Liebe Mended,
ich fühl mich grad berufen aus dem Untergrund heraus eine Lanze für männliche Tantramasseure zu brechen. Vorweg, ich hab keine repräsentative Erfahrung. Will sagen, dass ich bislang bei lediglich einem männlichen Masseur war, den ich tatsächlich als Professionisten erlebt hab. Ich arbeite im Sozialbereich und daher weiß ich, dass es Teil der gelebten Profession ist eine Situation herzustellen, in welcher der / die Kunde vertrauen kann. Wer das nicht kann, sollte sich einen anderen Job suchen. Und wer es kann und dann für persönliche (egoistische) Zwecke nützt, ebenso. Zweiteres fällt ja aber dann auch schon längst nicht mehr unter Professionalität. Bzgl. therapeutischer (oder ähnlicher) Ausbildung, Reflexionsfähigkeit und Supervision (oder ähnlicher regelmäßiger Austausch) geb ich dir recht: zweiteres und drittes sind unabdingbar in jedem Bereich, in dem Menschen mit sich selbst als Werkzeug mit anderen Menschen arbeiten. (Lehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger etc.) Eine zusätzliche therapeutische Ausbildung ist dann das Tüpfelchen am I.
Zum Wellnessfaktor von Tantramassagen: Ich glaube, dass sich eine solche, professionell durchgeführte Massage noch am ehesten mit Leibarbeit vergleichen lässt. Ob es zu Leibarbeit und ihrer Wirksamkeit vernünftige Studien gibt, weiß ich allerdings leider nicht. Körpertherapie ist ja in Österreich nicht als Therapieform anerkannt. Da die Psychosomatik innerhalb der Medizin aber mittlerweile einen immer größeren Stellenwert bekommt, könnte sich auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren doch was tun. Was die Wildwüchse, die es am esoterischen Tantramarkt eben auch gibt, sicher nicht regulieren wird können.
Um's kurz zu machen: Ich habe mit einem großartigen Mann großartige, heilsame Erfahrungen machen dürfen. Ich würde sie um nichts missen wollen.