Libidostörungen durch Antidepressiva

@ Topic: Ich nehme an dir wurde ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer verschrieben wie Cypralex oder Adjuvin und da sind Potenzprobleme und auch ein verzögerter Orgasmus und eine verringerte Libido die allerhäufigsten Nebenwirkungen, besonders bei einer Dosierung über 10mg/Tag. Nach dem Absetzen sollten diese Nebenwirkungen aber rasch wieder verschwinden, vielleicht rührt deine mangelnde Libido daher, dass die Ursache für deine Depression noch nicht beseitigt ist.

Ich finde die Nebenwirkung bezüglich verzögerten Orgasmus schlimm. Wenn du eine Stunde auf deine Freundin einhämmerst und noch immer nicht kommst und eigentlich irgendwie spürst, dass du über eine gewisse Phase nicht drüberkommst, dann ist es die Nebenwirkung, die sehr belastend sein kann. Kann mich auch an keine andere Nebenwirkung errinnern, außer dass es mit der Libido ziemlich schlimm bestellt war. Errektion 1a, aber Abspritzen kaum möglich.

gut zu wissen, dass ich mich nicht irre - allerdings mit der Lichttherapie, die ich noch mache, frage ich mir ob sie doch die Probleme noch verstärkt, da ich keine Tablette mehr nehme... In meinem Fall ist es rein stressbezogen, warum ich die Tabletten nehmen muss (zu viel Arbeit, nicht genug Rühe!)

SSRI sind kein Mittel der Wahl bei Stress. Hier wären wohl Benzodiazepine kurzfristig das Mittel der Wahl um einmal von dem hohen Stresslevel runterzukommen. SSRI aktivieren in der Regel, und wären somit für dich kontraproduktiv.

Stress ist sehr subjektiv. Ich kann dir nur empfehlen, dir Stressbewältigungsmethoden wie Sport, Meditation, Progressive Muskelentspannung anzueignen, damit du selbst bei übermäßigen Stress, innerlich die Ruhe bewahren kannst. Diese kosten in der Regel einiges an Zeit, sind dafür nebenwirkungsfrei und verändern dich, im Gegensatz zu Tabletten, dauerhaft und nachhaltig.

PS: Es ist ein Irrtum, dass viele Menschen glaube, SSRI erhöhen den Serotoningehalt im Gehirn. SSRI hemmen die Wiederaufnahme des Neurotransmitters Serotonin in die Präsynapse und erhöhen so dessen Konzentration im synaptischen Spalt.
 
Ich finde die Nebenwirkung bezüglich verzögerten Orgasmus schlimm. Wenn du eine Stunde auf deine Freundin einhämmerst und noch immer nicht kommst und eigentlich irgendwie spürst, dass du über eine gewisse Phase nicht drüberkommst, dann ist es die Nebenwirkung, die sehr belastend sein kann. Kann mich auch an keine andere Nebenwirkung errinnern, außer dass es mit der Libido ziemlich schlimm bestellt war. Errektion 1a, aber Abspritzen kaum möglich.

Jemand der an einer richtigen Depression leidet, hat wohl andere Probleme als beim Sex nicht zu kommen und ab einer mittleren Depression ist an richtigen Sex ohnehin nicht mehr zu denken, also sind diese Nebenwirkungen zumindest am Anfang einer Behandlung meiner Meinung nach vernachlässigbar.
 
Man sollte die Tabletten nicht verteufeln, es gibt Fälle da sind sie einfach nötig, da wäre es dumm sie dann nicht zu nehmen.
wenn sie unbedingt nötig sind, dann muss man leider auch die Nebenwirkungen wohl oder übel in Kauf nehmen ...... oder mit dem verschreibenden Arzt über Alternativen reden.

Übrigens ...... für die Aufzählung der Nebenwirkungen gibt es den Beipackzettel ...... wenn der Patient den nicht mehr hat ..... auch Google hilft weiter. Was letztlich das Arztgespräch nicht ersetzt.
 
Jemand der an einer richtigen Depression leidet, hat wohl andere Probleme als beim Sex nicht zu kommen und ab einer mittleren Depression ist an richtigen Sex ohnehin nicht mehr zu denken, also sind diese Nebenwirkungen zumindest am Anfang einer Behandlung meiner Meinung nach vernachlässigbar.

Also dem muss ich ganz entschieden widersprechen :nono:

Mit der Einnahme der AD lichtet sich der schwarze Vorhang und Sex ist die beste Unterstützung um das Licht noch mehr herein zu lassen...

Ich spreche aus Erfahrung. Und ich hatte auch massive Orgasmusstörungen. Aber nur ca. 4 Monate lang. Danach hat es sich wieder normalisiert.

