Tantra

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Ich finde, es sollten mehr Sexualseminare wie für Tantra-Massagen, für die berufliche Ausbildung zur Sexworkerin und für das freie Ausleben der Sexualität. angeboten werden. Solche Kurse wären als Ferienbeschäftigung besonders geeignet und könnten mit einer Seefahrt oder mit einem Touristenaufenthalt verbunden werden
 
Na ja Vertrauen heißt einerseits genug Selbstvertrauen dass ich gut auf meine Wahrnehmungen achte und andererseits schon in den Sexpartner. Das Gefühl des Vertauens kann sich auch rasch einstellen, sogar während einer Session wenn ein Spielpartner hinzukommt. Ich spüre die Energie und Schwingung des anderen ganz gut.
Achja und das mit dem Folgen hier geht mir auch so und ich hab diese Logik auch nicht durchschaut.
 
Nicht derselbe wie in deinem :rolleyes: Hast du denn überhaupt auf den Link geklickt?



Es ist eine intime Begegnung mit dem Partner, den ich mit einem fremden Menschen nicht vorstellen kann.

Tatsächlich kann das ein Problem sein oder werden.

Die persönliche Herausforderung ist größer, wenn man nicht alle Übungen mit dem eigenen Partner macht, sondern sich auch immer wieder neu adaptieren muss.
Auf der anderen Seite ist das willkürliche Zusammenmischen oder Zuteilen zu einem Übungspartner durchaus sehr problematisch, und man sollte sich dabei immer sehr bewusst sein, ob das für einen auch okay ist.
Wenn nicht, echt aufstehen und Nein sagen.
Sonst wirst du überrollt.
Denn die Leiter wollen natürlich keine Schwierigkeiten haben.
Aber unpassende Partner können wirklich einen großen Schaden setzen.
 
Dann sind wir wieder bei meinem ersten Beitrag (#9) wofür ich erst angemacht wurde. Für mich ist Tantra intim, fertig. Ich gehe auch nicht zu einem Seminar, wo Sigles willkommen sind, denn der zugeteilte Partner kann auch der absolut falsche sein, nicht nur der gewünschte absolut richtige. Das ganze kostet zu viel Geld um einen Griff ins Klo zu riskieren.
 
Ich mochte vor ein paar Jahren (also nicht das Kinderprogramm, wir haben das 2 oder 3 Jahre relativ ernsthaft betrieben) schon nicht, mit einer fremden Frau zu tanzen.

Bei Tantra hätte ich da echt ein Problem..
 
Ich mochte vor ein paar Jahren (also nicht das Kinderprogramm, wir haben das 2 oder 3 Jahre relativ ernsthaft betrieben) schon nicht, mit einer fremden Frau zu tanzen.

Bei Tantra hätte ich da echt ein Problem..
Zumal es ja die Intimität in der Beziehung aufwerten soll im besten Fall.
Welchen Sinn hätte es beherrschte ich diese Technik halbwegs gut und hätte aber keinen Partner, mit dem ich sie in der Liebesbeziehung praktizieren könnte.
 
Zumal es ja die Intimität in der Beziehung aufwerten soll im besten Fall.
Welchen Sinn hätte es beherrschte ich diese Technik halbwegs gut und hätte aber keinen Partner, mit dem ich sie in der Liebesbeziehung praktizieren könnte.


Würde nur dazu führen, dass der Mann, der mir beim Tantra-Roulette zugeteilt wurde, nach dem Seminar wildfremde Frauen auf der Straße belästigen würde: „Kannst du Tantra? Willst du? Ich brings dir auch bei.“ Wie ein Junkie.

:D
 
Zumal es ja die Intimität in der Beziehung aufwerten soll im besten Fall.
Welchen Sinn hätte es beherrschte ich diese Technik halbwegs gut und hätte aber keinen Partner, mit dem ich sie in der Liebesbeziehung praktizieren könnte.

Aber auch wenn da nur Paare wären wollte ich nicht die Partnerin durchtauschen.

