Ich schreibe nicht so gerne über Details aus Sessions. Ich sehe das als etwas Vertrautes, das zwischen mir und der Herrin passiert ist. Ich kann aber ein paar allgemeine Erfahrungswerte anführen. Das mag nicht genau die Fragestellung treffen, aber dennoch etwas zur prinzipiellen Interaktion zwischen Domina und (devotem) Gast beitragen.
Ich treffe dominante Frauen sowohl im privaten als auch im professionellen Zusammenhang. Ich gehe nicht mit einem vorgefertigten Wunschprogramm zur Domina. Mein Ziel ist es, auch für sie eine schöne gemeinsame Zeit zu gestalten, soweit das das der professionelle Rahmen zulässt. Und ich kann sagen, dass es zumeist sehr gut funktioniert, wenn man höflich, zuvorkommend und wertschätzend auftritt und sich bemüht, sich in ihren Dienst zu stellen. Ich mache da in meiner Herangehensweise zu einem privaten Kontakt keinerlei Unterschied. Meine devote Ader ist allerdings auch so angelegt, dass es mich tief berührt, wenn ich eine Frau, die ich verehre, mit meiner Art berühre und sie sich in meiner Gegenwart wohlfühlt.
Es ist auch so, dass sich meine Sehnsüchte stark an der Frau orientieren, mit der ich interagiere. Nicht jede Praktik, die ich mag, passt zu jeder Herrin. Es ist nicht selten passiert, dass ich dann Dinge gemacht habe, die gar nicht so in meinem üblichen Spektrum liegen, weil es sich ergeben hat, dass die Domina eine Vorliebe dafür hat. Wenn ich ganz in meiner Hingabe bin, vergesse ich auch, dass wir uns im professionellen Zusammenhang treffen und dass ich nur ein Gast von vielen bin. Da bin ich nur auf die Herrin fixiert und es gibt in diesem Moment nur das Gefühl, alles für sie tun zu wollen.
Ich hatte schon "Sessions", wo es nicht einmal zu einer Session gekommen ist, weil wir uns beim Anfangsgespräch so verplaudert haben, dass wir nach 3 Stunden lachend festgestellt haben, dass wir uns wohl einen neuen Termin ausmachen müssen (das war allerdings eine Herrin, die ich aus mehreren Besuchen schon besser kannte). Es haben sich auch schon private Treffen - ganz ohne BDSM - mit professionell agierenden Ladys ergeben, einfach weil wir uns gegenseitig sympathisch waren und Zeit miteinander verbringen wollten. Das sind natürlich Ausnahmen, aber sie sind schon passiert.
Das ist auch so die Essenz, zu der ich kommen möchte. Wenn man sich im professionellen Zusammenhang selbst zurücknimmt und so agiert, wie man auch in einer Beziehung mit Machtgefälle agieren würde - also die Bedürfnisse der Herrin über die eigenen stellen - kann man auch im professionellen Umfeld schöne Begegnungen erleben und nicht nur ein Abarbeiten von Wünschen.
Letztendlich suchen wir alle schöne Begegnungen und wir selbst haben es in der Hand, etwas dazu beizutragen.
Ok, der letzte Satz klang jetzt etwas priesterlich