Meine Libido allerdings war nicht betroffen. Im Gegenteil. Durch die Wirkung der Tabletten war ich so frei, dass ich in dieser Zeit so viel Sex hatte wie nie zuvor. Ich war entspannter und voll Zuneigung zu meinem Mann.

Natürlich muss man die Ursachen angehen. Ganz klar. AD unterstützen und es ist bestätigt, dass die Kombination aus medikamentöser und therapeutischer Behandlung die besten Erfolge zeigt.

Wenn die Libido noch immer nicht wieder "aufsteigt" kann ich mich nur den anderen anschließen - mit dem Arzt reden. Was anderes wird da nix nutzen. :lehrer:

:bussal:
 
Übrigens ...... für die Aufzählung der Nebenwirkungen gibt es den Beipackzettel ...... wenn der Patient den nicht mehr hat ..... auch Google hilft weiter. Was letztlich das Arztgespräch nicht ersetzt.

Und im Beipackzettel steht genau was drin?:? :mrgreen:
 
Wenn du nur die Sypthome und nicht die Ursache bekämpfst wird das wohl nix werden.:roll:


bin ich ganz bei dir.
aber ich senfe jetzt auch mal. ich kam nämlich auch mal in den "genuss" von depressionen und anderen knacksen. (was ist die mehrzahl von knacks?) bitte nicht übel nehmen, wenn ich flapsig über meine vergangenheit schreibe, aber das ist meine art, damit umzugehen, humor ist, wenn man trotzdem lacht...

ich hatte damals eine gesprächstherapie, nur zwischenzeitig ging es mir so schlecht, dass ich mir echt nur noch dachte "ich will, dass es aufhört - egal wie!" und da riet mir meine therapeutin zu psychopharmaka. die zeit war schwer, auch mit den tabletten. aber ich habe das gesehen, wie jede andere erkrankung auch: nehmen wir mal ne ganz normale biestige grippe her. wenn ich nicht mitmache beim heilungsprozess, kann ich daran sterben (wenn ich sie übergehe, keine pause mache, mein fieber ignoriere - entweder ich krieg einen kreislaufkollaps oder sonstige direkte erscheinungen oder später taucht ein herzfehler oder ähnliches auf - das risiko besteht). ebenso kann mich eine psychische erkrankung mein leben kosten, wenn ich nicht mitarbeite (ergo - therapie). allerdings kann es sein, dass der krankheitsverlauf erleichtert wird durch das einnahmen von medikamenten. (bei der grippe sind es halt paracetamol, ibuprofen, parkemed, sonstige fiebermittel, die wir uns reinschießen und darüber eigentlich nicht weiter nachdenken). gleich ist es mit psychopharmaka - sie können helfen. wenn man gleichzeitig mitarbeitet. und wenn man "zu früh" aufhört kann es passieren, dass die zustände direkt nach dem absetzen wieder da sind. genauso wie der grippe-rückfall. oder man kann den richtigen moment erwischen. und dann geht es einem dauerhaft besser. und man musste nicht jedes einzelne tiefe tal, durch das man zu gehen hatte, bis in die schlimmsten schatten auskosten. genauso wie ich bei einer grippe nicht unbedingt die 40-41 grad fieber auskosten möchte.

nur das problem liegt in unserer gesellschaft: man darf nicht mehr schwach sein. man darf nicht mehr sagen "ich habe probleme. hilf mir!" man darf nicht "anders" sein. und auf keinen fall darf man dem druck, dem man tagtäglich in arbeit, studium, privatleben ausgesetzt ist, einmal nachgeben. das ist dann der sichere soziale tod. denn dann ist man ein versager. und wehe man bekommt psychische probleme. die sieht man meistens nicht, also hat man sie auch nicht. und man hat sie schon gar nicht zu haben. denn dann ist man abgestempelt. als verrückt, als hysterisch, als sich-gehen-lassend, nur weil man mal ne pause braucht.

und wenn diese gesellschaft will, dass wir alle funktionieren wie die roboter, dann ist es auch klar, dass es in dieser gesellschaft menschen gibt, die uns drogen verabreichen, damit wir funktionieren - seien es nun drogen für psychische oder phsyische erkrankungen...

ich denke, jeder, der jetzt motzt, dass psychopharmaka insgesamt schlecht und unnütz sind, der sollte sich nur die nächsten 24 stunden einmal überlegen, was er von den menschen in seinem umfeld erwartet. wie oft diese erwartungen enttäuscht werden (und wenns nur die wurstverkäuferin ist, die einen mit ihrem "darfs a bisserl mehr sein" auf die nerven geht). wenn wir uns mal bewusst werden, was wir eigentlich von anderen erwarten, dann wird uns auch bewusst, was man von uns erwartet. würden wir alle diese ewige erwartungshaltung einmal ein bisschen herunterschrauben - dann bräuchten wir keine psychopharmaka mehr, denn dann würden wir einander zuhören und probleme lösen helfen, bevor sie unlösbar werden.