Erstens weil ich solche Intimitäten nicht mit Fremden teilen wollte und zweitens schon gar nicht vor meiner Partnerin.

Und was sie davon halten würde ist dann ja auch noch ein Thema...
 
Würde nur dazu führen, dass der Mann, der mir beim Tantra-Roulette zugeteilt wurde, nach dem Seminar wildfremde Frauen auf der Straße belästigen würde: „Kannst du Tantra? Willst du? Ich brings dir auch bei.“ Wie ein Junkie.

:D
Das wäre die falsche Motivation, ich möchte ja mich bereichern und diese Qualität mit jemand teilen. Am Liebsten mit jemand der das auch genießen und wertschätzen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann es nicht besser ausdrücken, ist so auch außerhalb Österreichs!
Naja, so alles über einen Kamm scheren, passt sicher nicht.
Die Angebote sind sehr unterschiedlich, nur ist es halt lästig, wenn man keine Referenzen hat und quasi halt durchprobieren müsste. Und auch die Erwartungen und Hoffnungen unterschiedlich.
Wer such Hoffnungen macht auf Rudelbumsen mit Räucherstäbchen, wird vielleicht enttäuscht sein, in einem Seminar zur Persönlichjeitsentwicklung und zum Hinterfragen seiner Muster gelandet zu sein :lol::rofl:
 
Hi,

wird vielleicht enttäuscht sein, in einem Seminar zur Persönlichjeitsentwicklung und zum Hinterfragen seiner Muster gelandet zu sein :lol::rofl:


wer ein Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Hinterfragen seiner Muster sucht wird ebenso enttäuscht sein, wenn er über (inexistente) Energien reden hört und darüber, dass man seelisch durch normalen Sex abstumpft.

Ich kenne Tantra nur aus dem Umfeld, dass Frauen ihre Männer dorthin schleppen, wenn die Frauen mit dem Sex nicht zufrieden sind. Meist ein Strohhalm an den man sich klammert, bevor man sich scheiden lässt.

Das Problem scheint zu sein, dass ein jeder selbsternannte Guru ihre/seine Lehren verbreiten kann, es gibt da keine Normen, und der Westen spricht meist von Tantra obwohl Neotantra gemeint ist. Neotantra – Wikipedia

Generelle Aussagen zu "Tantra" sind daher unmöglich, das ist keine konkrete Bezeichnung wie "Fahrschule" wo mehr oder minder überall das selbe gelehrt wird. Ich kann also jederzeit Tantrakurse anbieten, und dort was immer ich will unterrichten.


Wenn man also fragt, kann man immer nur einen konkreten Anbieter erfragen. Wobei wie immer die Jubelperser im Netz vorherrschen, niemand, der dort einige hundert Euro bezahlt hat, in der Hoffnung seine Ehe zu retten, wird gerne öffentlich zugeben, dass es nicht geklappt hat.

Mich würde ja interessieren, welche Erfolgsstatistik solche Seminare wie auch Eheberatungen haben.


Zu Tantra (wie Paarberatung) als Eherettung kann ich aus Beobachtung meines Umfeldes (für den Fall dass ein Italiener mault, weil ich selbst keine Beziehungserfahrung habe ;) ) interpolieren, dass diese Lösungsversuche zu spät in einer Krise in Anspruch genommen werden. Also oft, wenn es eh zu spät ist. Damit ist natürlich auch die Erfolgswahrscheinlichkeit stark gemindert.


Ich wünsche halt allen Interessierten viel Erfolg, das zu bekommen, was sie wollen. Ich bleibe bei meinem seelisch abstumpfenden GV, der befriedigt mich ausreichend. ;)

