Wer der vergangenheit behaftet bleibt, kann sich nichts neuem öffnen, oder?
Das stimmt schon, die Schwierigkeit ist nur, dass man das nicht willkürlich steuern kann.
Eine Trennung, zumal eine unfreiwillige, von einem geliebten Menschen ist eine große seelische Verwundung. Diese Verwundung auszuheilen, dauert seine Zeit, denn es ist ja nicht nur die anfängliche Trauer oder Wut über das Verlassenwerden, es ist auch die Notwendigkeit, eine Beziehung, welche man ja eigentlich fortsetzen möchte, auch von sich aus zu beenden, bei vielen kommt noch dazu, dass sie sich durch die Trennung verunsichert fühlen, dass sie ihr Selbstwertgefühl erst neu definieren müssen. Es ist eine Unzahl von individuell unterschiedlichen Dingen, welche in Folge einer Trennung verarbeitet werden müssen.
Wer glaubt, das umgehen zu können, und sich einfach in den Trubel stürzt, wird sehr schnell von der Realität eingeholt, und nimmt oft mehr Schaden als Nutzen dabei. Wenn's auch verständlich ist, dass manche/r sagt "jetzt erst recht" und nur ned zu lange darüber nachdenken - helfen wird es in aller Regel nicht.
Im Gegensatz zu tom040 glaube ich nicht, dass es im Falle des Todes eines Partners wesentlich schwerer ist. Es ist sicher anders.
"Leichter" ist es sicher dadurch, dass keiner der Partner die Trennung angestrebt hat, man erspart sich so wenigstens die Selbstzweifel. Auch ist der Tod letztlich ein ganz natürliches Ereignis.
"Schwerer" wird es dadurch, dass der Tod oftmals zu einer Trennung binnen weniger Stunden führen kann, und sicher auch dadurch, dass die Trennung eine absolut endgültige ist, die keinerlei Hoffnung lässt.
Es ist eine anfangs sehr schmerzhafte Erfahrung, die aber im Laufe der Zeit auch zu einem schönen Erlebnis werden kann, wenn man im Laufe dieser Aufarbeitung eines Tages feststellen kann, daß der Schmerz über eine verlorene Beziehung sich in die Freude über eine schöne Erinnerung an die gemeinsam verbrachten Jahre verwandelt. Wie man wieder Mut schöpft, erst einmal auch alleine ein Stück durchs Leben zu gehen, und wie man schließlich ganz wie von selbst sich für andere Menschen wieder öffnet.
Die Liebe und der Schmerz bleibt dennoch in uns.