und by the way - ich versuche, mir von niemandem zuviel zu erwarten. ich erwarte von niemandem, dass er "funktioniert", dass er jeden tag gut drauf ist usw....

nachdenkliche grüßchens :hmm:
succubus
 
bin ich ganz bei dir.
aber ich senfe jetzt auch mal. ich kam nämlich auch mal in den "genuss" von depressionen und anderen knacksen. (was ist die mehrzahl von knacks?) bitte nicht übel nehmen, wenn ich flapsig über meine vergangenheit schreibe, aber das ist meine art, damit umzugehen, humor ist, wenn man trotzdem lacht...

ich hatte damals eine gesprächstherapie, nur zwischenzeitig ging es mir so schlecht, dass ich mir echt nur noch dachte "ich will, dass es aufhört - egal wie!" und da riet mir meine therapeutin zu psychopharmaka. die zeit war schwer, auch mit den tabletten. aber ich habe das gesehen, wie jede andere erkrankung auch: nehmen wir mal ne ganz normale biestige grippe her. wenn ich nicht mitmache beim heilungsprozess, kann ich daran sterben (wenn ich sie übergehe, keine pause mache, mein fieber ignoriere - entweder ich krieg einen kreislaufkollaps oder sonstige direkte erscheinungen oder später taucht ein herzfehler oder ähnliches auf - das risiko besteht). ebenso kann mich eine psychische erkrankung mein leben kosten, wenn ich nicht mitarbeite (ergo - therapie). allerdings kann es sein, dass der krankheitsverlauf erleichtert wird durch das einnahmen von medikamenten. (bei der grippe sind es halt paracetamol, ibuprofen, parkemed, sonstige fiebermittel, die wir uns reinschießen und darüber eigentlich nicht weiter nachdenken). gleich ist es mit psychopharmaka - sie können helfen. wenn man gleichzeitig mitarbeitet. und wenn man "zu früh" aufhört kann es passieren, dass die zustände direkt nach dem absetzen wieder da sind. genauso wie der grippe-rückfall. oder man kann den richtigen moment erwischen. und dann geht es einem dauerhaft besser. und man musste nicht jedes einzelne tiefe tal, durch das man zu gehen hatte, bis in die schlimmsten schatten auskosten. genauso wie ich bei einer grippe nicht unbedingt die 40-41 grad fieber auskosten möchte.

nur das problem liegt in unserer gesellschaft: man darf nicht mehr schwach sein. man darf nicht mehr sagen "ich habe probleme. hilf mir!" man darf nicht "anders" sein. und auf keinen fall darf man dem druck, dem man tagtäglich in arbeit, studium, privatleben ausgesetzt ist, einmal nachgeben. das ist dann der sichere soziale tod. denn dann ist man ein versager. und wehe man bekommt psychische probleme. die sieht man meistens nicht, also hat man sie auch nicht. und man hat sie schon gar nicht zu haben. denn dann ist man abgestempelt. als verrückt, als hysterisch, als sich-gehen-lassend, nur weil man mal ne pause braucht.

und wenn diese gesellschaft will, dass wir alle funktionieren wie die roboter, dann ist es auch klar, dass es in dieser gesellschaft menschen gibt, die uns drogen verabreichen, damit wir funktionieren - seien es nun drogen für psychische oder phsyische erkrankungen...

ich denke, jeder, der jetzt motzt, dass psychopharmaka insgesamt schlecht und unnütz sind, der sollte sich nur die nächsten 24 stunden einmal überlegen, was er von den menschen in seinem umfeld erwartet. wie oft diese erwartungen enttäuscht werden (und wenns nur die wurstverkäuferin ist, die einen mit ihrem "darfs a bisserl mehr sein" auf die nerven geht). wenn wir uns mal bewusst werden, was wir eigentlich von anderen erwarten, dann wird uns auch bewusst, was man von uns erwartet. würden wir alle diese ewige erwartungshaltung einmal ein bisschen herunterschrauben - dann bräuchten wir keine psychopharmaka mehr, denn dann würden wir einander zuhören und probleme lösen helfen, bevor sie unlösbar werden.

und by the way - ich versuche, mir von niemandem zuviel zu erwarten. ich erwarte von niemandem, dass er "funktioniert", dass er jeden tag gut drauf ist usw....