LG Tom
 
Es wird offensichtlich sehr viel Unsinn über Tantra verbreitet und auch zu Zwecken missbraucht die nicht dem Ziel der Tantrischen Kultur entsprechen.
Beziehungen retten mit Tantra ist so als wenn du mit einem Breitbandantibiotikum Krebs behandeln möchtest, also viel zu unspezifisch. Meist liegen die Scheidungsursachen viel Tiefgründiger als im Sexuellen Bereich, der Sex ist ev. das Symptom.
Tantra als Krisenintervention ist auch nicht zielführend. Dazu gibt es Spezialisten Psychotherapeuten, Psychiater, Supervisoren; Das Ziel ist nicht jede Ehe oder Beziehung zu retten sondern zu begleiten und einen stimmigen vielleicht würdevollen Abschied zu finden. ich lasse meinen Blindarm auch nicht vom Masseur entfernen.
Abstumpfen durch normalen Sex ist genauso Unsinn, kein seriöser Tantriker würde das behaupten.
Die Vielfalt an tantrischen Philosophien und Methoden die sich in jahrtausendlanger Geschichte entwickelt haben ist bestimmt wissenschaftlich nicht vergleich- und verwertbar.
Ich halte es vielmehr mit einem eklektischen Ansatz Inhalte und Methoden herauszufiltern die für jeden individuell brauchbar sind.
Tantra bietet aber einen Erfahrungsschatz aus alter Kultur der unsere bereichern kann, ohne diese zu ersetzen.
Für mich ist es sowas wie persönliche Weiterbildung und Entwicklung in einem sensiblen und intimen Bereich. Dabei kann natürlich die Persönlichkeitsentwicklung angestoßen werden wenn es sich um Verhaltensmuster handelt die nicht nützlich im Bereich der Achtsamkeit oder Sensibilität handelt. Die Sichtweise Sexuelle Energie im Körper, Geist und Seele im konstruktiven Sinne zu nutzen finde ich sehr intelligent.
Im Gegenzug finde ich schade dass die westliche Kultur und Religion das Wissen um Sexualität und Sexualrituale wie Initiation von Jungen zu Männern und Mädchen zu Frauen
verbannt und teilweise zerstört hat und hier nach wie vor ein Manko herrscht, von dem die Pornoindustrie lebt.
 
Hi,

Die Sichtweise Sexuelle Energie im Körper, Geist und Seele im konstruktiven Sinne zu nutzen finde ich sehr intelligent.

als Techniker tue ich mir mir "Energie" schwer, und als Skeptiker mit Geist und Seele. Ich lasse aber gelten, dass hier Mechanismen zur Anwendung gelangen, die das selbe bewirken wie Mechanismen der Psychotherapie, aber eben von Laien praktiziert werden.


Im Gegenzug finde ich schade dass die westliche Kultur und Religion das Wissen um Sexualität und Sexualrituale wie Initiation von Jungen zu Männern und Mädchen zu Frauen verbannt und teilweise zerstört hat und hier nach wie vor ein Manko herrscht, von dem die Pornoindustrie lebt.

Ich weiß nicht was Du meinst, wir waren teilweise mit 12 oder 13 schon sexuell aktiv, manche früher, und ich weiß aus Erzählungen älterer Sexualpartner, dass das in vorhergehenden Generationen nicht anders war.

Bei Sexualritualen von 12 Jährigen sind wir im Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs, Sexualrituale bei 18 Jährigen kommen viel zu spät.

Und Pornografie gab es schon in der Antike, ich halte das für sehr vernünftig.


Ich persönlich meine, dass das größte Defizit darin liegt, dass wir der Sexualität so einen hohen Stellenwert einräumen. Wenn man schon Kindern Sex einfach als etwas präsentiert, was Spaß macht, aber auch mit Verantwortung (Gesundheit) praktiziert werden muss, und keine wie immer gearteten moralischen oder sonstigen Schranken aufbaut, dann wäre Sex weitaus mehr Alltag und weniger wichtig.

Noch heute tun sich Frauen schwer damit, an Männer heranzutreten und offen Sex zu wünschen selbst in Swingerclubs - wie ich den Berichten hier entnehme - sagen Frauen nicht klar zu einem Mann, dass sie sie jetzt mit ihm vögeln wollen. Schlimmer noch, meinen nicht wenige Frauen immer noch, dass sie mehr für Sex brauchen, als einfach nur einen netten freundlichen Typen! Und das dürfte wohl daher kommen, dass auch heute noch Frauen nicht gleichberechtigt sind, wenn sie promiskuitiv leben, und gesellschaftlich diskriminiert werden, wenn sie Männer aufreissen.

