Ich glaube nicht, dass man von einem Zwang sprechen kann. Wenn zwei Menschen ihre Lebensführung auf eine gemeinsame ausrichten wollen, dann ist es einfach eine Notwendigkeit, sich zu arrangieren oder auch anzupassen. Man tut ja so, als ob "anpassen" negativ ist, das ist es aber doch gar nicht. Vielen Menschen fehlt die Fähigkeit, sich anpassen zu können, und dann merkt man erst, wie positiv diese Eigenschaft sein kann.
Ja, das ist ein gern verwendetes Argument. Anpassen verweigern mit dem Hinweis, sich nicht verbiegen zu wollen. Dabei hat das eine mit dem anderen nix zu tun. Verbiegen ist in meinen Augen, wenn man wesentliche Bestandteile seiner Persönlichkeit aufgibt. Aber bei den Anpassungen im Rahmen einer Beziehung geht's doch meist nur um Kleinigkeiten, Gewohnheiten, Verhaltensweisen. Da sollte man schon Entgegenkommen zeigen, es heißt ja nicht umsonst
Partnerschaft.
Interessant, dass es immer noch Menschen gibt, an denen die Emanzipation nahezu spurlos vorübergegangen ist. Offenbar ist es schwer, sich von der Vorstellung zu lösen, dass dem umtriebigen Jäger und Sammler ein willenloses Heimchen am Herd gegenübersteht ...