nachdenkliche grüßchens :hmm:
succubus

Da kann ich dir nur recht geben Succubus!!
Ich kann das nämlich voll nachvollziehen denn auch ich leide an einer psychischen Erkrankung.
Ich habe eine Sozialphobie das heisst es erschwert mir den Umgang mit viellen Menschen und das mittendrin sein einer hohen Anzahl von Menschenmassen.
Und zusätzlich löst diese Phobie bei mir auch schwere Depressionen aus und ich kann nur sagen das ist wirklich nicht so harmlos wie manche finden.
Habe auch früher Suizidgedanken gehabt weil ich einfach nicht mehr konnte.
Muss auch Antidepressiva einnehmen das ich speziell meinen Tag bewältigen kann und ich mich auch mehr nach aussen bewegen kann.
Ich bin deshalb auch in Gesprächstherapiebehandlung und habe da auch schon erhebliche Fortschritte gemacht.
Sehe nämlich vieles nicht mehr so negativ wie früher und kann mein Leben deshalb auch einigermaßen wieder geniessen.
Aber bin durch diese Krankheit vorübergehend nicht arbeitsfähig und lebe deshalb auch einstweilen von Sozialhilfe.
Und ich kann euch sagen man hat es nicht leicht schon gar nicht beim kennenlernen neuer Menschen.
Wann wird wenn man dieses Problem anspricht gleich als Psychopath und dergleichen abgestempelt und wenn man dann das Thema Sozialhilfe anspricht als Schmarotzer.
Besonders mein Vater wollte eine ganze Weile nicht einsehen das ich krnak bin denn er kann das nicht verstehen und meinte deshalb ich bin nicht krank sondern zu faul um arbeiten zu gehen und an der Aussenwelt teilzunehmen.
Und diesen intoleranten Menschen wünsche ich einmal einen Tag die selben Symptomewie ich zu erleben , dann denke ich würden sie es auch mal mit eigenen Empfinden spüren wie das ist!

Greetz!
 
SSRI sind kein Mittel der Wahl bei Stress. Hier wären wohl Benzodiazepine kurzfristig das Mittel der Wahl um einmal von dem hohen Stresslevel runterzukommen. SSRI aktivieren in der Regel, und wären somit für dich kontraproduktiv.
…
PS: Es ist ein Irrtum, dass viele Menschen glaube, SSRI erhöhen den Serotoningehalt im Gehirn. SSRI hemmen die Wiederaufnahme des Neurotransmitters Serotonin in die Präsynapse und erhöhen so dessen Konzentration im synaptischen Spalt.

SSRI erhöhen den Serotoningehalt im Gehirn sehr wohl. Weil sie vom synaptischen Spalt immer wieder "abgeholt" und ins Gehirn zurückgeführt, anstatt aus dem Gehirn abtransportiert zu werden.
Der synaptische Spalt liegt am Ende der Nervenzelle, wo die Signale an die Folgezelle übertragen wird, d. h. Nervenzelle – synaptischer Spalt – Folgezelle. SSRI bewirken, dass der Neurotransmitter Sarotonin nach seiner Arbeit nicht sofort wieder abgebaut wird, sondern im Spalt zwischen Nervenzelle und nachfolgender Zelle verbleibt, bis er im Gehirn wieder benötigt wird. Dadurch ist der Transport des Serotonins hirneinwärts größer ist als hirnauswärts.
Selektiv bedeutet in dem Fall, dass SSRI das nur bei Serotonin tun und nicht bei anderen Neurotransmittern (wie zB MAO-Hemmer).

Aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen, die SSRI (Prozac, Fluctine, etc…) einnahmen oder aus Berichten Bekannter wussten, wie es denen damit erging, war überwiegend zu hören, dass die Libido mit SSRI stärker war als ohne. Ausnahme war eine Künstlerin, deren Symptom/Problem ihre Sexsucht war. Bei ihr wurde die Libido durch SSRI gedämpft und sie empfand dies als Wohltat, weil sie sich endlich auf ihre künstlerische Tätigkeit konzentrieren konnte. So wie ich es erfahren habe (an mir und aus Erfahrungen anderer), regulieren SSRI die Libido, d. h. zwanghaftes Verlangen nach Sex wird verringert, eine herabgesetzte Libido gesteigert.
Auch eine Verstärkung der Libido durch Antidepressiva kann sehr störend sein – wenn man keinen Partner hat und ein ONS nicht in Frage kommt.