Wäre Sex etwas alltägliches, wie eine Runde Schach oder Billard, wo auch eine Frau ungeniert einen Mann fragt "Lust auf eine Partie Schach?", wären sicher viele Probleme inexistent.


LG Tom
 
Hi,



als Techniker tue ich mir mir "Energie" schwer, und als Skeptiker mit Geist und Seele. Ich lasse aber gelten, dass hier Mechanismen zur Anwendung gelangen, die das selbe bewirken wie Mechanismen der Psychotherapie, aber eben von Laien praktiziert werden.




Ich weiß nicht was Du meinst, wir waren teilweise mit 12 oder 13 schon sexuell aktiv, manche früher, und ich weiß aus Erzählungen älterer Sexualpartner, dass das in vorhergehenden Generationen nicht anders war.

Bei Sexualritualen von 12 Jährigen sind wir im Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs, Sexualrituale bei 18 Jährigen kommen viel zu spät.

Und Pornografie gab es schon in der Antike, ich halte das für sehr vernünftig.


Ich persönlich meine, dass das größte Defizit darin liegt, dass wir der Sexualität so einen hohen Stellenwert einräumen. Wenn man schon Kindern Sex einfach als etwas präsentiert, was Spaß macht, aber auch mit Verantwortung (Gesundheit) praktiziert werden muss, und keine wie immer gearteten moralischen oder sonstigen Schranken aufbaut, dann wäre Sex weitaus mehr Alltag und weniger wichtig.

Noch heute tun sich Frauen schwer damit, an Männer heranzutreten und offen Sex zu wünschen selbst in Swingerclubs - wie ich den Berichten hier entnehme - sagen Frauen nicht klar zu einem Mann, dass sie sie jetzt mit ihm vögeln wollen. Schlimmer noch, meinen nicht wenige Frauen immer noch, dass sie mehr für Sex brauchen, als einfach nur einen netten freundlichen Typen! Und das dürfte wohl daher kommen, dass auch heute noch Frauen nicht gleichberechtigt sind, wenn sie promiskuitiv leben, und gesellschaftlich diskriminiert werden, wenn sie Männer aufreissen.

Wäre Sex etwas alltägliches, wie eine Runde Schach oder Billard, wo auch eine Frau ungeniert einen Mann fragt "Lust auf eine Partie Schach?", wären sicher viele Probleme inexistent.


LG Tom

Das mag durchaus alles stimmen, und es gibt durchaus ungebundene Frauen, die das auch so praktizieren.
Aber nicht alle sind so gestrickt.

Aber zurück zu Neo-Tantra.
Das Hauptproblem dort ist, wie mir scheint, dass es überhaupt keine Regulative gibt, um sich als Seminarleiter zu positionieren, und dort unter einem (pseudo) Gurugehaben tun und lassen kann, was er will ohne irgendeine Diskussion aufkommen zu lassen.
Die Strukturen sind grundlegend autoritär und apodiktisch.

Die Seminare führen durchaus in tiefe innere Prozesse, aber anschließend wird der Teilnehmer sich selbst überlassen bzw im schlimmsten Fall fallengelassen.
Platz für persönliche Betreuung gibt es keine, auch keine diesbezügliche Kompetenz.

So, damit nun genug.
Auch die Inhalte sind sehr unterschiedlich, da alles Platz hat.
Trotzdem mag sich die Eine oder der andere Tipps holen um seine Sexualität wachsen zu lassen und seine Partnerschaft zu verbessern, "eine Rettung" wird nirgends versprochen, aber kann auch von professionellen Beratungsstellen nicht garantiert werden.

Das, was an wirklich Brauchbarem mitgenommen werden kann, sollte aber keinesfalls untergehen

Bei aller Kritik muss ich zugeben, dass ich viel mitnehmen konnte, das, sollte das nicht gewesen sein, ich sehr schmerzvoll vermissen würde.
 
