Vielleicht war er auch nie wirklich weg
Exakt! Es fängt mit jedem einzelnen Menschen an. Mit jedem, der denkt, er könne anderen vorschreiben, wie sie zu denken, zu fühlen und wie sie zu handeln hätten. Ich bin mir sicher viele von uns denken, sie seien immun dagegen. Ich behaupte, da passiert ganz viel davor. Im alltäglichen Verhalten gegenüber Menschen.
Gestern schrieb ein User, man müsse sich dem entgegenstellen. Er meinte damit, dass über die Sprache (political correctness) dies zu verhindern. sei. Ich behaupte, das trifft nicht den Kern. Es geht viel tiefer.
Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, wem ich mich "entgegenstellen" muss? ist denn mein Leben in Gefahr, wenn jemand eine nicht zeitgemäße Bezeichnung verwendet?
Ich möchte mich niemandem "entgegenstellen" müssen. Ich wünsche mir eine Welt, in der Menschen von Angesicht zu Angesicht miteinander wahrhaftige Kommunikation erleben. Eine Welt, in der es möglich ist, dem anderen Raum zu geben.
Eine Welt in der es nicht als außergewöhnlich gilt, einfach nachzufragen.
Wie bist du zu dieser Einsicht gekommen?, sollte so normal sein, wie die tägliche Essensaufnahme!
Unabhängig davon, wie lächerlich die Ansichten des Gegenübers im Moment auch erscheinen mögen. Jeder hat
immer die Möglichkeit, Gedanken vorbeiziehen zu lassen. Wenn sie nicht zu einem selbst gehören. Würde diese Möglichkeit ausgeschlossen, würde etwas Wichtiges verloren gehen. Weil es auch die Momente gibt, in denen Kommunikation bereichernd ist.
Kommunikation ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst und doch trägt die selbe Sehnsucht.
Und mit dieser einfachen Frage, gelebt im Alltag, baue ich an dieser Welt, nach meinen Vorstellungen, mit. Weil es einen Raum öffnet und das Gegenüber die Möglichkeit erhält, seine Gedanken zu beleuchten. Vieles wird nageplappert. Mir erscheint das, als würde zwar ein Mensch vor mir stehen, daheim ist er in dem Moment aber nicht. Und wenn Menschen nicht bei sich verankert sind, ist "er" präsent.