Benzdiazepine machen sehr schnell süchtig – je jünger die Person ist, desto schneller. Außerdem verringern sie die Leistungsfähigkeit – und so mancher, der Benzos länger als 2 Wochen einnahm, kam erst im Entzug auf der Psychiatrie wieder davon los. Oft war durch die Verringerung der Leistungsfähigkeit auch der Arbeitsplatz verloren. Ich kannte selbst einige Frauen, denen es so ergangen war.
Als ich 17 war, hat sie mir Mal eine Ärztin verschrieben (ich wollte was zur Förderung meiner Konzentration, die mir als Fabrikarbeiterin in der Abendschule sehr schwer fiel). Ich merkte schon nach sehr kurzer Zeit, dass ich zu langsam damit wurde und setzte sie sofort wieder ab. In den folgenden Monaten war ich "sehr nah am Wasser", was aber keiner merkte, da ich alleine wohnte und mich in der Öffentlichkeit sehr beherrschte.

Ich kann dem Threadersteller nur zu einer guten Psychotherapie raten, bei der ev. ein Facharzt zur Medikation herbeigezogen wird. Es gibt heute auch schon gute Kurzzeit-Therapien.

Es sei denn, er ist aufgrund von Partnerproblemen oder eines nachts schreienden Säuglings in seine (vorübergehende) Stresssituation geraten.
 
Antidepressiva in Form vor SSRI werden nicht nur bei Depressionen verschrieben. Jede Form von Angst oder Zwangstörung kann damit behandelt werden. Ich habe es gegen Panikattacken bekommen, eine grausliche, fiese, hinterlistige Krankheit, die aus einem Mann, ein Opferkind macht.....

Aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen, die SSRI (Prozac, Fluctine, etc…) einnahmen oder aus Berichten Bekannter wussten, wie es denen damit erging, war überwiegend zu hören, dass die Libido mit SSRI stärker war als ohne. Ausnahme war eine Künstlerin, deren Symptom/Problem ihre Sexsucht war. Bei ihr wurde die Libido durch SSRI gedämpft und sie empfand dies als Wohltat, weil sie sich endlich auf ihre künstlerische Tätigkeit konzentrieren konnte. So wie ich es erfahren habe (an mir und aus Erfahrungen anderer), regulieren SSRI die Libido, d. h. zwanghaftes Verlangen nach Sex wird verringert, eine herabgesetzte Libido gesteigert.
Auch eine Verstärkung der Libido durch Antidepressiva kann sehr störend sein – wenn man keinen Partner hat und ein ONS nicht in Frage kommt.

Die LIbido war nicht herabgesetzt bei mir. Ich konnte aber nicht mehr abspritzen und wenn du Sex mit einer Frau hast ist es belastend wenn du so schwer kommst. AUßerdem macht es keinen Spass, wenn man 20 Minuten in den Phasen zum Orgasmus nicht weiter kommt. Aus verschiedenen Selbshilfegruppen weiß ich, dass ca. 80-90% der Männer davon betroffen sind. Was nützt dir die Libido ohne Orgasmus. Befriedigend ist was anders. Durch den Wechsel von Seroxat auf Citalopram ging es ein wenig besser. Man muss halt auch das passende Präperat für sich finden.

Benzdiazepine machen sehr schnell süchtig – je jünger die Person ist, desto schneller. Außerdem verringern sie die Leistungsfähigkeit – und so mancher, der Benzos länger als 2 Wochen einnahm, kam erst im Entzug auf der Psychiatrie wieder davon los. Oft war durch die Verringerung der Leistungsfähigkeit auch der Arbeitsplatz verloren. Ich kannte selbst einige Frauen, denen es so ergangen war.
Als ich 17 war, hat sie mir Mal eine Ärztin verschrieben (ich wollte was zur Förderung meiner Konzentration, die mir als Fabrikarbeiterin in der Abendschule sehr schwer fiel). Ich merkte schon nach sehr kurzer Zeit, dass ich zu langsam damit wurde und setzte sie sofort wieder ab. In den folgenden Monaten war ich "sehr nah am Wasser", was aber keiner merkte, da ich alleine wohnte und mich in der Öffentlichkeit sehr beherrschte.

Ich habe xanax genommen unter ärztlicher Aufsicht ca. 6 Monate lang und hatte im Gegensatz zu SSRI keine Probleme mit dem Absetzen. SSRI haben, was oft unterschätzt wird, auch ein erhebliches Suchtpotential. DIe Xanax wurden schrittweise, bei mir ohne Probleme in den Monaten 7 und 8 ausgescglichen. Wichtig ist nur in der Zeit keinen :!: Alkohol zu trinken, da sich erst durch diesen das Suchtpotential voll entfaltet. Unter ärztlicher Aufsicht (=Psychiater, nicht der praktische Arzt--> SSRI, Benzos etc. gehören in psychiatrische Behandlung) ist das Risiko einer Suchterkrankung geringer als man glaubt. Selbstmedikation dagegen bedeutet fast immer Teufelskreis Sucht!