Bin eigentlich auch sehr an dem Thema Tantra interessiert aber bislang völlig unbedarft. Hat sich leider mit meinen Exen nie ergeben und alleine würde ich mir auch eher blöd auf so einem Seminar vorkommen
 
Man müsste wohl auch zuerst mal fragen : "Welches Tantra meinst Du?"
Buddhistisches Tantra? Kaschmirischen Shivaismus? Hinduistisches Tantra? Neotantra?
Im Westen meint mal wohl meistens Neotantra, das mit dem ursprünglichen Tantra wenig bis nichts zu tun hat. Nehmen wir als Beispiel mal das Hevajra-Tantra. Da gibt es eine blauhäutige Figur, mit 8 Gesichtern in unterschiedlichen Farben, 16 Armen, die in jeder ihrer 16 Hände etwas anderes hält, 4 Füße, tanzend auf seinen toten Feinden, geschmückt mit Ketten und Schmuck aus Totenschädeln, in sexueller Vereinigung (stehend wohlgemerkt) mit seiner Gefährtin, die ähnlich grantig ist, umgeben von (oft) 8 weiteren nackten Frauen, die ähnlich lebenslustig unterwegs sind. Dazu kommt eine unheimliche Umgebung, in der Tod und Leichen (Indien!) eine große Rolle spielen.
Das Ganze hat mit dem Sex, wie wir ihn verstehen, genau null zu tun. Die sexuelle Vereinigung steht als Symbol für die Vereinigung des männlichen und des weiblichen Prinzips zur Vollständigkeit, genauso wie alle anderen Merkmale aus dieser Ikonografie ihre eigene Bedeutung in dieser Mystik haben.
In den 70ern ist diese fernöstliche Mystik in den Westen gekommen ("Jai Guru Deva. Om", um John Lennon zu zitieren), und die Westler haben sich ausschließlich auf den Sex gestürzt und alles andere rundherum beiseite gelassen. Osho hat dann weitergemacht und das Neotantra "erfunden".

Heute lernt man auf einem Neotantra-Workshop bewusst zu atmen und dieses Atmen auf die sexuelle "Energie" zu beziehen (wobei in der ursprünglichen fernöstlichen Form mit "Atmen" keinesfalls die übliche Lungenatmung gemeint war, sondern bereits hier die Arbeit mit der inneren Energie gemeint war - das wissen aber die wenigsten, auch die "Tantralehrer" nicht, und so lernen wir auf Tantraworkshops immer noch zu hyperventilieren - siehe auch "holotropes Atmen", bei dem man laut seinem Entdecker ebenfalls in andere Bewusstseinszustände gelangen kann). Mit diesem bewussten und tiefen Ein- und Ausatmen wird dann die "Energie" im Zentralkanal in die einzelnen Chakren gelenkt und macht dort irgendetwas. Außerdem kommen noch einige sehr phantasievolle und sinnlich-schöne Rituale dazu, die ziemlich konträr zum "Ey, ficken" gelagert sind.

@Mitglied #469517: Ich war früher mal 10 Jahre lang Chemiker und bin heute seit einigen Jahrzehnten als Softwareentwickler tätig. Das ist ein Background, der keineswegs aus esoterischem Geschwurbel besteht, ich sehe mich durchaus auch als naturwissenschaftlich und technisch orientiert an. Ich hab früher auch mal gesagt "Ich glaube nur, was ich sehe". Aber ich hatte vor nicht ganz 20 Jahren ein persönliches Erlebnis, das mich diese Sichtweise hat hinterfragen lassen. In der Technik und in der Wissenschaft haben wir eine Schreibweise, die eindeutig transportierbar ist und bei jemandem, der sie versteht, eindeutig die Ergebnisse reproduziert, die derjenige, der eine Nachricht abgeschickt hat, gemeint hat - die Mathematik. Eine Formel ist eine Formel ist eine Formel. Da gibts (im Allgemeinen zumindest) wenig Spielraum für Interpretation. 2 + 2 = 4, zumindest im Dezimalsystem. Das gibts bei diesen "Energien" nicht. Niemand bisher hat Prana, Chi, Qi, ein Chakra, den Zentralkanal oder einen Meridian gesehen. Trotzdem haben es viele Menschen *erlebt*. Eine Tantralehrerin schreibt auf ihrer Seite "Ich kann dir lange den Geschmack einer Birne beschreiben. Du wirst nichts von ihrer Süße erfahren, bis du selbst eine Birne gekostet hast. Dann erst wirst du dich an den einzigartigen Geschmack von Birnen erinnern."

