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Danke für seine Antwort. Ich habe den Eindruck, dass hier persönliche Abneigung und subjektive Erfahrung mit allgemeinen Aussagen über Sexualität vermischt werden. In der Sexualforschung gilt seit Jahrzehnten, dass Sexualität kein Schwarz-Weiß-System ist, sondern ein Kontinuum. Fantasien, visuelle Reize oder auch bestimmter Pornokonsum,, sagen für sich genommen nichts darüber aus, wie sich jemand sexuell identifiziert oder welche Orientierung er hat. Fantasie, Erregung und Identität sind nicht deckungsgleich.Unter Heteros schon mal gar nicht.
Keine Ahnung wie viele, ich kenne nur einen und der war Narzisst und Egomane.
Vor xem Spiegel masturbieren hat ausschließlich etwas mit dem Ego zu tun und nichts mit der sexuellen Orientierung.
Warum ich etwas abstoßend finden soll, was ich nicht geil finde, erschließt sich mir nicht. Kann mir auch einfach nur egal sein.
Masturbation vor dem Spiegel ist nicht narzisstisch. Sie fällt vielmehr unter visuelle Selbststimulation und Körperwahrnehmung und kommt bei Menschen mit sehr unterschiedlichen sexuellen Orientierungen vor. Sich selbst beim Sex oder bei der Masturbation wahrzunehmen, ist zunächst einmal eine Form von Reizverarbeitung und Neugier, nicht Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung oder eines übersteigerten Egos..
Dass jemand bestimmte Dinge nicht erregend oder sogar abstoßend findet, ist völlig legitim und muss niemand rechtfertigen. Daraus jedoch abzuleiten, dass andere Menschen egozentrisch sind oder an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leider oder in ihrer sexuellen Orientierung „nicht eindeutig“ seien, ist eine wertende Zuschreibung. Gerade in einem Sexforum wirkt das intolerant und dem Thema nicht angemessen, weil es individuelle sexuelle Erfahrungen moralisch abqualifiziert, statt sie als Teil der menschlichen Vielfalt zu akzeptieren.
Sexualität ist komplex, individuell und oft widersprüchlich. Das auszuhalten und anderen ihre Wahrnehmung nicht abzusprechen, sollte meiner Meinung nach die Grundlage einer offenen Diskussion sein.