Bei den SSRI hatte ich grausliche brain zaps mehrmals täglich, wo ich plötzlich richtige Stromstöße im KOpf und Nackenbereich verspürt habe und es mich gerissen hat. Aber harmlos zudem was es noch alles gibt. Muss aber dazu sagen, dass ich die SSRI 10 Jahre meines Lebens täglich genommen habe, die Benzos nur 8 MOnate.

http://de.wikipedia.org/wiki/SSRI_Discontinuation_Syndrome
 
und by the way - ich versuche, mir von niemandem zuviel zu erwarten. ich erwarte von niemandem, dass er "funktioniert", dass er jeden tag gut drauf ist usw....

nachdenkliche grüßchens :hmm:
succubus


Ich erwarte von anderen, dass sie mich nicht über den Tisch ziehen oder mir unnötige Bengel zwischen die Beine werfen.
Von meinem Umfeld erwarte ich nur dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemühen.

Deperessionen kenne ich nur passiv durch mein erweitertes Umfeld.
Die möglichen Gründe waren oft zu hohe Ansprüche und zuviel Angst vor dem was die Leute sagen. Selbst bei heute alltäglichen Sachen wie Scheidung. Später teilweise dann noch verstärkt durch schwere Erkrankungen.
Fehler wurden auch gemacht im Umgang mit dem Psychoonkel, dem man etwas vorspielte, indem man ihm vorschwindelte, dass die Dosierung und die Medikamente passen, anstatt zu sagen wie es wirklich ist.
Ein Fehler war sicher auch, dass man nicht an den Ursachen gearbeitet hat.
Fehler wurden auch von seiten der Psychologen gemacht, die oft nur auf Nachfrage die neuesten Medikamente verschrieben haben die aber auf Grund von Herzproblemen aber nötig gewesen wären.
Nur wenn man sieht, dass das Wartezimmer immer gänzlich überfüllt war und die Ärzte alles unter einem enormen Zeitdruck abarbeiten mussten, muss man einfach feststellen so kanns nicht funktionieren.

Mich habens immer gemieden wo es ging, meine Frau meinte es liegt daran, dass ich eine optimistische Haltung habe und auch dann immer wieder wiedersprochen habe wenn ein baldiger Bürgerkrieg oder der baldige Weltuntergang prognostiziert wurde. Da habens sich lieber zusammengerottet und sich gegenseitig an düsteren Prognosen überboten. Da bist dann einfach machtlos und kannst nur mehr zusehen.
 
Fehler wurden auch von seiten der Psychologen gemacht, die oft nur auf Nachfrage die neuesten Medikamente verschrieben haben

Psychologen verschreiben keine Medikamente, weder in Österreich noch in Deutschland. Das macht der Psychiater.....;)
 
Psychologen verschreiben keine Medikamente, weder in Österreich noch in Deutschland. Das macht der Psychiater.....;)

Und der läuft nicht unter Überbegriff Psychologie:? das sollte man einem Laien wir mir schon sagen.

Ich kannte ihn als Nervenonkel, weil ich mir mal einen Nerv im Arm durchtesten lassen musste und ich dann, für mich etwas seltsam und gewöhnungsbedürftig, zum selben Arzt musste.:shock:
 
Psychologen dürfen keine Medikamente verschreiben, da sie keine Mediziner sind. Mediziner sind z.B praktische Ärzte und Psychiater, letzter ist besonders geschult für die medikamentöse Behandlung von psychischen Erkrankungen.

Wieder zu unterscheiden sind Psychologe und Psychotherapeut. Der Psychologe hat ein 5jähriges Studium absolviert, der Psychotherapeut eine 2jährige Zusatzausbildung, die nicht unbedingt auf das Psychologiestudium aufbauen muss. Ein Psychotherapeut darf in einer Klinik nicht arbeiten, sehr wohl aber eine eigene Praxis aufmachen. Ein Psychologe darf auch eine eigene Praxis aufmachen, allerdings darf er sich dann nicht Psychotherapeut nennen. Üblich ist beides, wenn man Therapien anbietet, also ein Psychologie mit der Zusatzausbildung, die in Österreich ca. 55000€ (mit allen Selbsterfahrungsstunden gerechnet) kostet

Der klinische Psychologe ist für die nichtmedikamentöse Behandlung zuständig, die sehr häufig auf der verhaltenstherapeutischen Ebene stattfindet. Er evaluiert auch durch Persönlichkeits und Intelligenztests den Status des Patienten und leitet diverse Massnahmen ein.

In England wird momentan darüber diskutiert ob Psychologen nicht auch Psychopharmaka verschreiben sollen, da sie beste Kenntnisse im Bereich der Biopsychologie haben müssen.

Die Gesetze sind europaweit sehr verwirrend und alles andere als einheitlich.
 