Es stimmt schon, es gibt keine "normierten" Tantraworkshops. Es gibt keine Prüfungen mit standardisierten Fragen, aus deren Beantwortung man ableiten kann, wie viel der Prüfling tatsächlich verinnerlicht hat (denn mit dem bloßen Lernen und Wiedergeben alleine ist es nicht getan). Insofern ist es immer ein gewisses Risiko, so einen Workshop zu buchen, weil man nie weiß, ob das, was dabei raus kommt, für mich als Person auch wirklich passt (Ein "Lernziel", das aber immer genannt wird, ist Achtsamkeit sich selbst gegenüber und "Nein" sagen zu lernen). Außerdem habe ich den leisen Verdacht, dass einige der Anbieter diese Workshops zumindest teilweise zur Aufarbeitung ihrer eigenen höchstpersönlichen Probleme verwenden - zumindest unbewusst. Was aber auch nichts heißen muss, denn ich habe schon wunderbare Workshops besucht, wo ich wusste, dass die Anbieterin ziemliche persönliche Probleme mit sich herumschleppt.

Das, was ich erlebt habe, hat meine Ehe nicht gerettet - eher im Gegenteil. Weil ich alleine dabei war (aber mit Wissen meiner damaligen Partnerin) und sie dann nicht mitgezogen hat (Das ist keine Schuldzuweisung!). Als Werkzeug zum Retten einer Beziehung würde ich einen Tantraworkshop auch nicht ansehen, das wird auch nirgendwo so angepriesen (meines Wissens nach). Möchte ich etwas für meine Beziehung tun, gibts absolut sinnvolleres. Möchte ich meine Sexualität weiterentwickeln, einmal ein wenig über den Tellerrand schauen, meine (gefühlte) Komfortzone verlassen und mich ein wenig dehnen, dann kanns schon sehr sinnvoll sein, sich so etwas mal anzuschauen. Mit dem Wissen im Hintergrund, dass es auch für mich nicht das Richtige sein kann. (Und wenn ich Angst habe, mein Partner könne sich verlieben: das kann er/sie im Supermarkt beim Gemüseregal auch! Wollen wir unsere Frauen wirklich soweit kontrollieren, dass wir ihnen immer männliche Artgenossen mitschicken und sie keinen Schritt irgendwo alleine gehen können? Irgendwo gibts das doch immer noch, habe ich gehört...)

Und noch ein Wort zur "Energie": Wir bestehen aus Materie, aus Atomen und deren Bestandteilen. Doch was sind diese Atome denn? Wenn wir der (westlichen!!!) Wissenschaft Glauben schenken, sind Materie und Energie nur 2 Seiten der gleichen Medaille (E = mc2). Je weiter wir in die Materie hineinschauen, umso seltsamer wird die ganze Angelegenheit. Schon die Heisenbergsche Unschärferelation ist nicht durch ungenaue Messgeräte bedingt, sondern ist eine systemimmanente Eigenschaft. Unterhalb einer gewissen Größe unserer üblichen physikalischen Größen stimmt die Physik nicht mehr (Planck-Einheiten). Und je mehr die Unterscheidungen zwischen fester(???) Materie und Energie verschwimmen, Feldgleichungen diese Zustände beschreiben und Phänomene wie verschränkte Photonen auftreten, umso eher bin ich gewillt, anzuerkennen, dass es "etwas" mehr geben kann, als bloß das, was wir in Zahlen gießen können.
 
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