Barbara Tuchman auf literarisches Niveau geschrieben wurden.
 
@ciervo volante: danke für den bataille-tip! die verachtung (nicht nur bretons) der bescheibung ist mE nicht nur auf die ablehnung dostojewskis (und anderer "beschreibender" literatur zurückzuführen), sondern vor allem auf die entwicklung der medienlandschaft, die sich von 1880 -1920 ja völlig umkrempelte (fotografie, film, radio) und die schon in der dada-bewegung wichtig wurde (nach dem motto: wozu beschreiben, wenns fotos gibt).

@ziggy: empfehlung nicht, nein. nur bei sehr starkem interesse für surrealismus/ 20erjahre sinnvoll.

ich hab geschrieben: der junge henry miller. recte: der junge hemingway.:)
 
Antoine de Saint Exupery - Der kleine Prinz

muss wohn nimma viel dazu gesagt werden
 
Bruce Chatwin - Utz

Der Engländer Chatwin erzählt die Geschichte des (skurrilen) Baron (?) Utz, den er während einer Studienreise in der CSSR kennenlernt, der größte Sammler von Meissner Porzellan. Zwischen detailliertesten Beschreibungen der Böttger-Manufakte und minutiösesten Schilderungen der Zeit in Prag, schillert eine ganze Epoche durch, die Geschichte zwischen den 30ern und 70ern, das Prag vor dem Weltkrieg bis nach dem Prager Frühling. Daneben gibt es fast ausschließlich skurrile Nebengestalten, den Wissenschaftler Orlik, der sein Leben dem Studium der Stubenfliege gewidmet hat, und auch die Schilderungen von Utz's Leben, Auslandsreisen oder den Treffen mit dem Ich-Erzähler entbehren nicht einer skurrilen Komik.

Und was wurde aus der Sammlung????


Nettes Buch.
 
Bruce Chatwin - Utz

:shock: maaa ist das ewig her... sooo schade, dass der auch schon lange tot ist... ich liebe Chatwin... :cry:

Ich lese grade Martin Suter "Lila, Lila" ..es geht um geistigen Diebstahl und eine Liebesgeschichte... spannend... :daumen:
 
Es geht gegen das Ende der Serie, DI Rebus ist versetzt, inklusive seiner treuen Siobhan Clarke. Rankins Prosa ist sehr hart. Es geht um Immigranten, um rechtsradikale "Scotland to Scots" Demonstranten, um Menschen, die aus Aslywerbern Profit schlagen, um eine verlorene Tochter
Rebus ist zynischer als je zuvor, das Buch, von allen Rankins, die ich gelesen hab, das härteste, und dann doch sehr berührend, spannend, dennoch schwieriger, wenn man Edinburgh kennt, sehr nahegehend.
2004 erschienen, heute aktueller als je zuvor.
Ein großer Autor!

:winke: Ziggy, der gschon ein paar Mal im Fleshmarket Close "noch" eine Dose McEwans gezwitschert hat
 
Stieg Larsson "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung". Hab den dritten Band bald durch. Extrem gut. Würd ich ohne zu zögern weiterempfehlen.
 
Helene Hegemann "Axolotl Roadkill"

Die sechzehnjährige Mifti lebt mit ihrem Bruder und ihrer Schwester in einer WG. Sie nimmt Drogen, geht nicht in die Schule und hält sich an keine Konventionen. Ihre Mutter ist am Suff verstorben, ihr Vater irgendwo.

Im Umschlagtext steht "Freiheit und Selbstzerstörung fallen zusammen und Mifti entlarvt in ihren von Wahn und Genie geprägten Zwischenwelten Sprache, Lebensentwürfe und Vorgegebenheiten der Erwachsenen."
Naja.

Nun ich gebe zu, ich habe mich von dem Hype um dieses Buch anstecken lassen und habs gelesen. Ich hab mich durch das schlicht unleserliche Machwerk durchgekämpft.

Es fehlt eine eigentliche Handlung, die einzelnen Passagen erscheinen voll von Beliebigkeiten, der Fick und Scheiße Jargon nervt zusehends. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da oft einfach nur das hingeschrieben wurde was beliebig in einem jungen Kopf entstand.

Beeindruckend nur der große Wortschatz der 17-jährigen Autorin, dessen Erstlingsroman wohl stark autobiographische Züge trägt.

Nicht empfehlenswert.
 
ich glaube die clevere helene hat da eher mehr mit copy and paste gearbeitet und sich bei blogs im internet bedient :)
 
ich glaube die clevere helene hat da eher mehr mit copy and paste gearbeitet und sich bei blogs im internet bedient :)
Ah ja, das vergaß ich zu erwähnen: erst auf Druck durch die Öffentlichkeit gab Helene Hegemann zu, von anderen einfach abgekupfert zu haben.
Zum Beispiel vom Berliner Blogger Airen mit seinem Roman Strobo.
Zuerst meinte Hegemann, sie habe nur seinen Blog gekannt, musste dann aber einräumen, dass sie bzw. ihr Vater über Amazon sein Buch bezogen.

Hegemann geniert sich auch ned, Plagiat im Zeitalter des Copy & Paste als etwas völlig Natürliches zu sehen. Sozusagen das Internet sei Allgemeingut. Aber nur weil es einfach und weit verbreitet ist zu stehlen, heißt das noch lange ned, dass es keinen Schutz des geistigen Eigentums mehr geben soll.

Im Übrigen frage ich mich, wieso es ein solches Buch braucht, um eine Plagiatsdiskussion loszutreten.
 
Roddy Doyle - The Snapper

Sharon ist schwanger und stellt damit ihre Umwelt, im Besonderen ihre Familie auf den Kopf, da sie nicht preisgibt, wer der Vater ist, weshalb die ganze Rabbitte Familie und das ganze Viertel den Vater suchen

Skurril, tragisch, komisch, wie schon "Commitments" oder "Fish & Chips", Doyle beschreibt sein Dubliner Barrytown mit Humor und in dem typischen dialogischen Stil...sehr nett.
 
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