Aber generell ists schon die Fachrichtung Psychologie, der der Psychologe und der Psychiater angehören?
Aber der Psychiater wäre etwas beleidigt wenn ich ihn Psychologe nennen würde, weil er zwar der Fachrichtung der Psychologie angehört aber eine andere höherwertige Ausbildung hat als der Psychologe? :?
Seh ich das richtig?
 
Aber generell ists schon die Fachrichtung Psychologie, der der Psychologe und der Psychiater angehören?
Aber der Psychiater wäre etwas beleidigt wenn ich ihn Psychologe nennen würde, weil er zwar der Fachrichtung der Psychologie angehört aber eine andere höherwertige Ausbildung hat als der Psychologe? :?
Seh ich das richtig?

Die Fachrichtung vom Psychiater ist Mediziner plus Zusatzausbildung zum Psychiater. Er ist also ein Arzt/Mediziner mit einer Zusatzausbildung in Neurologie. Mit Psychologie hat er nix zu tun. Dieses Gebiet ist den Psychologen allein vorbehalten, wenn wir jetzt von der akademischen Ausbildung reden. Das es Berührungspunkte gibt usw. ist logisch. Das ist bei Herzerkrankungen auch so. Der Internist und der Kardiologe sind beide dafür zuständig, obwohl sich die Ausbildung doch signifikant unterscheidet. Der Psychiater betreut in der Regel die wirklich schweren Fälle, wie Psychosen, Schizophrenie.

Wenn du zum Psychiater Psychologe sagt, würde er darauf hinweisen, dass er ein Arzt ist. Die Ausbildung zum Psychiater ist 4plus 2 Jahre Zusatzausbildung, beim Psychologen sind es 5 Jahre. Also hat der Psychiater ein Jahr mehr Ausbildung.

In der Praxis ist es meist so, dass Psychiater von der WGKK 10-15 Minuten Zeit mit einem Patienten bekommen und sich der Kontakt nur auf die Medikation beschränkt. Mir hat mein Psychiater immer gesagt, wenn ich reden will, dann soll ich mir einen Psychologen aufsuchen, er kann sich nur um die Medikation kümmern.
 
Mit Psychologie hat er nix zu tun.

Und wieder ein Weltbild umgeschmissen.:shock:



In der Praxis ist es meist so, dass Psychiater von der WGKK 10-15 Minuten Zeit mit einem Patienten bekommen und sich der Kontakt nur auf die Medikation beschränkt. Mir hat mein Psychiater immer gesagt, wenn ich reden will, dann soll ich mir einen Psychologen aufsuchen, er kann sich nur um die Medikation kümmern.

Mich hat er nur angeschlossen und immer höhere Spannungen losgeschickt bis dann beim anlegen von 600 Volt am Oberarm der Daumen endlich gezuckt hat. Und da meinte er die Laufzeit wäre zu lang. Damit durfte ich dann wieder zum Chirurgen, ders dann repariert hat.
Und ich hab mich noch gewundert warum er mehrere Wartezimmer voller Patienten hat, wenn er doch mit jedem reden sollte.:haha:
Wenn er da jedem nur Pillen aufschreibt geht das schon, irgendwie halt.:?
 
Antidepressiva in Form vor SSRI werden nicht nur bei Depressionen verschrieben. Jede Form von Angst oder Zwangstörung kann damit behandelt werden. Ich habe es gegen Panikattacken bekommen, eine grausliche, fiese, hinterlistige Krankheit, die aus einem Mann, ein Opferkind macht.....

Ich vertrug SSRI auch nicht, da ich erstens das Bedürfnis nach körperlicher Nähe ohne Partner sehr quälend empfand und mich zweitens wie ein pubertäres Mädchen fühlte – und benahm. Deshalb habe ich es nach einigen Monaten wieder abgesetzt. Das kindische Gefühl ist aber geblieben.

Die LIbido war nicht herabgesetzt bei mir. Ich konnte aber nicht mehr abspritzen und wenn du Sex mit einer Frau hast ist es belastend wenn du so schwer kommst. AUßerdem macht es keinen Spass, wenn man 20 Minuten in den Phasen zum Orgasmus nicht weiter kommt. Aus verschiedenen Selbshilfegruppen weiß ich, dass ca. 80-90% der Männer davon betroffen sind. Was nützt dir die Libido ohne Orgasmus. Befriedigend ist was anders.

Ich habe xanax genommen unter ärztlicher Aufsicht ca. 6 Monate lang und hatte im Gegensatz zu SSRI keine Probleme mit dem Absetzen. SSRI haben, was oft unterschätzt wird, auch ein erhebliches Suchtpotential. DIe Xanax wurden schrittweise, bei mir ohne Probleme in den Monaten 7 und 8 ausgescglichen. Wichtig ist nur in der Zeit keinen :!: Alkohol zu trinken, da sich erst durch diesen das Suchtpotential voll entfaltet. Unter ärztlicher Aufsicht (=Psychiater, nicht der praktische Arzt--> SSRI, Benzos etc. gehören in psychiatrische Behandlung) ist das Risiko einer Suchterkrankung geringer als man glaubt. Selbstmedikation dagegen bedeutet fast immer Teufelskreis Sucht!

Bei den SSRI hatte ich grausliche brain zaps mehrmals täglich, wo ich plötzlich richtige Stromstöße im KOpf und Nackenbereich verspürt habe und es mich gerissen hat. Aber harmlos zudem was es noch alles gibt. Muss aber dazu sagen, dass ich die SSRI 10 Jahre meines Lebens täglich genommen habe, die Benzos nur 8 MOnate.

Sowas hatte ich nicht, aber als ich es noch ein drittes Mal mit Medikamenten versuchte, wurde mir schon nach einigen Sätzen statt eines Antidepressivums ein Neuroleptikum gegen manische Zustände (ich kam voller Hoffnung auf professionelle Hilfe zum Arzt und war daher etwas überdreht) verschrieben. Da es mir extrem schlecht ging, nahm ich es brav – drei Jahre lang. Die Folge war, dass ich schließlich keinen Gedanken mehr zu Ende denken und keinen Satz mehr zu Ende sprechen konnte. Dazu kamen motorische Störungen. Beides wurde nach dem Absetzen langsam etwas besser, aber es wurde nie mehr so wie vorher. Dass das nicht nur mein Gefühl ist, merke ich auch am geänderten Verhalten anderer und weil Freunde von früher nichts mehr mit mir anfangen konnten. Es waren mein Intellekt und meine Eloquenz, die sie an mir so schätzten. Als nichts von beidem mehr zurückkehrte, wurde ich ihnen zu unverständlich bzw. zu anstrengend bzw. zu langweilig (lt. deren Aussagen). Mangelhafte Soft-Skills und das viele Allein-Sein in einer mir bis heute fremden Stadt haben sicher auch dazu beigetragen.
 
wasn das für ein psychiater :shock:

Schau dir Mal die Kassenverträge von Psychiatern an. Die haben eben nur ein gewisses Mass an Zeit und in diesem Zeitfenster interessiert er sich primär über Sachen die mit der Medikation in Zusammenhang steht.
Privatärztlich sieht es sicher ganz anders aus.

Sowas hatte ich nicht, aber als ich es noch ein drittes Mal mit Medikamenten versuchte, wurde mir schon nach einigen Sätzen statt eines Antidepressivums ein Neuroleptikum gegen manische Zustände (ich kam voller Hoffnung auf professionelle Hilfe zum Arzt und war daher etwas überdreht) verschrieben. Da es mir extrem schlecht ging, nahm ich es brav – drei Jahre lang. Die Folge war, dass ich schließlich keinen Gedanken mehr zu Ende denken und keinen Satz mehr zu Ende sprechen konnte. Dazu kamen motorische Störungen. Beides wurde nach dem Absetzen langsam etwas besser, aber es wurde nie mehr so wie vorher. Dass das nicht nur mein Gefühl ist, merke ich auch am geänderten Verhalten anderer und weil Freunde von früher nichts mehr mit mir anfangen konnten. Es waren mein Intellekt und meine Eloquenz, die sie an mir so schätzten. Als nichts von beidem mehr zurückkehrte, wurde ich ihnen zu unverständlich bzw. zu anstrengend bzw. zu langweilig (lt. deren Aussagen). Mangelhafte Soft-Skills und das viele Allein-Sein in einer mir bis heute fremden Stadt haben sicher auch dazu beigetragen.

Neben den SSRI wollte mir der praktische Arzt auch einmal Neuroleptika verschreiben. Ich habe aber abgelehnt. Die Benzos bekam ich vom Psychiater, der mir auch half die SSRI schrittweise auszuschleichen. Ich musste da Tabletten vierteln, so langsam musste es gehen, damit diese Schläge im Gehirn in Form von Stromstößen nicht mehr kamen. Andere Probleme beim Absetzen hatte ich nicht.

Schade, dass dein Beitrag so deprimierend klingt. Ich kann dir nur alles Gute wünschen und dir nur empfehlen dich unter die Leute zu mischen! Soft Skills sind erlernbar, auch im hohen Alter. Es geht heutzutage vielen Leuten psychisch sehr schlecht und man ist meistens keineswegs so alleine, wie man immer denkt. ;)
 
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